17.45 Uhr. Ein Zug passiert den Anklamer Hauptbahnhof. Einige wenige steigen aus, darunter auch ein älterer Herr im grauen Mantel und mit schwarzer Tasche. Er sieht sich um und lässt sich von einer kleinen Gruppe begrüßen, welche ihn zum Veranstaltungsort bringen soll. Es handelt sich bei ihm um Franz Müntefering, den ehemaligen Bundesvorsitzenden der SPD. Er ist wohl der bekannteste Politiker, der in den letzten Jahren in der Hansestadt an der Peene zu Besuch war. Grund seines Besuches war eine vom SPD Ortsverein organisierte Veranstaltung „Warum sich politisch engagieren?“ 50 Personen, welche nicht nur aus Anklam kamen, sondern auch aus näherer Umgebung, nahmen dies zum Anlass, um daran teilzunehmen. Für Müntefering selbst ist es eine recht kleine Veranstaltung, aber für Anklamer Verhältnisse hingegen ein Erfolg.
Demokratie lebt von der Mitgestaltung vieler
Franz Müntefering in Anklam. SPD-Mitglied und Theologiestudent Christopher Denda war auch dabei.
Die Veranstaltung begann: Müntefering referierte etwa eine halbe Stunde darüber, weshalb man sich politisch engagieren soll, warum er es damals tat und was er in seiner politischen Laufbahn erlebt hatte. Dabei war Müntefering weitestgehend neutral und riet zum allgemeinen politischen Engagement in demokratischen Parteien auf. „Es ist wichtig, dass sich Menschen politisch engagieren und sich für andere einsetzen“, sagte er. „Denn“, erläuterte der SPD-Politiker weiter, „eine Demokratie lebt von der Mitgestaltung vieler und nicht vom Diktieren einiger weniger.“
Man solle sich nicht von der politischen Arbeit abschrecken lassen und darf auch gerne mal anecken, denn „ wer zu 100 Prozent hinter einer Partei steht, ist nicht ganz dicht“, fuhr Müntefering fort. Darüber hinaus sollte man auch keine Angst vor dem Streiten innerhalb einer Partei, sowie mit anderen Parteien haben. Der 70-jährige Bundestagsabgeordnete erklärte: „In der Politik muss man sich streiten, aber danach noch ein Bier miteinander trinken können.“ Dies sei sehr wichtig, um Privates von Politik trennen zu können. Denen an Politik interessierten Anwesenden riet das SPD-Mitglied sich den Satz „Ein Sieg dauert seine Zeit, Niederlagen hingegen kommen viele“ einzuprägen.
Über die sozialen Sicherungssysteme
Dem Referat schloss sich eine etwa einstündige Debatte an. Während dieser wurde kurz über Thilo Sarrazin, Hartz IV, ehrenamtlichen Engagement und Bürgerinitiativen gesprochen. Zu Sarrazin selbst äußerte sich Müntefering nur dahingehend, dass er eine spätere Auflage des Buchs las und nun das unabhängige Schiedsgericht über die Zukunft entscheiden solle. Hartz IV wurde vor den anwesenden Bürgerinnen und Bürger verteidigt, aber unter dem Eingeständnis, dass sich einiges verbessern müsse. Er beobachtet auch mit Bedauern, wie sich die Politik derzeit verändert. Die sozialen Sicherungssysteme „dürfen wir uns von den FDP-isten nicht kaputt machen lassen“, so der ehemalige SPD-Vorsitzende zur aktuellen Lage. Zum ehrenamtlichen Engagement, Bürgerinitiativen und mehr Volksbefragungen auf Bundesebene äußerte sich Müntefering positiv. Er begrüßte, dass es immer wieder Menschen gibt, die sich für andere einsetzen.
Der Flyer zum Konzert von Guido Goh am 15. Oktober.
Ruhig und eindringlich erklingt das Klavier, dazu eine rauchige singende Männerstimme, es wird getrommelt. Es handelt sich hierbei um eine besondere Version des Rolling Stones-Klassikers „Paint it black“, die der Musiker Guido Goh unplugged spielt. Der Frontmann und Sänger der Indian Tea Company ist nun mit einem Solo-Programm „Sarasvati’s Devotion“ unterwegs und präsentiert dabei neben dem gecoverten Song auch eigene Stücke. Am Freitag, dem 15. Oktober, ist er zu Gast in Greifswald.
