von moritz.magazin | 22.11.2009
Die diesjährige Gewinnerin des Philosophie-Wettbewerbes des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover: Dr. Chiara Piazzesi
Sie lockt uns ins Kino, weil sie schöne, aber auch traurige Momente offenbart. Sie rührt uns zu Tränen, weil wir uns oft wiederfinden oder erkennen, dass es in der Wirklichkeit dann doch nie so verläuft. Es sind die Momente, die Emotionen in uns erwachen lassen: Liebe ist eben der Stoff, auf den selbst Hollywood niemals verzichten kann. Dies erkannte auch Chiara Piazzesi. Seitdem beschäftigt sie sich mit dem Thema aus philosophischer Sicht. Mit leuchtenden Augen sitzt uns diese zierliche junge Frau mit italienischem Akzent gegenüber und kann es selbst noch kaum fassen, dass sie vor kurzem einen Wettbewerb für Philosophie gewonnen hat. Bei einer Tasse Cappuccino verrät sie uns den Weg dorthin.
Bereits ihr Vater studierte Philosophie. „Er hatte schon immer eine Begeisterung für philosophische und existenzielle Fragen. Ebenso wie meine Philosophielehrerin in der Schule“, erzählt Dr. Piazzesi. Sie nahm sich vor, wenn sie ein Stipendium an der Universität Pisa bekommen würde, schlage sie den gleichen Weg ein. Genau so kam es dann auch. An ihr Studium an der Universität Pisa und an der Scuola Normale di Pisa denkt die 32-jähige gern zurück. Von der Letzteren habe sie später auch ein Post-doc-Stipendium* bekommen. „Die Stadt ist sehr nett und angenehm – ich bin immer froh, wenn ich dorthin fahren darf und die Stimmung der Stadt miterleben kann“, schwärmt die gebürtige Florentinerin. (mehr …)
von moritz.magazin | 20.07.2009
Er hat den Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt Praktische Philosophie am gleichnamigen Institut inne. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt er sich beruflich mit mit seinem Fach. Seit fast 18 Jahren ist er an der Uni Greifswald tätig. Wir wollen hören, wie er zu dem gekommen ist, was eigentlich „Philosophie“ bedeutet, nämlich Liebe zur Weisheit.
moritz Welche Erinnerungen verbinden Sie mit ihrer Studienzeit?
Werner Stegmaier In Tübingen begann mein Studium, wo damals echte akademische Größen gelehrt haben. Das war 1966. Ich beschäftigte mich zunächst vor allem mit Hegel, Heidegger und Aristoteles. Dann ging ich nach Wien. Dort waren allerdings nicht alle Stellen in Philosophie besetzt, und so war die fachliche Ausbeute nicht so groß. Stattdessen lernte ich intensiv die Kunstgeschichte, das Theater, die Musik und die Oper kennen. Ich ging nach Tübingen zurück. Ich hatte eine Weile die neue Reformuniversität Konstanz erwogen, entschied mich dann aber, bei Karl Ulmer, meinem ersten Lehrer, weiterzustudieren, der dann seinerseits bald nach Wien ging. Es kam die sprachanalytische Philosophie auf, und der neue Stern wurde Wittgenstein. Ich sah, dass es mit der Philosophie wirklich weiterging, dass sie keine verstaubte Wissenschaft war. (mehr …)
von Tobias Winkler | 20.04.2008
Renommierter Philosophieprofessor eröffnet neue Reihe „Universität im Rathaus“
Mit einer philosophischen Frage rund um die alltägliche Orientierung geht die Vortragsreihe „Universität im Rathaus“ am Montag, dem 21. April 2008, bereits in die vierte Runde. Prof. Werner Stegmaier vom Institut für Philosophie der Universität Greifswald hat vor wenigen Wochen die Summe seiner langjährigen wissenschaftlichen Arbeit in Greifswald, sein 800 Seiten starkes Werk „Philosophie der Orientierung“, veröffentlicht.
Es klärt zum ersten Mal umfassend die Grundlagen der Orientierung, von der geographischen Orientierung über die soziale, ökonomische, politische, rechtliche, wissenschaftliche, künstlerische und religiöse bis hin zur moralischen, ethischen und globalen Orientierung und schließt mit der Bedeutung des Todes für die Orientierung. In seinem Vortrag wird er in die philosophischen Grundgedanken im Blick auf die alltägliche Orientierung einführen.
Orientierung ist meistens das Einfachste von der Welt und macht doch immer wieder Probleme. Es beginnt damit, rechts und links richtig zu unterscheiden und endet mit den großen Fragen nach dem Sinn des Lebens und einem letzten Halt in der Orientierung. Prof. Werner Stegmaier, der seit 1993 das Greifswalder Institut für Philosophie als Gründungsdirektor neu aufgebaut hat, gilt international als führender Fachmann in Fragen der Philosophie der Orientierung. In seiner Arbeit widmete sich der Wissenschaftler auch Fragen der philosophischen Aktualität der jüdischen Tradition und machte sich darüber hinaus in der Nietzsche-Forschung einen Namen.
Greifswalder Wissenschaftler präsentieren ihre Forschungsergebnisse auf Kongressen in der ganzen Welt. In Greifswald sind sie jedoch oft außerhalb ihrer Lehrveranstaltungen nur selten als Referenten vertreten. Mit der Vortragsreihe möchte die Universität einer breiten Bevölkerung öffentlich machen, was in der Universität in Lehre und Forschung diskutiert wird. Um den allgemeinverständlichen Charakter der Vorträge deutlich zu verdeutlichen, wurde bewusst das Rathaus als Veranstaltungsort ausgewählt. Zudem soll die Verbundenheit zwischen der Universität Greifswald und der Bevölkerung in der Stadt und der Region gestärkt werden.