Wut, Hass, Zorn: All diese Gefühle verbindet man so manches Mal mit seinen Mitmenschen. Genau für solche Momente ist diese Kolumne da. Wann immer wir uns mal gepflegt über Leute auslassen oder uns auch generell mal der Schuh drückt, lest ihr das hier.
„Schätzung der Entsorger: Doppelt so viel Einwegmüll“ – das hat die Tagesschau vor einigen Tagen gepostet. Durch die Corona-Krise fällt in Deutschland mehr Einwegmüll, wie beispielsweise Coffee-to-go-Becher oder Behälter von Lieferdiensten, an. Die Nutzung von Wegwerfgeschirr ist doch nix Neues und die Corona-Zeit nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Vor einem Jahr war ich zum Beispiel im Urlaub, in einem recht günstigen Hotel, das Frühstück war inklusive. Schön, dachte ich, mein Geldbeutel hat sich gefreut. Doch anstatt entspannt in den Tag zu starten, wurde das morgendliche Essen zum täglichen Wutanfall: Marmelade in kleinen Plastikbehältern, Plastikbesteck zum Brötchen schmieren, Plastikteller, Plastikschüsseln, Plastikbecher, Plastiktassen – alles einmal benutzen und dann wegschmeißen? Geht’s noch? Jedes andere Low-Budget-Hotel kriegt es doch auch gebacken, gewöhnliches Geschirr zur Verfügung zu stellen und danach einmal abzuwaschen. Wenn selbst große Unternehmen es nicht auf die Reihe bekommen, ihren Plastikverbrauch zu reduzieren, dann ist es doch kein Wunder, dass einzelne Menschen sich ein Beispiel daran nehmen.
Am Greifswalder Hafen bin ich sehr gern, aber warum zum Teufel muss ich erstmal die Plastik-Überbleibsel von anderen wegräumen? Man kann Wein auch in Mehrwegbechern genießen, falls euch das noch nicht klar war. Oder man bringt eigenes Grillbesteck mit und wäscht es zuhause ab. Man schmeißt doch auch in der eigenen Wohnung das Geschirr nicht nach einer Benutzung weg. Und WENN es Einweg sein muss: wieso dann nicht aus recycelten Materialien oder schnell nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus? Wieso müssen die Pommesgabeln aus Plastik sein und wieso gibt es immer noch Plastikstrohhalme?
Das gleiche Ding auf Partys: Wir sind zuhause bei Freund*innen eingeladen. Richtig: zuhause! Wieso soll ich das Mischgetränk meiner Wahl jetzt aus einem Plastik-Einwegbecher trinken? Wir sind doch nicht mehr fünf Jahre alt – die Gefahr, den Becher runterzuschmeißen ist nun wirklich nicht hoch. Ich habe schon öfter erlebt, dass diese Einwegbecher beim normalen Gebrauch schneller kaputt gehen als Gläser. Und come on – ihr habt in eurer WG wahrscheinlich auch nicht Porzellangeschirr oder Kristallgläser in Benutzung. Warum dürfen wir kein echtes Besteck benutzen? Diese blöden Einwegmesser zerbrechen beim ersten Versuch, etwas durchzuschneiden, und Plastiksplitter im Essen sind auch nur so mittelcool.
Dass man in der Gastronomie teilweise noch nicht auf nachhaltigere Alternativen zurückgreifen kann, kann ich ja noch ein BISSCHEN verstehen. Die Utensilien müssen hygienisch sein und dürfen den Betrieb auch nicht in den Bankrott treiben, versteh ich schon – obwohl es heutzutage wirklich unendlich viele coole Alternativen gibt … aber wieso müssen Privatpersonen den gleichen Verschleiß an Plastikgeschirr wie der Lieferdienst von nebenan haben?
Plastikmüll gelangt über verschiedene Wege in die Natur. Plastik verrottet nicht. Meere werden durch kleinste Partikel verschmutzt, Tiere müssen verrecken, weil sie Strohhalme in ihren Atemwegen haben. Und das nur, weil ihr zu faul seid, euer Geschirr abzuwaschen?
Frankreich lässt seit diesem Jahr nur noch Bio- und kompostierbare Stoffe für Einweggeschirr zu. Aber 2021 soll Wegwerfgeschirr in der gesamten EU verboten bzw. eingeschränkt werden. Ist es nicht jetzt schon Zeit, zu Alternativen zu greifen? Plastikgeschirr ist nicht nur unästhetisch, sondern auch einfach scheiße für die Umwelt. Muss jetzt echt schon wieder ein Verbot kommen, bevor ihr checkt, dass Einweggeschirr einfach out ist?!
