von Marcus Unbenannt | 17.06.2008

Die politische Nachricht der vergangen Woche aus den USA betrifft mal keinen Politiker: Timothy John Russert starb am Freitag infolge eines Herzinfarkts während der Aufzeichnungen zu seiner Show „Meet the Press“. Damit verliert die (politische) Medienlandschaft der USA einen ihrer profiliertesten Akteure. Russert, berühmt für den Einsatz seiner weißen Minicharts, war Chef des Washington-Büros des Senders NBC und seit 17 Jahren das Gesicht von „Meet the Press“, einem der erfolgreichsten Politikformate im US-Fernsehen. Er bildete mit Brian Williams, Chris Matthews und Keith Olberman den Kern des politischen Teams bei NBC während der Berichterstattung über den Präsidentschaftswahlkampf 2008. (mehr …)
von Marcus Unbenannt | 03.06.2008

Drei Themen bestimmten die politische Agenda der vergangenen Woche:
- Scott McClellan, ehemaliger Pressesprecher des Präsidenten, veröffentlichte ein Buch mit deftigen Vorwürfen gegen seine ehemaligen Kollegen
- Das „rules and by laws committee“ der Demokraten hat entschieden, wie mit den Delegierten aus Florida und Michigan zu verfahren ist
- Die Demokraten hatten ihre Vorwahlen in Puerto Rico
Zunächst einmal gibt es ein neues Buch auf dem Markt, dass sich kritisch mit der Bush-Präsidentschaft im allgemeinen und dem Irak-Krieg im besonderen auseinandersetzt. Es trägt den Titel: „What Happened: Inside the Bush White House and Washington’s Culture of Deception“. So weit, so unspektakulär. Seit es in den USA wieder möglich ist, sich öffentlich kritisch mit der Regierungspolitik auseinanderzusetzen, ohne als unpatriotisch gebrandmarkt zu werden, gibt es solche Bücher zuhauf. Auch die Anschuldigungen, die erhoben werden, sind nicht neu: Irreführung der Öffentlichkeit, sinistre Machtpolitik durch Cheney und Rumsfeld usw.
Bemerkenswert ist der Autor: Scott McClellan war Pressesprecher des Präsidenten von Juli 2003 bis April 2006, davor war er Stellvertreter von Ari Fleischer, Bushs erstem Pressesprecher. 2006 musste er im Zuge der Valerie-Plame-Affäre (angeblich absichtliche Enttarnung einer CIA-Agentin, deren mann sich gegen den Irak-Krieg ausgesprochen hatte) zurücktreten. Seit Dick Clarke hat sich kein hoher Regierungsvertreter mehr soweit aus dem Fenster gelehnt. (mehr …)
von Marcus Unbenannt | 26.05.2008

In dieser neuen Serie werden wir in unregelmäßigen Abständen den Blick über den Tellerrand nach Amerika wagen. Heute gibt’s den Auftakt. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang auch unseren neuen Redakteur Marcus Unbenannt.
Seit knapp zwei Wochen ist nun auch bei den Demokraten das Kandidatencasting entschieden (wenn auch noch nicht beendet). Obamas Vorsprung in der Delegiertentabelle beträgt 189, zur absoluten Mehrheit fehlen ihm noch 55 Stimmen.
Nun, da die Spitzenfunktionen vergeben sind, stellt sich also die Frage: Wer wird die Nummer 2 auf dem Ticket. John McCain widmet sich dieser Frage bereits ganz offen, Obama hingegen muss hier noch etwas diskreter vorgehen, bis er die Nominierung auch offiziell sicher hat. Wer sind also die heißesten Anwärter auf die Vizepräsidentschaft? Schauen wir zunächst auf die Republikaner: (mehr …)