Als VIP beim CSD
Am Samstag, dem 28.06. fand in Berlin der Christoper Street Day, die Berliner Pride unter dem Motto „Mein Körper, meine Identität, mein Leben!“ statt.
Ein Erlebnisbericht von bunten Menschen, lauten Wagen und kleinen Flaschen.
Am Samstag, dem 28.06. fand in Berlin der Christoper Street Day, die Berliner Pride unter dem Motto „Mein Körper, meine Identität, mein Leben!“ statt.
Ein Erlebnisbericht von bunten Menschen, lauten Wagen und kleinen Flaschen.
Nach der AG Satzung stellt sich die Arbeitsgruppe Gender Trouble vor, die älteste AG der Greifswalder Studierendenschaft. Seit Mai 2010 ist Tommy Kube Vorsitzender. Er studiert BWL im 1. Fachsemester und ist seit Kurzem AStA-Referent für Wohnangelegenheiten.
webMoritz: Wie lange gibt es diese AG schon?
Tommy Kube: Es gibt seit 1999 eine Initiative, Gender Trouble. Diese wurde dann im Jahr 2002 zu einer ständigen Arbeitsgemeinschaft eingerichtet.
webMoritz: Wie viele Mitglieder zählt die AG Gender Trouble?
Tommy: Aktuell sind wir 13 aktive Mitglieder.
webMoritz: Wie kam es zur Gründung der AG?
Tommy: Das kann ich leider nicht beantworten, denn das ist weit vor meiner Zeit.
webMoritz: Was sind die Ziele und Aufgaben der AG und mit welchen Inhalten wird sich beschäftigt?
Tommy: Die AG Gender Trouble hat sich im Allgemeinen einige Grundziele gesetzt. Zu einem bereichert die AG mit den monatlichen Queer-Parties die -wohl bemerkt einzige- Lesben- und Schwulenszene in Greifswald. Dadurch bietet die AG einen Treffpunkt, wo man Gleichgesinnte trifft und feiern kann. Denn es ist immer noch der Fall, dass Homosexuelle beispielsweise in Diskotheken angepöbelt werden und manchmal leider auch mehr passiert. Auf unserer Party braucht man keine Angst davor zu haben. Außerdem haben wir auch sehr viele heterosexuelle Besucher auf unserer Veranstaltung, dass zeigt Toleranz und Akzeptanz. Man glaubt nicht, was man alles mit einer Party im Monat erreichen kann. Es sorgt auch für eine bessere Lebensqualität und Akzeptanz.
Leider wird uns nachgesagt, dass wir die „Party AG“ sind, aber da muss ich einschreiten und sagen, dass diese eine Veranstaltung im Monat für Homosexuelle eine etwas andere Bedeutung hat, als nur zu feiern. Man braucht sich nicht verstecken, Angst vor Pöbeleien zu haben oder sich zu verstellen, wie es einige vielleicht gerne haben möchten.
Zudem plant die AG mehrere Projekte beziehungsweise sind einige schon veranstaltet worden, wie das Drachenbootfest, der Christopher Street Day, die Anti-Homophobie- und Sexismuswoche im November und der Welt-Aids-Tag.
webMoritz: Welchen Nutzen hat die AG für die Studierendenschaft?
Tommy: Wie gesagt bereichert die AG die homosexuelle Szene in Greifswald. Wir bieten auch viel Infomaterial über Homosexualität, Coming Out und vieles mehr.
webMoritz: Was wurde bisher erreicht?
Tommy: Ich denke, die AG hat bis jetzt viel Toleranz und Akzeptanz geschafft. Denn innerhalb der Uni ist es nicht mehr schlimm, wenn man sagt „Ich bin homosexuell!“ Es wird größtenteils einfach angenommen und akzeptiert.
webMoritz: Was steht in Zukunft auf dem Plan? Gibt es bestimmte Ziele, die in nächster Zeit verwirklicht werden sollen – oder sind Aktionen, Veranstaltungen etc. geplant?
Tommy: Also bei uns steht die große Veranstaltungswoche im November in Planung, es geht dabei um Anti-Homophobie und -Sexismus. Hierfür arbeiten wir mit dem AStA-Referat Gleichstellung, dem Landesverband LSVD und Regenbogen e.V. Stralsund zusammen. In dieser Woche soll es verschiedene Veranstaltungen geben, die informieren und aufklären sollen. Wir werden einige Erfahrungsberichte und Workshops vorstellen. Dann steht in diesem Jahr noch der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember an.
webMoritz: Wie kann man euch erreichen oder mehr über die AG erfahren?
