Adventskalender Türchen 15: Liebeserklärung an Weihnachtsmann & Co. KG

Adventskalender Türchen 15: Liebeserklärung an Weihnachtsmann & Co. KG

Wir alle kennen das, einfach mal einen guten Weihnachtsfilm schauen. Für mich nur etwas schwierig, wenn man nicht der größte Filmegucker ist. Also muss eine Serie herhalten. Diese Serie hat für mich gerade in der Kindheit für so einige schöne Erinnerungen gesorgt. Also schnappt euch ein Heißgetränk und „Klappe die erste“.

Der Kampf um den besten Sitzplatz

Wenn ich in der Vorweihnachtszeit beim klassischen Durchskippen auf den sogenannten „Kinderkanälen“ hängenbleibe, bin ich immer wieder erstaunt, was so alles gesendet wird. Das soll aber nicht Thema sein. Thema soll etwas sein, dass gerade mir als Kind der 2000er die Vorweihnachtszeit versüßt hat. Und auch wenn man gerade an den Klassiker „Beutolomäus kommt zum Weihnachtsmann“ denkt – hier geht es um eine französische Serie aus dem Jahr 1997, die 2002 zum ersten Mal in Deutschland ausgestrahlt wurde und damit in diesem Jahr 20jähriges Jubiläum in Deutschland feiert. Damit ist die Serie genauso alt wie ich. Hätte ich jetzt nicht gedacht. Es geht um Weihnachtsmann & Co. KG. Als ich im Rahmen einer Redaktionssitzung (für den webmoritz. jeden Donnerstag 19:15 Uhr in der Rubenowstraße 2b), in der der Adventskalender inhaltlich geplant wurde, diesen Geistesblitz hatte, wusste ich selbst nicht, was ich damit anfangen sollte. Schließlich hatte ich nicht geplant, den Vorschlag laut auszusprechen, da ich ihn für eher „nerdig“ empfand. Ist mir dann aber doch rausgerutscht. Tja, selber schuld. Dann war ich überrascht als irgendwie jede*r diese Serie kannte und sich über den Vorschlag freute. Schließlich bin ich doch eher am unteren Ende des Altersschnitts zu verorten (nichts für ungut). Dann fielen sie mir aber wieder ein. Die unglaublich schönen Erinnerungen, die ich mit dieser Serie verbinde. Sei es das gemeinsame Schauen der Folgen mit meiner Schwester oder auch der Kampf um den Fernseher in unserem Wohnzimmer, wenn mein Vater mal wieder Wintersport schaute. Aber besonders bleibt mir in Erinnerung, wie meist mein Abendessen kalt wurde und dann die Diskussionen losbrachen, dass es doch nicht mehr schmeckte. Worauf meine Mutter meist mit einem „selbst schuld“ antwortete und sich nicht auf Diskussionen einließ. War für mich vielleicht auch besser so.
Aber natürlich auch, wie ich wenn ich mal die Macht über den Fernseher erlangte, sofort umschaltete und den besten Platz auf der Couch einnahm. Nur um später diese 20 Minuten zu genießen. Auch störte es nicht, wenn man mal die ein oder andere Folge kannte, es ging nie wirklich um den Inhalt, sondern um die Stimmung, die diese Serie in einem auslöste. Es war einfach Weihnachtsstimmung pur.

