von Lilli Lipka | 13.02.2023
Es gibt kaum etwas, was uns die Software „ChatGPT“ nicht schreiben, keine Antwort, die sie nicht beantworten kann. Die Verlockung für Studierende ist riesig, die Hürde niedrig. Wenige Klicks sind nötig und der Bot spuckt ganze Hausarbeiten aus. Wie die Universität Greifswald auf diese technische Entwicklung reagiert, hat uns Prorektor für Digitales Prof. Dr. Ralf Schneider erzählt.
„Mit der rasanten Entwicklung der künstlichen Intelligenz hat ‚ChatGPT‘ eine Revolution in der Welt des Lernens und Lehrens ausgelöst, indem es die Universitäten und Lehrenden vor Herausforderungen stellt, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht vorstellen konnten – aber auch ungeahnte Möglichkeiten eröffnet.“ – Dieser „spannende und fesselnde“ Einleitungssatz stammt nicht etwa aus der Feder der moritz.medien-Redaktion, sondern ist das Ergebnis einer künstlichen Intelligenz.
Seit November letzten Jahres erregt die Software „ChatGPT“ des US-amerikanischen Unternehmens „Open AI“ international Aufmerksamkeit. Durch maschinelles Lernen kann der Chatbot fast jeder Frage eine umfassende, vertextlichte Antwort liefern.
ChatGPT ist ein maschinelles Lernmodell […]. Es wurde mit einer enormen Menge an Textdaten trainiert, um Antworten auf Fragen zu generieren. Die Daten stammen aus einer Vielzahl von Quellen im Internet, wie z. B. Nachrichtenartikeln, Büchern, sozialen Medien und anderen öffentlich zugänglichen Texten.
ChatGPT auf die Frage: Wie funktioniert ChatGPT und woher stammen die Daten?
So denkt sich die Software neue Rezepte und eigene Gedichte aus, kann Alltagsprobleme klären und via Chat Antworten zu komplizierten Fragen liefern. Selbst die genauen Formulierungen kann der*die Nutzer*in fordern. Der Prompt für den einleitenden Satz dieses Artikels lautete etwa: Schreibe mir einen spannenden und fesselnden Einleitungssatz für einen Artikel über die Auswirkungen von ChatGPT für Universitäten und Lehre.
Für viele Studierende ist der Chatbot ein Triumph. Die KI generiert wohlformulierte Einleitungen und Fazits für Hausarbeiten, beantwortet inhaltliche Fragen, fasst komplexe Themen zusammen und verfasst ganze Essays. Verführerisches Mittel der Wahl, um anstrengende Aufgaben abzukürzen und eine Entlastung in jeder Pauk- und Prüfungsphase. Wie reagiert die Uni auf diese Entwicklung?
Hilfsmittel für Studierende
Ende Januar veröffentlichte die Universität auf der Website der digitalen Lehre einen Text zur Thematik – selbstverständlich formuliert vom Bot selbst. Dort heißt es unter anderem: „In Bezug auf die Hochschullehre kann die Verwendung von ‚ChatGPT‘ beispielsweise dazu beitragen, die Effizienz des Lernens zu erhöhen […]. Es kann auch dazu beitragen, die Zugänglichkeit von Bildungsinhalten zu erhöhen, indem es automatisch Untertitel oder Übersetzungen erstellt.“
Wir haben mit Prof. Dr. Ralf Schneider gesprochen, Prorektor für Forschung, Digitalisierung und Transfer. Er findet, dass man Werkzeuge nutzen sollte, die zur Verfügung stehen. So auch die künstlichen Intelligenzen. Gerade, wenn passives Wissen oder formale Inhalte abgefragt werden, könne das Tool sehr hilfreich sein. Es sei außerdem praktisch, um Anregungen und Inspiration zu sammeln oder um an Informationen zu kommen.
„Künstliche Intelligenzen sind grundsätzlich eine gute Möglichkeit, präparierte und strukturierte Informationen zu bekommen. Eine Zusatzhilfe, die uns stupide Arbeit abnimmt. Sie helfen, Fehler zu vermeiden, aber man muss immer noch verstehen, was man tut. Es ist die eigene Arbeit nötig, um etwas Vernünftiges draus zu machen.“
Prof. Dr. Ralf Schneider, Prorektor für Forschung, Digitalisierung und Transfer
Gefährdung der Kreativität
Die künstliche Intelligenz löst auch Bedenken aus. Gerade in Bereichen, wo verstärkt mit Texten und Hausarbeiten gearbeitet wird, könnte die Arbeit mit der Software ein Problem sein. Studierende könnten überwiegende Teile ihrer Arbeiten mit dem Bot schreiben und der Eigenanteil sinken. Der Professor für Computational Science sieht das jedoch gelassen: „Je präziser und genauer man in die Tiefe geht, desto weniger leistungsfähig wird das Tool. Insofern ist es auch nur bedingt hilfreich.“ Es gäbe bereits schon lange Programme wie Google. „ChatGPT“ sei nur eine noch intelligentere Ebene.
