von Caroline Rock | 15.07.2023
Es gibt Neuigkeiten. Nach jahrelangen Überlegungen ist es nun so weit: Wir gründen einen Alumniverein für die moritz.medien! Dieser soll ein Netzwerk für alle moritz.menschen schaffen. Hierbei ist es nicht wichtig, ob Du gerade ein aktiver Teil unserer schönen Redaktionen bist oder vor 20 Jahren Dein Studium abgeschlossen und bei den moritz.medien aufgehört hast. Jede*r ist herzlich willkommen!
Ein Alumniverein ist ein Zusammenschluss von ehemaligen sowie aktiven Mitgliedern einer Institution, in unserem Fall der moritz.medien. Dieser Zusammenschluss stellt ein Netzwerk dar, von dem alle ordentlichen Mitglieder in Zukunft (nicht finanziell) profitieren können sollen.
Selbstverständlich kann eure Mitgliedschaft in diesem Verein einfach nostalgischen Wert haben. Das wollen wir natürlich unterstützen und geben einen Anlass, den moritz.spirit aufrechtzuerhalten. Wir planen mindestens ein Treffen im Jahr in Greifswald, an dem wir uns alle wiedersehen und uns austauschen können. Der große Nutzen soll in der Vernetzung untereinander und der schönen Zeit miteinander liegen.
Außerdem verstehen wir uns als gemeinnütziger Verein, der seine Aufgabe vor allem darin sieht, die aktiven Mitglieder der moritz.medien zu fördern. Wir alle kennen es: Es gibt immer viele Leute mit zahlreichen schönen Ideen, aber meistens hat es leider weder genug Menschen mit ausreichend Zeit, um diese verwirklichen zu können, noch die finanziellen Mittel, die notwendig sind. Seien es Workshops, Veranstaltungen oder »Vitamin B«: Die moritz.alumni wollen tatkräftig unterstützen.
Außerdem kommt selbstverständlich die Stärkung der Autonomie der moritz.medien auf die Liste von Aufgaben, die wir uns geben wollen. In vielen Punkten (auch finanziellen) sind wir stark abhängig von der Hochschulpolitik, weshalb es vorkommt, dass wir Projekte nicht durchführen können. Auch hier wollen wir tun, was wir können, um den moritz.medien mehr Spielraum in ihren Ideen geben zu können.
Hast Du Interesse daran, uns bei diesem Projekt zu unterstützen? Dann komm zu unserer Gründungsversammlung! Diese findet am 18. Juli 2023 um 16 Uhr in unserer Redaktion statt (Rubenowstraße 2b). Wir freuen uns auf so viele moritz.menschen wie möglich!
Beitragsbild: moritz.medien
von Adrian Siegler | 21.08.2021
So schlecht geht es uns doch gar nicht, oder? Zieht man hier den sogenannten Human Development Index (HDI) zu Rate, findet sich Deutschland zwar nicht an der Spitze, aber immerhin auf dem 6. Platz wieder. Dieser Index wird jährlich im Human Development Report veröffentlicht und stellt eine Art Wohlstandsindikator dar. Doch trotz einer guten Platzierung läuft auch in Deutschland nicht alles rund. Um genau zu sein, stellt nicht nur die Digitalisierung, sondern auch die Bildung, konkret die Gleichberechtigung in der Bildung, ein riesiges Problem dar. Warum das so ist und wie versucht wird zu helfen, erfahrt ihr hier.
Wo liegt das Problem?
In Deutschland gibt es eine Schulpflicht. Ein Privileg, über das nicht jedes Land verfügt. Nicht jeder Staat hat die Infrastruktur, die qualifizierten Arbeitskräfte oder generell den sozialen Wohlstand, um sowas durchzusetzen. Deutschland allerdings schon und trotzdem ist nicht alles Gold, was glänzt. Jede*r Schüler*in hat ein unterschiedliches Lernverhalten. Für ein*e Lehrer*in in einer Klasse von 20 bis 30 Kindern oder Jugendlichen ist es leider schlicht unmöglich, das zu berücksichtigen. Die logische Konsequenz für viele Eltern(-teile) ist ein*e Nachhilfelehrer*in. Doch auch hierzulande verfügen viele Familien einfach nicht über das Geld dafür.
Aus diesem Grund gibt es den gemeinnützigen Verein „Studenten bilden Schüler e.V“. Dieser setzt es sich zum Ziel, Kindern und Jugendlichen aus bildungsfernen und einkommensschwachen Familien unter die Arme zu greifen und mehr Chancengleichheit zu schaffen. Das Prinzip ist relativ simpel: Es sollen ehrenamtliche, engagierte Studierende gewonnen werden, um kostenlose Nachhilfe anzubieten. Seit der Vereinsgründung im Jahr 2012 wurden 46 Standorte in ganz Deutschland gegründet, seit April diesen Jahres auch in Greifswald. Derzeit betreut der Verein fast 2900 Studierende und 3200 Schüler.
