von Archiv | 24.04.2008
Lernende und Lehrende schließen sich zu einer „Hochschulallianz“ zusammen. Gemeinsam wollen sie auf eine überfällige Prioritätensetzung zugunsten von Bildung und Wissenschaft hinwirken. Mitglieder der „Hochschulallianz“ sind:
In der „Hochschulallianz“ sind alle an den Hochschulen tätigen Studierenden und Lehrenden zusammengeschlossen. Ungeachtet unterschiedlicher Schwerpunktsetzungen in ihrer Arbeit und auch unterschiedlicher Auffassungen in Einzelfragen betonen die Mitglieder der „Hochschulallianz“, dass sie als Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden gegenüber der staatlichen Politik ein gemeinsames Ziel verfolgen: die Stärkung von Forschung und Lehre an den Hochschulen.
Nach Auffassung der „Hochschulallianz“ ist die Bündelung der Kräfte überfällig. Die „Hochschulallianz“ sei ein Neuanfang und auch ein Zeichen, dass die künstliche Spaltung der Interessen von Studierenden und Lehrenden überwunden werden muss. „Wir sitzen in einem Boot“ – das sei die Botschaft, die von dieser Gründung der „Hochschulallianz“ ausgehe. Der Zusammenschluss sei aber auch Reaktion auf eine falsche staatliche Prioritätensetzung und die seit Jahren anhaltende, chronische Unterfinanzierung der Hochschulen.
von Jabbusch | 24.04.2008
Wie uns ein Leser meldete, trat gestern Abend Prof. Erich R. Reinhardt* (Bild rechts), Vorstandsmitglied der Siemens AG im Zuge der Spenden-Affäre zurück. Die Affäre strahlt sich inzwischen auf unsere Universität aus, da sie intensiv mit Siemens zusammenarbeitet.
So hatte sich die Uni-Leitung für eine Ehrenpromotion des Personalchef von Siemens, Jürgen Radomski, ausgesprochen. Und das obwohl sich im Senat zunehmend Bedenken wegen dessen Verstrickungen in die Schmiergeld-Affäre äußerten (wir berichteten).
Interessant könnte in diesem Zusammenhang eine Kooperationsvereinbahrung zwischen Siemens und der Universität aus dem Jahre 2006 sein (online ). (mehr …)
von Jabbusch | 24.04.2008
Sommer, Sonne, Sonnenschein. Vieles fällt mir nicht mehr ein.

Nach all dem Streit über die mäßige AStA-Struktur, die Siemens-Affäre in Greifswald oder die 65.000 Euro städtische Geldverschwendung im Stadion, ist die Zeit Reif für etwas Entspannung und Harmonie. (mehr …)
von Jabbusch | 23.04.2008
Ganz kurze Info an alle die ins Ausland gehen wollen: Am 28.4. (Montag) findet um 19 Uhr in der Hörsaal der Anatomie (in der Löfflerstraße) eine Infoveranstaltung zum Thema „Studieren im Ausland – ohne Zeitverlust?“ statt.
Dort gibts Infos zum Vernetzungsprojekt „Campus Europae“, dass an der Greifswalder Universität u.a. vom Studentenparlament gefördert wird. Idee ist die neuen Chancen des BA-Studiums zu nutzen und für mehr Studenten den Wechsel an eine andere Universität zu ermöglichen.
Mehr Infos findet ihr hier.
von Archiv | 23.04.2008
Denis Gansels „Die Welle“ mahnt zur Reflexion des eigenen Handelns
„Die Lehrer sind doch heutzutage keine Autoritätspersonen mehr. Die spulen doch nur noch ihr Programm ab und können froh sein, wenn ihnen überhaupt noch jemand zuhört. Früher war das anders …“ – Früher? Wann früher? In der grauen Vorzeit der Erinnerung, in der genuin „alles besser war“? Oder in einer konkreten historischen Epoche, in der „Die Feuerzangenbowle“ als groteske Konterkarierung der realen Verhältnisse erschien? („Wat hab ich davon, dat ihr aufsteht?)
Es waren die sog. „68er“ die sich vor mittlerweile 40 Jahren aufmachten, um den „Muff von tausend Jahren“ zu beseitigen. Doch was ist aus Euphorie der „freien Liebe und Basisdemokratie“ geworden? Wer die „Flower-Power-Zeit“ überlebte und seinen Idealen treu blieb, kann sich als museale Wachsfigur á la Mick Jagger auf roten Teppichen feiern lassen – die Majorität der „Revoluzzer“ ist jedoch mittlerweile zu jenem „Establishment“ geworden, dass sie früher so verachtete.
Und auf jene (vermeintlich) „gescheiterten Existenzen“ blickt nun die Generation ihrer Kinder. Welche „Ideale“ soll sie verfolgen? Der Weg zur „materiellen Sicherheit“ ist scheinbar nur durch eine zunehmende Individualisierung zu erreichen. Wie hellhörig wird jemand, der bereits in der Schule an diesen Perspektiven resigniert, wenn es um Worte wie „Gemeinschaft“ und „Zusammengehörigkeit“ geht. Die Bereitschaft, sich einer „Sache“ zu verschreiben, wird mit Enthusiasmus nachgegangen. Durch uniforme Erkennungsmuster wird definiert, wer „dazu gehört“ und wer nicht. Die Orientierung erfolgt anhand einer „Leitfigur“, die charismatisch im Mittelpunkt steht. Für sie kann letztendlich nur eine treffende Bezeichnung gefunden werden: der „Führer“ …
In Dennis Gansels Neuverfilmung des Romans „The Wave“ („Die Welle“) von Morton Rhue, der 1981 erschien, ist es Jürgen Vogel („Der Freie Wille“), der sich als Lehrer – ohne sich dessen zunächst bewusst zu sein – in die Rolle dieses „Führers“ begibt. Die Schüler liefern durch die Ansammlung charakteristischer Stereotypen ein vielfältiges Identifikationspotential – zumindest für ein Gymnasium in einer (west-)deutschen Großstadt: Es gibt den „beliebten Sportsfreund“ ebenso wie den „Migranten“ und den „tragischen Außenseiter“, der „endlich einmal etwas hat, für das er sich einsetzen kann“. Sie zeigen in realistischer Lockerheit, wie schnell sie sich von vermeintlich „aufgeklärten“, selbstironischen Hip-Hopern zu dem wandeln, was Elias Canetti als „geschlossene Masse“ bezeichnet hat: wer sich den Dogmen der Zugehörigkeit nicht unterwirft, wird radikal ausgegrenzt und mundtot gemacht.
Durch Kameraeinstellung, Schnittfolge und musikalische Gestaltung ist der Film sehr an ein amerikanisches „Highschool-Movie“ angelehnt – wozu auch das drastische Finale neigt – sicher ein Grund weshalb das Werk auch als deutscher Beitrag bei Robert Redfords alternativem „Sundance Film Festival“ lief.
„Die Welle“ lässt den Betrachter zwar zunächst mit schockierender Ratlosigkeit zurück, lässt ihn aber gleichzeitig darüber reflektieren, welch eine schwierige Gratwanderung zwischen autoritärer Respektperson und mitmenschlichem Vermittler den Beruf des Pädagogen auszeichnet – in einer Welt, in der die Schule als Meinungs- und Wertebildungsinstitution weit hinter Fernsehen und Internet zurückgetreten ist.
Geschrieben von Arvid Hansmann