von Julia | 24.05.2009
Wie versorgt man sich in der Zeit von 23 bis 19 Uhr mit guter Musik? D.h. in den 20 Stunden, wenn kein Radio 98 Eins läuft? Das Internet hilft hier kostenlos, sowohl mit Streams als auch mit Downloads. Ein kleiner Überblick mit Vor- und Nachteilen.
Last.fm
Der wohl bekannteste Streaming- und Webradiodienst in Deutschland ist Last.fm, der einerseits das Hören von Musik erlaubt (per verschiedener sog. Stationen oder direkt bestimmte Songs) als auch das Aufzeichnen der gehörten Musik registrierter Benutzer. Letzteres wird „Scrobbeln“ genannt und dient dazu ein Profil zu erstellen, womit dann gleichgesinnte Nutzer und über diese neue Musik gefunden werden kann. Wer will, kann sich in ein vollwertiges soziales Netzwerk stürzen, Freunde hinzufügen, Gruppen beitreten und Blogbeiträge schreiben. Alles natürlich unter dem Gesichtspunkt der Musik.
Wer sich nicht anmelden möchte, kann einfach nur Musik hören und das auf vielfältige und spezielle Weise. Das Angebot ist groß und seit Neuestem können die Stationen mit bis zu drei Künstlern und Tags erstellt werden (sog. Kombo-Radios, siehe Screenshot).
Fazit: Breites Angebot und komfortable Einschränkung auf die zu hörende Musik, Soziales Netzwerk
Nützliche Zusatztools: wikiFM (Einblenden von Wikipedia-Infos zur gewählten Station), Fire.fm (Firefox-Erweiterung zum Anhören von Stationen)
Aupeo
Verschiedene Aspekte des Online-Hörens verfolgt das Berliner Startup Aupeo. Auf der weiß-hellgrün gehaltenen Seite findet man sich schnell zurecht und der Hörgenuß kann durch Eingeben eines Künstlernamens oder einer Stimmung losgehen. Einer Stimmung? Ja, man klickt in das bunte Rad und wählt evtl. noch Genre, Schnelligkeit und Jahrzehnt aus und das Aupeo-Radio spielt passende Musik (s. Screenshot). Alleine dieses Konzept verdient eine nähere Beschäftigung mit dem Dienst. Das sog. Mood-Radio hat manchmal etwas eigenwillige Vorstellungen davon, was „energetisch“ oder „melancholisch“ bedeutet, aber die ungewollten Songs kann man ja überspringen.
Wer seine Präferenzen speichern möchte, kann sich anmelden und dann auch Freunde und „Nachbarn“ finden, Gruppen beitreten etc, wie man das von sozialen Netzwerken so kennt. Es dauert allerdings eine Weile bis es Empfehlungen gibt, da zur Einschätzung des Musikgeschmacks eine gewisse Basis vorhanden sein muss.
Die Musik wird gestreamt und das mit einer annehmbaren Qualität. Dazu heißt es bei netzwertig:
Laut Heise werden alle Titel von Aupeo als CD gekauft und gerippt, um unabhängig über die angebotene Qualität des Streams entscheiden zu können. Derzeit wird mit 64 oder 128 kBit/s übertragen, 192 kBit/s sind geplant.
Fazit: Interessante Idee, mögliche Alternative zum Platzhirsch Last.fm
Weitere Alternative: Das Stimmungskonzept gibt es auch bei rockola.fm, für das man jedoch des Spanischen mächtig sein muss, da es keine Übersetzung gibt.
Laut.fm
Das Radiokonzept noch ein Stück weitergedacht hat laut.fm, bei dem Nutzer ihre eigenen Station zusammenstellen können und dafür aus den mittlerweile über 150.000 Songs auswählen oder selber neue hochladen können. Es gibt radiotypische Vorgaben (keine Veröffentlichung der Playlist, maximal drei Songs eines Interpreten, zufällige Wiedergabe bei einer Wiedergabeliste unter drei Stunden) und die Möglichkeit, einen Sendeplan zu erstellen.
Passiv kann man das Ganze natürlich auch genießen und aus den mehreren Hundert Stationen nach Genre oder Beschreibung auswählen. Oder schauen, welche Songs gerade laufen und sich hier und dort nach Lust und Laune einklinken. Die Stationen können direkt auf der Seite per Stream gehört werden, mit verschiedenen Mediaplayern (erfolgreich getestet mit iTunes, Windows Media Player, Winamp und MediaMonkey), aber auch mit dem iPhone und Internetradios wie dem Noxon iRadio.
