moritz 104 – April 2013 – Keine Wahl
Die unerwünschten allsemesterlichen Prüfungen sind für die meisten von uns vorbei und man kann sich wieder schöneren Dingen hingeben, zum Beispiel dem alltäglichen Schwachsinn. In meiner Prüfungszeit habe ich immer die Angewohnheit mich zu Hause förmlichst zu verstecken und hauptsächlich nur zum Arbeiten rauszugehen. Wo dies nun so gut wie vorbei ist und der Abschluss zum Greifen nah (Jippiehh), fällt mir alltäglicher Schwachsinn neuerdings an allen Ecken förmlichst entgegen.
Dank Facebook und Co. wissen wir zwar, wie das Essen unserer Freunde aussieht, können aber immer noch nicht richtig kochen. Auch die neuesten Tassen bei Bäckerei Junge entgehen uns nicht. In Foren unterhält man sich ganz angeregt darüber, dass der neue Papst nun doch nicht schwarz ist und warum er nur einen Lungenflügel hat. Und irgendwie scheint das wichtiger zu sein als die Tatsache, dass Politiker wie Assad immer noch ungestört Menschen töten lassen.
Auf der Straße werde ich von Leuten regelrecht umgelaufen, weil sie nach unten auf ihr Handy gucken, anstatt in die Welt nach oben. Sie beschweren sich über Schnee, aber bemerken vor lauter Rumspielerei die Sonne gar nicht. In der Kaufhalle motzen Kunden, weil ein Angestellter zu langsam die Melone an der Salatbar schneidet, während sie selbst dann an der Kasse stundenlang nach Kleingeld suchen. Den Höhepunkt des alltäglichen Schwachsinns habe ich dann schlussendlich in meinem Fernseher gefunden, ganz zufällig beim Zappen.
Deutschland sucht den neuen erfolglosen Superstar und gleichzeitig heulen Mädels bei Heidi Klum rum, dass man ihre Haare abschneidet, damit sie das nächste, ebenfalls erfolglose Topmodel werden können. Während ein Typ namens Elvis in Russland versucht eine Frau mit Wodka rumzukriegen, streiten sich ein paar Weiber um einen Typen und seine Rosen. Der Bachelor im TV ist eben unterhaltsamer als der Bachelor auf dem Papier und Nadine weiß bei Frauentausch nach langem Überlegen immer noch nicht, welche Wurst sie am liebsten isst. Stumpf ist Trumpf.
Ich für meinen Teil habe nun beschlossen, dass der Fernseher noch häufiger als sowieso schon ausbleibt. Ich tausche Fernsehzeit und Internetblödsinn gegen ein Buch und Zeit mit meinen Freunden an der frischen Luft. Manchmal sind Prüfungen vielleicht doch gar nicht so schlecht, so bleibt man wenigstens etwas fitter im Kopf.
Laura-Ann Schröder
Das aktuelle Magazin findet ihr analog überall in der Uni, oder hier zum Download.

Wenn Gebäude sprechen könnten, was würden wir alles von ihnen erfahren? Wie beim Menschen sind die Geschichten und Erfahrungen mit der Zeit in ihnen gewachsen. Sobald sie zerstört werden, verfliegt die Chance in ihrer Architektur, den kleinen Kerben im Dielenboden oder den vielen Schichten Tapete zu lesen. Manchmal geschieht dieser Verlust auch geplant durch die Abrissbirne. Die Gründe hierfür sind oftmals wirtschaftlicher Natur und resultieren aus und manchmal auch in der Wohnungsknappheit.

Die moritz-Medien sind das Presseorgan der Studierendenschaft in Greifswald. Ob TV, Print oder Web, auf vielen Kanälen sind wir vertreten. Mitmischen kann bei uns jeder, ständig sind wir auf der Suche nach neuen Leuten, die sich bei uns einbringen wollen. Am Samstag, 6. April ab 14 Uhr ist dafür die beste Gelegenheit, denn wir laden alle, die Interesse haben, zum Café in unsere Redaktion ein.
Samstag war es mal wieder so weit: die Weltgemeinschaft reichte sich die Hände und rettete ihren Heimatplaneten. Rund um den Globus gingen dafür 20.30 Uhr die Lichter aus – und nach einer Stunde wieder an. Da lässt sich auch die Universität Uppsala nicht bitten: die altehrwürdige Bibliothek „Carolina Rediviva“ blieb dunkel. 