Tommy: Grundsätzlich erreicht man uns unter der E-Mail kontakt@gender-trouble.de. Auch haben wir Clubaccounts auf lesarion.de und gayromeo.com. Die AG Gender Trouble hat sogar eine eigene Website: gender-trouble.de. Also erreichen kann man uns auf jeden Fall.
webMoritz: Vielen Dank für das Gespräch.
Das Interview führten Marco Wagner und Christine Fratzke.
Fotos: DerStephan (Aufmacher, via jugendfotos.de), Kilian Dorner (Tommy Kube)
Ein Kommentar von Patrick Kaatz
Kunterbunt, laut und knallig ging es am vergangenen Sonnabend, dem 17. Juli, durch die Rostocker Innenstadt. Der alljährliche Christopher Street Day (CSD) versuchte wieder einmal ein Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung zu setzen. Dabei lautete das zentrale Motto „Kopf frei für Artikel 3“. Der CSD ist ursprünglich eine Demonstration, die an einen Aufstand am 28. Juni 1969 Homosexueller in der New Yorker Christopher Street erinnert. Hintergrund waren beständige Unterdrückung und Diskriminierung. Der CSD findet nun jährlich in verschiedenen Städten rund um den Globus statt und soll einerseits an die Existenz homosexueller Mitbürger erinnern, andererseits um auf sie und ihre Probleme aufmerksam machen, Verständnis wecken und Forderungen bekannt zu machen.
Mit offiziell zwölf Paradefahrzeugen und einer Vielzahl von Info-Ständen wurde dabei die Forderung, die Formulierung „sexuelle Orientierung“ in den Artikel 3 aufzunehmen, an die Besucher verteilt. Vor und nach der Parade noch eine kurze Kundgebung und damit war der Informationsteil an diesem Tag auch schon beendet. Was blieb war eine laute, schrille, teilweise extravagante Veranstaltung, die nur durch die Aufschriften auf den Wagen und viele, auf der Straße liegende Flyer an ihren eigentlichen Sinn erinnerte.
Allein schon die Wahl des Hauptsponsors deutete mehr auf den Partycharakter der Parade hin. Mit „Dildoking“ lag hier ein Sexartikelhersteller vor, der die Veranstaltung sicherlich finanzkräftig unterstützte, dessen Bezug zum Thema aber alles andere als deutlich wurde. Daneben scheute man sich aber auch sonst nicht, jedes Klischee mitzunehmen, das möglich war. Egal, ob hautenge Latexkleidung, überschminkte Gesichter oder übertrieben feminines Auftreten von Männern. Nichts wurde ausgelassen und sorgte daher eher zu einer Festigung von Ressentiments, als von einer Öffnung in den Köpfen der Menschen.
Dabei handelte es sich hier mehr um eine Zur-Schau-Stellung gängiger Vorurteile und dem Fehlen fast sämtlicher Nachrichten. Anstatt Ideen zu entwerfen, feierte man Party. Anstatt die Besucher über die Normalität Homosexueller zu informieren, feierte man Exzesse. Selbst auf der im Vorfeld stattfindenden HanseGay-Kulturwoche findet man nur drei Informationsveranstaltungen, aber fünf Partys. Leider wird auf diese Art und Weise von der bunten Partytruppe eine andere Art der Homosexualität suggeriert, als sie eigentlich üblich ist. Der Feiercharakter, nicht die Nachricht steht im Vordergrund. Und die, durchaus berechtigte, Nachricht von Gleichheit und Anerkennung wird dadurch letztendlich verfälscht.
Was bleibt? Zwei Ohrstöpsel, die nach dem Umzug im Müll landeten. Die beklemmende Erkenntnis, demonstriert, aber niemand Neues erreicht zu haben. Vielleicht sollte man sich seitens der Veranstalter wieder etwas zurückbesinnen. Weg vom Partyimage, hin zum Grundgedanken. Es gibt kaum eine Großveranstaltung in Mecklenburg und Vorpommern, die für die Rechte der Homosexuellen einsteht. Aufmerksamkeit bekommt man vielleicht noch auf diese Weise, aber Außenstehende von Gleichheit überzeugt wohl schwerlich.
Fotos: Patrick Kaatz
Ein Beitrag von Patrick Kaatz
Zum letzten regulären Mal tagte der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) in der Vorlesungszeit, denn von nun tagt der AStA nur noch zweiwöchentlich.
Zu Beginn wurden zwei Dokumente verteilt. Zum einen die Geschäftsordnung des AStA, zum anderen ein Papier, das derzeit die Runde macht und für ein klein wenig Aufregung gesorgt hat. Dabei handelt es sich um die Stellungnahme von Professor Weber zu einem Artikel zu seiner Person in der OZ. Diese Stellungnahme findet ihr hier.
