Nicht allein fürs Vitamin B

Mit dem frisch aus der Druckerei kommenden Programmheft: drei der Macher von StartGreifbarGreifswalder Studierende organisieren erste Firmenkontaktmesse. Morgen findet sie statt.

Die Vision ist griffig. Die studentische Unternehmensberatung Capufaktur will Wirtschaft, Universität und Studierende in Greifswald zusammenbringen. Immer ganz projektorientiert. Seit Oktober 2007 laufen die Vorbereitungen zu ihrer ersten Firmenkontaktbörse StartGreifbar. Am 22. April findet sie im Hauptgebäude der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in der Domstraße 11 statt. Nicht allein für die Studierendenschaft der Universitäts- und Hansestadt.

„Es ist etwas komplett anderes als Studium“, sagt Moritz Petsch, der 1. Vorsitzende von Capufaktur. Dank eines straffen Zeitmanagements entstanden Flyer, Plakate und Broschüren. Dem nicht genug. Von der Anfrage bis zur Hotelreservierung der Messeteilnehmer übernahm das achtköpfige und von den Studienfächern her interdisziplinäre Team die komplette Organisation. Und alles innerhalb von fünf Monaten und trotz mancher Examensprüfung. „Wir kümmern uns um alles“, bestätigt der sich im siebten Semester befindende BWL-Student Moritz Petsch. (mehr …)

Prävention ist Chefsache

Bewilligter Förderbescheid für Greifswalder Präventionsprojekte übergeben

Am Samstagmittag überreichte Innenminister Lorenz Caffier im Büro des Vereins zur Förderung der Prävention im Restaurant zur „Sonne“ in der Steinbeckerstraße 1 dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Dabels den in Höhe von 9.520 Euro bewilligten Fördermittelbescheid für die Durchführung von Präventionsvorhaben für 2008 in Greifswald. „Ich tue es gern“, sagte der Minister im Beisein des Oberbürgermeisters Dr. Arthur König und weiterer anwesender Vereinsmitgliedern. Denn in Sachen Prävention sei der Greifswalder Verein einer der aktivsten im Land. „Aus drei guten Gründen ist das so“, entgegnete Hans-Jürgen Dabels. „Prävention ist in Greifswald Chefsache.“ Starken Rückhalt erhalten die ehrenamtlich Engagierten aus dem Rathaus und der Bürgerschaft. Doch nicht allein von dort. Die lokale Wirtschaft, Vereine und Initiativen gestalten das Vorhaben tatkräftig und finanziell mit. Und: Anders als andernorts gibt es in der Universitäts- und Hansestadt eine hauptamtliche und fest angestellte Koordinatorenstelle. „Wir haben früh mit der Präventionsarbeit angefangen und können jetzt auf diesem Feld eine Kontinuität aufweisen“, erklärte Arthur König. Gerade auch dank der seit Jahren lebendigen Vereinsarbeit.

Geschrieben von Uwe Roßner

Nicht allein fürs Vitamin B

Greifswalder Studierende organisieren erste Firmenkontaktmesse. Morgen findet sie statt.

Die Vision ist griffig. Die studentische Unternehmensberatung Capufaktur will Wirtschaft, Universität und Studierende in Greifswald zusammenbringen. Immer ganz projektorientiert. Seit Oktober 2007 laufen die Vorbereitungen zu ihrer ersten Firmenkontaktbörse StartGreifbar. Am 22. April findet sie im Hauptgebäude der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in der Domstraße 11 statt. Nicht allein für die Studierendenschaft der Universitäts- und Hansestadt.

„Es ist etwas komplett anderes als Studium“, sagt Moritz Petsch, der 1. Vorsitzende von Capufaktur. Dank eines straffen Zeitmanagements entstanden Flyer, Plakate und Broschüren. Dem nicht genug. Von der Anfrage bis zur Hotelreservierung der Messeteilnehmer übernahm das achtköpfige und von den Studienfächern her interdisziplinäre Team die komplette Organisation. Und alles innerhalb von fünf Monaten und trotz mancher Examensprüfung. „Wir kümmern uns um alles“, bestätigt der sich im siebten Semester befindende BWL-Student Moritz Petsch.

