Buchrezension: Hanne Benden – „Der Weihnachtsbrief“

Buchrezension: Hanne Benden – „Der Weihnachtsbrief“

Mit einer Faszination für Skandinavien schreibt Hobby-Autorin Hanne Benden am liebsten Bücher mit
Hyggefaktor, in deren Welt man gemütlich auf der Couch eintauchen kann. In ihrem Roman „Der Weihnachtsbrief“ widmet sie sich allerdings einem gänzlich anderen Thema: „Der zweite Weltkrieg, die durch ihn verursachten Einberufungen und wie er Familien spaltete“.


Protagonistin Jette, eine junge talentierte Journalistin, findet 2018 im Nachlass ihres kürzlich verstorbenen Opas einen Brief an eine mysteriöse Frau, die weder sie selbst noch jemand aus ihrem Umfeld kennt und ein Foto dieser Dame. Für Jette ist schnell klar, dass sie die Fremde ausfindig machen oder zumindest ihre Verbindung zu ihrem Opa erkennen möchte. Dafür nimmt sie Überstunden eigenmächtiger Recherche und Vernachlässigung ihrer eigentlichen Arbeit in Kauf.
Agnes ist eine junge Frau in den 1940ern, die damit zurechtkommen muss, dass ihr Freund an die Front geschickt wird, aber nie die Hoffnung auf ein freudiges Wiedersehen aufgibt. Sie lebt ihr Leben zwar weiter, erzieht ihre Kinder und wirkt glücklich, doch den Gedanken an ihn wird sie nie so richtig loslassen können.

Stück für Stück enthüllt sich den Leser*innen Kapitel für Kapitel der Zusammenhang zwischen den Schicksalen der beiden jungen Frauen. Von Anfang an verbindet sie jedoch der Schmerz über den Verlust von Personen, die ihnen sehr nahestanden.

Die Geschichte wechselt kapitelweise zwischen den beleuchteten Charakteren hin und her, dabei geschehen Zeitsprünge, sowohl vorwärts als auch rückwärts, bis die Handlungsstränge im finalen Szenario zueinanderfinden. Das Buch hat 80 Seiten, eingeteilt in 24 Kapitel und lässt sich damit in kurzer Zeit lesen. Die wechselnden Perspektiven steigern die Lust, am Buch dranzubleiben, und die Zeitsprünge sorgen für ein Voranschreiten der Handlung in angemessenem Tempo. Die Charaktere sind von unterschiedlichen Wesenszügen, werden emotional und sind alle nicht perfekt, was den Leser*innen die Möglichkeit bietet, sich in sie hineinzuversetzen oder sogar sich mit ihnen zu identifizieren.


Empfehlen würde ich dieses Buch Leuten, die sich allgemein für Stories über die Kriegszeit und was sie bei den Menschen anrichtet interessieren. Aber auch Leuten die sich gerade von einem dicken Schinken erholen (optional) und auf der Suche nach einer kleinen Geschichte sind, die sowohl wohlige als auch aufwühlende Momente beinhaltet, die persönliche Schicksale beleuchtet, zum Nachdenken anregen und einem auch nahegehen kann.

Ähnlich wie die Charaktere, fühlt man sich auch als Leser*in daran erinnert, die Anwesenheit der geliebten Mitmenschen aktiv wertzuschätzen. Auch wenn die Geschichte zur Weihnachtszeit spielt, ist das Buch dadurch nicht darauf beschränkt, nur in dieser gelesen werden zu können. Der Roman erschiehn bei Books on Demand und ist für 12,00 Euro als Taschenbuch oder 6,99 Euro als eBook erhältlich.

Beitragsbild: Yuliia Tretynychenko auf unsplash

moritz.uncut Folge 6 und 7: Postfaschisten in Italien

moritz.uncut Folge 6 und 7: Postfaschisten in Italien

In der sechsten uns siebten Episode moritz.uncut spricht der moritz.magazin-Redakteur Robert mit Roman Maruhn. Er ist Politikwissenschaftler und Journalist, lebt und arbeitet in Palermo und München.

Für einen Artikel im moritz.magazin 159 recherchierte Robert zu italienischer Politik. Für ein Experteninterview konnte er Roman Maruhn gewinnen, der sich zum Zeitpunkt der Interviews in Palermo befand.

Robert führte mit Maruhn zwei Interviews. Das Erste eine Woche vor der Parlamentswahl in Italien. Das Zweite, eine Woche nach den Wahlen.

In der ersten Episode geht es darum, wie es überhaupt zu Neuwahlen 2022 kommen konnte. Das zweite Interview behandelt vor allem die Auswirkungen, die der Sieg der Post-Faschistin Giorgia Meloni auf Europa hat.

Die 6. Folge moritz.uncut hört ihr hier:

Die sechste Folge moritz.uncut im webmoritz.

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Und die 7. Episode hier:

Die siebte Folge moritz.uncut im webmoritz.

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