Nach Danielas Begrüßung und der Eröffnung des ersten Tagesordnungspunktes (TOP) stellte sich Ekaterina Kurakova als Bewerberin für das Referat Sport, Kultur und Erstsemesterwoche vor. Ihren Schwerpunkt möchte sie auf den Bereich Sport legen, da sie hier bereits über Erfahrungen verfügt. Sollte sie am Mittwoch gewählt werden, würde sie sich das Referat mit Maximilian Willmann teilen.
Danach bat eine Lehramtsstudentin den AStA um Hilfe. Durch einen Beschluss des Bildungsministeriums müssen die Zeugnisse für Lehramtsstudierende zwei Monate früher ausgegeben werden, damit diese sich wiederum direkt nach dem Studium für das Refendariat bewerben können. Daraus resultierte jedoch auch, dass die Prüfungsanmeldung von November auf September vorverlegt wurde. Nun fehle Vielen die nötige Zeit, um die letzten Scheine für das Staatsexamen rechtzeitig zu erwerben. Das hätte zur Folge, dass man ein Semester länger studieren müsse. Daneben gelte die Regelung ab sofort, das heißt es gibt auch keine Übergangsregelung. Die zuständigen Referenten versprachen ihr, sich des Themas anzunehmen und sich mit ihr noch mal genauer zu unterhalten.
Anschließend ging es in den TOP der Berichte. Referent für Hochschulpolitik Franz Küntzel berichtete, dass man das Positionspapier zur Novellierung des Landeshochschulgesetzes (LHG M-V) fertig gestellt habe und es dem Stupa-Präsidium nun vorläge. Dazu gab es eine Nachfrage, die Björn Reichel, ebenfalls Referent für Hochschulpolitik, für Franz beantwortete.
Der Bericht von Sandro Mundt befasste sich mit der Vorbereitung der 24-Stunden-Vorlesung. Man wolle E-Mails an alle Mitarbeiter schreiben, um somit Referenten zu werben. Jedoch gäbe es dahingehend noch Probleme mit dem Rechenzentrum.
Weiterhin gab Korbinian die Sitzung des Studierendenparlamentes (StuPa) am Mittwoch bekannt. Auf Nachfrage, erteilte Korbinian Franz ganz gewohnheitsrechtlich das Wort, worauf dieser seine Frage umformulierte: „Wirst Du als AStA-Vorsitzender antreten, da Du hier schon Rederecht verteilst?“ Danach stellte er aber seine ernst gemeinte Frage. Wobei Korbinian als AStA-Vorsitzender schon seinen Reiz hätte.
Nach einem weiteren „Nichts zu berichten“ (klassische Antwort bei Aufruf des entsprechenden Referenten, wenn er nichts zu berichten hat), hatte auch Josefine Heuke, bisherige Referentin für Fachschaften und Gremien, „nichts zu berichten“, wies aber auf ihren Abschiedskuchen hin, da sie uns in nächster Zeit Richtung Nordeuropa, genauer gesagt Finnland, verlässt. Wir wünschen alles Gute und schau mal wieder vorbei, wenn Du Montagabend in Greifswald sein solltest.
Maximilian erklärte danach, dass man für die Erstsemesterwoche 500 Beutel von den Stadtwerken gesponsort bekäme. Daneben könnte es zu Problemen mit der Mensa kommen, da an dieser derzeit gebaut werden. In der Mensa am Schießwall werden traditionell die Neu-Studierenden in Empfang genommen.
Im nächsten Bericht stellte Referent für politische Bildung Kilian Dorner die Idee vor, in der Ersti-Woche politische Filme im Cinestar anzuschauen. Er bat dazu seine Mitreferenten um Filmvorschläge.
Anschließend stellte Daniel Focke kurz seine Arbeit an der Homepage vor und bat die Referenten um Rückmeldungen, sofern sie technische Probleme hätten. Diese Nachfrage wurde von seinen Kollegen dankbar aufgenommen.
Neureferentin Valeria gab bekannt, dass sie mit der Einarbeitung begonnen hätte und derzeit Kontakt zu den für ihr Referat (Studierendenaustausch und ausländische Studierende) Verantwortlichen im Studienkolleg und im Auslandsamt aufgenommen hätte.
Abschließend berichtete Daniela über ihr turnusmäßiges Treffen mit Kanzler Flieger. Dabei sei es auch schon um das von Sandro angesprochene Problem gegangen, dass man für Rundmails immer erst eine Erlaubnis einholen müsse. Derzeit prüfe man alternative Optionen, wie zum Beispiel die Freigabe an einem Tag der Woche, an dem der AStA dann eine Art Newsletter versenden würde.
