von moritz.magazin | 20.07.2009
…ganz Greifswald? Nein, und erschreckenderweise ist es nicht nur ein kleiner Teil, der sich widersetzte. Knappe 40 Prozent gingen wählen, zu groß schien die Politikverdrossenheit, das schlechte Wetter demotivierte zusätzlich. Dabei hatten gerade die Studenten die Qual der Wahl, wer sich in Zukunft gerade für ihre Belange einsetzen würde. Denn auf den Listen wimmelte es nur so von Studenten und Dozenten.
moritz traf einige universitäre Verteter im Interview.

moritz Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Gedanken, als Sie erfahren haben, dass Sie in die Bürgerschaft eingezogen sind.
Franz-Robert Liskow Als mein Name in der Wahlnacht fiel, habe ich mich sehr gefreut. Leider musste ich den Abend mit einem lachenden und einem weinenden Auge beenden, da ich über das Wahlergebnis meiner Partei sehr enttäuscht war und bin. Für mich hätten es nicht nur mindestens drei Sitze mehr sein müssen, sondern auch mehr Kandidaten der Jungen Union sein können. (mehr …)
von moritz.magazin | 20.07.2009
Eigentlich ist das Leben nicht wie im Film. Manchmal liegen jedoch sogar in der vorpommerschen Provinz Realität und Fiktion sehr nah beieinander. Eine alte LPG-Anlage, Korruption, ausländische Investoren, viele tausend Schweine – das ist der Stoff, aus dem man gut einen Polizeiruf 110 drehen kann. Dabei soll in Alt-Tellin im Landkreis Demmin, 40 Kilometer südlich von Greifswald, die größte Ferkelproduktionsanlage Europas enstehen.Es geht um Fleischproduktion der Superlative, 10.000 Muttersäue, die 250.000 Ferkel jährlich werfen. 65.000 Schweine würden permanent auf einer Fläche von sechs Hektar stehen – das macht ungefähr einen Quadratmeter pro Schwein. Obwohl laut einer Umfrage 60 Prozent der Dorfbevölkerung das Projekt ablehnen, entschied der Gemeinderat mit fünf zu vier Stimmen, dem Investor grünes Licht zu geben. 40 Arbeitsplätze sind der Köder, den der niederländische Unternehmer Adriaan Straathof ausgeworfen hat – der Gemeinderat hat angebissen. Und was entschieden ist, ist entschieden. (mehr …)
von Gabriel Kords | 20.07.2009
„Arndt war kein Antisemit“, erklärte Professor Reinhard Bach vor zwei Wochen in der Ostsee-Zeitung und löste damit viel Streit aus. Ob er recht hat oder nicht, soll nun in einer Podiumsdiskussion geklärt werden.

Professor Herzig
Der AStA und die StuPa-AG „Namensgebung Uni Greifswald“ laden dazu am Donnerstag um 20 Uhr (s.t.) ins Ikuwo ein. Die studentische Initiative „Uni ohne Arndt“ will damit den Dialog und die Diskussion über den neuerdings wieder umstrittenen Namenspatron fördern. Die Debatte steht unter dem Titel: „Ernst Moritz Arndt – Fragen an Rassismus, Antisemitismus und völkischen Nationalismus im frühen 19. Jahrhundert“.
Als Gäste haben die Organisatoren neben Professor Bach auch den Historiker Prof. Arno Herzig aus Hamburg, Prof. Stamm-Kuhlmann, Lehrstuhlinhaber Neuste Geschichte sowie Prof. Werner Buchholz, Lehrstuhlinhaber für Pommersche Geschichte am Historischen Institut, gewinnen können. Präsentiert wird die Debatte von der Amadeu Antonio Stiftung aus Berlin, die diese Diskussion als Teil ihres Rahmenprogramms zur Ausstellung „Antisemitismus in der DDR“ (wir berichteten) veranstaltet.
Im Rahmen der Podiumsdiskussion werden die Besucher auch die Möglichkeit haben, sich mit Fragen an die Teilnehmer zu richten. Die Veranstalter kündigen an, unter anderem auch danach zu fragen „warum Arndts “Antisemitismus” in der DDR so wenig beachtet wurde.“ Darüber hinaus soll es aber vor allem um Arndts eigentliche Schaffenszeit, das frühe 19. Jahrhundert, und die Bewertung seiner Person gehen.
Die Veranstaltung wird vom Stadtradio „98eins“ live im Radio und via Livestream ins Internet gesendet werden. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Initiative verfügbar.
Kurz & knapp:
- Ort: Internationales Kultur und Wohnprojekt (IkuWo)
- Zeit: 20 Uhr (s.t.), diesen Donnerstag, 23.7.09
- Eintritt: kostenlos
- Gäste: Prof. Dr. Arno Herzig (Hamburg), Prof. Dr. Reinhard Bach (Greifswald), Prof. Dr. Werner Buchholz (Greifswald). Angefragt wurden, aber noch nicht zugesagt haben: PD Dr. Birgit Aschmann (Kiel – angefragt), Prof. Dr. Thomas Stamm-Kuhlmann (Greifswald – angefragt) und die Vorsitzende der Amadeus Antonio Stiftung Anetta Kahan (Berlin – angefragt)
- Moderation: Marcus Unbenannt
Text & Bildquelle: Pressemitteilung der Initiative
Bild Startseite: sven_kindler via Flickr
von Gastautor*in | 19.07.2009
Im Rahmen unserer Serie „Greifswalder rund um den Globus“ erscheinen in loser Abfolge Berichte von Kommilitonen, die Teile ihres Studiums im Ausland verbracht haben. Dieses Mal berichtet Gerardo Petrino über sein Pflegepraktikum an einem rumänischen Krankenhaus.
Im zusammenwachsenden Europa und in einer globalisierten Welt ist ein beruflicher Austausch über die Grenzen hinweg notwendig. So war es für mich im vorklinischen Medizinstudium im Rahmen der zu absolvierenden Pflegepraktika sehr interessant, die pflegerische Betreuung kranker Menschen in einem anderen Land mit den Umständen in Deutschland zu vergleichen. Als Greifswalder Medizinstudent absolvierte ich in der Vorklinik nach einer Vermittlung durch den Malteser-Auslandsdienst ein dreißigtägiges Pflegepraktikum im „Spitalul Judetean de Urgenta Alba“, dem Bezirkskrankenhaus in Alba Iulia, einer 70.000 Einwohner großen Stadt in Transilvanien.

