von Christin Brennenstuhl | 04.07.2008
„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“
Am nächsten Donnerstag, dem 10.Juli, verlegen Studenten die ersten „Stolpersteine“ in Greifswald. Die elf Steine mit Messingplatten repräsentieren elf Einzelschicksale des Greifswalder Nazi-Terrors zwischen 1933 und 1945: Elf mal Verfolgung und Mord. Zwei der elf Steine werde auf dem Gelände der Universität verlegt, um an ermordete Universitätsangehörige zu erinnern.
- Von circa 10 bis 10.30 Uhr vor dem Historisches Institut (Domstraße 9a)
- Und von circa 10.30 bis 11.00 Uhr vor dem Pharmakologischen Institut (Friedrich‐Löffler‐Straße 23d)
- Alle anderen Orte hier als Liste
Die meisten der Greifswalder Opfer des sind bisher weitgehend vergessen. Studierende der Universität Greifswald haben daher begonnen, die persönlichen Lebensgeschichten der Ermordeten zu recherchieren. Weitere Steine sollen im Jahr 2009 folgen.
Ihren Platz finden die Stolpersteine im Straßenpflaster vor den ehemaligen Wohn- und Arbeitsstätten der Ermordeten. Die Stolpersteine bestehen aus einem kubischen Betonstein, der in die Erde eingelassen wird und einer darauf befestigten Messingplatte. Die Oberseite der Messingplatte ist individuell mit Namen, Geburtsjahr und dem Todesdatum des Menschen beschriftet. (mehr …)
von Christin Brennenstuhl | 04.07.2008
Das lokale Radioprogramm bleibt auch nach dem Festival bei der Erweiterung der Sendezeit. Statt der normalen Sendezeiten von 19.00-23.00 Uhr, gibt es Festivalmitschnitte und Musik nonstop.
Während des GrIStuF-Festivals vom 13.-22. Juni sendete der Rundfunksender 24 Stunden lang für die Hörer. „Das Festivalradio“ berichtete live vor Ort und sendete Berichte mit einem Blick hinter die Kulissen des internationalen Studentenfestivals in Greifswald.
Trotz Ende der internationalen Studententage, sendet radio98eins, so weit bekannt, nun auch weiterhin 24 Stunden. Der Grund ist ein Serverproblem des Partnersenders in Neubrandenburg. Die Musik aus den Lautsprecher während des Tages wird von radio98eins gesendet und nicht von NB-Radiotreff 88.0.
Wenn ihr reinhören wollt, klickt hier.
von Marcus Unbenannt | 03.07.2008
In der letzten Woche stand der Supreme Court im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Er hatte sich mit gleich zwei sogenannten „hot button topics“ zu befassen, also heißen Wahlkampfthemen, die das Wahlvolk spalten. Und in diesem Fall sind es auch noch die Themen, die im „alten Europa“ wohl für die meisten Irritationen sorgen: Das Recht auf Waffenbesitz und die Todesstrafe.
Die erste Entscheidung befasste sich mit der Todesstrafe. In einer umstrittenen 5-4-Entscheidung erklärte das Gericht die diesbezüglichen Gesetze von Louisiana und fünf anderen Staaten für verfassungswidrig, da sie die Todesstrafe auf für die Vergewaltigung eines Kindes vorsahen. In der Entscheidung legten die Richter fest, dass die Todesstrafe nur bei Verbrechen angewendet werden darf, bei denen das Opfer das Leben verliert. Das es für dieses Urteil von Seiten der Konservativen keinen Beifall geben würde, war klar. Als aber auch Barack Obama dieses Urteil kritisierte und im Falle der Vergewaltigung eines Kindes grundsätzlich für die Anwendung der Todesstrafe plädierte, machte sich vor allem bei den hiesigen Medien Enttäuschung und Unverständnis bemerkbar. (mehr …)
von Jabbusch | 03.07.2008
Wer sich für die Geschichte der DDR interessiert, sollte den Vortrag am morigen Freitag einplanen:
Im Fokus steht der surrealistische Künstler Manfred Kastner [1943 – 1988], der in den 60er Jahren für das MfS tätig war. Als er die Spitzeltätigkeit nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren konnte, trennte er sich von der Staatssicherheit. Wenig später wurde er selbst beschattet. Erst nach seinem Tod und dem Umbruch in der DDR wurde deutlich mit welchen inneren Konflikten der Künstler lebte.
Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Universität:
„Im Rahmen der Ausstellung über den Surrealisten Künstler Manfred Kastner (1943 – 1988) veranstaltet die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald am 4. Juli 2008, in Zusammenarbeit mit der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes in der ehemaligen DDR (BstU), ein wissenschaftliches Kolloquium.
Die historischen und kunsthistorisc
hen Beiträge befassen sich mit der DDR-Geschichte von 1960 bis zum Zusammenbruch der SED-Diktatur im Herbst 1989. Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit Machtstrukturen des MfS im Kunst- und Kulturbereich am Beispiel des Stralsunder Malers Kastner. (mehr …)
von Christin Brennenstuhl | 03.07.2008
Eine Tafel vor dem Eingang des Greifswalder Strandbads Eldena sorgte in letzter Zeit für Wirbel. Obwohl die Tafel mit der Badeverordnung schon seit langem einzusehen ist, las wohl erst ein Hamburger Gast den Inhalt aufmerksam. Er beschwerte sich anschließend über den Inhalt bei der Deutschen Epilepsievereinigung, bei der Greifswalder Bürgerschaft und der Stadtverwaltung. Zu Recht, denn die brisante Verordnung verwährt „Epileptikern“, „Verwahrlosten“, „Geisteskranken“ und „Personen mit Anstoß erregender Krankheit“ den Zutritt.
Aber nicht nur in Eldena besteht so eine Baderegelung, sondern auch in Städten wie Hildesheim, Trier oder im brandenburgischen Templin, sagt Michael Weilandt, Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Bundesfachverbandes öffentliche Bäder in Essen gegenüber der Ostsee-Zeitung. Das Greifswalder Behindertenforum beschreibt die Strandverordnung als „übel“ und „pure Ausgrenzung“, so die Greifswalder Lokalzeitung im Bericht vom 18.Juni.
Die Verantwortlichen versprachen eine Umformulierung der Badeverordnung, die auf eine veraltete Musterformulierung zurückgehen soll. Zusätzlich versicherten sie, dass eine solche Ausgrenzung in der Praxis nie statt gefunden hätte.
Übrigens: Diese Geschichte brachte Greifswald wieder einmal auf Spiegel Online.
Bildquelle: danii28 via Flickr (CC – by-nc-nd)