von Uwe Rossner | 12.05.2008
Spektakulär endete am vergangenen Freitag der Nordische Klang. Eine gute Woche voller Musik, Tanz, Literatur, Wissenschaft, Film und Kunst des größten außerskandinavischen Festivals außerhalb der nordischen Länder ging damit in der Hanse- und Universitätsstadt zur Neige. Nicht ohne einen gebührenden Abschlussabend! (mehr …)
von Uwe Rossner | 12.05.2008
Der Zuspruch gelang auf Anhieb. Während im Theater auf der Probenbühne Udo Zimmermanns Kammeroper „Weiße Rose“ Premiere feierte, wartete der Nordische Klang im großen Saal des Hauses des Theater Vorpommerns mit einer bunten Weltmusiknacht auf. (mehr …)
von Archiv | 12.05.2008
Der Zuspruch gelang auf Anhieb. Während im Theater auf der Probenbühne Udo Zimmermanns Kammeroper „Weiße Rose“ Premiere feierte, wartete der Nordische Klang im großen Saal des Hauses des Theater Vorpommerns mit einer bunten Weltmusiknacht auf. Nicht ohne einstimmende Dankesworte.
Hob der Festivalleiter Prof. Walther Baumgartner am letzten Sonntag kurz vor dem Auftritt der schwedischen Superstars Victoria Tolstoy und Svante Thuresson die Sponsoren hervor, so lenkte er seine Aufmerksamkeit am vergangenen Donnerstagabend auf die tatkräftige Unterstützung der Studierenden des Nordischen Institutes. „Sie helfen uns überall“, sagte Walther Baumgartner anerkennend. Sprich von der Erstellung des Programmheftes über Pressearbeit bis hin zur Künstlerbetreuung.
Farbenfroh zog der finnische A-cappella-Chor Ketsurat singend von den hinteren Sitzreihen des großen Saales her auf die Bühne ein. Das in Helsinki beheimatete sechsköpfige Frauenensemble gewann im Handumdrehen mit ihren anmutigen Stimmen und einer peppigen Bühnenchoreographie die Gunst des Publikums. Immer wieder schmunzelnd wartete das seit 2002 bestehende Ensemble das Verhallen des Beifalls ab, damit sie sich per Stimmgabel am Ohr wieder für das nächste Lied überhaupt einstimmen konnten. Mit ergreifendem Gruppenklang, wechselnden Rollenverteilungen zwischen Vorsängerinnen und Hintergrundchor boten die Finninen mit alten karelischen und bulgarischen Volksliedern sowie Eigenkompositionen singend den Lebenskreis einer Frau dar. Nicht von ungefähr kam die betont weibliche Programmauswahl. Denn der Gruppenname „Ketsurat“ stammt aus dem heute russischen Nordkarelien und bedeutet Mädchen, Maid, Ehefrau und Mutter.
Betont rhythmisch begeisterte anschließend Deodato Siquir mit seiner Band Balanco und dem befreundeten brasilianischen Percussionisten Jorge Bezerra. Seine Mischung von Jazz, Rock und Funk mit Einflüssen von rund um den Erdball verschmolz zu einem zwischen den Instrumentalisten gemütlich hin und her strömenden Spielfluss, aus dem hin und wieder ein Bandmitglied solistisch hervortrat. Und das mit einer globalen Botschaft des gebürtigen Mosambikaners. Denn Deodato Siquir trat bei einer seiner letzten Ansagen für einen behutsam Umgang mit der Erde ein. Nicht allein in Greifswald, sondern rund um den Globus.
von Uwe Rossner | 12.05.2008
Die vorläufige Bilanz sieht richtig gut aus. Seit fast einer Woche zieht der Nordische Klang stetig Besucher an. Festivalchef Prof. Walther Baumgartner konnte daher am vergangenen Mittwochabend bei seiner kurzen Ansprache zum Jazz- und Stummfilmabend in der Medienwerkstatt des Caspar-David-Friedrich-Institutes der Universität Greifswald auf Veranstaltungstage mit vollen Häusern zurückblicken. (mehr …)
von Archiv | 12.05.2008
Die vorläufige Bilanz sieht richtig gut aus. Seit fast einer Woche zieht der Nordische Klang stetig Besucher an. Festivalchef Prof. Walther Baumgartner konnte daher am vergangenen Mittwochabend bei seiner kurzen Ansprache zum Jazz- und Stummfilmabend in der Medienwerkstatt des Caspar-David-Friedrich-Institutes der Universität Greifswald auf Veranstaltungstage mit vollen Häusern zurückblicken.
Eines gab er aufgrund jüngster Gerüchte zu Bedenken: „Der Nordische Klang ist kein Jazzfestival.“ Denn in diesem Jahr sei der Auftritt des Karen Bach Trios erst das zweite dem Musikstil verschriebene Konzert in dem insgesamt bunt durchgemischten Programm. Umso glücklicher zeigte er sich über das Deutschlanddebüt des angereisten dänischen Trios. Dank der freundlichen Unterstützung des Copenhagen Jazz Festival in Berlin. Begeisterndes Aufsehen erregten der markante Personalstil der Kompositionen aus der Feder der Pianistin Karen Bach und die sich der Klavierlinie anschmiegende Begleitung des huttragenden Kontrabassisten Erik Olevik und des mit den Besen knisternden Schlagzeugers Erik Laustsen. Benannte der Programmtext Theolonious Monk und Brad Mehldau als Inspirationsquellen Karen Bachs, so zeigte sich bereits während des ersten Sets die klassische Grundierung der Combo. Hervorragend eingesponnen leuchtete beim Titel „Nachtstück“ der tief reichende Einfluss der Nocturnes Frédéric Chopins herauf. Und selbst die schmuck im Melodiebogen eingeflochtenen Triller bezeugten keineswegs eine Verspieltheit der Pianistin mit der roten Rose in dem nach hinten zusammengesteckten Haar. Mit klarer Linienführung, akzentuierten Soli und einem fast einladenden tänzerischen Ensemblefluss verschaffte sich das Karen Bach Trio Gehör. Immer auch etwas Johann Sebastian Bach huldigend. Doch leider ohne großen zeitlichen Puffer für ausgiebige Zugaben. Umbau und der Asta Nielsen-Film drückten. Leider. Dafür trat das dänische Trio mit viel Applaus und einer Rose für jeden aus dem Rampenlicht.
Für einen runden Abend sorgten Jonas Struck (Gitarre), Kaspar Tranberg (Trompete), Mads Hyhne (Posaune) und P. O. Jürgens (Schlagwerk) mit ihrer Live-Performance á la Rock-Jazz zum fast einstündigen dänischen Film-Melodram „Dem Licht entgegen“ (1919) mit Asta Nielsen, des ersten weiblichen Filmstars der Kinogeschichte.