von Lucas Hohmeister | 05.06.2024
Am 07. und 08. Juni findet wieder einmal die 24-Stunden-Vorlesung an der Universität Greifswald statt. In den Hörsälen der Rubenowstraße 1 erwarten euch auch dieses Jahr wieder jede Menge verschiedene Vorträge, Workshops und sonstige Veranstaltungen, um sich inspirieren zu lassen. Wir haben den Programmplan mal etwas genauer unter die Lupe genommen.
Von Shakespeare und Vampirismus
Wie bereits erwähnt, erwarten euch eine Reihe interessanter Vorträge. Direkt im Anschluss an die Einleitung durch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder, folgt ein englischer Beitrag zum Thema Shakespeare und Ökologie von Jennifer Henke in Hörsaal 5. Den letzten Vortrag vor Mitternacht hält Markus Heitz in Hörsaal 5. Der gelehrte Historiker und Germanist verfasste bereits mehr als siebzig Bücher, überwiegend zu den Genres Fantastik, Horror und Space Fiction. Passend dazu wird er einen Vortrag zum Thema Vampirismus und der genauen historischen Betrachtung des Volksglaubens halten.
Für Abwechslung ist gesorgt
Neben den ganzen Vorträgen wird aber für genügend Abwechslung gesorgt. Von 19:15 – 22:00 Uhr wird der FSR Physik am Sprachlabor 3 einen Grillabend veranstalten. Weitere Versorgung liefert der AStA am kommenden Tag von 06:00 bis 08:00 Uhr mit einem selbstorganisierten Frühstück. Es gibt neben Essen noch weitere Möglichkeiten, sich zu beschäftigen. Wolltet ihr immer schonmal wissen, wie man richtig moderiert? Von 21:45 Uhr bis um 23:00 Uhr wird Florian Schwegler einen Workshop genau zu diesem Thema veranstalten. Für die etwas Gemütlicheren unter euch gibt es von 04:00 Uhr bis 06:00 Uhr einen Zeitblock, wo ihr stricken und häkeln könnt. Zeitgleich dazu gibt die Kiste euch aber auch die Chance, mit etwas Karaoke abzufeiern. Am kommenden Morgen gibt es von 08:15 – 09:30 Uhr dann noch etwas Yoga im Innenhof, um gut in den Tag starten zu können.
Das war nun natürlich nur ein kleiner Einblick in das, was euch bei der 24-Stunden-Vorlesung erwartet. Werft gerne nochmal einen Blick auf das komplette Programm. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass die Vorträge allesamt auch auf Moodle im Livestream verfolgt werden können, sodass ihr diese auch von Zuhause genießen könnt.
Was? 24-Stunden-Vorlesung der Universität Greifswald
Wann? 07. Juni, 15 Uhr – 08. Juni, 14:30 Uhr
Wo? Rubenowstraße 1, Altes Audimax
Beitragsbild: AStA der Universität Greifswald
von Laura Schirrmeister | 18.09.2023
Ein Kribbeln im Bauch, ein unverhoffter Glücksmoment, ein wohlig warmes Gefühl. Dafür braucht es nicht immer ein großes Ereignis, vielmehr liegen diese magischen Momente oft verdeckt unter einem Mantel der Gewohnheit und der Selbstverständlichkeit. „Eine Liebeserklärung“ ist unsere Kolumne, in der es darum gehen soll, die vermeintlich einfachsten Dinge dieser Welt wertzuschätzen. Mit ihr bauen wir euch eine zynismusfreie Nische, in die sich hineingekuschelt werden kann, wenn der Alltag einem mal wieder die Daunendecke der guten Laune zu klauen versucht. In diesem Beitrag soll es um die Liebe zu Sonntagsfrühstücken gehen.
Sonntag. Für weniger gläubige Menschen der letzte Tag der Woche. Für gläubige Menschen der erste Tag der Woche. Für die meisten Menschen der Tag der Woche, an dem man vor verschlossener Supermarkttür steht. Der Großteil der arbeitenden Bevölkerung hat (im Normalfall) frei. Damit ist der Sonntag der Tag, an dem das Leben ein wenig herunterfährt. Der Tag, den man ein wenig mehr zelebrieren kann, zum Beispiel mit Ausschlafen und einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück.
