Familienfeier-Atmosphäre bei Leonce und Lena

Am vergangenen Mittwoch führte die Laien-Theatergruppe „die VerkaNnten“ Georg Büchners Leonce und Lena auf. Die informelle Natur der Aufführung wurde schon dadurch klar, dass dem Zuschauer freie Platzwahl im Rubenowsaal der Stadthalle gelassen wurde – und der Eintritt mit 3 Euro auch eher gering war.

Die Geschichte der beiden Hauptfiguren ist absurd zu nennen: Sie sollen zwangsvermählt werden, laufen davon, treffen und verlieben sich unbekannterweise. Bis hierhin eine allseits bekannte Situation, die jedoch ungewöhnlich aufgelöst wird. König Peter, Leonces Vater, ist verzweifelt, da die Hochzeit nicht stattfinden kann und lässt es zu, dass eine Truppe Verkleideter eine Ersatzhochzeit durchführt. Natürlich handelt es sich hierbei um die beiden Königskinder, deren Streich nach hinten losging, da sie genau die vorgesehene Verbindung eingegangen sind, die sie zu verhindern versucht hatten.

Leonce und Lena: Hofstaat in Aufruhr

Leonce und Lena: Hofstaat in Aufruhr

Unter der Leitung von Theaterpädagogin Barbara Gottwald entstand die kurzweilige Inszenierung. Eingeläutet wird das Stück mit einer Parade der zehn Darsteller, die mit Klatschen und Anfeuerungsrufen aus dem Publikum begleitet wurde. Der Spaß kommt also nicht zu kurz, was dem Lustspiel angemessen scheint. Allerdings schrieb der damals 23-jährige Büchner das Stück durchaus mit politischen Untertönen und Anspielungen. Dazu gehören z.B. Bezeichnung Popo und Pipo, der winzigen Königreiche, aus denen Prinz Leonce und Prinzessin Lena stammen. Die überspitzten Formulierungen werden augenzwinkernd und mit angemessener Selbstironie  präsentiert. Besonders schön gelang das Natalie Bachmaier als König Peter. Alle Rollen bis auf Leonce (Christoph Waak) werden von Frauen gespielt, was die Absurdität weiter verstärkt.

Die musikalische Untermalung stammt von der Band Haindling aus ihrem Album Schrilles Potpourri – Das Beste ohne Worte von 1995. Größtenteils passt die ungewöhnliche Instrumentalmusik, stellenweise hat man jedoch das Gefühl, einem PUR-Konzert im Rahmen einer Folge Großstadtrevier beizuwohnen.

Wer sich ebenfalls 75 Minuten lang unterhalten lassen will, hat dazu am 22. Juni um 20 Uhr erneut Gelegenheit. Karten gibt es online, telefonisch (03831 / 26 46 6) oder an der Theaterkasse (Di – Fr 10 – 18 Uhr).

Bilder: Theater Vorpommern

Theatergruppen treffen sich in Greifswald

Vom 4. bis 6. Juni findet in Greifswald ein Theatertreffen mit freien Theatergruppen statt. Das Studententheater „Stuthe e.V.“  organisiert das Treffen mit Unterstützung der Theaterpädagogin des Greifswalder Theaters, Barbara Gottwald. Wie von Jörn Sander, Leiter des Stuthe zu erfahren war, lud man Schulen und freie Theatergruppen aus ganz Vorpommern ein, um ihre Stücke zu präsentieren. Die Einladung haben etwa 13 Gruppen angenommen, 11 von ihnen werden ihre Stücke dem Publikum zeigen, so Jan Holten. Er ist ebenfalls Mitglied beim „Stuthe e.V“ und für die Organisation des Treffens zuständig.

Kinder und Jugendliche sollen an das Schauspiel herangeführt werden

Die Spielstätten erstrecken sich auf das Große Haus des Theaters Greifswald, den Rubenowsaal der Stadthalle und die Aula der Ernst-Moritz-Arndt Schule. In der Medienwerkstatt werden ebenfalls Stücke aufgeführt. Die Theatergruppen kommen hauptsächlich aus Stralsund, von der Insel Usedom und aus Anklam. Die Theaterstücke wurden von den Gruppen selbst geschrieben. „Für die Kinder und Jugendlichen des Theatertreffens finden am Samstag tagsüber zusätzlich Theater-Workshops in der Arndtschule statt, in denen neue Impulse für die weitere Theaterarbeit nach dem Treffen gegeben werden sollen“, teilte Jan Holten dem webMoritz mit. Das Treffen markiere den Anfang einer langfristig angelegten Vernetzung schon existierender Theaterstrukturen und -gruppen, so Holten weiter. Die Veranstaltung findet mit einer Preisverleihung ihren Abschluss. (mehr …)