Wie jeder Mensch habe auch die Software einen eigenen und Stil und so sei es gar nicht so schwer, den eintönigen Sprachgebrauch des Tools zu erkennen. Schmunzelnd stellt der Prorektor fest: „Man kann auch ‚ChatGPT‘ selbst bzw. ‚GPTZero‘ nehmen, um Plagiate zu erkennen. Das ist eine interessante Entwicklung: Die KIs schreiben die Prüfungen, und die anderen KIs entdecken die Fehler und bewerten die Prüfungen.“
Ein viel größeres Problem sieht er woanders: Künstliche Intelligenzen nehmen den Studierenden nicht nur das Denken ab. Studierende könnten sich zu sehr auf Softwares wie „ChatGPT“ verlassen und darunter würde vor allem die Kreativität leiden. Diese Gefahr bestünde durch den technischen Fortschritt schon länger und nun sei es Aufgabe der Hochschulen, darauf zu reagieren.
Keine Angst vorm Wandel
Studierenden beibringen, wie sie „ChatGPT“ angemessen und richtig einsetzen können – dies sieht Schneider als Hauptaufgabe für die Universität. Dafür müssen Dozierende auch hier in Greifswald Konzepte entwickeln, die an die verschiedenen Ansprüche der einzelnen Fachdisziplinen angepasst werden. Außerdem sei es essentiell, Studierende auf ihre Eigenverantwortung hinzuweisen. Aktives und kreatives Denken müsse gefördert werden. Studierenden müsse klargemacht werden, dass sie sich um die Chance bringen könnten, selbst kreativ zu werden und ihre Ausbildung nicht richtig zu durchlaufen.
Der Prorektor erwartet auch einen Traditionswandel in den Prüfungsformaten. Wird „ChatGPT“ Bestandteil von schriftlichen Arbeiten, muss auch der Entstehungsprozess mit in die Arbeit aufgenommen werden. „Die Prozessführung wird dann genauso wichtig wie das Ergebnis“, prognostiziert er. Zudem nimmt Schneider an, dass mehr Prüfungen mündlich und präsent durchgeführt werden, sofern das logistisch umsetzbar ist. Er erwartet auch, dass zukünftig möglicherweise ein stärkerer Fokus auf komplexe Inhalte in Arbeiten gelegt werden könnte. Die KI versage immer dann, wenn sie komplexere Zusammenhänge und Strukturen erklären muss.
„Wir als Hochschule müssen uns der Realität und unserer Aufgabe stellen, dass wir Ausbildung auch mit diesen modernen Werkzeugen leisten müssen und deren Konsequenz in die Lehre einbauen“, erklärt der Prorektor. Es sei wichtig, keine Angst vorm Wandel zu haben, denn der komme trotzdem.
Beitragsbild: Jonathan Kemper auf Unsplash
von Laura Schirrmeister | 23.10.2021
Die Universität Greifswald hat seit diesem Wintersemester Zoom-Lizenzen, um nun auch Lehrveranstaltung mit Hilfe dieses Tools abzuhalten. Doch es gibt immer wieder Kritik am Unternehmen. Wir zoomen einmal auf Datenschutz und Sicherheitsaspekte.
Datenschutz ist wichtig. In einer digitalen Zeit, welche zusätzlich noch von einer Pandemie geprägt wird, in der Digitalisierung den Schlüssel darstellt, kann man dies nicht oft genug sagen. Datenschutz ist aber auch ein sehr großes Thema, bei dem man schnell den Überblick verliert. Die Problematik um soziale Medien, Cloud-Dienste und eben auch Videokonferenz-Tools ist die folgende: Die Firmen sind größtenteils in den USA (oder anderen Drittländern außerhalb der EU) angesiedelt, inklusive ihrer Server, was bedeutet, dass die dortigen Datenschutzrichtlinien gelten. Häufig handelt es sich dabei um Firmen, die im Cloud-Bereich oder der Telekommunikation unterwegs sind: Microsoft, Google, Facebook und auch Zoom. Diese Unternehmen und Dienste sind vor allem deswegen interessant, weil Geheimdienste aber auch Facebook und andere Unternehmen mit Hilfe dieser Firmen sehr leicht an äußerst private Daten für Werbezwecke und Profiling kommen können.