Die perfekte Weihnachtsserie

Wenn wir aber schon bei der Stimmung sind, kommen wir mal zu der Serie allgemein. Und kurzum: Sie hatte alles. Ein Intro, welches die meistens heute noch mitsingen können (Wenn es nicht so wäre, hätte doch auch niemand davon einen Hardstylemix gemacht). Den einfach schönen Zeichentrickstil der damaligen Zeit und Charaktere, die eine Konstellation bildeten, die wie die Faust aufs Auge passte. Ich meine, jede*r konnte sich mit mindestens einer der drei Elfen des Weihnachtsmannes identifizieren. Auch gönnte es niemand Grantelbart, wenn sein Plan zu funktionieren drohte (Hannibal Smith wäre stolz gewesen). Auch sah er nicht nur aus wie jemand der einem Weihnachten versauen wollte, sondern wie eine Kreuzung aus Weihnachtsmann und kriminellem Rocker. Ironischerweise spielt er in der Serie auch nicht nur als Hobby auf der E-Gitarre Rockmusik, sondern behandelt auch seinen Helfer Gugor richtig mies. Dieser wird von ihm beinahe genauso gut behandelt, wie der Hauself Dobby von den Malfoys (Harry Potter Fans werden es verstehen). Wer so jemanden als Nachbarn hat, der braucht keine Feinde. Ein perfekter Bösewicht eben. Ihm gegenüber steht der einzig wahre, der reale, vom Nordpol stammende MVP der Serie, der Weihnachtsmann (da bin ich kurz zu euphorisch geworden). Jede*r hatte immer ein Bild vom Weihnachtsmann, das bei mir genau das widerspiegelt, was der Weihnachtsmann in der Serie darstellt. Das Gute in Person, jemand der sich mehr um andere sorgt als um sich selbst und einfach immer glücklich ist. Auch konnte er alles was ich auch wollte. Ein kleiner Vorgeschmack liefert hierfür die zweite Folge der Serie. Aber natürlich ist auch der Weihnachtsmann keine Einmannband, sondern hat Helfer*innen. Seine drei Elfen Trixi, Jordi und Gilfi. Diese helfen ihm bei den Geschenken und ergänzen sich gegenseitig perfekt. Auch haben sie spezielle Fähigkeiten, die ihnen helfen die in den einzelnen Folgen aufkommenden Probleme zu lösen. Auch sind natürlich Balbo und die Rentiere nicht zu vergessen. Sie sind zwar nur Nebencharaktere aber die Serie geht ohne sie nicht auf. Ich meine, wer schafft es denn sonst den Schlitten zu ziehen oder mich durch seine Tollpatschigkeit zum Lachen zu bringen. Aber Moment!

Ein Rätsel bleibt

Wo sind die Rentiere des Weihnachtsmanns hin? Ich meine, es gibt halt in der Serie nur drei, was mir tatsächlich gerade beim Binge Watching aller Folgen, die es auf YouTube gibt, aufgefallen ist. Dabei weiß doch jedes Kind, dass der Weihnachtsmann für seinen Schlitten neun Stück braucht. In der Serie sind allerdings nur Blitz, Rudolph und Donner vertreten. Was ist also mit Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet und Cupid? Naja, sind wahrscheinlich in Rente. Hoffe ich zumindest. Würde dann aber bedeuten, dass es Nachwuchsprobleme in der Rentierfraktion gibt. Folgt daraus, dass Weihnachten in Gefahr ist? Bin ich einer (Weihnachts-) Verschwörung auf der Spur? Ich hoffe nicht. Aber ich schweife ab.

Ein Tipp von mir

Wer sich jetzt fragt, warum er nicht versteht wovon ich hier rede, aber trotzdem bis hierhin gelesen hat, dem möchte ich erstmal danken und noch einen guten Rat mitgeben. Einfach mal um 18:15 Uhr auf Super RTL vorbeischauen und genießen. Man muss diese Serie einfach gesehen haben und sie ist nur bis zum zweiten Weihnachtstag im Programm. Also Beeilung. Ihr wollt ja nichts von dieser geilen Serie verpassen. Damit ist diese Szene im Kasten.

Beitragsbild: Laura Schirrmeister

retro.kolumne: Löwenzahn

retro.kolumne: Löwenzahn

Retro, retro, retro yeah! Die neue Kolumne über alte Dinge. Kennt Ihr diese Spiele, Filme, Accessoires noch? Aus der Kindheit, meist noch aus den 90ern stammen sie und sind vielleicht ja doch noch ein Guilty Pleasure des einen oder anderen.

Wenn ich meine Lieblingsserien aus Kindertagen aufzählen soll, darf eine auf keinen Fall fehlen: Löwenzahn! Sofort habe ich die einprägsame Melodie des Intros in den Ohren und die Latzhose von Peter Lustig vor Augen.

Die Sendung mit dem Blumennamen gibt es bereits seit 1981 und erzählt in ihren unabhängigen Folgen stets eine fiktive Geschichte rund um Peter Lustig und seinen blauen Bauwagen. Die Rahmengeschichte ist dann zusätzlich mit kurzen informativen Beiträgen zum jeweiligen Thema der Folge ausgeschmückt. Insgesamt ist Löwenzahn darauf ausgelegt in einer interessanten Art und Weise Wissen an Klein und Groß zu vermitteln.