Das "Spitalul Judetean de Urgenta Alba" in Alba Iulia, Rumänien
Mein Ansprechpartner beim Malteser-Auslandsdienst und ein Kommilitone der Universität Münster, der ebenfalls ein Praktikum im selben Hospital machen sollte, vermittelten auch bei Flug und Unterkunft, sodass schon im Vorfeld alles wesentliche organisiert war. Inzwischen muss man sich ja auch nicht weiter um Visum und anderweitige Formulare kümmern, da beide Länder zur EU gehören. Einen Hin- und Rückflug gab es günstig bei der ungarischen Billigflug-Gesellschaft „Wizzair“ und eine Unterkunft konnte ich nach Vermittlung privat anmieten. (mehr …)
von Timo David | 19.07.2009
Nicht nur draußen war es warm, als die Big Band der Universität Greifswald am vergangenen Donnerstag zum Semesterabschlusskonzert ins Internationale Kultur- und Wohnprojekt (IKuWo) in der Goethestraße einlud, um sich musikalisch in die vorlesungsfreie Zeit zu verabschieden. Denn auch im IKuWo selbst heizte die Big Band mit einem engagierten Auftreten den knapp einhundert Gästen ein und bot ein buntes Musikprogramm.
So startete das Programm mit dem eingängigen Thema der „Rocky“-Filme und ließ in gleicher Weise im weiteren Verlauf des zweistündigen Auftritts bekannte Soundtracks wie Quincy Jones’ „Soul Bossanova“ aus der Austin Powers-Reihe oder die „Simpsons“-Titelmelodie folgen. Für Abwechslung sorgten Jazz-Balladen als ruhigere Nummern und eine Interpretation von Carlos Santana’s „Evil Ways“.

Die Big Band der Uni Greifswald
Aber auch viele swinglastigere Nummern fanden bei dem Auftritt ihren Weg in die Show unter dem Motto: „It Don’t Mean a Thing if It Ain’t Got That Swing“ inklusive des gleichnamigen Songs. Dabei setzte man auf Stücke des Pianisten William „Count“ Basie und seines „Count Basie Orchestras“, einer der bekanntesten Formationen der Jazzgeschichte.
Speziell das von Dirigent und Leiter Hendryk Wörlitz als „besondere Herausforderung für die Band“ angekündigte Stück „Lil’ Darlin“ rief hier bei den Zuschauern eine sehr positive Resonanz hervor. Und so durfte die Band sich selbst belohnen mit dem Titel „Swing Machine“, der den Trompetern, Posaunenspielern und Bassisten reichlich Freiraum für die improvisierten und jazztypischen Soli gab, die den Bandmitgliedern sichtlich Freude bereiteten – und in der Tat: Auch der Dirigent zog das Fazit, dass „der Auftritt heute Abend sehr viel Spaß gemacht hat und ein schöner Abschluss des Semesters war“. Zugleich appelliert er an Interessierte, die musikalische Erfahrung haben, diese in die Band einzubringen: „Leute, die Spaß an Musik – besonders am Swing – haben, sind herzlich eingeladen, während der Vorlesungszeit dienstags zu unseren Proben in die Domstraße 20a zu kommen und sich das Ganze mal anzuschauen und mitzumachen.“
Alles in allem ein sehr gelungener Auftritt, der nach zwei Zugaben sein Ende fand und den Zuschauern die Möglichkeit gab, wieder an die frische Luft zu gehen oder den Abend im IKuWo bei einem Kaltgetränk ausklingen zu lassen.
Foto: Timo David