Von 2016 bis 2020 galt das sogenannte Privacy-Shield-Abkommen. Ein Abkommen zwischen der EU und den USA, das die Weitergabe von personenbezogenen Daten von Menschen der Mitgliedsstaaten der EU regelte. Problematisch war hierbei jedoch, dass die Datenschutzrichtlinien der USA als ausreichend für die EU festgehalten wurden, was sie jedoch gar nicht sind. Für US-Firmen heißt das konkret, dass kaum Datenschutzrichtlinien gelten, während die Bundesrepublik Deutschland dagegen sehr harte Datenschutzrichtlinien hat – auch durch die im Jahr 2018 europaweit in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Kurz: Trotz Privacy-Shield-Abkommen waren europäische Daten kaum geschützt. 2020 wurde dieses Abkommen vom Europäischen Gerichtshof außer Kraft gesetzt, aufgrund einer Klage des Datenschützers Max Schrems. Zuvor wurde bereits das Safe-Harbor-Abkommen durch den EuGH gekippt. Datenschutzrichtlinien wurden anschließend durch sogenannte Standarddatenschutzklauseln (SCCs) festgelegt, wobei darauf geachtet werden muss, ob der Datenschutz des „Operationslandes“ eingehalten wird.
Stellt eine Person freiwillig ihre Daten zur Verfügung, beispielsweise durch die Nutzung von Google Drive, so dürfen diese Daten durchaus genutzt werden, weil beispielsweise die Server, auf denen diese Daten liegen, in den USA stehen. Die Firmen dürfen die Daten lediglich nicht von einem Land in das nächste übertragen, ohne dass die Nutzer*innen davon wissen. Bleibt jedoch die Frage, wie so etwas kontrolliert wird. In der nicht allzu weit entfernten Vergangenheit, halfen vor allem Whistleblower*innen, einen Blick auf diese Geschehnisse zu werfen.
Open Source vs. Kapitalismus vs. Datenschutz
Auch Zoom ist eine amerikanische Firma. Nutze ich Zoom, stimme ich auch den US-Nutzungsbedingungen zu, die eben eine Nutzung der Daten durch Geheimdienste ermöglichen. Doch nicht nur das: Zoom besitzt eigene Server, welche nur mit einem zahlungspflichtigen Konto ausgewählt werden können. Nutzer*innen mit Basic-Account können so nicht entscheiden, in welchem Land der Server steht, der ihr Meeting hostet. Mit den kostenpflichtigen Accounts ist immerhin schon einmal das Hosten regulierbar. So mussten sich zum Beispiel deutsche Universitäten um europäische Server bemühen, um Zoom nutzen zu können. Doch selbst, wenn die Server in Deutschland stehen: Zoom Video Communications Inc. ist eine US-Firma, und die Server gehören nicht dem universitären Rechenzentrum an.
Zum Vergleich: Jitsi lässt sich auf eigene Netzwerke installieren und dadurch selbst hosten, genauso wie BigBlueButton – was die Uni auch macht. Damit ist sichergestellt, dass die empfangenen Daten, wenn sie schon irgendwohin übermittelt werden, auf einem universitätseigenen Server landen. Darüber hinaus handelt es sich bei Jitsi und bei BigBlueButton um linuxbasierte Open Source Software, was als besonders sicher gilt, vor allem, weil keine an Umsatz orientierten Firmen dahinterstehen. Jitsi ist äußerst datensparend und einfach in der Bedienung. BigBlueButton ist vor allem für den Bildungssektor sehr praktisch mit den vielen Funktionen, die wir in den letzten Semestern kennenlernen durften.
Bei Zoom ist das logischerweise nicht der Fall. Bevor man nun freudig Zoom nutzt, sollte man sich eventuell einmal die Seite des Rechenzentrums ansehen: Bei allen Clients wird zu Beginn die Funktionsweise erklärt, bei Zoom folgt anschließend jedoch eine lange Passage zum Datenschutz. Deutsche Universitäten haben sich in den letzten Monaten für ein Custom Data Processing Agreement eingesetzt und dieses abgeschlossen, doch eins bleibt: Zoom ist vor allem an einer Sache interessiert ist: Gewinn. Was wir bereits von solchen Firmen, aber auch speziell von Zoom, wissen: Datenschutz ist zweitrangig. Sicherheitslücken werden akzeptiert, weggelächelt und im besten Fall sogar verkauft.
