Greifswalder Jugendkultur in der Schwebe

Am 22.8. besuchte ein von der Stadt ins Leben gerufener Sanierungsausschuss die Jugendhäuser „Pariser“ und „klex“, um sich von der Situation vor Ort ein Bild zu machen. Bei beiden Häusern besteht ein Sanierungsstau und die Stadt hat seit der Gebietsreform nicht genug Geld, um solche Jugendprojekte weiterhin finanziell zu unterstützen. Im schlimmsten Fall werden die Räume, die bisher für Jugendkultur und Engagement bereitstehen an private Investoren verkauft. Das einzige was aber bis jetzt sicher ist, ist die große Ungewissheit über die Zukunft.

Fotogalerie: Straßenkunst in Greifswald

Streetart und Graffiti sind in Greifswald eher rar, doch es tut sich was: In der vergangenen Woche wurden zahlreiche Mülleimer in der Innenstadt bemalt, am Wochenende besprühten Künstler den Zaun am Café Pariser, Lange Straße, neu.

Am Ryck gibt es eine Wand zum besprühen.

Mit Streetart sind weniger die Tags, also die meist gesprühten oder mit Edding geschriebenen Kürzel gemeint, sondern vielmehr die moderne Kunst in den Straßen. Angefangen von Aufklebern, über Stencils – hier wird mit Schablonen gearbeitet – bis hin zu Rauminstallationen. In Greifswald sieht man, wenn man darauf achtet, die vielfältigen Formen der Streetart. Sie fallen an Regenrinnen und Straßenlaternen, Stromkästen oder Hauswänden auf und haben meist eine politische Aussage. Gut gemachte Graffiti lassen sich neben der Langen Straße auch am Museumshafen finden. Dort gibt es am Speicher eine Wand, die nach Absprache mit dem Ordnungsamt legal genutzt werden kann. Im Vergleich zu größeren Städten bleibt die urbane Kunst in Greifswald allerdings überschaubar.

Fotos: Christine Fratzke

Weitere Beispiele von Streetart in Greifswald lassen sich hier finden.