von Jabbusch | 15.04.2009
Ein Kommentar von Sebastian Jabbusch
Eigentlich ist es peinlich: Erst nach vier Stunden, um Mitternacht, kam das erstmals tagende Studierendenparlament gestern zum wichtigsten Tagesordnungspunkt: Der Wahl seines Präsidenten. Um genau 0 Uhr und 2 Minuten zog dann die bisher einzig bekannte Kandidatin Jaana-Leena Rode Ihre Kandidatur zurück. Dies hatte sie bereits im Laufe des Abends angedeutet. Gerüchterweise soll Jaana-Leena noch ein Team fehlen. Einige Beobachter führen dies aber auch auf die scharfe Kritik einiger Leserkommentare auf dem webMoritz zurück. So oder so bliebt das Parlament nun vorerst ohne Präsididenten. Diesen Top verschob das StuPa mangels Kandidaten auf die sowieso geplante Sondersitzung zur neuen AStA-Struktur nächste Woche Dienstag.
Doch nicht nur in dieser Frage bleibt das StuPa kopflos. Das Wort „Ernüchterung“ fasst wohl die gestrige Sitzung am Besten zusammen. Eine politische Änderung scheint es trotz linksdrift bei der Wahl nicht gegeben zu haben. Der Begriff „linkes Stupa“ kann getrost gestrichen werden.
So enthielten sich die Grünen bei der Frage „Ernst-Moritz-Arndt“ aus den Dokumenten des StuPas zu streichen der Stimme, obwohl sie noch im Wahlkampf den umstrittenen Namenspatron angegriffen hatten. Die Jusos scheinen intern in zwei Lager zerfallen zu sein: Christian Bäz, Jaana-Leena Rode und David Stoffel stimmten regelmäßig gegen den Rest. Die zwei Vertreter des SDS.DieLinke schienen ebenfalls nicht klassisch „links“ abzustimmen. Ihre Stimmabgabe schien häufig mit der eher konserativen Seite der „alles ist doch gut, so wie es ist“-Vertreter übereinzustimmen.
Insgesamt dominierten sowieso wieder die „üblichen Verdächtigen“ die Debatte: Alexander Schulz-Klingauf, Frederic Beeskow, Thomas Schattschneider, Christian Bäz. Von den Neulingen hörte man praktisch nichts. Stattdessen ließ man sich lieber von den Alteingesessen „wirklichen Experten für Hochschulpolitik“ leiten…
Besonders schade war, dass entgegen der ursprünglichen Tagesordnung zunächst die sogenannten „Berichte“ des AStA und der moritz Medien vorgezogen wurden. Dies allein dauerte bis 22 Uhr. Viele Gäste, die sich für die Wahl des Präsidenten interessiert hatten, gingen bereits früher. Außerdem schien das StuPa durch die späte Uhrzeit auch zu müde, um sich über dieses Amt auszutauschen. Eine Debatte über das Amt und mögliche Kandidaten fand nicht statt.
So muss weiter – übergangsweise – der Wahlleiter die Sitzung führen. Der tat sich mit dieser komplizierten Aufgabe natürlich etwas schwer, was zu einer erheblich Verzögerungen führte. Zwei alte StuPa-Haasen im Publikum, Florian Bonn und Ivo Sieder, nutzten die fehlende Geschäftsordnung und gönnten sich ein Bier. Alkohol ist sonst per Geschäftsordnung im StuPa untersagt. Wenigstens sie hatten also ihren Spaß…
Nun bleibt nur zu hoffen, dass die neuen StuPisten sich so schnell wie möglich aus der Schockstarre der ersten Sitzung befreien und ihr Mandat auch aktiv wahrnehmen. Denn wichtiger als die Abgabe der Stimme, ist die Teilnahme an der Debatte. Im letzten Semester hatten die neuen StuPisten für diese Erkenntnis über ein halbes Jahr gebraucht. Man kann nur hoffen, dass es dieses Semester anders wird.
Vorerst bleibt das StuPa jedoch kopflos.
von Gabriel Kords | 14.04.2009
Am Mittwoch, dem 15. April, will die NPD einen Infostand in Greifswald aufbauen. Die rechtsextreme Partei, die im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns vertreten ist, will zwischen 9 und 12 Uhr auf dem Fischmarkt Infomaterial verteilen und mit Leuten ins Gespräch kommen. Außerdem ist zwischen 14 und 16 Uhr ein Informationsstand am Schönwalde-Center angemeldet worden.

NPD auf dem Greifswalder Marktplatz im Wahlkampfjahr 2006
Gegen den Infostand der NPD ist spontan noch eine Gegenbewegung geplant. Wie der Fleischervorstadtblog berichtet, soll um 8:30 Uhr ein „Bunter Block“ gemeinsam durch die Lange Straße ziehen. Der Zug soll in westlicher Richtung erfolgen (aus Richtung Karl-Marx-Platz); wo genau man sich vorher zum Losziehen sammelt, ist derzeit allerdings nicht bekannt.
Eine ähnliche Aktion der NPD heute in Anklam hat ebenfalls den Gegenwind anti-rechtsextremer Bewegungen zu spüren bekommen, wie das Online-Portal „Endsation Rechts“ berichtet.
Bilder: webMoritz-Archiv
von Gabriel Kords | 14.04.2009
Am kommenden Donnerstag, dem 16. April, wird in der Universitätsbilbiothek ein Vortrag zum wissenschaftlichen Publizieren im Internet gehalten. Dr. Eric W. Steinhauer wird um 14 Uhr in der Felix-Hausdorff-Straße 10 einen kurze Einführung in das Urheberrecht und Open Access für wissenschaftliche Auotren im Internet geben.

