von Arvid Hansmann | 05.03.2009
Die 59. Berlinale als Spiegel weltumgreifender Perspektiven und Ressentiments. – Ein Beitrag unseres Gastautors Arvid Hansmann. Berlinale-Fotos von Arvid findet ihr in unserer Galerie.
„This is the end …“

Regisseur Dani Levy auf der Berlinale
Glaubt man Dani Levys Beitrag „Joshua„, den er zum Projekt „Deutschland 09 – 13 kurze Filme zur Lage der Nation“ beigesteuert hat, so ist eine optimistische Stimmung in unserem Land nur durch Zuhilfenahme von halluzinogenen Medikamenten möglich. Nur so kann sein kleiner Sohn in einem „national befreiten Dorf“ als messianischer Führer gesehen werden – doch mit abklingender Wirkung ertönt ein martialischer Chor: „Morgen müsst ihr sterben; morgen seid ihr tot!“
Man mag Levy unterstellen, dass er als Jude mit einer gewissen Skepsis an deutsche Identitätsbefindlichkeiten herangeht. Doch sind die Gedanken einer nationalen Orientierung, die sich als resignativer Protest gegen die unüberschaubaren Globalisierungsprozesse äußern, nur noch durch den prototypischen Charakter der NS-Herrschaft an die Deutschen gebunden: Das Dritte Reich mag mit all seinen ideologischen Paradoxien ein Vorbild bieten – die konkrete Ausprägung in der Gegenwart ist jedoch in allen Teilen der Welt an soziale, ethnische, oder geographische Phänomena gebunden.
Welche grotesken Stilblüten der Nationalismus treibt, zeigt der Film „Rossiya 88“ von Pavel Bardin. Wer hier zunächst an eine Dokumentation der russischen Wendezeit denkt, irrt gewaltig: Die Zahl verweist auf den Buchstabenkombination „H.H.“. Während hierzulande bereits bei der Nummernschildvergabe auf derartige Dopplungen verzichtet wird, so hat sich in Russland eine Szene herausgebildet, die die Nazi-Ikonographie adaptiert und auf ihr alltägliches Umfeld anwendet. Dabei wird in Kauf genommen, dass das „H“ im Kyrillischen gar nicht existiert und dass die „Sieg Cheil“-Rufe die Großeltern nur zu Kopfschütteln veranlassen, die einst aus erheblich tieferer Entschlossenheit gegen Hitlerdeutschland kämpften. Was in dieser äußerst unästhetischen Bewegung jedoch zum Ausdruck kommt, ist die allgemeine Antipathie, die offenbar in der russischen Gesellschaft gegenüber den Migranten aus den muslimisch geprägten Regionen des Riesenreiches herrscht: Die Polizei sieht gerne einmal weg, wenn ein Gemüsehändler zusammengeschlagen wird. (mehr …)
von Jockel Schmidt | 04.03.2009
Am 5. März können Jazz-Freundinnen auf ihre Kosten kommen. An diesem Tag wird die supranationale Formation Spoom im Laden Wein & Vinyl–Kultur gastieren. Ronny Graupe (Gitarre), Jonas Westergaard (Bass) und Christian Lillinger (Schlagzeug) spielen modernen Jazz auf höchstem Niveau. (mehr …)
von Carsten Schönebeck | 04.03.2009
Am kommenden Sonntag, dem 8. März findet um 18:00 im kleinen Saal der Mensa am Schießwall der nächste GreifBar-Gottesdienst statt. Unter dem Motto „Der Erlös geht zu ihren Gunsten. Noch 5 Wochen bis Ostern“ wollen die Initiatoren besonders kirchlich ungebundenen Greifswaldern die Möglichkeit bieten sich auf das Osterfest einzustimmen und vorzubereiten. Wie immer wird der Gottesdienst mit Theaterszenen und viel Musik aufgelockert werden.
In der Pressemitteilung heißt es:
Wenn ein Angler den Fisch für das Osterfest an Land ziehen will, kann er nicht einfach losgehen, sondern muss sich vorbereiteten und seine Sachen mitnehmen. Der nächste GreifBar bietet die Möglichkeit sich auf das Osterfest vorzubereiten. Es wird zu erfahrensein, was Ostern bedeutet und warum dieses Fest so wichtig ist.
Insbesondere geht es in den GreifBar-Gottesdiensten auf die Verknüpfung zwischen Glaube und Alltagsleben.
Während der Veranstaltung wird auch eine seperate Kinderbetreuung mit Abendessen angeboten. Im Anschluss an den Gottesdienst findet ein gemütlicher Ausklang an der „GreifBar“ statt.
Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und der Initiative selbst findet ihr auf der Homepage von Greifbar.
Bilder: malavoda via flickr, Pressemeldung GreifBar
von Gastautor*in | 03.03.2009
Ein bisschen alt geworden ist er, der Held vieler Kinderzimmer und Grund für so manche illegal kopierte Musikkassette: Gerhard Schöne aus Coswig im schönen Sachsen sang Ende Februar im Theater schöne Lieder über schöne Dinge.
„Ich habe meine Lesebrille mit und für alle Fälle auch die Noten, falls mir mal ein Lied nicht mehr einfällt“, erzählt der Liedermacher und erklärt kurz die Spielregeln für den Abend, „ihr kreuzt drei der 123 Lieder auf dem Papier an, bastelt einen Papierflieger daraus und schmeißt ihn dann nach Aufforderung auf die Bühne.“ Dann singt der Pfarrerssohn jeweils einen der drei Titel vor fast ausverkauftem Haus. (mehr …)
von Carsten Schönebeck | 03.03.2009
Am kommenden Freitag, dem 6. März wird Frank-Walter Steinmeier im Rahmen der SPD-Kampagne „Das neue Jahrzehnt“ in der Alten Brauerei in Stralsund auftreten. In
der Veranstaltungsreihe, die mit verschiedenen sozialdemokratischen Spitzenpolitikern durch Deutschland tourt, wollen die Volksvertreter mit den Bürgern ins Gespräch kommen. In der Mitteilung der SPD heißt es:
Wir sind inmitten einer Zeitenwende. Der Marktradikalismus ist in Deutschland und der Welt gescheitert. Gesellschaftliche Bedingungen verändern sich rasant. (…) Unterwegs, um mit den Menschen über die sozialdemokratischen Vorschläge und Ideen für die kommenden Jahre zu diskutieren: Frank-Walter Steinmeier und Franz Müntefering, Peer Steinbrück, Andrea Nahles, Martin Schulz, Peter Struck, Hubertus Heil und Klaus Wowereit werfen die zentralen Fragen auf, die sich im neuen Jahrzehnt stellen und beantwortet werden müssen – von der Politik aber auch von jedem Einzelnen: In was für einer Gesellschaft wollen wir leben, welche Werte und Grundüberzeugungen sind Konsens in unserem Land?
Der Außenminister (und gleichzeitig Kanzlerkandidat der SPD) will dabei zum Thema „die Politik in der Zeitwende“ reden und ins Gespräch kommen. Die Veranstaltung beginnt um 18:30, wer teilnehmen möchte muss sich bis Donnerstag Abend hier anmelden.
Links zum Thema:
Bild: SPD in Niedersachsen via flickr