von Gabriel Kords | 19.01.2010
Der am Sonntagabend in der Makarenkostraße erfolgte Angriff eines Polizeiautos mit mehreren Molotow-Cocktails konnte nach Angaben der Polizei noch am Montag aufgeklärt werden. Wie aus einer Mitteilung der Polizeidirektion Anklam hervorgeht, konnten drei mutmaßliche Täter noch am Montagabend ausfindig gemacht werden. Die Täter hielten sich zum Zeitpunkt ihrer Festnahme in einer Wohnung in unmittelbarer Tatortnähe auf.

Polizeifoto
Alle drei hätten bei ihrer Vernehmung die Tat gestanden, schreibt die Polizei, einer habe sogar eine Mordabsicht zugegeben. Der Festnahme gingen intensive Ermittlungen am Montag voraus. Zeitweise hatten nach Polizeiangaben 16 Beamten an der Klärung des Falls gearbeitet.
In diesem Zuge waren zahlreiche Anwohner der Straße befragt worden, für deren Mithilfe sich die Polizei in der Meldung ausdrücklich bedankt. Aus dem Meldungstext geht hervor, dass mindestens ein Hinweis der Anwohner die Beamten entscheidend weitergebracht habe. Wer sich für weitere Details der Festnahme interessiert, findet hier die vollständige Pressemeldung.
Kein politisches Motiv
Ein Satz der Pressemeldung dürfte aufmerksamen Lesern ganz besonders ins Auge fallen: „Ein politisches Motiv [der Täter, Anm.d.Red.] zeichnet sich nicht ab.“ Bereits gestern hatte JU-Mitglied und RCDS-Vorstandsmitglied Franz Küntzel für Wirbel gesorgt, weil er die Täter im Linken Milieu verortet und spekuliert hatte, es handle sich um eine Antwort auf einen Vorfall am Gebäude des Kulturvereins IKuWo. Später hatte er sich dafür entschuldigt. (mehr …)
von Gabriel Kords | 19.01.2010
Zwei Gewalttaten mit möglicherweise politischem Hintergrund sind am Montag bekannt geworden. In der Nacht vor Silvester wurde vor dem Haus des Kulturprojekts „Ikuwo“ in der Goethestraße von unbekannten ein Sack mit einer toten und misshandelten Katze abgelegt. In der Nacht zu Montag wurde zudem ein Streifenwagen der Polizei in einen Hinterhalt gelockt und mit mehreren Brandsätzen, so genannten Molotow-Cocktails, beworfen, von denen aber keiner zu größeren Schäden führte.

Ikuwo
Warum die Attacke gegen das Ikuwo erst jetzt bekannt gemacht wurde, wollte man uns beim Ikuwo nicht so richtig sagen. Das liege wohl eher an der Ostsee-Zeitung, hieß es vom Betreiberverein, die habe von der Sache schließlich schon seit zehn Tagen gewusst. Zudem habe man den Vorfall bereits am 31.12. angezeigt, seitdem ermittelt die Polizei. Von anderer Seite wurde uns jedoch zugetragen, man habe beim Ikuwo zunächst überlegt, den Vorfall überhaupt nicht öffentlich zu machen. Das würde auch erklären, warum Fleischervorstadtblogger Jockel Schmidt, in der Regel bestens informiert über Vorgänge im Ikuwo, erst unmittelbar vor Erscheinen der Nachricht in der Ostsee-Zeitung einen Beitrag auf seinem Blog veröffentlichte.
Der Betreiberverein des Ikuwo vermutet einen rechtsextremen Hintergrund der Tat. Aus diesem Berreich heraus wolle man die Betreiber offensichtlich einschüchtern. An dem Kadaver sei zudem ein Aufkleber der „Antifa“ angebracht gewesen. In der Vergangenheit sei es häufiger zu Drohungen und Übergriffen gegen den Verein gekommen, die der rechten Szene zugeordnet werden konnten. Auch der webMoritz hatte bereits über entsprechende Vorfälle berichtet. (mehr …)