Beitragsbild: Pixabay
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Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.
Wohin kommen eigentlich alte Fotos, Klobürsten oder Kronkorken? Mülltrennung ist nicht immer ganz so einfach und bei vielen Sachen ist sich niemand wirklich sicher, wohin damit. Dieser Artikel soll euch eine Orientierung für Dos und Don’ts bieten und einige typische Probleme endlich klären.
GLASCONTAINER
Das Recycling über den Glascontainer schont Rohstoffe, da das Glas beliebig oft eingeschmolzen und neu verarbeitet werden kann.
DO
DON’T
Hohlglas (Behälter ohne Deckel)
Trinkgläser
Papier, Kunststoff und Metall müssen nicht extra abgelöst werden
Scherben
Nach Farben sortieren (blaue und rote Flaschen gehören auch zum Grünglas)
→ stattdessen: Restmüll
Behälter restentleeren
Behälter extra auswaschen
GRAUE TONNE
In die Graue Tonne gehören nicht weiter verwertbare Sachen wie Zigarettenkippen, Porzellan, Spiegelglas, Essensreste oder Hygieneartikel.
Der Gelbe Sack ist für Verkaufsverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen. Sie müssen restentleert sein, brauchen also nicht extra gespült werden. Deckel oder andere Materialien immer abtrennen und dann entsorgen.
DO
DON’T
Tuben
Einwegrasierer
Schokoladenverpackungen aus Aluminium oder Kunststoff
Zahnbürsten
Tetrapacks
Pflaster
leere Deodosen
Verpackungen ineinanderstecken
Aluminiumschalen und -dosen ohne Pfand
Duschgel und Shampooflaschen
Butterverpackungen
Kronkorken
Alufolie
beschichtetes Geschenkpapier
BLAUE TONNE
DO
DON’T
Pappe und Papier mit und ohne Grünen Punkt
Tapetenreste oder verschmutztes Papier
Briefumschläge (ohne das Plastikfenster!)
verschmutztes oder beschichtetes Papier (Wachs- und Fotopapier), Blaupapier
Bücher, Kataloge, Zeitschriften
Post-its
Wellpappe, Verpackungen (z. B. Pizzakarton)
→ stattdessen: Restmüll
unbeschichtetes, bedrucktes Geschenkpapier
Getränkekartons → Gelber Sack
GRÜNABFALL
Die Grüne Tonne erfreut sich immer größerer Beliebtheit und macht inzwischen 3o bis 4o Prozent des Abfallaufkommens aus.
DO
DON’T
Essensreste
Asche
Gartenabfälle
Lederreste
Teebeutel Kaffeefilter
Möbelholz
ROTE TONNE
Die rote Tonne steht auf allen Wertstoffhöfen. Die Entsorgung ist kostenlos und hilft dabei, wertvolle Ressourcen zu erhalten. Dort können unter anderem folgende Sachen entsorgt werden:
Tintenpatronen
Tonerkartuschen
Faxpatronen
Kopiertoner
Trommeleinheiten
Fixiereinheiten
Resttonerbehälter
CD, DVD, Blu-Ray
SONDERMÜLL:
Energiesparlampen, LEDs, Leuchtstoffröhren: können im Handel zurückgebracht oder auf Wertstoffhöfen entsorgt werden
alte Elektronik: alte oder defekte Geräte, die bei der Auflistung der VEVG genannt sind, müssen (inzwischen gesetzlich verordnet) dort entsorgt werden.
Der Online-Abfallkalender der Stadt Greifswald gibt Auskunft über die Abfuhrtermine für jede Straße. Wer sich noch mehr informieren will, zum Beispiel zur Weiterbearbeitung des Mülls und zu Statistiken, findet über diesen Link ein sehr anschauliches Handbuch des Umweltbundesamtes.
Die Redakteur*innen der moritz.medien haben sich schon immer einen Kopf um unsere Umwelt gemacht und darüber berichtet. In unserer neuen Kolumne erzählen wir euch, was wir über das Thema Nachhaltigkeit denken und geben euch viele hilfreiche Tipps, um euer Leben (noch) nachhaltiger zu gestalten.
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Anstelle einer Rezension: Gedanken zum Film „Taste the Waste“, der im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche gezeigt wurde.
„Die Leute denken, dicke Kartoffeln seien schlecht. Dabei is dat nich so, dat sin ganz normale Kartoffeln, wie die anderen eben auch“, erzählt der Bauer dem Fernsehreporter auf dem Kartoffelfeld. Ein Drittel der angebauten Kartoffeln werden bereits auf dem Feld nicht mit eingesammelt. (mehr …)