Kernfusion – Utopie oder eine realistische Vision

Kernfusion – Utopie oder eine realistische Vision

Eine „Zukunftstechnologie“ nannte Kanzlerin Merkel die Kernfusion im Januar 2010, kurz bevor sie das Greifswalder Max-Planck-Institut besuchte. Hier wird mit dem „Wendelstein 7X“ ein Testreaktor gebaut, um diese neue Art der Energiegewinnung zu erforschen. Unter dem Titel „Kernfusion – Ein Energiemodell der Zukunft?“ stellt am kommenden Freitag, den 11.05., der wissenschaftliche Leiter Professor Thomas Klinger um 20:00 im Konferenzsaal der EMAU das Projekt vor. (mehr …)

TITEL „Das Problem: Es läuft noch nicht“ – Kernfusion in Greifswald

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik erforscht die Kernfusion

005-Annegret-AdamIn den großen Hallen des Greifswalder Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik (IPP) am Rande von Greifswald, herrscht schon seit Langem ein eifriges Treiben: Zweieinhalb Meter große Spulen schwingen an Trägern, in riesigen Stahlgehäusen werkeln Monteure fast ununterbrochen, Forscher arbeiten an präzisionsgenauen Plänen, laute Maschinen tönen hier und dort. Etwa 500 Mitarbeiter haben ein Ziel: Kernfusion für eine langfristige Energiegewinnung zu erproben. Kernfusion, der Antrieb der Sonne, ist die Verschmelzung zweier Atomkerne zu einem Neuen. Bei dieser Reaktion wird Energie produziert und genau an der ist man interessiert.

Doch bevor zwei Kerne fusionieren können, müssen sie die abstoßende elektrische Kraft, welche sie aufgrund ihrer positiven Ladung besitzen, überwinden. Dies gelingt nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie zum Beispiel in der Sonne unter hohem Druck und hohen Temperaturen von etwa 15 Millionen Grad Celsius. Da wir aber auf der Erde einen so hohen Druck nicht aufbauen können, muss die Temperatur massiv erhöht werden. Genauer gesagt auf über 100 Millionen Grad Celsius. Eine echte Herausforderung! Dafür sollen Mikrowellen die Atome eines dünnen Gases aufheizen, bis sie die gewünschte Temperatur erreichen und sich in ihre Bestandteile auflösen. Die Kerne liegen nun getrennt von ihren Elektronen vor. Erst in dieser Phase kann Kernfusion stattfinden. Die heiße Wolke aus umher schwirrenden Kernen und Elektronen nennt man Plasma. (mehr …)

Fotos vom Tag der offenen Tür im Institut für Plasmaphysik

Am vergangenen Samstag war es zum ersten Mal seit 2000 wieder soweit, dass das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik seine Tore komplett öffnete. Dieses Jahr ist der beste Zeitpunkt zum Besichtigen des IPPs, da die Module für das Wendelstein 7-X-Experiment im Aufbau sind und man einmalige Einblicke gewährt bekommt in die hier stattfindende Grundlagenforschung. Auch außerhalb eines Tags der offenen Tür werden Gruppenführungen durch das Institut durchgeführt. Dazu mehr im Artikel.

Einen Überblick über den Aufbau und Zweck der einzelnen Bauteile lieferte ein beeindruckender 3D-Film und in Vorträgen zu verschiedenen Themen wurde vertiefend eingegangen auf Kernfusion, Montage, Aufheizen des Plasmas auf 100 Mio Grad etc. Danach hat man einen ungefähren Eindruck, wie das Experiment einmal ablaufen wird, nachdem die am Ende 750t schwere Anlage militmetergenau montiert ist.

Schon beim Betreten des Geländes wird der Besucher begrüßt mit einer Skulptur aus einer sog. nicht-planaren Spule. 50 von diesen supraleitenden Magnetfeldspuren umgeben das Plasmagefäß und erzeugen einen „besonders stabilen und wärmeisolierenden Magnetkäfig für das Plasma“. Die Spulen wurden nicht im IPP gefertigt, sondern von einem deutsch-italienischen Konsortium.

Weiter geht es ins Foyer, wo Mitarbeiter Infomaterial verteilten und Hilfestellung gaben. Nicht übersehen sollte man den Namensgeber des Instituts. (mehr …)