Nach dem ersten Schritt

Mit „Step Up to the Streets“ wagt Constantin Film einen Nachfolger zum Tanzfilm „Step Up“, der im Oktober 2006 über 700.000 Zuschauer anlockte.

Die Figurenkonstellation hat sich leicht geändert. Sorgte einst Tyler Gage (Channing Tatum) als junger Draufgänger aus Baltimore an der renommierten Ballettschule beim Ableisten seiner gesetzlich verpflichten Stunden Sozialarbeit für Aufsehen, so rückt jetzt die junge und rebellische Andie (Briana Evigan) ins Rampenlicht. Trotz ihres Prinzips Ablehnung ergreift sie anfangs widerwillig ihre letzte Chance: die Aufnahmeprüfung und kurz darauf den Schulbetrieb an der elitären Kunstschule Maryland. Nicht allein das. Der bevorstehende Streetdance-Wettbewerb gerät für Andie immer mehr zu einem Kampf um allseitigen Respekt und wachsendes Selbstvertrauen.

„Step Up to the Streets“ ist ein farbenfrohes HipHop-Musical mit Tanzsequenzen, die sich sehen lassen können. Trotz packender Moves, etwas Herzschmerz und lässigen Beats bleibt der Streifen, für alle, die bereits „Step Up“ kennen, eine kräftig aufpolierte Schablone. Anders als beim Erstling ist der Nachfolger glücklicherweise keine wieder aufgewärmte Lehrstunde über den Unterschied zwischen klassischem Ballett und HipHop. Mit einer packenden S-Bahnbahnfahrt á la Maskenball oder einer im Tanz entschiedenen Wette geht „Step Up to the Streets“ wesentlich stärker auf den Streetstyle ein. Insgesamt ist der Streifen nicht allein für Tanzbegeisterte sehenswert. Geschrieben von Uwe Roßner

Der Fusion steht nichts mehr im Wege

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, hat gestern in dem Ministererlaubnisverfahren Universitätsklinikum Greifswald/Kreiskrankenhaus Wolgast eine Ministererlaubnis erteilt. Damit kann das Universitätsklinikum Greifswald die Anteilsmehrheit an dem Kreiskrankenhaus Wolgast übernehmen.

Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme des Kreiskrankenhauses in Wolgast (KKH Wolgast) durch das Universitätsklinikum Greifswald (Universitätsklinikum) im Dezember 2006 untersagt, weil dadurch die marktbeherrschende Stellung des Universitätsklinikums auf dem Markt für Krankenhausleistungen in der Region verstärkt würde. Das Uniklinikum hatte am 07. Dezember 2007 eine Ministererlaubnis beantragt.

An die Erteilung einer Ministererlaubnis stellt das Gesetzt gegen Wettbewerbsbeschränkungen hohe Anforderungen. Im konkreten Einzelfall müssen die vom Bundeskartellamt festgestellten Wettbewerbsbeschränkungen durch gesamtwirtschaftliche Vorteile aufgewogen oder durch ein überragendes Interesse der Allgemeinheit (zusammen: Gemeinwohlgründe) gerechtfertigt werden. Um die Realisierung der Gemeinwohlgründe zu erreichen, darf es auch keine wettbewerblich weniger bedenklichen Alternativen geben.

Diese Anforderungen sind im vorliegenden Fall erfüllt, so dass eine Ministererlaubnis erteilt werden kann. Von den seitens des Universitätsklinikums vorgetragenen Gründen waren nach umfangreichen Ermittlungen und eingehender Prüfung als Gemeinwohlgrund nur ?Langfristiger Erhalt und nachhaltige Profilierung von medizinischer Fakultät und angegliedertem Universitätsklinikum der Universität Greifswald? und ?Ausbau des Forschungsschwerpunktes der ?Community Medicine? der medizinischen Fakultät? anzuerkennen. Diese Gemeinwohlgründe stehen dabei in einem engen innerlichen Zusammenhang und bedingen sich gegenseitig.

In einer Gesamtbetrachtung wiegen sie die mit dem Zusammenschluss verbundene erhebliche Wettbewerbsbeschränkung auf. Für die Beurteilung der Wettbewerbsbeschränkung gelten die Maßstäbe, die in den früheren Ministererlaubnis-Fällen Rhön-Klinikum/Bad Neustadt und Asklepios/Mariahilf zur Anwendung kamen.

