Ab Montag: Studenten fahren kostenlos Schnellbus

Das Busunternehmen „binschonda“, das seit Juni eine Schnellbusverbindung zwischen Rostock und Stralsund betreibt, wendet sich nächste Woche mit einem Spezialangebot an alle Studenten: Wer beim Einstieg in den Bus seinen Ausweis vorzeigt, fährt gratis. Das Angebot gilt für vier Tage. Die von der Gesellschaft herausgegebene Pressemitteilung formuliert die Bedingungen für das Angebot so:

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„Jeder Student, der einen gültigen Studentenausweis im Bus vorzeigt, wird von Montag, dem 26.Oktober, bis Donnerstag, den 29. Oktober, kostenlos befördert.“

Wer also schon immer mal nach Rostock zum Einkaufen fahren oder jemanden besuchen wollte, kann das nun kostenlos umsetzen. Der Hintergrund der Aktion liegt auf der Hand: Das Busunternehmen will sein Angebot den Studenten schmackhaft machen. So sei die Aktion auch vor allem an Erstsemester gerichtet, ließ uns das Unternehmen wissen. Eine Begrenzung auf eine Hin- und Rückfahrt pro Person oder auf Studenten aus Greifswald gibt es bei dem Angebot allerdings nicht.

Das Unternehmen teilte uns weiter mit: „Die Platzkapazitäten im Schnellbus sind begrenzt. Es empfiehlt sich daher vorab einen Sitzplatz über www.binschonda.de/sitzplatzreservierung oder über die Hotline 01805 67 44 35 (Mo-Fr, 9-15 Uhr) zu reservieren.“

Fahrplan nach den Ferien nur mäßig erweitert

binschonda1Wie webMoritz.de berichtet hatte, hatte das Unternehmen mit Juli und damit anderthalb Monate nach dem Marktstart seinen Fahrplan radikal reduziert. Aus dem ursprünglich tagsüber angebotenen Studentakt wurden vier bis sechs Fahrten je Tag und Richtung. Damals hatte das Unternehmen erklärt, es wolle nach der vorlesungsfreien Zeit den alten Fahrplan wieder aufnehmen.

Das war zu Semesterbeginn Anfang Oktober jedoch nicht der Fall. Nach wie vor fährt der Bus nur vier bis sechs mal täglich, allerdings jetzt auch sonntags. Die Anpassung des Fahrplans dürfte mit der unzureichenden Auslastung des Busses im Studentakt zusammenhängen, das Unternehmen spricht von „Optimierungen“ des Fahrplans.

Bilder: Gabriel Kords/Archiv

Gegendemo gegen NPD-Aufmarsch in Stralsund geplant

Am kommenden Samstag Abend wird ein Festakt zur 775-Jahr-Feier in Stralsund stattfinden, zu dem auch die Bundeskanzlerin und Stralsunder Wahlkreis-Abgeordnete Angela Merkel erwartet wird. Tagsüber jedoch haben NPD und Freie Kameradschaften einen „Gedenk- und Trauermarsch“ angemeldet, zu der 300 Teilnehmer erwartet werden. Wie es bei Endstation Rechts heißt zeigt die Wahl des Datums, dass es um Provokation geht. Trotz eines offenen Briefs der SPD-Bundestagsabgeordneten Sonja Steffen (Wahlkreis Stralsund – Nordvorpommern – Rügen) an Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) mit der Bitte um ein Verbot, wird die Veranstaltung stattfinden. Begründet wird die Bitte der SPD-Abgeordneten mit dem Besuch der Kanzlerin.

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Ausschnitt aus dem Demo-Aufruf

Verschiedene Gruppierungen, darunter die Linksjugend [’solid] Rügen-Stralsund-Nordvorpommern haben „alle demokratischen Kräfte“ zur Gegendemo aufgerufen, die von der Antifa Stralsund angemeldet wurde und organisiert wird. Die Greifswalder Antifa lädt heute abend ein zu einer Infoveranstaltung um 19 Uhr im IKuWo. Wer am Samstag teilnehmen möchte, soll sich um 9 Uhr am Hauptbahnhof einfinden. Geplant ist eine Fahrt mit dem MV-Ticket um 9:22 Uhr.

Laut Infotelefon werden neben den genannten Gruppen aus Mecklenburg-Vorpommern aus Gäste aus Polen und Berlin erwartet.

Bilder: webMoritz-Archiv, Screenshot

Hochschul-Piraten (HoPis) offiziell gegründet

Wie angekündigt trafen sich gestern einige Piraten zur Gründung einer Hochschulgruppe. Die rein männliche Gruppe um sieben Piraten und ein Nicht-Mitglied diskutierte organisiert-chaotisch über die Satzung und kam nach einer guten halben Stunde zu einer vorläufig endgültigen Fassung.

Wie Tristan Varbelow, Kreisvorsitzender der Piratenpartei, auf seinem Blog schon während des Treffens schrieb, wurde die Satzung um kurz nach 21 Uhr einstimmig angenommen und danach der Vorstand bestimmt. Der neuen Hochschulgruppe wird Matthias Lindemann Bahner vorsitzen, Paul Wild wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden, Tino Lohse zum Kassenwart gewählt.