Danach ging man in den TOP 3 über, der die Auswertung der Lehramtsdemo in Schwerin umfasste. Grundsätzlich sei man positiv wahrgenommen worden und auch die Vorbereitung sei durch gute Abstimmung unter den Referenten relativ glatt verlaufen. Es werden nur einige kleinere Kritikpunkte, wie die Ordnung im Büro moniert. Daniel schlägt daher ein Feedbackformular vor, um die Demo zu analysieren. Daniela ergänzt die Idee dahingehend, dass man einen Leitfaden für solche Veranstaltungen erstellen könnte.
TOP 4 behandelt den Christopher-Street-Day (CSD) am kommenden Samstag in Schwerin. Der AStA wird dort mit einem eigenen Wagen vertreten sein und sich an dem jährlichen Zeichen für Gleichberechtigung Homosexueller beteiligen. Zusammen mit der AG Gender Trouble, welche den Großteil der Aktion organisiere, fährt der AStA dazu am Samstag mit dem M-V Ticket der Deutschen Bahn nach Rostock. Derzeit werden noch Leute gesucht. Anmelden kann man sich unter gleichstellung(at)asta-greifswald.de.
Unter TOP 5 wurde die Planung der Anti-Sexismuswoche besprochen. Diese wird derzeit von Kilian, der AG Gender Trouble und Lisa, Referentin für Gleichstellung, betreut. Daneben erfahre man starke Unterstützung des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD). Ziel diese Veranstaltung soll die Bekämpfung von Sexismus und eine Homophobiekampagne sein.
Corinna Kreutzmann, Finanzreferentin, hatte „ihren“ TOP unter Nummer 6 laufen. Dort wies sie die Referenten noch einmal auf die Finanzordnung hin. So müssten Ausgaben vor der Ausgabe mit ihr besprochen werden und nicht erst bei der Abrechnung. Daneben sollte man auch auf Kleinstsummen verzichten. In diesem Zusammenhang wurde von außen auch noch einmal darauf hingewiesen, dass die Referenten kein Gehalt, sondern eine Aufwandentschädigung erhielten, die gerade für die Kleinsummen gedacht sei.
In TOP 7 beschloss der AStA, dass Stupa zu mindestens einer Sitzung pro Monat innerhalb der vorlesungsfreien Zeit aufzufordern. Dies ist dahingehend nur konsequent, da auch andere Institutionen, wie der AStA oder die Moritz-Medien während dieser Zeit weiterarbeiten.
Anschließend griff man unter TOP 8 ein Thema einer vorherigen Sitzung auf, als der Student Francis ein Projekt vorgestellt hatte, bei dem man für Schüler in Sri Lanka Güter und Geld sammeln wollte. Unter diesem Punkt gab es Bedenken, ob der AStA eine solche Aktion überhaupt unterstützen dürfe. Dies wurde dahingehend geklärt, dass die Referenten sich großteils privat dort engagieren könnten und der AStA nur bei den üblichen Runden für das Projekt Flyer verteile.
Franz Küntzel ist als Kassenwart zurückgetreten. Daher musste ein neuer Kassenwart gewählt werden. Dabei stellte sich heraus, dass die scheidende Josefine auch Kassenwärtin sei. Mithin erledigte man die Neuwahl zweier Kassenwärte in einem Arbeitsgang. Wir gratulieren Daniel und Lisa zu ihrem neuen Amt. Damit gibt es wieder die vollzähligen vier Kassenwarte, deren Aufgaben das abendliche Zählen der Kasse, sowie das Tätigen von Überweisungen sei. Außerdem müsse man die Kassenblätter überwachen.
Den Bürozeitenplan unter TOP 10 eröffnete Daniela: „Wir brauchen Referenten, die das Büro besetzen.“ Besetzer waren schnell gefunden und so ging es weiter zu TOP 11, der sich mit der Büroordnung befasst und immer dann seinen Weg in die Tagesordnung findet, wenn die Büroordnung nicht stimmt. Es bleibt aber festzuhalten, dass Björn, unzählige Male dafür angemahnt, nun seine Kaffeetasse abwäscht.
Im TOP 12 Sonstiges wurden noch schnell zwei Beschlüsse gefasst. Einerseits vertritt Kilian nun das vakante Ökologiereferat, andererseits beschloss man weiterhin via elektronischen Medien für den Lehramtserhalt zu werben. Dazu wolle man auch weitere Studenten animieren.