Musik – Töne mit Zusammenhang, oder gerne auch ohne. Im Prinzip systematischer Krach. Jede*r hat schon mal Musik gehört, aber was ist die Geschichte hinter den einzelnen Stücken, auch Lieder genannt, und womit verbinden wir sie? Was lösen sie in uns aus und wer hat sie erschaffen? webmoritz. lässt die Pantoffeln steppen, gibt vor, was angesagt ist, und buddelt die versteckten Schätze aus. Unsere Auswahl landet in eurer moritz.playlist.
In der weiten und vielfältigen Welt der Musik gibt es Bands, die nicht nur Klänge erzeugen, sondern auch ganze Bewegungen formen. Eine solche Band ist zweifellos Slipknot. Mit ihrer einzigartigen Kombination aus intensiven Klängen, verstörenden Masken und explosiver Live-Performance haben sie nicht nur das Genre des Nu-Metal geprägt, sondern auch eine treue Anhängerschaft rund um den Globus erobert. Slipknot etablierte sich nicht nur als eine der einflussreichsten Metal-Bands, sondern auch als eine Quelle der Inspiration für Generationen von Musiker*innen und Fans. Egal, ob man von ihren energiegeladenen Konzerten, den tiefgründigen Texten oder der künstlerischen Innovation fasziniert ist – Slipknot ist zweifellos eine Band, die ihre Spuren in der Musikgeschichte hinterlassen hat und weiterhin hinterlassen wird!
Die Anfänge von Slipknot
Die Ursprünge von Slipknot reichen zurück ins Jahr 1995, als sich in Des Moines, Iowa, eine Gruppe von unkonventionellen Musikern zusammenfand, die entschlossen waren, eine völlig neue Art von Metal zu erschaffen. Die Bandmitglieder trugen von Anfang an nummerierte Overalls und maskierten sich, was nicht nur zur Essenz ihrer Identität, sondern auch zu einem visuellen Markenzeichen werden sollte. Doch erst im Jahre 1999 gelang ihnen mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum Slipknot der Durchbruch. Die Mischung aus aggressiven Riffs, donnernden Schlagzeugen und der charakteristischen Aggressivität von Sänger Corey Taylor schuf eine einzigartige Klanglandschaft, die die Hörer*innen sofort in ihren Bann zog.
Musikalische Entwicklung und Einflüsse
Im Laufe der Jahre hat sich die Musik von Slipknot kontinuierlich weiterentwickelt, ohne dabei ihre ursprüngliche Essenz zu verlieren. Elemente aus verschiedenen Genres wie Metal, Industrial und sogar Punk verschmelzen zu einem vielschichtigen Klangspektrum, das die Band vielfältig und innovativ erscheinen lässt. Alben wie Iowa, Vol. 3: (The Subliminal Verses) und All Hope Is Gone zeugen von dieser kreativen Vielfalt und Reife in ihrer Musik, während sie dennoch ihre rohe Intensität bewahren.
Masken, Musik und Mystik: Slipknots Einzigartigkeit
Was Slipknot von anderen Bands unverkennbar unterscheidet, sind nicht nur ihre musikalischen Innovationen, sondern auch die ikonischen Masken und Kostüme, die jedes Mitglied während ihrer Auftritte trägt. Die Masken dienen nicht nur dazu, die Anonymität der Band zu bewahren, sondern spiegeln auch die individuelle Persönlichkeit eines jeden Mitglieds wider. Sie verstärken die visuelle Dimension ihrer Performances und schaffen eine einzigartige Atmosphäre, die das Publikum von Anfang an in ihren Bann zieht. Die maskierten Gesichter werden zu Leinwänden für Ausdruck und Kreativität, während die Musik in den Ohren der Zuhörer*innen eine raue, aber dennoch kunstvolle Reise darstellt.
Ein Slipknot-Konzert ist weit mehr als eine bloße musikalische Darbietung. Es ist ein intensives Erlebnis, bei dem die Bandmitglieder ihre Energie und Leidenschaft direkt auf das Publikum übertragen. Die Kombination aus einer explosiven Bühnenshow, ausdrucksstarken Performances und der direkten Interaktion mit den Fans schafft eine Atmosphäre, die man nur schwer vergessen kann. Die Bühne wird zur Arena des Ausdrucks, in der sich die emotionalen Strömungen der Musik mit der Euphorie der Menge vereinen.
