von Christine Fratzke | 12.02.2011

Atomkraft? Nein Danke! meinten viele Demonstranten in Greifswald
Wie auf dem Symbol der Antiatombewegung strahlte die Sonne über Greifswald. Das Motto „Atomkraft nein danke“ lag förmlich in der Luft. Gut gefüllt war der Marktplatz, auf dem die Hauptkundgebung stattfand. Viele Greifswalder, jung und alt, politisch Aktive und Familien waren vor Ort und lauschten zunächst der Lokalband Stonebirds. Die Stimmung war ausgelassen und das Wetter weitaus besser als bei der Demonstration im Dezember.
Wie im Wendland?
Organisiert wurde der Aktionstag vom Anti-Atom Bündnis NordOst.
Dennoch wurden bei der Kundgebung laut Polizeiangaben zunächst nur 650 Demonstranten gezählt. Neben Greifswald gab es Kundgebungen in 23 weiteren Städten am 12. Februar, unter anderem in Karlsruhe. Von hier aus wird der Castor am 16. Februar starten. Aber auch in Kassel, Halle oder Bernau demonstrierten Atomgegner. Auf dem Greifswalder Marktplatz wurde die Menge von Mignon Schwenke (Die Linke.) und Daniel Dedlow vom Anti-Atom Bündnis NordOst begrüßt. „Das ist ein tolles Bild hier. Es sind auf gar keinen Fall weniger als im Dezember“, glaubte Mignon Schwenke. Weiterhin rief sie: „Wir brauchen Solidarität des ganzen Landes!“ und freut sich auch darüber, dass die lokalen Landwirte mir ihren Treckern ebenfalls auf dem Marktplatz waren. Dabei fühlte sie sich ans Wendland erinnert.
Jeder Castortransport ist ein Risiko

Gegen Atomkraft war anscheinend auch dieses Schaf.
Als Nächstes sprach Nadja Tegtmeyer vom Anti-Atom Bündnis. Sie forderte in ihrer Rede einen sofortigen Ausstieg und den respektvollen Umgang mit der Umwelt und Natur. „Die Atomenegie bremst die regenerativen Energien aus“, stellte sie dar. Vor allem sehe sie die ungeklärte Endlagerfrage kritisch. Für eine Dauerlösung sei die Atomindustrie selbst verantwortlich. „Jeder Transport birgt ein Risiko“, sagte Fleckmeier und fuhr fort, dass es für Zwischenfälle keinen Katastrophenplan geben würde. Immer wieder klatschte die Menge anerkennend. Für große Freude sorgte indes ein Schaf, dass sich auf dem Marktplatz befand und ein grünes Banner auf dem Rücken trug.
Veranstalter spricht von 2.000 Demonstranten
Ein wenig später setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung. Vom Marktplatz aus ging es über die Lange Straße, am Tierpark vorbei zum Bahnhof. Hier fand eine Zwischenkundgebung statt. Während des Zuges sind offenbar mehr Demonstranten hinzugekommen – die Veranstalter sprachen von insgesamt 2.000 Teilnehmern.
Der Kundgebung wohnten zunächst noch 650 Menschen bei.
Vergleicht man diese Demonstration mit der im Dezember, so lässt sich feststellen, dass insgesamt weniger protestierten und oft waren es doch wieder die gleichen Gesichter, die zu sehen waren. Vor allem waren die Grünen, die mit Claudia Roth aufwarteten und „Die Linke.“ erneut mit zahlreichen Flaggen und Luftballons vor Ort. Der Veranstalter Anti-Atom Bündnis NordOst spricht insgesamt von einem Erfolg. Noch weitere Aktionen sind rund um den Transport geplant. Der Castor wird voraussichtlich am frühen Morgen des 17. Februar den Werkbahnhof Lubmin erreichen.
Text: Christine Fratzke, Fotos: Christine Fratzke, David Vössing (Aufmacher), Marco Wagner (Anticastordemo Dezember)
von webmoritz. | 11.02.2011