Die Entscheidung beruht maßgeblich auf einer Wertung der Umstände des Einzelfalls und der Sondersituation des Universitätsklinikums. Die Entscheidung stellt deshalb weder ein allgemeines Präjudiz für Zusammenschlüsse unter Beteiligung von Universitätskliniken noch für Übernahmen von Krankenhäusern durch andere Erwerber dar.

„M-V tut gut“ war gestern

Kleinstes Ostseebad der Insel Rügen will gegen den Bau des Steinkohlekraftwerks Lubmin klagen

Im Herbst dieses Jahres sollen nach Angabe des dänischen Investors Dong-Energy die Bauarbeiten für das geplante Steinkohlekraftwerk in Lubmin beginnen. Diesen Termin werden die Bauherren jedoch nicht einhalten können, da sich das Genehmigungsverfahren durch das Engagement der zahlreichen Bürgerinitiativen im ganzen Land sowie die am vergangenen Mittwoch im Schweriner Landtag eingereichten Unterschriftenlisten in die Länge gezogen werden dürfte.

32.000 Bürger haben sich offiziell mit ihrer Unterschrift gegen den Bau des Kohlekraftwerks ausgesprochen. Der Wunsch den Baubeginn zu verzögern wich damit dem lauter werdenden Ruf diesen zu verhindern, einzig an Nachdruck mangelte es bisher.

Am 9. April aber, beschlossen die Gemeindevertreter des kleinsten Ostseebades der Insel Rügen einstimmig, stellvertretend für die Gemeinden im Südosten Rügens gegen den Bau zu klagen. Die Thiessower Bürger sind bereits seit dem Bekannt werden der Dong-Energy-Pläne aktiv am Protest und den Aktionen der Bürgerinitiativen beteiligt. Denn hier zählt es noch etwas Deutschlands Urlaubsregion Nummer eins zu sein, Natur pur und Erholung bieten zu können. Aus „M-V tut gut“ würde schnell „M-V macht krank“. Das wollen die Bürger von Thiessow auf gar keinen Fall, zumal die Gäste des Ortes bei guter Sicht an zwei von drei Stränden die rauchenden Schlote direkt vor Augen hätten.

So wurde nun der Berliner Rechtsanwalt Reiner Geulen von der Gemeinde beauftragt, Klage beim Verwaltungsgericht einzulegen. Diese richtet sich gegen den bereits erteilten Vorbescheid im verwaltungsrechtlichen Genehmigungsverfahren und gegen Teilgenehmigungen des Staatlichen Amtes für Umwelt und Natur (StAUN). Die Verfahrenskosten, die auf 42.000 Euro geschätzt werden, seien, so die Thiessower Gemeindevertreter, im Interesse des Tourismus auf der Insel und der damit zusammenhängenden Sicherung von Arbeitsplätzen gut angelegt. Geeinigt wurde sich zunächst auf 15.000 Euro für außerplanmäßige Ausgaben. „Ein Drittel davon haben Privatpersonen als Spende zugesagt, weitere 5.000 Euro steuert der Tourismusverband Rügen bei“, so Gisela Zorn, Bürgermeisterin des Ostseebades. Auch das Ostseebad Sellin hat diese Woche eine finanzielle Unterstützung zur Begleichung der Verfahrenskosten in Höhe von 5.000 Euro zugesichert. Damit wäre ein Teil der Kosten bereits jetzt gedeckt.

Dennoch hoffen die Thiessower Gemeindevertreter auf weitere moralische und finanzielle Unterstützung anderer Kommunen im Interesse des Tourismus und der hier lebenden Menschen. Dann kann auch das kleinste Ostseebad der größten Insel Deutschlands mit gestärktem Rücken und finanzieller Sicherheit in den Kampf gegen Dong-„Goliath“-Energy ziehen und damit eventuell eine Verhinderung des Baus des Steinkohlekraftwerks in Lubmin erreichen.

Geschrieben von Steffi Besch

Ziel erreicht

32.000 Unterschriften gegen den geplanten Bau des Steinkohlekraftwerks in Lubmin wurden an den Schweriner Landtag übergeben.

