Diesen Samstag, den 6. November feiert die Tanzaufführung „4+1 – Die Elemente“ im Theater Vorpommern Greifswald Premiere. Das von Ralf Dörnen (Der Nussknacker, Orpheus und Eurydike) inszenierte Theaterstück setzt sich, inspiriert von den antiken Elementarlehren, assoziativ mit den vier Elementen, der ihnen zu Grunde liegenden Artistotelischen Substanz und unserem modernen Verständnis der Elemente auseinander.
Ein "assoziativer Bilderbogen", der am Samstag Premiere feiert: 4+1 - Die Elemente
In der Antiken Philosophie stellten die vier Elemente – Wasser, Feuer, Erde und Luft – die Grundbausteine allen Lebens dar, deren Kombinationen das „Werden und Vergehen“ des Menschen bestimmten. Verschiedene Philosophen versuchten zunächst, die einzelnen Elemente als die zentralen herauszustellen, doch erst Empedokles verband alle vier Elemente zu einer einheitlichen Theorie, die schließlich durch Aristoteles‘ Begriff der unwandelbaren Substanz, dem Äther, vervollständigt wurde. Da sie in ihm fußten, erhielten alle Elemente erst durch den Äther die Möglichkeit, beseeltes Leben zu erschaffen.
In Dörnens Inszenierung stellt allerdings weniger die antike Färbung der Elemente, als viel mehr ihren modernen, alltäglichen Bezug in den Mittelpunkt. Wie die Kombination der einzelnen Elemente verschiedene Facetten und Produkte hat, so erstreckt sich Dörnens Ausdruckspalette zur Darstellung dieses Verhältnisses von melancholisch-nachdenklichen Schattierungen bis zu ausgelassen-heiteren Färbungen.
Die Hauptgründe für Oberbürgermeister Dr. Arthur König (CDU): So gebe es eine erhebliche Diskrepanz zum Leitbild der Landesregierung, das eine Stärkung der Zentren vorsieht. Dies werde durch das neue Gesetz aber nicht befördert. Zudem verliere die Stadt Aufgaben und Kompetenzen. Gleichzeitig erschweren die weiten Wege, die von den Abgeordneten innerhalb des neuen Kreisgebildes zurückgelegt werden müssen, die ehrenamtliche Arbeit.
Der Oberbürgermeister betonte allerdings: „Wir denken trotz der Klage an die Region. Wir sind für eine enge Zusammenarbeit, wollen uns die Art und Weise aber nicht vorschreiben lassen, sondern selbst bestimmen.“ Bis auf die SPD stimmten alle Fraktionen und Wählergruppen der Klage zu.
Rechtsanwalt Christian Pegel (SPD) empfahl, abzuwarten. Seiner Einschätzung nach seien die Argumente der kreisfreien Städte gegen das neue Gesetz zu schwach. Vielmehr sollte man auf einen möglichen Klageerfolg der Landkreise setzen, die seiner Ansicht nach in ihren Rechten erheblich beschnitten würden.
So sollen die Kreise nach der Reform aussehen. (Klicken zum Vergrößern)
„Im neuen Großkreis würde Greifswald wohl das Mitbestimmungsrecht über unsere Schulen und weitere Einrichtungen verlieren. Dies bedeutet, dass wir nicht wie bisher eine gute Qualität in Lehre und Schulausbildung garantieren können. Damit Greifswald als Leuchtturm der Region weiterhin Vorreiter in Bildung, Schaffung von Arbeitsplätzen und soziale Unterstützung seiner Bürger sein kann, muss es nun mal kreisfrei bleiben und durch den heutigen Beschluss haben wir unsere Mittel als Bürgerschaft bis auf das Letzte ausgeschöpft“, bekräftigt Franz-Robert Liskow, Bürgerschaftsmitglied und Kreisvorsitzender der Jungen Union Greifswald, nach der Bürgerschaftssitzung.
Gemeinsam mit den kreisfreien Hansestädten Wismar und Stralsund wurde Ende Juli 2010 der Verfassungsrechtler Professor Dr. Dombert beauftragt, die Erfolgsaussichten einer Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zu prüfen. Sowohl von Seiten des Gutachters aber auch seitens des Vertreters des Städte- und Gemeindetages wurde den kreisfreien Städten eine verfassungsgerichtliche Überprüfung des Kreisstrukturgesetzes empfohlen. Die Beschwerde soll nun am 1. Dezember beim Landesverfassungsgericht eingereicht werden.
In der Bürgerschaft stimmten 31 Abgeordneten für eine Klage. Die sechs Gegenstimmen kamen von der SPD. Vier Abgeordnete enthielten sich. Greifswald verliert durch die Kreisgebietsreform ab September 2011 seine Kreisfreiheit. Es soll aber Kreissitz im neuen Großkreis werden, der Ostvorpommern, Uecker-Randow und Teile des Landkreises Demmin umfassen wird.