Seit 2006 moderiert Guido Hammesfahr als Fritz Fuchs die Sendung. Der neue Moderator bekam nicht nur einen neuen Bauwagen, sondern wird im Unterschied zu Peter Lustig stets von seinem Hund Keks begleitet. Der alte Bauwagen von Peter Lustig steht seither im Filmpark Babelsberg und kann von Besuchern bestaunt werden.

Nie werde ich den eigenartigen Nachbarn Herrn Paschulke vergessen, der regelmäßig in den Folgen auftrat und meistens oder eigentlich immer etwas zu meckern hatte. Leider verstarb der Schauspieler Helmut Krauss im letzten Jahr. Peter Lustig verstarb bereits 2016, doch das Gerücht, er hätte Kinder nie leiden können, hält sich bis heute. In diesem Artikel klärt Journalist Kai Biermann darüber auf, dass er an den Gerüchten schuld sei und Peter Lustig Kinder nicht hasste.

Übrigens wurde neben einem Kinofilm im Jahr 2011 seit einigen Jahren der Ableger Löwenzähnchen produziert, welcher sich an eine deutlich jüngere Zielgruppe richtet.

Falls Ihr jetzt Lust bekommen habt eine der über 300 Folgen Löwenzahn zu gucken, dann schaut doch einfach mal in die Mediathek vom ZDF hinein. Auf diese Weise könnt Ihr nicht nur in alten Kindheitserinnerungen schwelgen, sondern lernt vielleicht noch etwas Neues dazu.

Beitragsbild von Jennifer Harris auf Unsplash

retro.kolumne: Meister Eder und sein Pumuckl

retro.kolumne: Meister Eder und sein Pumuckl

Pumuckl neckt, Pumuckl versteckt, keiner was meckt.
Das heißt merkt.
Ja, aber das reimt sich nicht und alles, was sich reimt, ist gut.

Dieser Dialog zwischen Pumuckl und dem Meister Eder fasst das Verhältnis der beiden eigentlich gut zusammen.

Pumuckl, der kleine, freche Kobold mit roten Wuschelhaaren und Meister Eder, der gutmütige, alte Schreiner aus dem Münchener Hinterhof, bilden ein recht ungewöhnliches Paar.

Die Idee zu der Geschichte hatte Ellis Kaut, und das Aussehen der Figur steuerte Barbara von Johnson in einem Zeichenwettbewerb bei.
Zwischenzeitlich gab es einige Streitigkeiten beider Parteien, welche aber inzwischen beigelegt wurden.

Zuerst gab es nur die Hörspielreihe im BR, welche von 1962 bis 1973 lief. Parallel wurden die Pumucklgeschichten auch in mehreren Büchern veröffentlicht.

Neben den sehr bekannten Hörspielen kennen ihn die meisten sicher aus der dazugehörigen Fernsehserie.

Beide Varianten starten damit, dass der zuerst unsichtbare Pumuckl an Meister Eders Leimtopf kleben bleibt, somit für ihn sichtbar wird und bei ihm bleiben muss. So will es das Koboldsgesetz.

Meister Eder stellt schnell fest, dass der manchmal sehr nervige Kobold eigentlich ein sehr lieber Kerl ist und damit sein Junggesellenleben ein bisschen aufmuntert.

Daher erleben beide viele schöne, aber manchmal auch dramatische Abenteuer, die aber alle gut ausgehen. Sei es nun, dass der Meister Eder Pumuckl ein Bettchen baut, dieser beim Spielen in der Wanne fast ertrinkt, als ‚Geist‘ im Schloss spukt oder sich beide so verkrachen, dass man nicht geglaubt hätte, dass sie sich je wieder vertragen (haben sie aber).

Nachdem die zweite Staffel der Serie ausgestrahlt wurde, verstarb mit Gustl Bayrhammer der Darsteller des Meister Eders. Danach gab es zwar noch einige Filme über den kleinen Kobold, welche für mich aber nie an das Original herankamen.

Weitere Geschichten rund um den Pumckl gibt es auf der privaten Fansite.

Beitragsbild: Illustration von Brian Bagnall, Foto von Svenja Fischer; Banner: Jonathan Dehn