Kritik von Datenschützer*innen … und Elon Musk
Auch bei Zoom war und ist das Alltag. Während der Pandemie kamen vermehrt Aufrufe zur Verbesserung der Datensicherheit und dem Schließen von Sicherheitslücken. Datenschutzbeauftragte rieten von der Nutzung der Software ab, da diese nicht DSGVO-konform sei. So kam es wohl vor, dass nicht nur die Metadaten von Nutzer*innen der Software im Darknet landeten, sondern auch die Gesprächsinhalte über einen langen Zeitraum von Dritten mitgehört wurden. Nicht einmal Elon Musk und das Federal Bureau of Investigation (FBI) trauen dem Dienst Zoom und haben die Nutzung unterbunden. Auch der MacOS bzw. iOS-Client der Firma soll enorme Sicherheitslücken aufweisen, die eine Datenweitergabe an Facebook beinhaltete, aber auch angezapfte Webcams und lokale Webserver, die installiert wurden ohne das Einverständnis oder Wissen des*der Nutzer*innen.
Zurück zur Website des Rechenzentrums: Hier finden sich ein paar schöne Zitate aus den Datenschutzhinweisen, welche uns alle einen Denkanstoß geben sollten. Nicht nur steht dort ausführlich, dass es eine Firma mit Sitz in den USA ist, sondern auch, dass für die Zoom-Website die Firma Zoom zuständig ist – auch und vor allem für die Datenverarbeitung. Dann folgt ein Hinweis, dass man die App laden könnte. Hier sei noch einmal an die Sicherheitslücken der MacOS- und iOS-App erinnert. Möchte man die App nicht nutzen, kann man im Browser bleiben – Stichwort Datenverarbeitung – außerdem gibt es dort dann nur die Basisfunktionen.
Anschließend verarbeitet Zoom alles, was es zu greifen bekommt. Viele Menschen präferieren Zoom, da man hier die Sitzungen aufnehmen und weiterverwenden kann. Abgesehen davon, dass Aufnahmen von Sitzungen immer unangenehm für die teilnehmenden Personen sind, zumal Chat-, Video- und Tonverläufe aufgenommen werden (Stichwort Privatsphäre), würde die Aufnahme auch mit Änderung der Einstellungen durch den Admin in BigBlueButton funktionieren. Selbiges gilt auch für die maximale Nutzer*innen-Anzahl, die auch für BigBlueButton bis zu 300 Personen beträgt, wenn die Host-Server das schaffen (würden).
Was die Verarbeitung und Speicherung betrifft, ist Zoom auch ganz vorn dabei. Von registrierten Nutzer*innen kann Zoom die gewonnen Daten bis zu einem Monat abspeichern, macht das aber auch gern mal etwas länger. Zusätzlich stehen die Server vielleicht nun in Deutschland (oder einem anderen EU-Land), doch Zoom verarbeitet weiterhin Daten in den USA.
Datenverarbeitung ohne Datenschutz
Kommen wir zu einer der mitunter interessantesten Passagen der Zoom-Seite des Rechenzentrums:
Personenbezogene Daten, die im Zusammenhang mit der Teilnahme an ‚Online-Meetings‘ verarbeitet werden, werden grundsätzlich nicht an Dritte weitergegeben, sofern sie nicht gerade zur Weitergabe bestimmt sind. Beachten Sie bitte, dass Inhalte aus ‚Online-Meetings‘ wie auch bei persönlichen Besprechungstreffen häufig gerade dazu dienen, um Informationen mit Kunden, Interessenten oder Dritten zu kommunizieren und damit zur Weitergabe bestimmt sind.
Website des Universitätsrechenzentrum zur Weitergabe von Daten
Kurz: Eure Daten sollen nicht weitergegeben werden, aber eigentlich sollen sie das schon. Was ist denn schon Datenschutz?! Klar, wenn ich mich mit Menschen persönlich treffe und etwas sage, weiß ich auch nicht, wer die geteilten Informationen noch erhält, aber ich kann zumindest den Kreis der „Maulwürfe“ einschränken. Bei Zoom kann sich, wie bereits oben beschrieben, einfach eine dritte Person unbemerkt hinzuschalten und mithören. Sneaky!
In der E-Mail an die Studierenden von Prorektor Prof. Dr. Lars Kaderali zur Einführung von Zoom wird die Entscheidung für die Plattform näher ausgeführt.