Das Besondere
Andere Wochentage bringen mehr Verpflichtungen mit sich. Am Sonntag ist man nicht gezwungen, irgendetwas zu machen. Dieser Drang, produktiv sein zu müssen, fehlt. Es ist einfach vollkommen legitim, sich an einem Sonntag mit einem Buch in der Hand an den Strand, aufs Sofa oder in eine Hängematte zu legen. Niemand schaut dich komisch an, wenn du sagst, dass du einfach NICHTS getan hast. Was soll man auch tun, wenn alles geschlossen hat?
Durch die gesetzliche Entschleunigung ist man schlichtweg gezwungen, selbst zu entschleunigen. Zumindest für ein paar Stunden. Von daher: einfach mal tiefenentspannt und langsam in den Tag starten.
Frühstück
Das Frühstück ist durchaus essentiell für einen guten Start in den Tag. Deswegen ist es sicher auch ein furchtbares Zeichen, dass ich meist ohne Frühstück aus dem Haus gehe. Ich habe schon oft versucht, mir das morgendliche Essen anzugewöhnen. Doch bereits während meiner Schulzeit habe ich das Frühstück geskippt. Ich bin morgens halb acht einfach nicht hungrig. Der Hunger kommt dann. Aber eben erst gegen neun oder halb zehn.
Wenn ich ausschlafen kann, stehe ich entsprechend schon leicht hungrig auf. Jackpot! Und dann ist doch so ein ausgedehntes Frühstück mit Eiern und gebratenem Bacon etwas Wunderbares. Der Geruch von frischen Brötchen. Das Knacken der Eierschale beim Aufschlagen. Das erhitzte Öl in der Pfanne. Brötchen, die noch warm sind, wenn man sie in die Hand nimmt. Alles ist so frisch und warm, und wenn man daran denkt, die Butter aus dem Kühlschrank zu nehmen, ist auch diese streichzart.
Alles auf den Tisch
Das Schönste ist, dass es keine Regeln gibt, was auf den Tisch kann. So ein Sonntagsfrühstück kann einfach alles beinhalten. Bei einem klassischen Sonntagsfrühstück denkt man vermutlich an Brötchen, Käse- und Wurstaufschnitt, Aufstriche, Eier und Orangensaft. Doch wie wäre es mit Pancakes? French Toast? Joghurt und Obst? Croissants? Porridge? Ja, auch Bratwürste funktionieren. Der Fanstasie sind keine Grenzen gesetzt. Die einzige Grenze stellt der eigene Magen dar und der Kopf. Die beiden müssen entscheiden, was letzten Endes in der Futterluke landet und wie viel der Körper verkraften kann.
Das perfekte Sonntagsfrühstück
Mein perfektes Sonntagsfrühstück besteht aus frischen Brötchen UND French Toast – so kann man zwei Scheiben Toast und ein Brötchen essen und hat am Ende The Best Of Both Worlds auf dem Tisch und im Magen. Pochierte Eier, die man sich dann auf das Brötchen legen kann und noch ein flüssiges Eigelb haben. Mit Butter natürlich. Frisches Obst, Gurke, ein paar Snack-Tomaties, ein wenig Joghurt, Avocado. Dazu dann noch ein guter Saft und vor allem: guter Kaffee. Diesen Sommer habe ich mir immer zum Sonntag einen leckeren Espresso mit meinem Bialetti gekocht. Auch das entschleunigt. Man wirft nicht einfach das Pulver in die Filtermaschine, sondern muss erstmal die Bohnen mahlen, das Pulver vorsichtig in das Bialetti füllen und dann warten, bis der Espresso auf dem Herd gekocht wurde. Man trinkt seinen Kaffee einfach anders.
Im Sommer darf dieses Frühstück viel zu gern auf dem Balkon, der Terrasse, irgendwo im Freien stattfinden. Im Winter logischerweise drinnen, am Küchentisch mit Kerzenduft und ganz wichtig: in gemütlichen Klamotten. Ich genieße es dabei immer, langsam essen zu können – kein Stress, keine Termine – nur das leckere Essen vor meiner Nase, von dem ich mir wieder viel zu viel auf den Teller gepackt habe. Gut, dass man sich nach einem ausgedehnten Sonntagsfrühstück auf das Sofa fallen lassen und verdauen kann.
