Mit Hilfe des Internets Sprachbarrieren abbauen

Uni-Absolvent Thomas Maier (li.) und BWL-Studenten Christian Klang.

Studieren und reisen ins Ausland: Das tat Thomas Maier (28) in seiner Uni-Zeit. Er besuchte beispielsweise Budapest, Krakau und Lodz. Während der vielen langen Auslandsaufenthalte stellte der Greifswalder Absolvent immer wieder fest, dass er Leistungen in einer ihm bekannten Sprache benötigte. Ähnlich geht es ausländischen Gästen hier in Greifswald: Ärzte, die Englisch sprechen, Stadtführungen auf Schwedisch und so weiter.

„Warum gibt es für diese Dienstleistungen eigentlich kein Verzeichnis?“, fragte er sich. Die Idee reifte in ihm. Am Rande des Ideenwettbewerbs der Universität Greifswald traf er auf den BWL-Studenten Christian Klang, gemeinsam entwickelten sie die Idee einer Plattform für fremdsprachliche Dienste.

„Lange habe ich die Idee mit mir herum getragen. Mit Christian hab’ ich jemanden getroffen, der meine Begeisterung teilt, aber auch den nötigen Blick von außen mitbrachte“, sagt Thomas Maier. Im Juli dieses Jahres begannen sie mit der Umsetzung: „Wir erstellten eine Onlineseite.“ Pünktlich zum Semesterstart gibt es jetzt ein Verzeichnis fremdsprachlicher Dienstleistungen in Greifswald. Aufgelistet werden etwa Speisekarten auf Englisch oder alle fremdsprachigen Stadtführungen.

In Zusammenarbeit mit dem AStA ging die Seite www.tuatam.de anlässlich der Erstsemesterwoche online, zu der hunderte ausländischer Studenten an die Greifswalder Universität kamen. Sie richtet sich aber ebenfalls an aus anderen Ländern kommende Mitarbeiter von Unternehmen und natürlich Touristen. „tu a tam“ ist übrigens slowakisch und steht für „hier und da“.

Unterstützung von Tourismusvereinen und Kommunen

Die aktuelle Übersicht entstand während der Zusammenarbeit mit dem Verein „Fit für die Wirtschaft“. Schüler des Jahn- und des Humboldt-Gymnasiums sammelten Informationen zu den Fremdsprachenkenntnissen des Personals, übersetzten Speisekarten und durchforsteten Webseiten. Die Internetseite erfasst bislang nur Greifswalder Einrichtungen. Eine Ausweitung auf weitere Dienstleistungen, wie Einzelhandel oder medizinischen Leistungen, ist ebenso vorgesehen wie die regionale Ausdehnung auf Mecklenburg-Vorpommern und das polnische Grenzgebiet. Dafür suchen die studentischen Unternehmer aktuell nach Unterstützung von Tourismusvereinen und Kommunen. Sie hoffen, dass diese den Wert für die Wirtschaftsförderung und das Potenzial für die Region erkennen.

Nach Angaben der Stadt: Polen und Niederländer die größten Gruppen ausländischer Gäste

„Dann wird es möglich sein, neben Englisch eine polnische und niederländische Version der Seite anzubieten“, so Maier weiter. Die Seite richtet sich an alle internationalen Gäste. Die Deutsche Zentrale für Tourismus e.V. hat herausgefunden, dass 65 Prozent der Deutschlandurlauber aus den Niederlanden das Internet zur Vorinformation nutzen, über die Hälfte (53 Prozent) buchen sogar online. Bei Reisenden aus Polen informieren sich immerhin noch 38 Prozent und davon buchen schließlich 27 Prozent. Nach Angaben der Stadt sind Polen und Niederländer die größten Gruppen ausländischer Gäste in der Hansestadt. Auch an der Uni gibt es rund 620 ausländische Studenten aus 70 verschiedenen Ländern.

Ziel: Mehr ausländische Touristen nach MV locken.

„Unsere Plattform hat das Potenzial, mehr ausländische Touristen in die Region zu locken. Alle Verbände, Kommunen und die einzelnen Unternehmen fordern immer wieder mehr Aktivität bei fremdsprachlichen Gästen aber die Fremdsprachenkenntnisse als Schwerpunkt ins Online-Marketing aufzunehmen, ist bisher noch niemandem eingefallen. Solche Leistungen gibt es aber auch nicht umsonst. Deshalb findet man nicht bei allen eine offene Tür, sondern trifft auch ablehnende Halftungen“, begründet Universitätsabsolvent Maier weiter.

Einrichtungen, die ihre Leistungen in Fremdsprachen anbieten und bisher nicht erfasst wurden, können sich über das Kontaktformular auf der Plattform anmelden. tuatam.de ist ein Teil des studentischen Unternehmens netVoKi UG (haftungsbeschränkt), dessen Geschäftsführer Thomas Maier ist, diese bieten Leistung einer Übersetzungsagentur mit touristischem Schwerpunkt an und berät in Sachen Übersetzungsstrategien.

Mehr Infos unter www.netvoki.de

Fotos: Torsten Heil (oben), Archiv/Lea Muentges/Jugendfotos (Wasser)

In Zusammenarbeit mit dem AStA geht die Seite www.tuatam.de anlässlich der Erstsemesterwoche
online, zu der hunderte ausländischer Studenten an die Greifswalder Universität kommen. Sie
richtet sich aber ebenfalls an aus anderen Ländern kommende Mitarbeiter von Unternehmen und
natürlich Touristen.