Snuff
Das allererste Lied, welches ich mir von der Band vor einigen Jahren angehört habe, war Snuff. Ein Song, der tief in die Seele eindringt und einen emotionalen Strudel auslöst. Dieses Lied zeigt eine ungewöhnliche Facette von Slipknot, eine Band, die oft für ihre Aggressivität und ihr gruseliges Aussehen – im Grunde der schlimmste Albtraum jeder Mutter – bekannt ist. Snuff ist aber ganz anders. Es ist eine ruhigere Ballade, die von verletzlicher Ehrlichkeit und Herzschmerz geprägt ist. Die sanfte Melodie, begleitet von Corey Taylors eindringlicher Stimme, schafft eine intime Atmosphäre, die die Hörer*innen in einen Strudel von Gefühlen zieht. Gääänsehaut pur garantiert!
Was Snuff besonders macht, ist die Art und Weise, wie die Bandmitglieder die Spannung zwischen der ruhigen Musik und den emotionalen Texten nutzen. Der Text drückt die Qual einer gescheiterten Beziehung aus und reflektieren die Dunkelheit der menschlichen Emotionen. Der Song gibt Raum für Selbstreflexion und ermöglicht es den Zuhörer*innen, sich in den lyrischen Zeilen zu verlieren. Snuff erinnert daran, dass Slipknot nicht nur laute Klänge, sondern auch tiefe Emotionen beherrscht.
Hintergrund des Liedes: Während der Vorbereitungen für ihr viertes Album All Hope Is Gone durchlebte Corey Taylor eine schmerzhafte Scheidung und Liebeskummer. Seine Depression zwang ihn förmlich dazu, sich auszudrücken. Taylor beschrieb die Trennung als eine der härtesten Enttäuschungen seines Lebens. Der Verlust fühlte sich an wie ein schmerzhaftes Loch in seiner Brust, und er musste mit diesen Gefühlen umgehen. Snuff wurde Coreys einzigartige Art, diesen Schmerz und die Wut auszudrücken. Im Gegensatz zu früheren Werken von Slipknot zeigt er hier eine melancholische und introspektive Seite anstatt reine Wut.
„It was one of the heaviest disappointments, one of the heaviest heartbreaks I had ever felt. It was one of those things where you knew you weren’t supposed to be together. There was just something there that felt so good and when it was ripped away from you, it just felt like there was a hole in your chest, and knowing that and having to discard those feelings was tough.“
Corey Taylor (2021)
Vermilion, Part 2
Ein Lied, was meiner Meinung nach auch unbedingt in der moritz.playlist drin sein muss, ist Vermilion Part 2. Falls du mal durch eine harte Trennung gehst oder gerade einfach Lust hast auf etwas Melancholie, dann solltest du unbedingt reinhören!
Das Lied ragt als ein markantes Beispiel für die Fähigkeit der Band heraus, komplexe Geschichten und Emotionen in ihrer Musik zu verweben. Dieser zweite Teil der Vermilion-Reihe ist eine düstere und eindringliche musikalische Odyssee und ein Beispiel dafür, wie Slipknot ihre musikalische Vielseitigkeit nutzen, um komplexe Emotionen auszudrücken. Der Song beginnt mit einer düsteren Gitarrenmelodie, die von einem tiefen Bass unterlegt wird. Corey Taylors Gesang drückt eine tief verwurzelte Verzweiflung und Dunkelheit aus, während er die emotionalen Hürden einer obsessiven Besessenheit thematisiert. Die Kombination aus den intensiven Klängen und Taylors Gesang verleiht dem Song eine Art hypnotische und unheimliche Qualität.
Vermilion Part 2 ist eine introspektive Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der Liebe und des Verlangens. Der Text beschreibt eine düstere Sehnsucht nach einer verlorenen Liebe, die in einer Spirale aus Dunkelheit und Obsession gefangen ist. Die Zeilen sind von einer tiefsitzenden Melancholie durchzogen, die die Hörer*innen in eine emotionale Tiefe mitreißt. Die musikalische Gestaltung des Songs verstärkt die düstere Stimmung und lässt die Emotionen förmlich aus den Lautsprechern herausfließen.
Dieser Song ist mehr als nur Musik – er ist eine emotionale Reise, die die Hörer*innen dazu bringt, die dunklen Ecken der eigenen Gefühlswelt zu erkunden. Slipknot zeigt mit diesem Lied, dass sie nicht nur laute Härte bieten können, sondern auch in der Lage sind, musikalisch tiefgreifende Geschichten zu erzählen, die in der Seele widerhallen.
She is everything to me The unrequited dream A song that no one sings The unattainable She’s a myth that I have to believe in All I need to make it real is one more reason I don’t know what to do I don’t know what to do When she makes me sad
Musik – Töne mit Zusammenhang, oder gerne auch ohne. Im Prinzip systematischer Krach. Jede*r hat schon mal Musik gehört, aber was ist die Geschichte hinter den einzelnen Stücken, auch Lieder genannt, und womit verbinden wir sie? Was lösen sie in uns aus und wer hat sie erschaffen? webmoritz. lässt die Pantoffeln steppen, gibt vor, was angesagt ist und buddelt die versteckten Schätze aus. Unsere Auswahl landet in eurer moritz.playlist.
