von Archiv | 12.05.2008
Der „Countdown“ soll zum Nachdenken anregen und Lust auf die Festivalwoche machen.
Dementsprechend starten die Veranstaltungen am Freitag, dem 16. Mai 2008, um 20.00 Uhr im Café Koeppen mit einer Lesung des Schriftstellers Thomas Podhostnik (geb. 1972 in Radolfzell/Bodensee). Er wird seinen Debüt-Roman „Der gezeichnete Hund“ vorstellen. Sivo ist der erste Deutsche einer slowenischen Immigrantenfamilie, die in Deutschland lebt. Das Land ist seinen Eltern fremd. Für ihn bedeutet es aber Heimat. Im Verlauf der Zeit wird er zum stillen Beobachter der Zersetzung von Identität und wächst dabei in zwei Welten auf, die selbst wiederum in Auflösung begriffen sind. Karten sind an der Abendkasse für 3 bzw. 5 Euro erhältlich.
Die zweite Countdownveranstaltung bietet einen Mix aus Kino, Live Musik und Party. Am Freitag, dem 23. Mai 2008, zeigen die Festivalmacher um 17.00 Uhr in Zusammenarbeit mit E-Politik, dem Forum für Politik, Gesellschaft und Politikwissenschaft den Dokumentarfilm ″Spin the Bottle″ (OmU) der Media Education Foundation (MEF). Der 45-minütige Film streift durch die amerikanische College-Szene und beleuchtet die zunehmende Glorifizierung exzessiven Alkoholkonsums. Im Anschluss daran spielt um 20.00 Uhr die Greifswalder Band ‚Naked neighbours on TV‘. Ungeachtet zahlreicher klanglicher Öffnungen lässt sich die Band zwischen Indie und Postrock verorten. Wer dann noch nicht genug hat oder erst zur Bestform aufläuft, ist herzlich zur Aftershowparty eingeladen. Treffpunkt zu diesem fulminanten Abend ist in Greifswald an der Europakreuzung. Der Eintritt ist frei.
Die dritte Veranstaltung findet am Freitag, dem 31. Mai 2008, um 20.00 Uhr im IkuWo (Internationales Kultur- und Wohnprojekt e. V.) in der Goethestraße 1 in 17489 Greifswald statt, das dann offiziell nach einem Umbau wieder seine Türen öffnet. Das weit gereiste Wanderkino „Laster der Nacht“ zeigt den Stummfilmklassiker „Berlin. Sinfonie der Großstadt“ aus dem Jahr 1927. Live begleitet wird der Film mit Violine und Piano. Es wird eine improvisierte nostalgische Stimmung erzeugt, die an die Pionierzeit des Kinos erinnern soll. Danach geht es wieder zurück in die Gegenwart, wenn die IKuWo-DJs zeigen, was die neue Schallschutzmauer zu leisten fähig ist.
Am Freitag, dem 6. Juni 2008, klingen die Countdown-Veranstaltungen aus. Ebenfalls im IKuWo wird um 19.00 Uhr die urbane Komödie „Thunderbirds!“/(srb) „Munje!“ (Belgrad, Serbien 2001) gezeigt, die in einer Nacht in Belgrad spielt. Die besten Freunde, Mare und Pop gründen die erste Drum’n’Bass Band in Serbien und möchten eine Platte bei ihrem alten Schulfreund Gojko aufnehmen. In der Nacht treffen Mare und Pop einen gefälschten Weihnachtsmann, einen coolen Polizisten und natürlich viele Mädels…
Um 21.00 Uhr spielt dann die erste internationale Band im Zuge des diesjährigen Festivals, die Band ‚Baaba‘ beschallt mit Elektro-akustischem Jazz und Breakbeat aus Polen. Sie sind ein gefeierter Akustik-Elektronik-Act. Live greifen die vier Musiker gern auf Jazz, Breakbeat und Zirkus-Muster zurück und arbeiten mit Improvisationen. Im Anschluss legen die Greifswalder DJs Hadi Baba und Roc Roach auf.
Eine Woche später startet das 4. Internationale Studentenfestival mit einer großen Welcome-Party in der Mensa am Wall in der Altstadt von Greifswald (Am Schießwall 1-4).
von Uwe Rossner | 12.05.2008
Stimmgewaltig wartete der Nordische Klang am vergangenen Dienstagabend mit gleich zwei Festivalpunkten auf.
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von Archiv | 12.05.2008
Stimmgewaltig wartete der Nordische Klang am vergangenen Dienstagabend mit gleich zwei Festivalpunkten auf.