Dr. Eric W. Steinhauer
Zum Inhalt der kostenlosen Veranstaltung teilen die Veranstalter mit:
Das Internet entwickelt sich auch in der Wissenschaft mehr und mehr zu einem Leitmedium. Nahezu jeder Wissenschaftler nutzt das Netz für die eigene Recherche und die wissenschaftlich Selbstdarstellung. Wenn es aber um die Publikation wissenschaftlicher Werke geht, haben viele Autoren noch Vorbehalte. Sie fürchten um ihre Rechte als Urheber. Auch herrscht Unsicherheit, wie sich die konventionelle Publikation in einem Verlag mit der Veröffentlichung im Internet verträgt. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung wird eine kurze Einführung in das Urheberrecht für wissenschaftliche Autoren geboten. Zugleich wird das Open-Access-Prinzip erläutert. Ziel ist es, den Wissenschaftlern eine mündige und informierte Entscheidung über die ihnen als Urheber zustehenden Rechte zu ermöglichen. Im Anschluss an den Vortrag besteht Gelegenheit für Fragen und zur Diskussion.
Eine kurze Information über den Referenten haben uns die Veranstalter ebenfalls zugesandt:
Dr. jur. Eric W. Steinhauer ist stellvertretender Direktor der Universitätsbibliothek Magdeburg. Er war Mitbegründer des Universitätsverlages der TU Ilmenau sowie in der Lehre tätig an der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Bayerischen Bibliotheksschule in München.
Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung des Zentrums für Forschungsförderung der Universität Greifswald, des Forschungsverbundes Mecklenburg-Vorpommern / Spin-Off, des Ausgründungsprojektes Geozon Science Media und der Universitätsbibliothek Greifswald.
Übrigens: Der webMoritz setzt bereits seit 2008 auf Creative Commons…
Foto: Veranstalter
von Gabriel Kords | 14.04.2009
Mit ihrem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir holen die Grünen am kommenden Donnerstag einen prominenten Wahlkampfhelfer in die Hansestadt. Der Grüne, der seit November 2008 zusammen mit Claudia Roth den Bundesvorsitz der Greünen bekleidet, wird um 19:30 Uhr im soziokulturellen Zentrum St. Spiritus in der Langen Straße eine Rede halten.

Cem Özdemir
Die Rede ist in den Frühjahrsempfang der Greifswalder Grünen integriert. Vor der Grüße ist um 19:20 Uhr eine Begrüßung von Silke Gajek geplant. Als offiziellen Beginn der Veranstaltung geben die Grünen allerdings 19 Uhr an. Seine Rede soll bereits um 20:00 durch die Eröffnung des Buffets abgelöst werden.
Özdemir wird nach Angaben der Grünen vor allem zu kommunal- und europapolitischen Themen Stellung nehmen. Dabei soll unter anderem auf den Kraftwerksneubau in Lubmin, den die Grünen selbstverständlich ablehnen, Bezug genommen werden.
Außerdem wird Özdemir das Wahlkampfkonzept der Grünen, „WUMS“, vorstellen, teilen die Grünen weiter mit. Neben Özdemir werden die Spitzenkandidaten Greifswalds und der Region vorgestellt. Für Unterhaltung mit Live-Musik sowie das leibliche Wohl wird von den Grünen ebenfalls gesorgt.
Foto: user „WurmPaul“ via Wikimedia
von Gabriel Kords | 14.04.2009
Am kommenden Donnerstag lädt die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion nach Greifswald ein. Die Veranstaltung, die sicher nicht zufällig im Vorfeld der Europa-Wahlen im Juni stattfindet, trägt den Titel „Aufstehen für ein soziales Europa“. Redner sind Prof. Dr. Alparslan Yenal (FU Berlin/ Universität Leipzig) und die Europapolitikerin Sylvia Radtke aus Damshagen.
Die Veranstalter teilen über die Veranstaltung mit:
Europa wird nur dann zu einer wirklichen Einheit zusammenwachsen, wenn der soziale Zusammenhalt gelingt. Europa muss deshalb wirtschaftliches Wachstum mit sozialem Ausgleich verbinden.
Ganz besonders geht es um ein gemeinsames europäisches Bewusstsein für gute Arbeit und für nachhaltige Sozialsysteme.
Gute Arbeit bedeutet Arbeitnehmerrechte und Teilhabe, faire Löhne, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie eine familienfreundliche Arbeitsorganisation.
In ganz Europa muss gelten: gleiche Lohn- und Arbeitsbedingungen für gleiche Arbeit am gleichen Ort! Weiterhin muss im EU-Vergaberecht die Zulässigkeit ökologischer und sozialer Kriterien bei der Vergabe öf-fentlicher Aufträge konkretisiert und erweitert werden.
Die Veranstaltung findet am kommenden Donnerstag, dem 16. April, um 19:00 Uhr im Café Lichtblick am Markt statt. Zunächst spricht Professor Yenal, um 19:30 folgt der Vortrag von Sylvia Radtke. Anschließend folgt bis 21:00 Uhr eine Diskussion. Die Leitung erfolgt durch Erik Gurgsdies von der Ebert-Stiftung.
Für die Veranstaltung bat die Friedrich-Ebert-Stiftung um eine Anmeldung bis zum 9. April. Da wir jedoch erst heute über den Termin informiert wurden, hat dieser Passus für interessierte Greifswalder vermutlich keine Bedeutung.