Beitragsbild: David B Townsend auf Unsplash
von Kirstin Seitz | 03.07.2023
2021/2022 nahmen die Menschen in Deutschland laut Statista im Jahr 34,8 Kilogramm Zucker zu sich, was einem täglichen Verzehr von ca. 95 Gramm entspricht. Die WHO empfiehlt jedoch, nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag zu verzehren. Sie raten sogar eher, den Zuckerkonsum auf 25 Gramm pro Tag zu reduzieren, was etwa 6 Teelöffeln entspricht. Zu viel Zucker kann langfristig verschiedene gesundheitliche Probleme nach sich ziehen, wie Diabetes Typ 2, Schädigung der Leber etc. Ein großes Problem: Es gibt in vielen Lebensmitteln versteckten Zucker! In einer Tiefkühlpizza stecken beispielsweise ca. 4,5 Würfel Zucker, in einem 100g Fruchtjoghurt 4,4 Würfel Zucker. Das ist ganz schön viel, finde ich! Deshalb dachte ich mir, ich starte ein Experiment, bei welchem ich eine Woche komplett auf industriellen Zucker verzichte (nicht jedoch auf frisches Obst).
Eine Woche ohne industriellen Zucker. Ich dachte zuerst, dass das ja nicht so schwer sein könnte, da ich mich eigentlich schon relativ gesund ernähre – würde ich zumindest behaupten. Zugegebenermaßen habe ich dieses Experiment schon einmal starten wollen. Als ich mich dann aber damit auseinandergesetzt habe, wo überall Zucker versteckt ist und damit, dass ich deshalb einige meiner normalen Rezepte nicht kochen könnte, war ich entmutigt und habe das Experiment erst einmal verschoben. Aber jetzt gibt es keine Ausreden mehr, diese Woche wird es in Angriff genommen!
Tag 0 – Vorbereitungen
Bevor es überhaupt los ging, habe ich mich in meiner Küche auf Spurensuche nach verstecktem Zucker gemacht. Leider musste ich nicht lange suchen, bis ich etwas gefunden hatte. Nein, ich rede nicht von Schokolade oder anderen Süßigkeiten, welche ich nur ab und zu esse. Ich meine Konservendosen. Das wissen vielleicht schon einige von euch, dass in Dosen Industriezucker zu finden ist. Mir war es auch bewusst, aber hin und wieder habe ich zum Kochen trotzdem Mais, Kichererbsen, Erbsen oder Bohnen aus der Dose verwendet. Das wird für diese Woche verbannt aus meiner Küche, denn ich denke mir: Aus den Augen, aus dem Sinn! Vielleicht komme ich weniger in Versuchung, solche Lebensmittel zu mir zu nehmen, wenn ich sie gar nicht griffbereit habe. Wenn ich also jetzt etwas mit den besagten Lebensmitteln kochen möchte, muss ich die Hülsenfrüchte eben einige Stunden davor in Wasser einlegen, damit sie leichter bekömmlich sind. Das geht, aber es dauert eine gewisse Zeit und man muss schon eine Weile vor dem Kochen daran denken, sonst kann man sie nicht verwenden.
Sojasauce und Tomatenmark muss ich auch aus der Küche verbannen, genauso wie natürlich Tomaten in der Dose.
Bei manchen Lebensmitteln bin ich mir nicht sicher, ob natürlicher oder zugesetzter Zucker enthalten ist. Bei meiner Gemüsebrühe steht beispielsweise dabei „enthält von Natur aus Zucker“ – das finde ich bei den Tomatendosen nicht, also lasse ich sie diese Woche lieber weg. Auch bei meinem Erdnussmus ist Zucker enthalten, es steht aber bei der Zutatenliste nichts von industriellem Zucker, genauso wenig findet sich jedoch ein Hinweis, dass von Natur aus Zucker enthalten ist. Ich lasse das also auch sicherheitshalber weg.
Bei der Sojasoße hingegen steht bei der Zutatenliste der zugesetzte Zucker explizit mit drauf, die wird diese Woche also auf jeden Fall nicht verwendet.
Bei den Konservendosen mit Mais etc. steht zwar „natursüß, ohne Zuckerzusatz“, in den Sternchen darunter findet sich aber zu lesen: „bezogen auf das abgetropfte Produkt“. Da vertraue ich aber lieber nicht drauf, dass beim Abspülen mit Wasser auch wirklich jeglicher Zucker weggeht.