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Gründung der Hopis (Christoph Schüler, Paul Wild, Tino Lohse, Matthias Lindemann, Martin Gülzow, Sebastian Jabbusch, Martin Hackbarth, Tristan Varbelow)

Eine eigene Webseite für die Gruppe ist derzeit noch  in Planung. Sie soll möglichst eine eigene Adresse bekommen und nicht Unterseite eines bestehenden Angebots sein.

Mit Sebastian Jabbusch ist die Hochschulgruppe schon im StuPa und im Senat vertreten. Jabbusch, inoffizieller Pressesprecher und Vorstandsmitglied des Kreisverbandes, ließ nach der Gründung verlauten, dass neue Mitglieder willkommen seien und dass das Wahlprogramm für die Stupa-Wahlen im Januar im Entstehen sei. Für die programmatische Ausrichtung der Hochschulgruppe gibt es derzeit nur die Stichpunkte, die sie in ihrer Ankündigung genannt hatten.

Foto: Julia Löcherbach

Prognos(e) mit vielen Fragezeichen

Die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald besitzt seit zehn Jahren ein Leitbild, das aus einer Arbeitsgruppe von Verwaltung, Universität und Bürgern hervorgegangen ist. Federführend war damals das Geographische Institut der Universität unter Leitung von Professor Helmut Klüter und Mitarbeitern. Dieses Leitbild soll nun aktualisiert werden und den neuen Herausforderungen, die vor der Stadt stehen angepasst werden. Die Aufgabe übernimmt die Prognos AG (webMoritz berichtete), die vom Oberbürgermeister damit beauftragt wurde. Ganz abgesehen davon, dass die meisten Bewohner Greifswalds noch nie etwas von dem Leitbild der Stadt gehört haben, hört sich die Idee einer Aktualisierung nach zehn Jahren auf den ersten Blick nachvollziehbar an.

Der Teufel liegt im Detail

Wenn man jedoch genau hinschaut, dann ergeben sich allerdings mehr und mehr Fragen. Das Leitbild der Stadt, obwohl 10 Jahre alt, beinhaltet allgemeingültige Aussagen, wie sich Greifswald entwickeln soll und auf welche Aspekte die Stadt sich vornehmlich konzentrieren möchte bzw. sollte. Diese machen durchaus noch den Eindruck, noch aktuell zu sein, denn generell gab es in Greifswald keine großen Umwälzungen in den vergangenen zehn Jahren, sodass eine Präzisierung des Leitbildes nicht unbedingt nötig erscheint. Wie es auf der Internetseite der Stadt zu lesen ist, empfiehlt der Beirat eine Präzisierung des Leitbildes durch die externe Beratungsfirma Prognos AG. Diese soll dabei eng mit Stadt, Bürgern, und Universität zusammen arbeiten.

Prognos – ein alter Bekannter

Auftaktveranstaltung Referent Dr. Steden (Prognos AG)

Referent Dr. Steden (Prognos AG) beeindruckte mit Power-Point-Folien (Prognos AG)

Die Beratungsfirma Prognos ist für die Stadt Greifswald kein Unbekannter. Prognos und das Handelsblatt bestätigen in ihrer Studie „Zukunftsatlas 2007“, dass Greifswald eine der Aufsteigerstädte im Bundesvergleich ist. Besonders hervorgehoben wurden unter anderem die hohe Zahl an jungen Leuten, ein überdurchschnittliches BIP-Wachstum und der bundesweit höchste Besatz in den „Zukunftsbrachen“. Negativ fiel den Machern der Studie die niedrigste (!) Produktivitätsrate im Bundesdurchschnitt und eine sehr hohe Kriminalitätsrate auf. Sehr widersprüchliche Ergebnisse also… (mehr …)

Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ im IBZ

Vom 23 bis 25 Oktober 2009 findet im Internationalen Begenungszentrum der Universität Greifswald die Autorentagung „Junge Literatur in Europa“ statt. Hierbei werden Texte von Autorinnen und Autoren aus deutschsprachigen Ländern, deutsch schreibende Schriftsteller ausländischer Herkunft sowie Autorinnen und Autoren aus den Anrainerstaaten der Ostsee zu Wort und Schrift kommen.

buch_autor-220x350-Louisa_Manz_jugendfotos_deModeriert wird die Verananstaltung von Literaturwissenschaftlern der verschiedenen Institute, Lektoren und Autoren. Der Eintritt ist frei. Das Programm der Tagung findet ihr hier als PDF.

Veranstalter ist die Hans-Werner Richter-Stiftung und der Lehrstuhl für Fennistik. Neben der thematischen Ausrichtung auf Europa soll der diskursive Charakter der Tagung in der Tradition der berühmten „ Gruppe 47“ stehen. Damit ist zum einen sicherlich die Möglichkeit gemeint, noch unbekannten Jungautoren eine Plattform zu geben. Ob es darüber hinaus auch zu einer fruchtbaren, bloße Literaturkritik überschreitende Diskussion kommen wird bleibt abzuwarten.

Besondere Aufmerksamkeit dürften in diesem Jahr sowohl Verena Roßbacher mit der Lesung aus ihrem fulminanten Debüt „Verlangen nach Drachen“ als auch der in Greifswald geborene Volker H. Altwasser mit seinem historischen Roman „Letzte Haut“ auf sich ziehen.

Bild:

Louisa Manz via jugendfotos.de