Robin-Wood-Aktive veröffentlichten einen Offenen Brief zur Ankettaktion im Dezember
In der Nacht vom 16. zum 17. Februar wird nach Rubenow bei Lubmin erneut Strahlenfracht gebracht. Zahlreiche Anwohner und Umweltschützer fänden es besser, wenn in Lubmin und Umgebung nur die Sonne strahlen würde. Aus diesem Grund bahnt sich erneut Widerstand gegen den zweiten Castortransport nach Lubmin an, nachdem man bereits im vergangenen Dezember einen Transport auf dem Weg ins Zwischenlager Nord mit zahlreichen Blockaden und Ankettaktionen um fast einen halben Tag aufhalten konnte. Das soll auch in diesem Jahr wieder so sein. Und so wird – wie auch bereits im vergangenen Jahr – wieder kräftig mobilisiert und dazu aufgefordert, am kommenden Samstag, den 12. Februar, an der Demonstration gegen den nahenden Castortransport ins Zwischenlager nach Lubmin teilzunehmen. Als Rednerinnen und Redner werden Nadja Tegtmeier vom Anti-Atombündnis Nordost, Simone Leuning von der Arbeitsgruppe Schacht Konrad, der evangelische Kirchengemeindepfarrer Matthias Gürtler sowie Renate Backhaus vom BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) erwartet. Ebenfalls angekündigt hat sich die Grünen-Chefin Claudia Roth.
Auftaktdemo am Samstag
Los geht es um 14 Uhr auf dem Greifswalder Marktplatz. Die Anmelderin rechnet mit rund 1 500 Teilnehmern. Im Anschluss der Auftaktkundgebung wird sich der Demonstrationszug vom Markt über den Bahnhof und die Bahnhofstraße sowie der Goethe- und Brinkstraße zur Anklamer Straße führen. Von dort aus geht es dann weiter über den Hansering, die Knopfstraße zurück zum Markt. Um 17 Uhr erfolgt die Abschlusskundgebung des Castorstrecken-Aktionstages.
Am Abend wird der Arbeitskreis Kritischer Juristinnen (AKJ) um 21 Uhr eine Informationsveranstaltung zu juristischen Rahmenbedingungen während des Protests im IKUWO durchführen. Eine Stunde später wird, ebenfalls im Ikuwo, eine von den Greifswalder Hedonistinnen organisierte Soliparty mit jamaikanisch-elektronischer M.u.S.i.K stattfinden.
Robin Wood publiziert Offenen Brief
Bereits in den vergangenen Wochen machten Atomkraftgegner mit verschiendenen Aktionen, beispielsweise durch die Aktion „Fässerrollen“ auf sich aufmerksam. Darüber hinaus verfassten die beiden Robin Wood Aktiven einen offenen Brief an die Bürgerinnen und Bürger der Region, in dem sie die Beweggründe für ihre Ankettaktion während der Blockaden gegen den Castortransport erläuterten.
In diesem heißt es unter anderem, dass der Atommüll laut Betreiber bis mindestens 2080 im sogenannten Zwischenlager verbleiben solle. „Möglichkeiten zur Endlagerung existieren weltweit nicht. Und doch hat die Bundesregierung beschlossen, die Atomkraftwerke weiter laufen zu lassen und den radioaktiven Müllberg sogar noch zu vergrößern. Der hochgefährliche Müll wird sinnlos durch die Gegend gefahren unter Inkaufnahme der Gefährdung von Menschenleben. Das darf so nicht weitergehen! Mit unserer Aktion setzen wir uns für den sofortigen Atomausstieg und den sofortigen Stopp der Atommüllproduktion ein“, begründen die Robin-Wood-Aktivisten ihre aufsehenerregende Aktion Mitte Dezember.
Aktivisten fordern zur Teilnahme an der Demonstration auf
„Wissen Sie, wie die Lagerung in Lubmin aussieht? Die CASTOREN stehen dort in einer überirdischen Lagerhalle, genauso wie in Gorleben. Was meinen Sie, wie sicher das ist? Seitdem das Atommmülllager Asse bei Braunschweig mit Wasser vollläuft, wissen wir, was von den SicherheitsVersprechen der Atomindustrie zu halten ist“, machen die beiden ihr Misstrauen gegenüber den beruhigend klingenden Worten der Atomindustrie deutlich. Zudem legen sie der Bevölkerung nahe, zu einem Stromanbieter erneuerbarer Energien zu wechseln. Dies sei ein erster Schritt zum persönlichen Atomausstieg. Zudem stünden in Folge des Protestes entstandene Verzögerungen bei der Ankunft des Zuges im Werkbahnhof Lubmin in keinem Verhältnis zu der Gefährlichkeit des hochradioaktiven Atommülls. „Machen Sie Ihre Meinung sichtbar gehen Sie auf die Straße oder auf die Schienen – der nächste CASTORTransport nach Lubmin findet schon Mitte Februar statt“, fordern die Aktivisten die Bürgerinnen und Bürger in und um Lubmin zum Mitmachen auf.
Der diesjährige Castortransport bringt Plutoniumfracht aus dem ehemaligen Kernforschungszentrum in Karlsruhe mit. Dort wurden die Brennstäbe auch aufbereitet. Nach Polizeiangaben soll der Zug in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag um 4:30 Uhr den Lubminer Werkbahnhof erreichen, nach webMoritz-Informationen bereits zwischen Mitternacht und 1:00 Uhr.
Text: Marco Wagner
Flyer: http://nix-da.blogspot.com
von webmoritz. | 07.02.2011