Lange haben wir sie vernachlässigt, jetzt ist es endlich soweit. Die moritz-playlist ist nach einer viel zu ausgedehnten Pause wieder da. Und es geht weiter mit einem lauten Knall. In den nächsten Absätzen dreht sich hier alles um die britische Rock- und Metalband Bring Me The Horizon. Außerdem erfahrt ihr, warum gerade diese Band meine Lieblings-Metalband ist, obwohl sie eigentlich gar kein Metal spielt. Viele offene Fragen… also lasst uns keine Zeit verschwenden.
Bring Me The Horizon oder kurz BMTH kann auf mittlerweile fast 20 Jahre Bandgeschichte zurückblicken, was etwas komisch ist, denn ich habe das Gefühl, die Bandmitglieder sind nicht wirklich viel älter geworden in dieser Zeit. Was allerdings eine große Veränderung mitgemacht hat ist die Musik. Von sehr lautem, unharmonischem Deathcore in den Anfangsjahren bis zu einem melancholischem Pop-Album in jüngster Vergangenheit. Und dazwischen ist viel passiert. Viele Musiker*innen finden ihren Stil und verfeinern diesen dann. BMTH scheint dagegen eher bei der Konzeption eines neuen Albums mit Pfeilen auf eine sich drehende Dartscheibe zu werfen. Wie vielen Fans ist auch mir dieser rasante Wandel etwas sauer aufgestoßen, aus dem einfachen Grund, dass ich mir sicher sein kann, dass meine Lieblingsband nie wieder Musik in diesem Stil veröffentlichen wird. Höchstwahrscheinlich zumindest. Demnach gefällt mir auch nicht jeder Song oder jedes Album. Also wollen wir heute den Blick nicht auf die kürzlichen Releases werfen, die Jede*r kennt und die der Band in den letzten Jahren zu ihrer aktuellen Bekanntheit verholfen haben. Stattdessen möchte ich euch mitnehmen auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit zu den steinigen Anfängen. Hier verbirgt sich der Grund, warum ich BMTH liebe, obwohl mich seit fast 10 Jahren kein Album so richtig aus den Socken gehauen hat.
Für den ersten Track müssen wir allerdings noch gar nicht so weit in der Zeit reisen. Im Jahr 2013 erschien das vierte Album Sempiternal, welches einen musikalischen Wendepunkt und den verdienten kommerziellen Durchbruch für die Band darstellte. Unter anderem auf der Tracklist: die Single Shadow Moses. Ein Song, der die Band noch lange begleiten sollte und zum Standardrepertoire bei Liveauftritten gehörte. Der Song ist für die Band besonders, da er die Brücke schlug zwischen den Fans der früheren Releases und dem neuen Publikum, welches die Band in den nächsten Jahren anziehen wird. Shadow Moses hat einfach alles und ist einer der wenigen Tracks, welcher alle Facetten, die BMTH zu bieten hat, einfängt. von schweren Riffs über einen melodischen Chorus, gefolgt von fantastischen Breakdowns. Hier kommt wirklich Jede*r auf ihre oder seine Kosten.
Achtung: Das ganze Video hat einen Effekt bei dem die Perspektive schnell hin und her wechselt, was bei Einigen möglicherweise Unwohlsein auslösen kann.
Shadow Moses war einer der ersten Songs von BMTH, die ich gehört habe. Und nach mittlerweile knapp 10 Jahren hab ich immer noch nicht die Schnauze voll davon. Was ein Qualitätssiegel.
Weitergehen soll es auf der Reise in die Vergangenheit zurück bis ins Jahr 2010. In diesem Jahr wurde das dritte Studioalbum der Band veröffentlicht: There is a Hell Believe Me I’ve Seen It. There is a Heaven Let’s Keep it a Secret. Auch ich finde den Titel etwas zu lang. Dennoch hat dieses Album ein paar der besten Songs, die BMTH in den letzten 18 Jahren hervorbringen konnte. Der, in meinen Augen Beste davon ist ohne Frage It Never Ends. Der Vorzeigesong der Band, bevor Shadow Moses der Vorzeigesong wurde. Quasi. It Never Ends nimmt die ersten 10 Jahre der Band mit all ihren musikalischen Höhen und Tiefen auf und presst sie auf einen Song zusammen, welcher perfekt zeigt, was Bring Me The Horizon in dieser Zeit war.
Für diesen Track habe ich die Live-Version ausgesucht. Hier ist BMTH 2016 in der Royal Albert Hall zusammen mit dem Parallax Orchestra zu sehen. Die Version des Songs ist dem Original sehr ähnlich und wird, wie ich finde, durch das Orchester nur besser. In meinen Augen einer der besten Live-Performances der Band.