Fotos: Torsten Heil (OB König), Daniel Focke (Grafik), JonnyKO via jugendfotos (Justizia)
Am gestrigen Dienstag ist Alexander Müller als Chefredakteur des moritz-Magazins zurückgetreten. Sein Rücktritt war nur ein Akt in einer unschönen Affäre um Beleidigungen, die Alexander im Rahmen der 24-Stunden-Vorlesung gegen AStA-Referenten, besonders gegen Maximilian Willmann, gerichtet hatte. Inzwischen hat sich im webMoritz-Leserkommentarbereich und auf dem Fleischervorstadtblog eine heftige Debatte um die Vorgänge entsponnen, an der sich nun auch webMoritz-Autor Gabriel Kords beteiligt:
Wie sich die studentischen Gremien in altbewährter Manier in einen Konflikt hineingesteigert haben, der viel mehr Opfer forderte, als er gemusst hätte.
Ein Kommentar
In der vergangenen StuPa-Sitzung wurde eine Personaldebatte über das Fehlverhalten Alexander Müllers geführt.
Alexander Müller hat einen schweren Fehler gemacht. Er hat sich alkoholisiert zu Beleidigungen hinreißen lassen, die in einem kaum zu überbietenden Maße zu weit gehen. Mildernde Umstände gibt es nicht. Das vorweg.
Unter diesen Vorzeichen ist Alexanders Rücktritt durchaus nachvollziehbar; für die Entscheidung, diese Konsequenz zu ziehen, ist ihm sogar Respekt zu zollen. Dennoch war der Rücktritt, besonders der sofortige, kein zwingendes Erfordernis aus den Vorfällen von Freitagnacht. (mehr …)
Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Fennistik der Universität Greifswald veranstaltet die Hans Werner Richter-Stiftung vom 4. bis 6. November zum elften Mal das alljährliche Autorentreffen Junge Literatur in Europa. Im Begegnungszentrum „Felix Hausdorff“ der Universität Greifswald (Bahnhofstraße 2) finden sich erneut junge Autoren aus Deutschland, Österreich und den Ostsee-Anliegerstaaten ein, um aus ihren Werken oder unveröffentlichten Manuskripten zu lesen und sich gegenseitig konstruktiv mit diesen auseinanderzusetzen. Ein Blick auf das Programm verrät, dass es sich bei den Autoren nicht nur um talentierte Nachwuchshoffnungen, sondern auch um bereits mehrfach national und international renommierte Größen der Branchen handelt. So finden sich mit Jens Petersen, Jan Peter Bremer, Asta Põldmäe, Vladimir Vertlib und Patrick Hofmann mehrere preisgekrönte Künstler im diesjährigen Programm.
Donnerstag, 4. November
15:30 Uhr Lucy Fricke, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Hans-Gerd Koch
16:30 Uhr Andreas Schäfer, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Hartmut Rahn
17:30 Uhr Pause
18:00 Uhr Leena Parkkinen, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Marko Pantermöller
19:00 Uhr Nuran David Calis, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Petra Grop
20:00 Uhr Jan Peter Bremer, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Gernot Wolfram
21:00 Uhr Empfang im Internationalen Begegnungszentrum
Freitag, 5. November
10:30 Uhr Jens Petersen, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Hans Dieter Zimmermann
11:30 Uhr Pause
12:00 Uhr Asta Põldmäe, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Irja Grönholm
13:00 Uhr Mittagspause
15:00 Uhr Reinhard Kaiser-Mühlecker, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Hans-Gerd Koch
16:00 Uhr Amanda Svensson, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Joachim Schiedermair, Dr. Jonas Asklund
17:00 Uhr Pause
17:30 Uhr Vladimir Vertlib, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Hartmut Rahn
Samstag, 6. November
9:30 Uhr Patrick Hofmann, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Gernot Wolfram
10:30 Uhr Nadja Einzmann, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Britta Gansebohm
11:30 Uhr Pause
12:00 Uhr Mariana Leky, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Prof. Dr. Hans-Dieter Zimmermann
13:00 Uhr Torsten Palzhoff, Autorenlesung und Gespräch, Moderation: Dr. Petra Gropp
14:00 Uhr Ende der Tagung
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist gratis.
Bilder: Startseite – Groß: Emma Lou; klein – Sabine Schmutzler; beide via jugendfotos.de, Jens Petersen und Andreas Schäfer via wikimedia.commons
„Welt, Macht, Geld“, unter diesem Motto wurden am Dienstag Abend die zehnten Entwicklungspolitischen Tage des Landesnetzwerkes Mecklenburg-Vorpommern eröffnet von der Vorsitzenden Andrea Krönert und Koordinatorin Sarah Louis. Los ging es im Pommerschen Landesmuseum mit einer Diskussion zum Film „Let´s make money“.