Nächster Punkt: Morgens esse ich meistens Porridge. In Mandel-, Hafer-, Soja oder den anderen Milchalternativen findet sich aber leider meistens Zucker auf der Inhaltsliste. Da ich keine Lust hatte, sämtliche Milchalternativen zu studieren, ob in diesen natürlicher Zucker enthalten war oder dieser zugesetzt wurde, entschied ich mich einfach, zuckerfreie Pflanzenmlich zu verwenden. Teilweise esse ich mein Porridge mit Banane und etwas Kakao. Leider steht auf der Verpackung des Kakaos auch Zucker drauf. Ich finde jedoch keine Hinweise, ob dieser zugesetzt ist oder von Natur aus enthalten ist, also lasse ich ihn auch lieber weg.
Nachdem ich meine Küche „entrümpelt“ hatte, machte ich mich auf die Suche nach geeigneten Rezepten für diese Woche. Beim Frühstück musste ich zum Glück nicht so viel anpassen, ich hatte in letzter Zeit eh schon darauf geachtet, zuckerfreie Pflanzenmilch zu kaufen und auf den Kakao konnte ich diese Woche auch verzichten. Manche meiner sonst üblichen Rezepte waren eher schwer umsetzbar. Nudeln mit Linsen, Karotten und gestückelten Tomaten aus der Dose koche ich eigentlich gerne. Das ging diese Woche nicht, es sei denn, ich würde die Dose mit Tomaten durch natürliche Tomaten ersetzen…vielleicht sollte ich das ausprobieren. Oder natürlich jegliche Gerichte mit Sojasauce oder Erdnussmus.
Tag 1 – Aller Anfang ist schwer
Das Frühstück aus zuckerfreier Mandelmilch, Blaubeeren, Zimt und Kardamom stellte keine Probleme dar, das esse ich so normal auch öfter. Auch das Mittagessen, bestehend aus Nudeln, Tomaten, Spinat, Rucola, Lauchzwiebeln und Sprossen schmeckte mir und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich auf etwas verzichten würde.
So weit, so gut. Nachmittags hatte ich dann ein Blockseminar und unser Dozent hat Snacks und Süßigkeiten für uns mitgebracht. Das war eine wirklich nette Geste, aber ich konnte davon ja nichts essen, obwohl mich alles vier Stunden lang angelacht hat. Ich blieb jedoch standhaft, auch wenn es nicht immer leicht war; vor allem, wenn andere zugriffen und ich ihnen beim Essen der Süßigkeiten zusehen musste. Das nächste kleine Problem offenbarte sich, als mich zwei Freundinnen fragten, ob ich am Montag mit ihnen essen gehen würde. Da ich jedoch nicht wusste, welche Zutaten in dem Restaurant verwendet werden, musste ich leider absagen und habe die beiden stattdessen zu mir nach Hause eingeladen, um zusammen ein Gericht zu kochen.
Mein Abendessen hat mir auch geschmeckt und ich hatte nicht das Gefühl, als würde etwas fehlen. Es gab Hirse mit Mango, Gurke, Minze und gerösteten Mandeln.
Tag 2 – Der Versuchung erfolgreich widerstanden
Mein Frühstück bestand an diesem Morgen aus Porridge mit Banane, Zimt und Kardamom, aber ohne Kakao. Heute war der zweite Teil des Blockseminars und wieder hatte der Dozent Süßigkeiten und Snacks für uns dabei…heute starrten sie mich noch länger an als gestern, aber ich konnte dennoch der Versuchung widerstehen. Ich versuchte einfach, über sie hinweg zu sehen, sie nicht zu beachten, jedoch war das nicht immer so einfach, wenn die Komiliton*innen sich etwas davon schnappten. Okay ich gestehe: Dadurch, dass ich wusste, ich darf es nicht essen, quälte mich der Anblick der Süßigkeiten mehr, als wenn ich dieses Experiment nicht durchgeführt hätte
Zu essen gab es heute die Reste von gestern. Bei meinen eigenen Kreationen habe ich bisher nicht das Gefühl, als würde ich etwas vermissen, aber es war ja auch erst der zweite Tag und ich war noch voll motiviert. Zudem war für den nächsten Tag kein Blockseminar angesetzt, ich konnte Süßigkeiten also gut aus dem Weg gehen.
Für morgen hatte ich auch schon Rezepte rausgesucht: Spinat und Pilz mit Polenta und abends sollte es einen Linsen-Eintopf geben.