Wenn es nicht bei Sempiternal aufgefallen ist, dann wahrscheinlich spätestens bei It Never Ends. Umso weiter wir in der Vergangenheit zurückreisen, desto extremer und lauter wird die Musik. Für einige von euch mag sich die Musik unangenehm oder zumindest einfach nicht gut anhören. Sie ist sehr gewöhnungsbedürftig, besonders wenn man kein Metal hört. Das musste auch ich erfahren, als ich meine ersten Schritte in das Genre machte. Einer der markantesten Stilmittel für extremere Subgenres, wie Metalcore oder Deathcore (die Namen hab ich mir nicht ausgedacht), ist der Tausch von Gesang mit Schreien. Manchmal im Wechsel miteinander, wie zum Beispiel bei It Never Ends oder einfach ganz ohne Gesang.
Und mit diesen Worten geht es zurück in die Zeitmaschine und weiter zurück in der Zeit. Wir befinden uns im Jahr 2008. BMTH veröffentlichen gerade ihr zweites Studioalbum Suicide Seasons. Mein Lieblingsalbum. Es gibt allerdings keinen Track auf dem Album, den ich besonders herausstechend finde. Ähnlich sieht es mit ersten Album Count Your Blessings aus. Ich finde schlichtweg alle Songs sehr gut. Keiner ist schlecht. Sowas passiert mir nur sehr selten und das ist ein Grund, warum ich immer und immer wieder zu diesen Alben zurückfinde, obwohl ich sie schon hunderte Male gehört habe. Aber Moment. Wenn ich mich für keinen Track entscheiden kann, den ich vorstellen möchte, muss ich wohl etwas tricksen. Zum Glück hat Bring Me The Horizon mir die Lösung dieses Problems quasi auf dem Silbertablett serviert. Im Jahr 2019 war BMTH auf Tour und hat bei jedem Auftritt ein Medley aus Songs der ersten beiden Alben und ihrer ersten EP gespielt. Für mich der heilige Gral. Zwar hat BMTH mit dem Metal-Genre nicht mehr viel am Hut, aber auf die musikalischen Fähigkeiten der Bandmitglieder hatte das wohl keine Auswirkungen. Im Gegenteil. In manchen Aspekten hat dieser Live-Auftritt dem Original einiges voraus. Und Außerdem kann ich euch eine vernünftige Videoqualität anbieten, was bei YouTube Videos von vor 15 Jahren einfach nicht geht.
Während der letzten Minute bekomm ich immer Gänsehaut – einfach nur metalgewordene Perfektion.
Einige von euch sind jetzt vielleicht etwas irritiert. Das kann ich gut verstehen und so ganz kann ich meine Liebe und Faszination für diese Musik auch nicht erklären. Es bedarf einfach schlichtweg Gewohnheit. Ich weiß den Fan-Support, den BMTH damit geleistet hat, sehr zu schätzen und freu mich in Zukunft auf mögliche weitere musikalische Ausflüge in die Vergangenheit. Ich bin nicht sauer auf BMTH, auf ihren musikalischen Werdegang und den Fakt, dass wohl nie wieder ein Metal-Album von ihnen erscheinen wird. Das wäre auch viel zu vermessen. Ganz und gar nicht. Eher das Gegenteil ist der Fall. Ich denke, dass diese musikalische Freiheit von BMTH, einfach die Musik zu spielen die ihnen gefällt, ein Luxus ist, den nicht alle Künstler*innen genießen können. Viele sind auf ihre Fans und ihre Zielgruppe angewiesen. Jedoch sollte der Kommerz der Kunst nicht im Weg stehen. Außerdem hat sich die Band mehrmals dazu geäußert, dass sie keine Lust auf Metal hat und andere Musik hört.
Wie gewohnt werden der moritz.playlist 3 Songs hinzugefügt. Der Playlist als Ganzes zu liebe, sehe ich davon ab zu alte Tracks zu wählen und möchte lieber versuchen, die Playlist möglichst angemessen zu ergänzen. Diese Songs gehören ebenfalls zu meinen Lieblingssongs von Bring Me The Horizon und zeigen womöglich eher die letzten 10 Jahre der Band. Doch das ist gar kein Problem, denn auch in dieser Zeit hat BMTH viele fantastische Songs veröffentlicht.
Diesen Freitag lädt die Musikfabrik Greifswald, sozusagen die lokale Lehrwerkstatt in Sachen Popularmusik, zu einer Nabelschau in den TV Club. (mehr …)
Hier könnt ihr das aktuelle Video von moritz.tv sehen.
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