Fazit: das moderne Radio zum Selbergestalten
Jamendo
Wer nicht nur Musik anhören möchte, sondern sie auch runterladen und mitnehmen und vielleicht sogar weiter verwenden möchte, der ist bei Jamendo an der richtigen Adresse. Die dort angebotene Musik wird unter einer von sechs Creative Commons-Lizenzen veröffentlicht, d.h. die Musik kann in jedem Falle privat genutzt werden und unter bestimmten Bedinungen für eigene Zwecke verwendet werden (Name des Künstlers angegeben werden, kommerzielle Nutzung evtl. erlaubt, Veränderung evtl. erlaubt).
Natürlich finden sich hier vor allem unbekannte Künstler (knapp 200.000 Alben), doch das Entdecken neuer Musik geht über Bestenlisten oder nach Genre. Das Anhören der Musik geht direkt auf der Seite und das Erstellen von Playlisten ist möglich. Auch hier gilt wieder, dass man sich Registrieren kann und so seine Präferenzen speichern und am sozialen Netzwerk teilnehmen kann. Wer selber Musik macht, kann seine Werke der Öffentlichkeit präsentieren, ohne die Rechte abtreten zu müssen.
Fazit: Musik zum Behalten unter einer CC-Lizenz, Möglichkeit zum Verbreiten der eigenen Musik
Free Music Archive
Einen ähnlichen Weg geht das Free Music Archive, auf dem ebenfalls Musik unter einer CC-Lizenz, aber auch anderen Modellen angeboten wird. Auch hier gilt, dass man neue Musik nach Genre und Beliebtheit entdecken und herunterladen kann, Playlisten erstellen und sich registrieren kann. Das Abspiel- und Navigationskonzept ist etwas intuitiver als bei Jamendo, doch letztendlich wird der Geschmack darüber entscheiden, welcher Seite man den Vorzug gibt.
Fazit: Musik zum Behalten und Bearbeiten
Dies ist nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten, die jedoch alle auf legale Weise kostenlose Musik anbieten und das sowohl im Mainstream- als auch im unbekannten Bereich.
Bilder:
Screenshots der verlinkten Seiten
Bild Startseite: Sebastian Schütz via jugendfotos.de
von radio 98eins | 24.05.2009

Erscheinungsdatum: 22.05.2009
Label: Bella Union
Die CD der Woche bei radio 98eins:
My Latest Novel mit dem Album „Death and Entrances“
My Latest Novel ist eine fünfköpfige Band aus dem schönen Schottland. Die Band gründete sich nach und nach um das Brüderpaar Chris und Gary Deveney. Mitte 2005 stellte sich die Band bei einer Musikmesse in Manchester vor. Dieser Auftritt lohnte sich, denn dort fanden sie ein Label und kurz darauf Ende 2005 veröffentlichten sie auf Bella Union ihre erste Single „Sister Sneaker, Sister Soul“. Im jahr darauf folgte ihr erstes Album „Wolves“.
Nun 2009 kommt endlich ihr zweites Album „Death and Entrances“ heraus. Auf ihrer Internetseite konnte man Anfang des Jahres schon den Song „All in All in All is All“ herunterladen. Das Lied zeigte eine melancholische Epik, die man auch im Rest des Albums wieder finden kann. Grosse Melodien und fantastische Texte charakterisieren „Death and Entrances“ und ist damit ein wunderbares Album für Freunde von zum Beispiel Arcade Fire.
Gewinnen:
Auch diese Woche könnt ihr wieder ein Exemplar des Albums gewinnen. Um dieses zu gewinnen müsst ihr nur die Frage aus unserer Sendung “Das Magazin” zwischen 19-20 Uhr beantworten und die Lösung an musik@98eins.de schicken.
Der Gewinner oder die Gewinnerin wird unter den richtigen Einsendungen ausgelost und am Montag, den 01.06., benachrichtigt.
Die Verlosung läuft bis Sonntag den 31.05.09, 12 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
von Gastautor*in | 24.05.2009
Wie in jedem Jahr findet auch in der diesjährigen Projektwoche eine Simulation der Vereinten Nationen statt. Der GreiMUN e.V. lädt alle Studenten dazu ein, am Workshop teilzunehmen und die Grundlagen der Diplomatie, den Aufbau der UN und die Atmosphäre von UN-Sitzungen kennenzulernen und mitzuerleben. Es sind bereits über 20 zukünftige „Delegates“ registriert.