Globalisierungskritischer Film „Lets make money“
Es ist viel Krach zu hören im Steinbruch. Die Geier kreisen am blauen Himmel. Es ist heiß. Männer, Frauen und sogar Kinder zerschlagen Steine. Armut und Elend geht um. Eindrucksvoll zeigt die Filmszene, wie der Arbeitsalltag in einigen Entwicklungsländern aussieht, wo viele Menschen von weniger als einem Dollar pro Tag leben müssen. „Die Böden sind vernichtet, die Baumwolle ist weg und das Geld für die Baumwolle ist weg“, beschreibt ein Farmer seine dramatische Situation im Film am Rande der Sahelzone in Burkina Faso. Wo noch Baumwolle angebaut wird, berichtet ein Produktionsmanager, dass die Subventionen der Industrienationen bewirkten, dass die Menschen in den Entwicklungsländern deswegen vom Baumwollanbau nicht leben können. Es werde zu Auswanderungen nach Europa kommen, bezüglich der Flüchtlingsströme.
Der Film zeigt, wie der Finanzmarktkapitalismus funktioniert, zumindest aus Sicht der Globalisierungskritiker. Dargestellt wird im Film auch ein System von Wirtschaftskillern, wonach der Westen versuche, in Länder hereinzukommen. Sie forderten von Entwicklungsländern Privatisierungen, von denen nur die westlichen transnationalen Konzerne profitierten, nicht jedoch die arme Bevölkerung. Die Entwicklungsländer würden sich verschuldet, rückzahlbar in Naturalien. Die Weltbank und der IWF werden hier in einem schlechten Licht dargestellt.
Politikwissenschaftler Alexis Passadakis
Nach einigen Filmausschnitten diskutierten etwa 60 Zuhörer mit dem Politikwissenschaftler Alexis Passadakis über den Film und verschiedene Seiten der Entwicklungspolitik. Es kam die Frage auf, wo man sein Geld am besten anlegen solle. „Es gibt keinen Finanzkonsum auf der sicheren Seite“, antwortete Passadakis, denn das Geld lande im zweiten Schritte sowieso wieder auf den internationalen Finanzmärkten. Mit Verweis auf eine steigende Hungerzahl auf eine Milliarde Menschen sprach er sich dafür aus, diese Menschen nach Europa zu lassen und das Grenzregime abzuschaffen.
Alexis Passadakis: „Durch Handelsüberschüsse exportieren wir auch Armut, weil wir im Ausland Industrien vernichten“
Er spricht sich für einen liberalisierten Weltmarkt aus wie Zoll- und Subventionsabsenkungen. Alternativ solle ein „internationales Preisregime für Rohstoffe wie Kaffee geben“, wodurch die Weltmarktpreise zwar stiegen, die Bevölkerung in den Entwicklungsländern aber profitiere. Er kritisiert auch, dass Deutschland innerhalb der EU Handelsüberschüsse erzeugt verbunden mit Defiziten in anderen Ländern. Diese Ungleichgewichte basiere auf einer Dumpinglohnstrategie und der expansiven Exportorientierung der Bundesregierung, was beiden den Export fördere. „Armut wird durch prekäre Beschäftigung gefördert und Armut wird exportiert, weil im Ausland Industrien kaputt gemacht werden.“ Jedoch unterschlägt er hier, dass die Löhne in Deutschland die höchsten in Europa sind und vorwiegend die Hochlohnindustrien exportieren und weniger die Industrien mit niedrigen Löhnen.
Fair Trade als Ablasshandel?
Etwa 60 Teilnehmer kamen zur Eröffnung.
Gegenüber Mikrokrediten, hier erhalten einzelne Kleinstunternehmer Kredite für die Umsetzung ihrer Geschäftsidee, ist er skeptisch trotz erfolgreicher Beispiele. Es gebe auch Beispiele, wo es nicht geklappt habe mit der Folge massiver Verschuldung. Eine große Verschuldung sieht er auch bei den öffentlichen Haushalten, die er mit höheren Einnahmen aus der Erbschaftssteuer, einer Vermögenssteuer beheben will: „Deutschland hat ein Einnahmeproblem“. Durch Steuerparadiese würden der öffentlichen Hand massive Mittel entzogen, durch Steuerflucht in Deutschland etwa 65 Milliarden Euro. Steuersenkungen sieht er als Problem. Die Finanzwirtschaft will er zu einer einmaligen Vermögensabgabe zur Finanzierung der Weltwirtschaftskrise verpflichten. Über Fair Trade denkt das attac-Mitglied, dass es sich hierbei um eine gut und sehr wichtige Idee handele, aber dennoch sieht er darin auch einen Ablasshandel, wenn dadurch Menschen in den Industrieländern ihr Gewissen erleichterten. Eine Verbindung mit politischer Bildungsarbeit sei notwendig.