Schweinegrippe: Bisher wenige Krankheitsfälle, Impfstoff dennoch knapp

In den Medien grassiert die Schweinegrippe bereits seit Monaten, wirkliche Krankheitsfälle waren im Spätsommer aber eher noch die Seltenheit. Nun scheint es als startete die von einigen Experten prognostizierte zweite Welle. Anfang der Woche wurde an der Universität bekannt, dass sich eine BWL-Studentin mit dem Virus infiziert habe. Inzwischen sind in Greifswald zehn Erkrankungsfälle bestätigt. Laut einem Bericht des Lokalsenders GTV plant die Universität selbst erste Maßnahmen. So sollen in nächster Zeit in den Hörsaalgebäuden Spender mit Desinfektionsmittel angebracht werden.

In mehreren Vorlesungen warnten die Dozenten vor einer möglichen Ansteckung und wiesen auf Möglichkeiten der Impfung hin. Am Montag war unter den Mitarbeitern der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät die folgende Mitteilung in Umlauf gebracht worden:

schweinegrippe-zettel-550x220

Klicken zum Vergrößern

Impfstoff kurzfristig ausgegangen

Am Donnerstag kursierte zudem die Meldung, dass in Greifswald der Impfstoff ausgegangen sei, dies wurde mittags von der Pressestelle der Stadt bestätigt, zu diesem Zeitpunkt waren allerding bereits neue Impfdosen nachgeliefert worden. Die Greifswalder Amtsärztin Dr. Marlies Kühn zeigte sich überrascht von der hohen Nachfrage:

„Wir wurden förmlich überrannt.  Allein am Dienstag haben wir fast 500 Leute im Akkord geimpft. Es kommen viele, die gar keine Risikopatienten sind“. Auch viele Studenten hätten sich in Reaktion auf die erkrankte Komilitonin impfen lassen, erklärte sie. In den vorangegangenen Wochen war die Nachfrage dagegen eher gering.

Mit Engpässen bei dem Medikament ist allerdings weiterhin zu rechnen, denn mehr als 1000 Impfdosen pro Woche sind für Greifswald nicht vorgesehen. Die Stadtverwaltung empfiehlt daher allen Bürgern, die sich im Gesundheitsamt (Stralsunder Str. 5-6) imunisieren lassen wollen, unter 03834/5222-01 oder -21 vorher telefonisch Rücksprache zu halten. Das Gesundheitsamt bietet folgende Sprechstunden an: Montag bis Freitag 09.00 – 12.00 Uhr Dienstag 14.00 – 18.00 Uhr Donnerstag 14.00 – 16.00 Uhr. Seit Anfang der Woche können aber auch die Hausärzte impfen.

Dringend empfohlen wird die Impfung vor allem für die so genannten Risikopatienten, das heißt für Personal im medizinischen Dienst, in ambulanten stationären Einrichtungen, Personal bei der Feuerwehr und der Polizei und auch für chronisch Kranke.

Wer derzeit Grippe hat, hat H1N1

Die in den letzten Wochen oft beschriebene Impfmüdigkeit der Deutschen dürfte heute zusätzlich durch eine Erklärung des Präsidenten des Robert-Koch-Instituts, Jörg Hacker ins Wanken kommen. Hacker erklärte gegenüber der Nordwestzeitung, dass das Institut bisher noch keine saisonalen Grippe-Erreger  hätte feststellen können: „Wer derzeit Grippe hat, hat H1N1.“ Bereits vor einigen Monaten veröffentlichte das Institut ein Video, das eine der unkompliziertesten Präventionsmaßnahmen bewirbt: Händewaschen.

Bisher sind bundesweit neun Menschen an der so genannten Schweinegrippe gestorben. Die regulären drei Influenzia-Stämme kosten jedes Jahr etwa 15.000 Menschen in Deutschland das Leben.

Bilder:

Foto Infozettel: Carsten Schönebeck

Foto Startseite: „Julia N.“ / www.jugendfotos.de

Feueralarm während BWL-Klausur führte zur Extra-Klausur

Am 8. August sind nicht nur die Olympischen Spiele eröffnet worden, auch die BWLer haben ihre Statistik-Prüfung geschrieben. Das allein ist nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht jemand ganz besonderes gewesen:

Jemand, der eigentlich dafür sorgen sollte, dass die Prüfung ordentlich abläuft. Doch der scheint das noch nicht ganz verstanden zu haben.

Die Statistik-Klausur ist in zwei Abschnitte unterteilt: Einem einstündigen Multiple-Choice-Teil und einem dreistündigen Rechen-Teil. Doch bereits 15 Minuten ging es los: Ein ohrenbetäubender Alarm. Der aufmerksame Klausurschreiber fragte sich woher dieser kam.  Die Quelle war schnell ausgemacht: Einer der Aufsichtspersonen hatte die „grandiose“ Idee, die Tür im Hörsaal Kiste zu öffnen, an der auf einem großen Schild steht, dass diese Tür „Alarm gesichert“ sei.

Immerhin wissen wir nun, dass dies wirklich der Fall ist. Die Studenten bemühten sich die Klausur weiterhin möglichst gut zu schreiben, aber es wurde bereits kurze Zeit später verkündet, dass dieser Teil nachmittags wohl wiederholt werde.

Meine Bitte: Auchtet in Zukunft auf große rote Warnschilder! :getlost:

[Dieser Artikel wurde am 21.8. überarbeitet.]