Tag 3 – Aus den Augen, aus dem Sinn
Mein morgendliches Porridge gab es heute mit frischen Erdbeeren und Mango. Hat mir wieder sehr gut geschmeckt!
Da heute vor meinen Augen keine Süßigkeiten für mehrere Stunden platziert waren und ich die Rezepte schon herausgesucht hatte, hatte ich heute keine Probleme mit dem Zuckerverzicht. Der Spruch „Aus den Augen, aus dem Sinn“, passte somit bei mir.
Tag 4 – Kochen mit Freundinnen
Das Frühstück bestand an diesem Morgen zur Abwechslung nicht aus Haferflocken, sondern aus Milchreis mit Mandelmilch, Zimt und Blaubeeren. Mittags gab es dann Linsensuppe mit Salat.
Die zwei Freundinnen, die mit mir Essen gehen wollten, kamen stattdessen zum Abendessen zu mir und wir haben gemeinsam ein Spargel-Pilz-Risotto gekocht. Natürlich alles ganz ohne industriellen Zucker, dafür aber sehr lecker!
Zucker oder irgendeine Süßigkeit habe ich heute nicht vermisst. Ich hatte aber auch keine Süßigkeiten vor meiner Nase stehen. Mal sehen, wie es die nächsten Tage wird!
Tag 5 – Einkaufen und Rezeptsuche
Vom Milchreis habe ich extra mehr gekocht, weshalb es diesen auch heute morgen wieder mit Zimt, Kardamom, Blaubeeren und Erdbeeren gab. Heute musste ich mal wieder einkaufen gehen und mir neue Rezepte suchen. Die Rezeptsuche wurde langsam immer schwieriger, da in vielen meiner veganen/vegetarischen Rezepten Sojasoße, Erdnussbutter, Kokosmilch oder Tomatendosen verwendet werden und das einfach wegzulassen oder zu ersetzen, ist gar nicht so einfach. Ich hatte mich dafür entschieden, am nächsten Tag die vegane Linsen-Bolognese ohne die gestückelten Tomaten in der Dose zu probieren und stattdessen echte Tomaten weich zu kochen.
Neben meinem Porridge mit Beeren gab es heute die Reste vom Spargel-Pilz-Risotto und vom Linseneintopf.
Tag 6 – Linsen-Bolognese geht auch ohne Tomaten aus der Konservendose!
Mein Frühstück bestand heute aus Porridge mit einer Banane, Kardamom und Zimt, es war wieder sehr gut!
Ich muss sagen, dass ich mittlerweile den Zucker gar nicht mehr vermisse und ich habe auch kein Verlangen danach. Außerdem habe ich mich daran gewöhnt, bei Rezepten genau hinzuschauen, ob in einer Zutat versteckter Zucker enthalten sein könnte. Ich habe auch gemerkt, dass ich Dosen gar nicht brauche, denn mein Versuch, die vegane Linsen-Bolognese mit weichgekochten Tomaten zu kochen, war ein voller Erfolg! Sie schmeckte mir so sogar fast noch besser als mit den Tomaten aus der Dose, auch wenn es etwas mehr Arbeit war. Abends gab es eine Süßkartoffel-Suppe mit zuckerfreier Hafermilch.
Tag 7 – Experiment erfolgreich geschafft
Juhu, der letzte Tag des Experiments war gekommen! Es gab natürlich wieder Porridge, aber heute mit einer Birne. Mittags gab es die Reste der veganen Linsen-Bolognese und abends die Reste der Suppe.
Die Zeit ging dann doch schneller vorbei, als ich anfangs dachte. Als ich zu Beginn nach Rezepten gesucht und meine Küche auseinander genommen habe, kam mir das Experiment sehr kompliziert vor. Mit einer guten Vorbereitung und Durchhaltevermögen ging die Zeit dann doch relativ schnell vorbei. Aber ich freue mich jetzt auch darauf, wieder essen gehen zu können oder mal ein Eis etc. zu essen.
Fazit
Was mich wirklich schockiert hat, war, in wie vielen Lebensmitteln Zucker zu finden ist und dass es durchaus schwierig ist, ihn immer zu umgehen und, dass man sich auch einschränken muss. Essengehen ist beispielsweise schwierig, da man keine Kontrolle darüber hat, ob sich irgendwo im Essen Zucker versteckt hat.