Doch spielt Goh nicht nur Klavier, sondern er begleitet sich abwechselnd selbst auch auf Gitarre oder dem indischen Zupfinstrument Sitar. Die Bandbreite seines musikalischen Könnens ist beispielsweise im Song „Far away“ zu hören. Mit rhythmischen Trommeln, der Sitar und englischen Texten wirkt das Ganze unkonventionell, nahezu exotisch. Teilweise versprühen seine Lieder ein wenig Hippie-Atmosphäre – dennoch schwingt oft eine melancholisch-schöne Note mit, wie im Video zu dem Lied „All I have“ zu sehen und hören ist.
Das Konzert wird vom Studententheater StuThe präsentiert. Es werden auch weitere Gäste, wie Daniel Anderson und Air, Knee und Bert spielen. Ab 19.30 Uhr beginnt die Veranstaltung im Campo Allegre in der Langen Straße 8. Der Eintritt beträgt sechs, ermäßigt vier Euro.
Aufgrund von Mindereinnahmen von 3,4 Millionen Euro hat die Stadt Greifswald die Notbremse gezogen und für den Rest des Jahres eine Haushaltssperre erlassen. In einer Pressemitteilung vom 11. Oktober heißt es, dass davon nur der Verwaltungshaushalt betroffen sei und nicht der Vermögenshaushalt. Konkret bedeutet dies, dass die Investitionen von der Haushaltssperre nicht betroffen sind.
Einsparungen können Mindereinnahmen nicht ausgleichen
König: "Die nötigen Spielräume für Investitionen und für die Entwicklung der Stadt sind nur bei ausgeglichenen Haushalten vorhanden."
Von den Mindereinnahmen von 3,4 Millionen Euro entfallen laut Prognosen insgesamt 2,5 Millionen Euro auf die konjunkturabhängige Gewerbesteuer. Dem gegenüberstehenden Sparbemühungen in Höhe von fast 3,1 Millionen Euro können die Mindereinnahmen aber nicht ausgleichen, so dass die Stadt den Haushalt ohne Sperre mit einem Fehlbetrag den Haushalt belasten würde, der den Haushalt 2011 belastet würde. Allerdings stellte der kommissarische Stadtkämmerer Dietger Wille am Dienstagabend in der Verkehrsausschusssitzung klar, dass der Haushaltsentwurf für 2011 einen ausgeglichenen Verwaltungshaushalt vorsieht.
Investitionen nicht betroffen
„Die nötigen Spielräume für Investitionen und für die Entwicklung der Stadt sind nur bei ausgeglichenen Haushalten vorhanden. Aus diesem Grunde müssen defizitäre Haushaltsabschlüsse soweit wie möglich vermieden werden“, begründet Oberbürgermeister Dr. Arthur König (CDU) die Haushaltssperre, die bedeutet, dass nur noch Ausgaben getätigt werden dürfen, wenn die Stadt dazu gesetzlich oder vertraglich dazu verpflichtet ist oder wenn der Stadt ein Schaden aus der unterlassenen Ausgabe entstehen würde, heißt es in der Pressemitteilung abschließend. Jedoch fallen damit alle freiwilligen Ausgaben weg, die Greifswald noch tätigen könnte und erzielt damit weitere Einsparungen.
Vielfältige Ausstellungen sind vom 12. bis 15. Oktober zu sehen.
Viel Kunst gibt es diese Woche zu sehen. Der Grund: Die Lehramtsstudierenden des Caspar-David-Friedrich-Instituts (CDFI) stellen ihre Ergebnisse der 1. Staatsexamensprüfungen aus. Und die können sich sehen lassen. Über die ganze Woche verteilt finden Ausstellungseröffnungen statt. Es werden Installationen, Gemälde, Fotografien und weiteres präsentiert.
Bereits am Montag, dem 11. Oktober, fand die Vernissage mit Arbeiten von Anett Lewerenz statt. Ihre Ausstellung trägt den Titel „sha Gei“ und ist im Malsaal des Kunstinstituts in der Bahnhofstraße 46/47 zu sehen. Ebenfalls am Montag eröffnete die Präsentation „Abschied“ von Sarah Breloer.