Wie kann ich mitmachen?
Wenn ihr Lust habt, euch als Nachhilfelehrer*in gemeinnützig einzusetzen und Kindern zu helfen, ist das gar nicht mal so kompliziert. Zu aller erst meldet ihr euch online an und werdet dann zu einem Kennenlerngespräch im jeweiligen Standort eingeladen. Dann benötigt ihr euer Führungszeugnis, in dem keine Straftaten vermerkt sein dürfen. Wenn das alles geklappt hat, sucht der Verein nach einem*r passenden Schüler*in an eurem Standort und ihr werdet vermittelt. Sobald der Verein dann eine*n passende*n Schüler*in gefunden hat, kann das Lehren beginnen.
Es gibt bereits Anfragen einiger Schulen auf eine wiederkehrende Partnerschaft mit den jeweiligen Nachhilfelehrer*innen, der Bedarf nach Nachhilfe ist also definitiv da. Dabei sei jedoch betont, dass sich der Verein in Greifswald gerade noch in der Etablierungsphase befindet und somit alles noch im Aufbau ist. Umso mehr profitiert der Verein in dieser Anfangszeit von freiwilligen Nachhilfelehrer*innen.
Was muss ich mitbringen?
Der Verein sucht speziell nach Studierenden, um einen geringen Altersunterschied in den Lerngruppen zu erreichen. Besondere Kenntnisse oder Fähigkeiten müsst ihr nicht mitbringen. Bei Problemen und Schwierigkeiten greift der Verein euch unter die Arme. Dies gilt auch für anfallende Kosten bei An- und Abreise.
Damit sich das Ganze aber auch für Schüler*innen und Lehrende lohnt, solltet ihr mindestens 1 mal pro Woche 1 bis 2 Stunden Zeit für die Nachhilfe entbehren können. Das kann aber auch mehr sein. Optimalerweise steht ihr auch über einen längeren Zeitraum zur Verfügung, um eine gewisse Kontinuität zu ermöglichen. Die Nachhilfe findet dann in einer 1:1 Betreuung, meist in den Räumlichkeiten des jeweiligen sozialen Partners statt. Das kann jedoch mit dem jeweiligen Standortleitungsteam individuell abgesprochen werden. Generell ist die Nachhilfe an nicht allzu viele Grenzen gebunden und kann mit dem Standortteam, sowie dem Schützling selbst individuell abgesprochen und koordiniert werden.
Der Verein selbst gibt dabei als wichtigsten Ratschlag auf den Weg, sich sehr mit seinem*r Nachhilfeschüler*in auseinanderzusetzen und ihr*ihm auf Augenhöhe zu begegnen. Man kann von den Schüler*innen genauso viel lernen, wie diese von euch.
Aber wer sind eigentlich diese sozialen Partner? Der Verein steht mit vielen Hilfseinrichtungen für Kinder in Kontakt, wie etwa der Caritas, der Diakonie oder diversen Jugend- und Waisenheimen. Über diese werden auch hauptsächlich die Schüler*innen, die Nachhilfe benötigen, erreicht.
Was habe ich davon?
Eine Frage, die jeden beschäftigt, die aber niemand stellen möchte. Da der Verein auf ehrenamtlichem Engagement beruht, gibt es leider keine finanzielle Vergütung. Allerdings kann euch der Verein nach 3 Monaten eine Bescheinigung für euer Engagement ausstellen. Darüber hinaus könnt ihr viele Erfahrungen als Lehrer*in machen und das auf einer sehr persönlichen Ebene, da ihr wie gesagt nur einen, beziehungsweise höchstens ein paar Schützlinge betreut. Außerdem kann doch kein Geld der Welt mit dem Teilen von Wissen und der Freude daran aufgewogen werden.
In der Abofalle gefangen?
Niemand ist an den Verein gebunden. Da ihr als Nachhilfelehrer*in nicht automatisch Teil des Vereins werdet, könnt ihr auch jederzeit wieder austreten. Solltet ihr eure Zeit beim Verein durch ein Auslandssemester oder Ähnliches pausieren müssen, ist das auch gar kein Problem.
Beitragsbild: Unsplash
von Gabriel Kords | 30.10.2008
Das Finanzamt Greifswald entzog dem Förderverein der Universität (der „Gesellschaft von Freunden und Förderern der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald e.V.“) die Gemeinnützigkeit. Das bedeutet konkret vor allem, dass Spenden an den Verein nicht mehr steuerlich geltend gemacht werden können. Möglicherweise gilt das auch rückwirkend für die letzten drei Jahre.
Das Finanzamt entschied sich zu diesen Schritt, weil der Verein zwar zahlreiche Gelder eingenommen hat, aber nur deutlich weniger wieder ausgab. Der Verein ist als Verwalter von Drittmitteln verpflichtet, diese zügig ihrem eigentlichen Ziel – also der Uni – zukommen zu lassen. (mehr …)