Ich esse zwar nicht jeden Tag Süßes und koche auch nicht jeden Tag etwas mit Konservendosen o.ä., aber wenn man sich für eine Woche den Verzicht auferlegt, werden solche Dinge gefühlt doch schmackhafter. Es stimmt also schon, dass man durch Verbote noch mehr Verlangen nach den genau diesen Dingen hat, das habe ich bei dem Blockseminar-Wochenende selbst erlebt.
Ich habe jedoch in dieser Woche gelernt, dass man sehr wohl ohne Konservendosen auskommt und ich habe noch einmal mehr auf meine Ernährung geachtet. Komplett ohne Industriezucker auszukommen, geht also schon, aber es ist etwas mühselig, da man bis auf Gemüse und Obst jedes Produkt umdrehen und studieren muss. Außerdem darf man auch nicht essen gehen, weil man nie weiß , was sich in den Zutaten versteckt.
Wo es geht, werde ich in Zukunft darauf achten, die natürlichen Lebensmittel zu verwenden, auch wenn es vielleicht mehr Arbeit macht, aber für den Körper ist es auf jeden Fall besser! Man ist schließlich, was man isst. Ich werde aber trotzdem ab und zu mit Freund*innen essen gehen und auch ab und an Kichererbsen aus der Dose essen oder Tomatenmark verwenden.
Deshalb: den Zuckerkonsum einschränken: JA! Aber nie mehr Essen gehen oder Süßes essen? NEIN!
Beitragsbild: Kirstin Seitz
von Kirstin Seitz | 24.05.2023
Noch vor dem Frühstück Sport zu machen, mag sich für manche gut, für andere furchtbar anhören. Ich habe tatsächlich schon öfter versucht vor dem Frühstück Joggen zu gehen oder anderen Sport zu treiben, aber das ist mir bisher nie gut bekommen. Ich war anschließend den ganzen Tag lang total erschöpft und müde. Also habe ich die letzten Jahre vor dem Frühstück keinen Sport mehr getrieben. Aber ich dachte es ist mal wieder Zeit für eine Herausforderung!
Warum nicht mit einer sanfteren Art von Sport in den Morgen starten? Da ich in letzter Zeit tagsüber ab und zu Pilates Workouts in meinen Alltag integriert hatte, fiel meine Wahl auf diese Sportart. Das Neue war nun Pilates noch vor dem Frühstück zu absolvieren und zu beobachten, welche Auswirkungen zu spüren seien würden. Ich war jedoch erstmal skeptisch, ob mir Pilates besser tun würde oder ob ich danach auch eher müde als energiegeladen sein würde. Dennoch habe ich mich an das Experiment getraut.
Tag 1
Zugegebenermaßen: Am ersten Tag war ich so mittelmäßig motiviert. Vor dem Frühstück in Sportkleidung zu steigen, fand ich erst mal nicht so toll. Außerdem hatte ich, wie oben schon angesprochen, auch meine Bedenken, ob mir das überhaupt gut tun würde. Deshalb habe ich erstmal wirklich nur ein ganz kurzes Workout-Video von 10 Minuten, welches extra für den Morgen gedacht ist, für meine Pilates-Reise ausgewählt.
Die Zeit während des Workouts ging schnell vorbei und es war auch nicht super anstrengend, aber die Muskeln und Gelenke wurden bewegt. Anschließend hatte ich richtig Lust auf mein Frühstück und habe mich auch erholt und fit gefühlt. Die Frage war, ob dieses Gefühl den Tag über aber anhalten würde.
Die Stunden vergingen und was soll ich sagen? Meine befürchtete Müdigkeit und Erschöpfung blieben aus! Ganz im Gegenteil! Ich fühlte mich den ganzen Tag über angenehm erholt und gut. Mal sehen, wie es am nächsten Tag aussehen wird.
Tag 2
Da ich mich langsam steigern wollte, habe ich mich heute an ein 15 minütiges Workout-Video gewagt, welches ebenfalls für den Morgen konzipiert war. Auch das hat mir wieder sehr gut gefallen, war kurzweilig und ich habe mich danach super gefühlt! Mein Frühstück hat auch heute gefühlt noch besser geschmeckt als sonst. Auch den Tag über blieb die Müdigkeit erneut aus. Das lässt mich hoffen, dass Pilates für mich am Morgen die bessere Wahl im Vergleich zu Ausdauersport ist!