Selbstverständlich liegt für die Zoom-Nutzung die Zustimmung des Personalrates sowie ein positives Votum des Datenschützers der Universität Greifswald vor. Wir haben mit Zoom ein Custom Data Processing Agreement geschlossen, das über die Datenschutz-Standard-Vereinbarungen von Zoom deutlich hinausgeht und die DSGVO-Konforme Nutzung von Zoom ermöglicht. Zoom kann damit ohne Einschränkungen in Forschung und Lehre verwendet werden.
Prof. Dr. Lars Kaderali, Prorektor für Forschung, Transfer und Digitalisierung
Die Universität nutzt dementsprechend keinen allgemeinen Zugang, trotzdem ist technisch nicht völlig ausgeschlossen, dass US-amerikanische Firmen Zugriff auf die Daten haben.
Worauf die Universität Greifswald auf ihrer Website auch hinweist: „Darüber hinaus ist keine Lehrperson und kein*e Studierende*r gezwungen, mit Zoom zu arbeiten.“ Theoretisch kann man einfach sagen, man möchte nicht mit der Software arbeiten, aber dann ist man im Normalfall einfach vom Seminar oder der Vorlesung ausgeschlossen. Entscheidet sich also eine Lehrperson, Zoom zu nutzen, ist man als Studierende*r folglich schon gezwungen, dem nachzugehen, denn andernfalls verzögert sich das Studium weiter.
In Anbetracht der Entwicklungen von Zoom und den immer wieder aufkommenden Datenschutzbedenken sollte, vor allem von staatlicher Seite, einer Nutzung dieses Dienstes abgeraten werden. Zumal die Kosten für die Lizenzen nicht gerade gering sind – einer Anfrage und der anschließenden Berechnung zufolge liegen diese Kosten für deutsche Hochschulen für das Jahr 2020 sogar bei über 6 Millionen Euro. 6 Millionen Euro für Sicherheitslücken und fragwürdigen Datenschutz. Für das Jahr 2021 wird die Summe sehr wahrscheinlich noch höher ausfallen.
Beitragsbild: Laura Schirrmeister
von Alexander Kendzia | 17.11.2009
Die Universitätsbibliothek Greifswald testet derzeit Buchscanner, die Studenten das Arbeiten erleichtern sollen. WebMoritz führte zu diesem Thema ein Gespräch mit Bibliotheksdirektor Dr. Peter Wolff.

Der Bücherscanner in der Universitätsbibliothek. Derzeit werden verschiedene Geräte getestet.
Dem aufmerksamen Bibliotheksbesucher fällt gleich am Eingang zum Lesebereich der Universitätsbibliothek ein neues Gerät auf. Direkt neben dem Selbstverbuchungsgerät steht seit über 2 Wochen ein Bucherscanner. Mithilfe dieses Gerätes ist es möglich Bücher einzuscannen und entweder als PDF-Dokument auf einem USB-Stick zu speichern oder als E-Mail zu versenden.
Zurzeit ist dieser Service der UB jedoch noch ein Versuch. „Wir haben bereits drei verschiedene Geräte getestet.“, so Dr. Peter Wolff. Geplant ist die Anschaffung von 2 Geräten. Eines wird in der Bereichsbibliothek am Schießwall, das andere in der Universitätsbibliothek aufgestellt.
„Bei der Auswahl des Gerätes achten wir vor allem auf Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit.“, erklärt Dr. Peter Wolff. Eines der Geräte konnte bereits ausgeschlossen werden, da die Bedienung zu kompliziert war.
Die Buchscanner, die in der Anschaffung dem Preis eines Kleinwagens entsprechen, sind vor allem dazu gedacht die Notwendigkeit des Fotokopierens und die damit verbundene starke Abnutzung der Bücher zu verringern. Die Geräte sind sogenannte „Aufsichtscanner“. Dabei wird das Buch einfach aufgeschlagen und von oben abgescannt. Durch spezielle Software wird die Wölbung des Buches aus dem Bild heraus gerechnet und danach eine PDF-Datei erzeugt.
„Wir wollen mit diesem Service vor allem den Studenten das Arbeiten erleichtern. Es ist für viele Studenten praktischer ein PDF-Dokument auf dem Laptop oder Netbook in ein Seminar mitzunehmen als mehrere Bücher.“, erläutert Dr. Peter Wolff. Der neue Service wird von den Studenten mit positivem Echo belohnt. Wenn der Test beendet ist, werden die Geräte angeschafft, die sich bewährt haben. Diese werden den Studenten kostenlos zur Verfügung stehen.
Bilder:
Gabriel Kords
Links:
Universitätsbibliothek Greifswald