Die Volksinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk in Lubmin hat mehr als 32.000 Unterschriften gesammelt. Die Initiatoren sowie die Erstunterzeichner aus Bürgerinitiativen und Umweltverbänden haben die Unterschriften am vergangenen Mittwoch, dem 16. April, der Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider vor dem Schweriner Schloss überreicht.

„Die Volksinitiative hat die erforderliche Anzahl von 15.000 Unterschriften bei weitem und eindrücklich überschritten. Nach unserer Kenntnis handelt es sich um die erfolgreichste Volksinitiative in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns: Noch nie wurden in so kurzer Zeit so viele Unterschriften gesammelt“, so die Landessprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, Ulrike Berger, vor dem Schweriner Schloss.

Gesammelt wurden die Unterschriften im ganzen Land: In Arztpraxen, Blumenläden, Pensionen, Gemeindeverwaltungen, Tankstellen, Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und Parteien. Damit zeigte die Volksinitiative ganz klar: Das Steinkohlekraftwerk Lubmin können wir uns als Tourismusregion nicht leisten.

Der Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, Prof. Dr. Wolfgang Methling, erklärte bei der Übergabe der Unterschriften: „Aus Gründen des Klima- und Ressourcenschutzes ist ein Richtungswechsel in der Energiepolitik dringend erforderlich. Ein Steinkohlekraftwerk würde alle Bemühungen hin zur stärkeren Nutzung regenerativer Energien – Wind, Sonne, Biomasse und Erdwärme – zunichte machen. Mit ihrer außerordentlich regen Beteiligung an der Volksinitiative machen die Bürgerinnen und Bürger deutlich: Wir wollen nicht, dass gegen die Interessen von Klimaschutz und Natur sowie gegen die touristische Entwicklung ein Steinkohlekraftwerk in Lubmin errichtet wird.“, heißt es in einer entsprechenden Pressemeldung der Bürgerinitiative „Kein Steinkohlekraftwerk Lubmin“ e.V..

Die Initiatoren und zahlreiche Bürger des Landes erwarten jetzt, dass sich die Landtagsabgeordneten zum Bau des Steinkohlekraftwerks positionieren und sich in der nächsten Sitzung Anfang Juni mit diesem Thema befassen..

Geschrieben von Steffi Besch

Schriften des Reformators Johannes Bugenhagen in der UB ausgestellt

Gestern fand in der Universitätsbibliothek eine Buchvorstellung anlässlich der deutschen Übersetzung des Bandes ?Pomerania? von Johannes Bugenhagen statt.

Im gut gefüllten Vortragssaal der Universitätsbibliothek am Berthold-Beitz-Platz sprachen Henry Tesch. Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur von Mecklenburg-Vorpommern, und der Prorektor Prof. Michael North, aus gegebenem Anlass jeweils ein kurzes Grußwort. Ebenso Dr. Hans-Jürgen Abromeit, Bischof der Pommerschen Evangelischen Kirche. Zum Abschluss gewährte Dr. Norbert Buske in einer ausführlicheren Rede Einblick in die Persönlichkeit von Johannes Bugenhagen. Nobert Buske ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für pommersche Kirchengeschichte, die den Pomerania-Band herausgibt.

Pomerania ist die erste Gesamtdarstellung der Geschichte Pommerns. Der vom pommerschen Herzog Bogislaw X. beauftragte Bugenhagen reiste dafür von 1517 an quer durchs Land. Bereits im Jahr darauf kam sein in Latein und handschriftlich verfasstes Werk heraus. ?Zu jener Zeit habe man durch diese geschichtliche Gesamtschau erstmals eine regionale, pommersche Identität schaffen können?, erklärte Prof. Michael North. Heute sei die lateinische Vorlage für Wisschenschaftler nicht leicht zugänglich. Allemal schwerer zumindest als bei einer deutschen Fassung. Mit der Übersetzung erhofft sich Norbert Buske eine größere Berücksichtigung der zahlreichen politischen und sozialen Schilderungen Bugenhagens in der Forschung über Pommern.

Bis zum 30. April werden die Werke Bugenhagens in der Universitätsbibliothek (mit Ausnahme der Pomerania-Handschrift) ausgestellt.

Geschrieben von Sebastian Menk