Tag 3
Wieder aufstehen, etwas trinken und rauf auf die Matte. Ich war voller Erwartungen, dass Pilates auch heute wieder positive Auswirkungen auf mich haben würde. Auch heute blieb ich auf dem gleichen Kanal und habe wieder ein Pilates-Video absolviert, welches extra für den Morgen gedacht war. Meine Erwartungen wurden komplett erfüllt! Ich habe mich erneut den ganzen Tag total erholt, aber gleichzeitig auch irgendwie energiegeladener gefühlt und konnte mich auf die Uni Sachen, die ich zu erledigen hatte, besser konzentrieren. Am Abend freute ich mich schon auf mein Pilates Workout am nächsten Morgen, da ich so langsam merkte wie gut mir die leichte Bewegung am Morgen tat und das gute Gefühl danach den ganzen Tag über anhielt!
Tag 4
Letzte Nacht habe ich weder besonders gut und noch besonders viel geschlafen. Trotzdem absolvierte ich wieder ein Pilates Workout-Video, aber ich erhoffte mir heute nicht die gleichen Ergebnisse, wie die Tage zuvor. Nach der Pilates-Einheit habe ich mich zwar erholt gefühlt, aber der Sport ist natürlich auch keine Wunderpille gegen Müdigkeit.
Am heutigen Abend habe ich mir gleich ein Video-Workout für den nächsten Morgen herausgesucht, damit ich morgens direkt starten kann und nicht noch Zeit für die Suche verschwende. Von dem Kanal, von dem ich bisher die morgentlichen Pilates Workout-Videos absolviert hatte, habe ich jetzt schon alle Pilates Videos durch, die extra für den Morgen konzipiert waren. Ich werde morgen deshalb mal ein „normales“ Workout probieren.
Tag 5
Das Video, welches ich mir am Vorabend herausgesucht hatte, ist 15 Minuten lang und auch wenn es nicht extra für den Morgen ausgerichtet war, so war es für mich genauso gut wie die Video-Workouts zuvor. Auch heute habe ich die gleichen Effekte wie an den Tagen zuvor gespürt, wie zum Beispiel, dass ich Energie für den ganzen Tag hatte und mich gleichzeitig entspannt fühlte.
Tag 6
The same procedure as last day – so langsam ist es fast schon eine Routine geworden – ich habe es schon abgespeichert, dass ich nach dem Aufstehen und noch vor dem Frühstück Pilates mache. Mittlerweile habe ich definitiv festgestellt, dass es sich für mich gut anfühlt und ich nicht mehr darauf verzichten möchte!
Tag 7
Heute morgen musste ich gar nicht mehr drüber nachdenken, was ich nach dem Aufstehen mache: rauf auf meine Matte! Zwar dauert es laut unterschiedlichen Studien 42 oder sogar 66 Tage bis man eine Gewohnheit etabliert hat, jedoch wurde es bei mir schon fast nach einer Woche zu einer Gewohnheit, welche ich auf jeden Fall weiter fortführen werde.
Fazit
Ich bin froh, dass ich dieses Experiment gewagt habe! Ich kann gar nicht glauben, wie viel Unterschied schon alleine 10 Minuten Workout am Morgen machen. Interessant war für mich, dass sich mein Körper nicht nur besser angefühlt hat, sondern ich mich auch mental besser auf die zu erledigenden Uni Aufgaben fokussieren konnte. Ich war viel konzentrierter. Pilates finde ich gerade für den Morgen deshalb so ideal, da der Körper optimal auf den Tag vorbereitet wird. Ich finde, dass gerade die Kombination aus etwas anstrengenderen Einheiten und Dehnübungen der optimale Mix für den Morgen sind. Ich denke, der Unterschied zu Ausdauersport liegt für mich darin, dass die Pilates Video-Workouts, die ich absolviert habe, nicht auf Ausdauer und hohen Kalorienverbrauch ausgelegt sind, sondern darauf den Körper zu lockern und entspannt in den Tag zu starten. Meinem Körper bekommt das so besser, deshalb werde ich auch in Zukunft Ausdauersport erst nach dem Frühstück machen.