Bewegend rückten die Altistin Maria Kowollik und ihre Pianistin Annikka Konttori-Gustafsson beim finnischen Liederabend des Nordischen Klangs in der Musikfabrik die enge romantische Verflechtung von Musik und Sprache in den Mittelpunkt. Natürlich nicht ausschließlich finnisch. Denn die Gastierenden verbeugten sich dabei ebenfalls tief vor dem Jubilar Johannes Brahms (1833 – 1897). Mit dessen „Juchhe!“ begannen die langjährigen Kammermusikpartnerinnen den Auftakt ihre klangvolle Seelenreise über Frühlingsblüten, Liebesträumereien bis hin zum prachtvoll versunkenen Schwanengesang. Die leuchtende Tiefe Maria Kowolliks Stimme verlieh den auf Finnisch vorgetragen Liedern von Toivo Kuula (1883 – 1918) und Tauno Pylkkänen (1918) einen rührenden Schimmer. Ganz zur Überraschung brachte Annikka Konttori-Gustafsson mit gemessenem Fingerspiel am schwarzen Flügel zwischen Brahms und den Kunstliedern aus ihrem Heimatland Klavierstücke Selim Palmgrens (1878 – 1897) und Jean Sibelius (1865 – 1957) zu Gehöhr. Vom Letzteren gar die einer ganzen Farbpalette für schwarze und weiße Tasten gleichenden Klavierstücke op. 75.
Mit der Soulkönigin des Nordens ließen es die Festivalmacher zu späterer Stunde in der ehemaligen Bowlingbahn der Dompassage richtig Krachen. Zog es die einstige R&B Queen LaGaylia Frazier 2001 aus den USA nach Schweden, so feierte sie bei der Clubtournee in ihrem neuen Heimatland in Presse beachtliche Erfolge. Vorgestern brachte die dunkle Schönheit die Festivalgemeinde mit ihrer gepflegt wärmenden Stimme und ihrer charmanten Art zum Glühen. Mit ihrem ersten, meist rockigen Album „LaGaylia Uncovered“ im Gepäck huldigte sie ihren mitreißenden Interpretationen beispielsweise Stevie Wonder, Chaka Khan und Alicia Keys. Immer wieder garniert mit kleinen Anekdoten als Überleitung für die nächste Nummer ihres bis auf das Feinste abgestimmten Auftritts im schweißtreibenden Rampenlicht. Den eleganten Hüftschwung einer reifen Frau, die von Beginn an gewollte Nähe zum Publikum oder das temperamentvolle Stampfen des Taktes mit den Füßen wie beim Flamenco kostete LaGaylia Frazier vollends aus. Kein Wunder. Innerhalb der knapp drei Stunden verwandelten sie und das Publikum singend, klatschend und tanzend den Konzertort zur Sauna. Dabei zierte sich die Soul Queen währenddessen erst gar nicht, von der großzügigen Bühne einmal herunter zu steigen und für eine Weile locker mit dem Mikrofon in der Hand mit der Menge zu stehen. Den Respekt eines Vollprofis sicherte sich die stilistisch breit gefächerte LaGaylia Frazier nicht allein für ihr Gastspiel mit einer sie fabelhaft unterstützenden Band, sondern auch für die Muße eines Small Talks bei einer kleinen Autogrammstunde kurz nach Mitternacht.
Geschrieben von Uwe Roßner
von Jabbusch | 11.05.2008

Patrick Leithold (fünftes Semester, Theologie) ist der erste und bisher einzige Kandidat für den Posten des AStA-Vorsitzenden. Das Amt wird am kommenden Dienstag auf der StuPa-Sitzung neu besetzt. Derzeit leitet noch Thomas Schattschneider den Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (AStA), der quasi als „Exekutive“ der studentischen Selbstverwaltung gesehen werden kann. Ryck-Blick traf Patrick heute Abend in der Domburg und sprach mit ihm über Führungsstil, politische Einstellungen und seine Wahlchancen. (mehr …)
von Archiv | 11.05.2008
Der am Institut für Philosophie der Universität Greifswald lehrende Privatdozent Dr. Andreas Urs Sommer (35) ist maßgeblich am großen Nietzsche-Kommentar der Heidelberger Akademie der Wissenschaften beteiligt. Bis heute existiert kein übergreifender Kommentar zum Gesamtwerk des Philosophen, der zu den zentralen und wirkmächtigsten Gestalten der abendländischen Geistesgeschichte gehört. Diese Lücke wird das auf 15 Jahre angelegte Forschungsprojekt „Nietzsche-Kommentar“ schließen. Sowohl die philosophischen, historischen und literarischen Voraussetzungen als auch die Wirkungsgeschichte von Friedrich Nietzsches Büchern sollen umfassend erschlossen werden.
Friedrich Nietzsche (1844-1900) Werke gelten mittlerweile als fundamental für das Selbstverständnis modernen Denkens überhaupt. Sein weltweiter Einfluss auf Literatur, Philosophie, Anthropologie, Psychologie, Religions- und Kulturkritik kann kaum überschätzt werden. Der „Nietzsche-Kommentar“ wird in sechs umfangreichen Bänden Nietzsches Werke in ihrem historischen Kontext untersuchen und damit ein neues wissenschaftliches Werkzeug zum Verständnis von Nietzsches Denken bereitstellen. Ein siebter Band soll Verzeichnisse und Register enthalten. Erarbeitet und fachlich verantwortet wird das groß angelegte Forschungsvorhaben von Prof. Dr. Jochen Schmidt, Prof. Dr. Barbara Neymeyr (beide Universität Freiburg) und Privatdozent Dr. Andreas Urs Sommer (Universität Greifswald). Finanziert wird es von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften; es ist räumlich am Deutschen Seminar II der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg angesiedelt.
Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Institut für Philosophie
PD Dr. Andreas Urs Sommer
Geschrieben von Constanze Steinke