Der Höhepunkt des Workshops ist eine Simulation des UN-Sicherheitsrates. Die Teilnehmer des Workshops nehmen selbst die Rolle von Diplomaten ein und vertreten die Position eines zugeteilten Landes. Nach der Simulation lädt GreiMUN e.V. zu Beachvolleyball und einem deftigen Barbecue ein.
Alle Studenten jeglicher Fachrichtung sind herzlich dazu eingeladen. Der in der Projektwoche stattfindende Workshop dient als kleiner Vorgeschmack auf das NMUN- Vorbereitungsseminar, das im Wintersemester startet. Wie jedes Jahr werden dort die Teilnehmer für die National Model United Nations (NMUN) in New York City ausgewählt. Diese finden dann wieder im April 2010 statt.
Anmeldung und weitere Informationen gibt es entweder per E-Mail (info@greimun.de ), auf der Greimun-Website oder in der Studi-VZ Gruppe „Projektwoche — your experience in diplomacy!!“.
Termine:
- 02.06 – 04.06.2009 GreiMUN Workshop
- 05.06 – 06.06.2009 Simulation Generalversammlung/ Sicherheitsrat
Text: Alexander Kendzia
Bilder: Greimun
von Arik Platzek | 23.05.2009
Ein Kommentar von Arik Platzek
„Erfahrung ist zwar ein Licht, aber eher ein Rücklicht als ein Scheinwerfer.“ Meint der angeblich im Jahr 1942 geborene Erhard Blanck. Wer er wirklich war, weiß Google nicht. Dass ein schmales Google-Suchergebnis mehr von Vor- als Nachteil ist, wird vielen Studenten immer klarer. Dass der mysteriöse Autor auch nicht ganz Unrecht hatte, wurde in der Diskussion um die nächste Vollversammlung auf der außerordentlichen Sitzung des StuPa am 20.5. überaus klar.
Natürlich, man muss nicht viel darüber streiten: Wer den Wert von Erfahrungen und langwierig erworbenen Kenntnissen grundsätzlich nicht schätzt, fördert prinzipiell vor allem die Rück- als die Weiterentwicklung der jeweils betroffenen Sache. Egal, ob es sich nun darum handelt, einen köstlichen Kuchen, ein erfolgreiches Raumfahrtprogramm oder ein gelungenes Examen in die Welt zu setzen – Erfahrung ist äußerst hilfreich und meist unabdingbar.

Zum Verzweifeln: die Parlamentarier Stephan Schumann und Eric Hartmann (v.l.n.r.)
Manchmal ist es allerdings auch anders herum, wie sich in schöner Regelmäßigkeit bestätigt. Schön ist dabei aber stets nur die Regelmäßigkeit und selten deren Folge. Und grausig sind die Folgen dann, wenn sie sich zum Leidweisen grundlegender Institutionen einer demokratischen Studierendenschaft auswirken. So wurde es manchem auf der außerordentlichen Sitzung des StuPa am 20. Mai 2009 bewusst. Denn frühere Debatten um die eigene Geschäftsordung fielen ungleich kontroverser und leidenschaftlicher aus als die Diskussion über die anstehende Vollversammlung, die auf dieser Sitzung Thema war.
Politische Erleuchtung
Die Greifswalder Studenten kennen es vielleicht besonders gut: Der Erwerb einer Fahrradlampe kann schwierig sein. Auf der Suche nach einer geeigneten Leuchte begegnet man mit roten, weißen oder auch grünen Dioden bestückten Produkten, die sich laut Beschreibung jeweils als geeignete Sicherheitsmaßnahme für den vorderen oder hinteren Teil des Gefährts anbieten. Dass ein Rücklicht am besten rot und ein Scheinwerfer naturgemäß weiß sein soll, ist scheinbar eine Glaubensfrage. Dass vor allem die erfahrenen Stupisten des Parlaments bei Fragen zur Vollversammlung Rücklichter sind und die politischen Scheinwerfer eher rot oder grün leuchten, war auf der außerordentlichen Sitzung des StuPa am 20.5. weniger eine Glaubensfrage, sondern eher Gewissheit. (mehr …)
von Carsten Schönebeck | 23.05.2009
Wie viele Leser bereits bemerkt haben, gibt es seit einigen Tagen einige Schwierigkeiten mit dem Kommentarsystem auf dem webMoritz. Kommentare werden nicht sofort, sondern oft erst einige Stunden später angezeigt, die Funktion „Antworten“ funktioniert teilweise nicht und einige Beiträge müssen von der Redaktion ohne ersichtlichen Grund extra Freigeschaltet werden.
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