Diese Morgenroutine mit Pilates möchte ich aber auf jeden Fall auch nach den 7 Tagen beibehalten, da ich gemerkt habe, welche positiven Auswirkungen sie auf mein Wohlbefinden über den ganzen Tag hat. Vielleicht ist mittlerweile auch der Placebo-Effekt eingetreten und ich rede mir die guten Effekte nur ein. Aber selbst dann: Bewegung und Dehnung am Morgen schadet auf keinen Fall!
Natürlich ist jeder Mensch anders. Nur weil mir Pilates am Morgen gut tut, heißt das nicht, dass es jeder und jedem auch so geht oder das Ausdauersport am Morgen für alle Personen zu Müdigkeit führt. Ich möchte euch eher dafür motivieren, auf euren Körper zu hören und euch dafür zu sensibilisieren, was euch gut tut und verschiedene Sportarten auszuprobieren bis ihr etwas gefunden habt womit ihr euch wohl fühlt.
Falls jemand die Pilates Workout-Videos probieren möchte, welche ich absolviert habe: Sie sind auf YouTube auf dem Kanal von Tasty Katy zu finden. Sie hat außerdem auch Yoga- und Meditationsvideos erstellt, welche ich auch empfehlen kann.
Beitragsbild: lograstudio auf Pixaby
von David Vössing | 10.11.2010
„Den Welthandel beim Frühstück erklärt“, unter diesem Motto sah man am vergangenen Sonntagmorgen, wie ungerecht der Welthandel Gewinne verteilen kann. Während jemand sein Kapital vervielfacht hatte, wurden einige andere in dem Planspiel zur freien Marktwirtschaft ziemlich benachteiligt.
Teller, Tassen, Brötchen, Besteck, Wurst, Tee, Kaffee, Butter, Marmelade oder Möhren waren die Handelsgegenstände. Jeder der 17 Teilnehmer bekam ein Startkapital von mehreren Bohnen, der Währung des Spiels. Ferner gab es eine Behörde, die Regeln festlegte und Steuern erhob. Mehrere Spediteure sorgten für die Transporte, denn die verschiedenen Händler durften sich nicht gegenseitig die Sachen zuschieben. Ziel des Spiel war es, satt zu werden. Der Handel untereinander sollte dazu dienen, zum Beispiel hatte jemand Brötchen, der dann sich die anderen Sachen wie Teller, Butter und Aufstrich von den anderen besorgen musste. Am Ende wurden alle satt, jedoch nicht wie gewünscht. So konnten sich nicht alle Butter und Früchte leisten.

Durch Handel musste man sein Frühstück zusammenbekommen.
Gewinner und Verlierer beim Welthandel
Mehrmals vervielfacht ihr Kapital hat Transportunternehmerin Caro, die sich am Ende zur Ruhe setzte und nichts mehr machte. Sie nutzte auch ihren Informationsvorsprung von mehreren Händlern und verkaufte ihre transportierten Waren teurer. Ganz anders sah es für den Möhrenhändler Thomas aus, dessen Waren sich zum Ladenhüter entwickelte. Auch seine Nuss-Nougat-Creme wollte so gut wie keiner. Der Tellerhändler versuchte einen höheren Preis durchzusetzen, scheiterte damit jedoch. Es entwickelten sich auch ein Naturalienhandel und Schwarzmärkte. Der Brötchenhändler Andy machte ebenfalls große Gewinne und gab sie dann seinen Mitspielern teilweise ab. Die Behörde verschaffte sich mit verschiedenen Steuern Einnahmen, verteilte aber auch Subventionen für Tee und Karotten.
„Bei einigen Händlern ging es ums lebensnotwendige“

Nach dem Frühstück wurden die einzelnen Erfahrungen diskutiert.
„Bei einigen ging es ums Lebensnotwendige“, fasste Thomas seine Erfahrungen zusammen, die anschließend in großer Runde diskutiert wurden. „Wie im richtigen Leben auch“, war von vielen zu hören. Es gab „keine Zeit für Ethik und Moral“, so wurde der freie Welthandel kritisiert. Insgesamt brachte dieser Gewinner und Verlierer zutage. Die unterschiedlichen Informationsvorsprünge wurden mit bildungsfernen Schichten verglichen. Wer wenig wisse, profitiere auch kaum, sondern eher die Leute mit mehr Wissen sind im Vorteil. Diese Aktion fand im Rahmen der Entwicklungspolitischen Tage statt.
Fotos: David Vössing