Insgesamt 15 über- und regionale Unternehmen stellen sich vor. Zehn weitere Konzerne hätten erst nach dem Zeitpunkt der Anmeldung reagiert. Über Anrufe, Anschreiben und wenige persönliche Kontakte erfolgte die Kontaktierung der Firmen. „Wir probierten, alle Unternehmen anzuschreiben“, erklärt Moritz Peetsch. Gemeint sind alle, die im DAX 30 notierten Unternehmen.

Für die Schirmherrschaft gewann Capufaktur Wolfgang Joecks, den Prorektor für Studium und Lehre der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Getragen wird die Initiative dennoch vom gesamten Rektorat. „Die Messe zeigt, dass unsere Studierenden kreativ und engagiert sind“, meint der Professor von der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät anerkennend. Für die genutzten Räumlichkeiten wird seitens der Universität auf die sonst übliche Miete komplett verzichtet. Nicht allein das. Auf der Internet-Seite der Universität findet sich auch ein Link für StartGreifbar 2008 und eine Rundmail soll über den Emailverteiler der Universität an alle Studierende geschickt werden.

Selbst die studentischen Medien ziehen mit. Der von der Onlineredaktion moritz web für das Studentenwerk Greifswald erstellten Veranstaltungsplan flying moritz kündigt StartGreifbar an. Und dies für die Hochschulstandorte Stralsund, Greifswald und Neubrandenburg. Mit einer Auflage von 4.500 Exemplaren.

Als herausragend bewertet der Greifswalder Senatsvorsitzende Manfred Matschke das ehrenamtliche Engagement der Studierenden. „Ich hoffe, dass möglichst Viele das Angebot vor Ort intensiv nutzen werden.“ Denn Eines läge im Falle der Universitäts- und Hansestadt klar auf der Hand: „Greifswald liegt nicht abseits, nur die Metropolen sind so weit entfernt.“ Stärker als bisher sollte der Hochschulstandort von rekrutierenden Firmen in den Blick genommen werden. Kein Wunder. Seit 1990 haben sich die Studierendenzahlen an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität von 3.500 auf knapp 12.000 Studierenden mehr als verdreifacht. Tendenz steigend. Denn im kommenden Wintersemester kommt wieder ein Doppelabiturjahrgang an die Alma Mater. An Absolventen, Praktikums- oder Traineestelleninteressierten dürfte es daher nicht fehlen.

„Die enge Verzahnung von Wissenschaft, Forschung, Technologie und Wirtschaft hat sich bewährt“, stellt Oberbürgermeister Dr. Arthur König in seinem Grußwort heraus. Die Universität ist mit diversen Einrichtungen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene verbunden. Gerade im medizinischen Bereich. Zum Beispiel mit dem Siemens-Konzern, Vernetzte Gesundheit oder Biocon Valley. Außerdem meint Arthur König: „Capufaktur setzt ein Zeichen.“ Für ihren Mut und ihre Risikobereitschaft sei die studentische Unternehmensberatung beispielgebend.

Eines ist dennoch bisher schwer abschätzbar: die Resonanz. Auf jeden Fall wollen die Organisatoren zufriedene Besucher und Schausteller. Nicht allein für ihre Evaluation. Denn StartGreifbar soll ein gelungener Auftakt und eine Premiere mit längerem Nachhall werden.

Mick Jagger versus Martin Scorsese

Angelegt als Dokumentation über die Rolling Stones ist „Shine a Light“ nicht mehr als eine professionell gefilmte Konzertaufnahme

New York, Beacon Theatre Ende 2006: Martin Scorsese und Mick Jagger diskutieren über Scheinwerfer, die der eine – Regisseur und Perfektionist – für unverzichtbar hält, während der andere – Vollblutmusiker, der die Bühne gerne voll ausnutzt – Angst hat, sich sein nicht mehr ganz so junges Gesicht zu verbrennen. Und schon kommt Bill Clinton und eröffnet das Konzert. Fast 120 Minuten verfolgen Kameras den Bandleader, der die Bühne zum Laufsteg macht und sie, mal mit gekonntem Hüftschwung und mal mit den so bekannten zuckenden Bewegungen, auf und ab stolziert. Selten schwenken die Kameras zu den anderen Bandleadern; erst bei „You Got the Silver“ kommen sie näher an das verbrauchte Gesicht von Keith Richards heran, Charlie Watts und Ron Wood sind insgesamt etwa 5 Minuten im Bild. Die wenigen eingestreuten Interviewfetzen scheinen eher Umzugspausen für Mick Jagger zu sein, als dass sie dem Zuschauer Hintergrundinformationen liefern.