In Züssow wurde ein Zug wegen einer mutmaßlichen Kofferbombe für mehrere Stunden aufgehalten.
Auf dem Weg von Binz nach Frankfurt ist am Montag aus Sicherheitsgründen ein InterCity -Zug der Deutschen Bahn aufgrund einer mutmaßlichen Kofferbombe für mehrere Stunden aufgehalten worden. Die Kofferbombe wurde in einem herrenlosen Schminkkoffer vermutet. Der Zug wurde übereinstimenden Berichten zufolge im Bahnhof Züssow für nähere Untersuchungen angehalten. Wie die Ostsee-Zeitung berichtet, habe sich jedoch herausgestellt, dass es sich bei dem Gepäckstück nicht um eine Kofferbombe handelte, sondern um einen harmlosen Schminkkoffer. Um dies herauszufinden, hatten Spezialkräfte der Polizei den Koffer erst geröntgt und dann aufgeschossen.
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von webmoritz. | 04.02.2011

Der 24 Stunden-Pool des Unirechenzentrums ist zur Zeit geschlossen.
Der 24-Stunden-Pool des Universitätsrechenzentrums ist seit dem 26.01. geschlossen. Grund sind laut Uni-Webseite Schäden am Dach der aus DDR-Zeiten stammenden Baracke.
Stefanie Voigt, kommissarische Leiterin des Rechenzentrums, teilte mit, dass der Pool bis zum Neubau des Rechenzentrums geschlossen bleibe. „Ob es dann wieder rund um die Uhr zur Verfügung stehende PC-Arbeitsplätze gibt, müssen wir nach Bedarf entscheiden. Der 24-Stunden-Pool wurde nur sehr wenig in Anspruch genommen“. Das läge unter anderem daran, dass man hier keine spezielle Software wie das Statistikprogramm SPSS hätte nutzen können.
Auch in den anderen PC-Pools seien kaum je alle Plätze besetzt. „Der Bedarf an Plätzen für die Ausbildung am Computer wächst, aber PCs nur zum Surfen werden immer weniger nachgefragt. Es gibt ja auch noch die PCs der Unibibliothek mit den sehr langen Öffnungszeiten. Zudem haben die meisten Studenten inzwischen einen Rechner mit Internetanschluss zu Hause“, so die Leiterin. (mehr …)
von webmoritz. | 04.02.2011

Demonstrativer Fasstransport
Mitte Februar, voraussichtlich zwischen dem 15. und 18. Februar, soll der zweite Zug mit bundeseigenem Atommüll nach Lubmin rollen. Auch zu diesem Transport wird es in der Region erhebliche Proteste geben, die mit denen im Dezember vergleichbar sein dürften. Die Polizei kündigte am Donnerstag an, sie werde weitgehend die gleiche Strategie wie im Dezember einsetzen.
Die Mobilisierung hat bereits begonnen und wird am kommenden Wochenende einen ersten Höhepunkt finden. Während die morgige „Mobilisierungs-Demo“ in Rostock und damit weit entfernt von der Stadt Greifswald stattfinden wird (in Greifswald wird erst eine Woche später demonstriert) , laden die Greifswalder Grünen, in Form der Grünen Hochschulgruppe, der Grünen Jugend und des bündnisgrünen Kreisverbands zu einer symbolischen Aktion am kommenden Sonntag ein.
Wie es in der heute versandten Kurzmitteilung heißt, wird am Sonntag, 6. Februar, ab 14 Uhr ein symbolischer Atommülltransport vom Greifswalder Bahnhof zum Greifswalder Marktplatz durchgeführt. Der Protestzug nennt sich „Fässerrollen“ und soll auf dem Markt mit einer „Abschlussaktion“ enden. Die Veranstalter laden alle Gleichdenkenden zur Teilnahme ein.
Text: Gabriel Kords (keine CC-Lizenz)
Foto: „Sven_Kindler“ via flickr