Am Dienstag folgten die Ausstellungen „formen suchen“ und „m r t “ von Rosa-Valentina Engel und Anja Maria Bönisch in den Räumen der Alten Frauenklinik in der Wollweberstraße, bis zum 15. Oktober werden diese hier zu sehen sein.
Geschichtenlieder und Rückblicke
Alle Ausstellungen, die Orte und Öffnungszeiten im Überblick.
Es folgen weiterhin am Mittwoch drei weitere Vernissages, wie „Mein Block“ oder „GU.b“. Am Donnerstag, dem 14. Oktober, werden außerdem folgende Ausstellungen eröffnet: „Geschichtenlieder“ von Susann Jonneg in der Burgstraße 11 und „gestellt“ von Lilli Idt, die im 1. Obergeschoss der Domstraße zu sehen sein wird. Am Freitag findet die Präsentationsreihe dann ihren Abschluss, unter anderem mit „Rückblicke“ von Martin Mumm, dessen Werke in der Dompassage ausgestellt werden, oder „fernweh“ – die Arbeiten von Mareike Bührmann werden ebenfalls in der Dompassage zu sehen sein.
Die Öffnungszeiten und Dauer des Ausstellungen sind unterschiedlich, doch bis zum 22. Oktober wird die letzte zu sehen sein.
Was dem Stuttgarter sein Durchgangsbahnhof, ist dem Greifswalder sein Fahrradkeller.
„Baubeginn: 27. September – Fahrradkeller wieder bezugsfähig: 01. Oktober.“
Der Fahrradkeller im Wohnheim Ernst-Thälmann-Ring
So war es angekündigt im Wohnheim Ernst-Thälmann-Ring, aber daraus wurde nichts. Erst heute wurden die hoffentlich letzten Arbeiten in den Fahrradkellern der Gewölbekeller abgeschlossen. Rechnet man die Wochenenden raus, macht das immer noch einen Zeitverzug von über 400 Prozent. Ob es auch mehr gekostet hat – wer weiß?
Acht Uhr Morgens, lautes Rumgeräume, Hämmern auf die Heizungsrohre, zwei Bohrlöcher, Frühstückspause, ´ne Stunde malern, Feierabend: Seit dem 27. September jeden Tag das gleiche Spiel. Als fauler Student schleppe ich mich dann brutal geweckt um halb neun Richtung Bibliothek. Dass ich erst um 10 Uhr meine sechs Stunden Tagespensum anfangen wollte, weil ich die Nacht davor bis um halb eins gearbeitet hab – geschenkt. Heute wird ein schöner Tag, nach der Bibo, zweiter Nebenjob. Immer mit dem Satz im Ohr „Um Acht fangen wir an, … `nen paar Studenten wecken, höhö“, von meiner Mitbewohnerin den Handwerkern abgelauscht, die gerade aus ihrem Wochenende gekommen waren. Wochenende? Lange nicht gehört das Wort, muss beim Lernen und Arbeiten irgendwie untergegangen sein.
Der Hit ist das Ergebnis der behördlich genehmigten Ruhestörung. Gut, für die räumlich miserablen Gegebenheiten kann keiner was, aber welche weibliche Studentin unter 1,75m Körpergröße soll ihr Fahrrad an die Fleischerhaken wuchten, welcher männliche Student sein Zugeparktes auf Zehenspitzen über fünf andere balancieren? Lösungsvorschläge? Bin ich hier der Handwerksexperte!
Die von „Der Firma“, wie wir sie in unserer WG nennen, aber anscheinend ebenso wenig. Wer einmal auf dem Bau gearbeitet hat hört das: Das sind keine scharfen Bohrer, das ist nicht mal `ne ordentliche Bohrmaschine, die sich da millimeterweise durch den Beton ächzt. Dafür das Fahrzeug immer schön auf´m Rasen geparkt – Profis !
Proteste hat es in Greifswald nicht gegeben, zum Glück auch keine Wasserwerfer und verlorenes Augenlicht, aber die Parallelen zum Schwabenlande sind offensichtlich.