Wer schon einmal einen Spielfilm von Scorsese vom Schlage/ à la „Good Fellas“ oder, aktueller, „Departed“ gesehen hat, mochte wohl Innovativeres von „Shine a Light“ erwarten. Wer sich allerdings schon einmal in eine Banddokumentation des gleichen Regisseurs getraut hat, kennt das altbewährte, aber auch allzu bekannte Muster aus Interviewausschnitten und Live-Auftritten. Dieses Schema ändert „Marty“, auch für „Shine a Light“ nicht. Da helfen weder das perfekt ausgeleuchtete Beacon-Theatre noch die 18 Kameraprofis, wie Andrew Lesnie (u. a. 2002 Oscar für „Der Herr der Ringe“) und Robert Richardson (u. a. „Kill Bill“ Vol. 1 und 2, „Casino“), die Scorsese gekonnt dirigiert – zwei Stunden sind einfach zu lang. Wahren Fans der Band sei gesagt: In einschlägigen Videotheken mal nach „One to One“ fragen.  
Geschrieben von Jennifer Seelig

Packender Klavierabend im St. Spiritus

Konzerte dienen Musikern nicht allein als Auftritt im Rampenlicht. Sie sind ein Gradmesser, ein spielend vorgetragener Beweis vor aller Augen und Ohren. Ganz dem zuvor ausgewählten Programm verpflichtet. Bis zum letzten Ton.

Dem nicht genug. Die Ehre, vor dem Gang ins Studio das Material einer kommenden CD lauschen zu dürfen, hatten die Greifswalder Konzertbesucher am vergangenen Samstagabend beim Klavierabend der japanischen Pianistin Hideyo Haradas im St. Spiritus. Auch wenn kaum jemand davon etwas wusste. Denn in solchen Fällen ist der Künstler dem Publikum für die erbrachte Aufmerksamkeit zu  großem Dank verpflichtet. Denn während der Einspielung des Materials bleibt wenig Zeit für Experimente.

Relativ kurzfristig erfolgte daher die Anfrage beim Greifswalder Kulturzentrum. Quasi durch Zufall. Denn ein Ausstellungsbesucher kam auf Brigitte Schöpf mit dem Anliegen zu. Mit Peter Tschaikowskys (1840 – 1893) zwölf Charakterstücken des Klavierzyklus „Die Jahreszeiten“ op. 37, Frédéric Chopins (1810 – 1849) kontrastreicher Ballade Nr. 1 in g-Moll op. 23 und den Sergej Rachmaninovs (1873 – 1943) packenden Corelli-Variationen op. 42 bot Hideyo Harada im dunkelgrünen und mit langen weißen Schleifen verzierten Kleid ein reizvolles romantisches Programm dar. Ein seltener Glücksfall allemal.

Bar jeder selbstdarstellerischen Attitüde hielt die Preisträgerin mehrer angesehener internationaler Wettbewerbe den bis ins Pianissimo hinein voller Achtung ausgestalteten Ton in der anmutigen kreisenden Bewegung ihrer Hände. In freudiger Gelöstheit dankte sie ob jung, ob alt, den bis auf dem letzten Platz verkauften Saal mit gleich drei Zugaben am schwarzen Flügel. Natürlich mit Chopin in der Mitte und zwei Mal dem norwegischen Jubilar Edvard Grieg verpflichtet. Gibt es dann für einen Auftretenden nichts Bewegenderes als den hingerissenen Seufzer der Lauschenden beim Verhallen des letzten Tons?
    

Geschrieben von Uwe Roßner