AStA hält Evaluation zurück?

Eine weitere interessante Geschichte – diesmal aus dem AStA:

Gegenüber Manuel Kniep, dem Geschäftsführer des Radio 98eins weigert sich das AStA, die in der letzten StuPa-Sitzung veröffentlichte Evaluation der AStA-Arbeit (eine Powerpoint Datei) herauszugeben, obwohl der StuPa-Präsident dem bereits zugestimmt hatte.

In der E-Mail des AStA heißt es:

„Bevor der Disput zwischen den Gremien und dem Radio 98.1 nicht beendet ist, kann ich dir solche Informationen leider nicht zur Verfügung stellen.“

Diese Verstrickung ist natürlich delikat. Entsprechend wütend die Antwort des Radio 98eins Geschäftsführers:

„Braucht man einen Kooperationsvertrag um Informationen von Euch zu bekommen?, mal abgesehen davon, dass wir einen mit Euch haben.

Schon komisch, dass ihr Euch evaluiert, die Ergebnisse als Erfolg wertet, diese aber der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stellen wollt.

Ist der Sinn einer Evaluation nicht gerade auch die Transparenz nach außen?
Ich verstehe das nicht 🙁

Nun bin ich gezwungen, die Ergebnisse für meinen Bericht aus dem Kopf wieder zu geben, da sind Fehler vorprogrammiert. Schade – professioneller Journalismus geht eigentlich anders.“

RCDS bricht Wahlversprechen noch vor der Wahl

In den Wahl-Flyern des RCDS (der RCDS ist quasi der studentische Arm der Jungen Union in der CDU) wird unter anderem die Förderung des Radio 98.1 versprochen. Doch bei der letzten StuPa-Sitzung kam es anders. In der Debatte über den Föderantrag des Radios setze sich der RCDS, allen voran deren Vorsitzender Martin Hackober, gegen einen zu hohen Förderbetrag ein.

Hier eine E-Mail, die ich dazu erhalten habe (Autor ist mir bekannt):

„Zum RCDS, die posaunen in ihrem Wahlkampf rum, das sie das radio 98eins fördern wollen.

Bisher haben sie dies nicht getan, im Gegenteil das Radio hat mit Herrn Hackober bisher nur negative Erfahrungen gemacht. Leider ist das Beweisprotokoll vom 18.12. noch nicht öffentlich, aus diesem geht die Mittelkürzung von 5000 Euro (im Haushalt eingestellt) auf 3000 Euro (bewilligt) hervor.

Insbesondere der RCDS sieht nicht ein, warum das Radio förderwürdig sein kann. Die schaffen es tatsächlich, ihre Wahlversprechen schon vor der Wahl zu brechen.“

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Plakatanalyse

So langsam tut sich ja was und immer mehr Wahlplakate zum StuPa sind zu entdecken. Hier mal eine polemische Analyse meinerseits:

Am dicksten aufgetragen haben die Jungs und zwei Mädels vom RCDS. In großen DIN A 3 Voll-Farbe-Plakate haben sie mit gigantischer Auflage die gesamte Universität zugepflastert. Eindrucksvoll war vor allem die „Verzierung“ des Audimax, dass bis vor kurzem an die Wahlkampfzentrale der CDU erinnerte. Inhaltsschwer und vieldeutig der Slogan „Bestimme mit!“, was wohl sowas wie ein verzweifelter Wahlaufruf zu sein scheint. So nach dem Motto: „Ok – wir haben keine Argumente, wähle uns halt aus Mitleid oder aus Gewohnheit“ oder so… Denn auf dem gesamten Plakat findet sich kein einziges Wort zum Inhalt… Dafür aber jede Menge schöner und weniger schöner Bilder der Kandidaten. Mehr will ich dazu lieber nicht verlieren…

Die Jusos haben bisher keine Wahlplakate aufgehängt – das macht sie doch sehr sympathisch! Heute hab ich aber diese eingehängte Faltkarte entdeckt. Das sie über den RCDS-Plakaten eingehängt ist, find ich schon mal cool. Und das sie den „Bestimme mit“-Slogan der RCDS-Plakate überdeckt: Perfekt! *g Darüber hinaus scheint es mit der StuPa-Wahl jedoch nicht viel zu tun zu haben, da es ein allgemeiner Flyer zum politischen Engagement bei den Jusos ist. Das verwundert: Immerhin haben die Jusos 5 Kandidaten auf der Wahlliste zum StuPa… Vielleicht ist ja noch was in der Pipeline?

Carolin Schulz ist die erste andere Einzelkandidatin, die uns mit einem Wahlplakat beglückt. Auch hier sieht es inhaltlich eher übersichtlich aus. „Von Anfang an dabei sein“ hört sich sehr optimistisch an und lässt erahnen, dass Frau Schulz Erstsemesterin ist und eben noch nie im StuPa war. Aber warum nicht? Das Plakat ist wenigstens ehrlich.
Etwas vergriffen hat sich die gute Frau jedoch im Foto, welches sie vor dem heimischen (?) Duschvorhang zeigt – da ist das Foto aus dem Wahlmoritz doch schöner…
Ansonsten finden wir die Öffnungszeiten der Wahlbüros auf ihrem Poster – freundlicher Service 🙂

( Weitere Poster folgen… )

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Von gewinnender Eleganz

Mit „Polish Spirit“ entdecken Nigel Kennedy und das Polish Chamber Orchestra die polnische Romantik

Vor sechs Jahren trat Nigel Kennedy in die Fußstapfen seines Lehrers und Mentors Jehudi Menuhin. Das 1972 gegründete Polish Chamber Orchestra ernannt ihn zu seinem Künstlerischen Leiter. Polen ist für den gebürtigen Engländer Kennedy seitdem längst zu einer zweiten Heimat geworden – künstlerisch wie privat.

Mit der jüngsten Einspielung „Polish Spirit“ widmen sich der vielfach preisgekrönte Violinist und der ohne festen Dirigenten auskommende Klangkörper aus Krakau eindrucksvoll den spätromantischen Violinkonzerten der polnischen Komponisten Emil Mlynarski (1870 – 1935) und Mieczyslaw Karlowicz (1876 – 1909). Nicht allein das. Mit anrührendem Stolz klingt die Aufnahme mit den Chopinschen Nocturnes op. 9 Nr. 1 und 2 in der Bearbeitung von Krzesimir Debski aus. Was für Raritäten!

Geschrieben von Uwe Roßner

In tiefer Erwartung

1981 schuf Yasushi Inoue (1907 – 1991) mit „Der Tod des Teemeisters“ ein künstlerisches Vermächtnis und eine stille Meditation über den traditionsreichen Weg des Tees.

Viel Anlass zur Spekulation bietet der Tod des Teemeisters Sen no Rikyu (1522 – 1591). Denn der Begründer der japanischen Teezeremonie nimmt sich mit auf der Höhe seines Ruhmes mit 69 Jahren das Leben. Sein Schüler, der Mönch Honkaku, zieht sich kurz darauf zurück und erforscht allmählich die Hintergründe der geheimnisvollen Tat seines ehrwürdigen Lehrers. In einem Tagebuch hält Honkaku in einem recht eigenwilligen Stil die einstigen Geschehnisse fest. Hinter dem Befehl des Kriegsherrn Hideyoshi, der Sen no Rikyus Selbstmord auslöste, tauchen langsam tiefere Intrigen und Machenschaften in der Zeit des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts der Samurai auf.

In Deutschland zählt Yasushi Inoue der zu den meistgelesenen Autoren Japans. Nach dem Studium der Kunst und der Geschichte arbeitete er als Journalist. Mit 36 Jahren begann er seine Karriere als Schriftsteller. Zu seinem vielfach ausgezeichneten Werk gehören der Roman „Der Stierkampf“ und die Novelle „Das Jagdgewehr“. In Ursula Gräfes Übersetzung liegt der Roman „Der Tod des Teemeisters“ in der ersten Auflage beim Suhrkamp Verlag vor.

Geschrieben von Uwe Roßner