Des Stümpers Schatten

Wohltemperierte Register zieht Robert Schneider mit seinem jüngsten Roman „Die Offenbarung“. Nicht allein für Johann Sebastian Bach.

Für Jakob Kemper gerät der Heiligabend des Jahres 1992 zur Passion. Erst verstimmt der gesundheitlich angeschlagene Naumburger Organist den Weihnachtsgottesdienst der geschrumpften Gemeinde kräftig mit Dissonanzen, dann bringt ihn ein zufällig aufgestöbertes Notenkonvolut im Gehäuse seines Instruments an den Rand seiner Kräfte. Denn der Papierstapel in der alten Reisetasche enthält ein bisher unbekanntes Spätwerk Johann Sebastian Bachs. Mit dem wiederentdeckten Opus Magnum in den Händen steht der schrullige Musikforscher vor einem Wendepunkte. Denn die renommierte Bachgesellschaft schickt sich an, die bereits seit Jahren ausstehende Restauration der Naumburger Domorgel in Kürze fachmännisch zu begleiten. Ungewiss bleibt deren Offenheit für diesen überraschenden Fund.

„Die Offenbarung“ ist ein bewegendes Stück Literatur aus der Feder Robert Schneiders. Das in die neunziger Jahre platzierte Geschehen zeigt augenzwinkernd historische und persönliche Altlasten der Umbruchsphase der liebenswürdig karikierten Naumburger Figuren auf und fügt die gewordenen Lebensläufe zu einem griffigen Musikroman zusammen. Nach dem Achtungserfolg von Werner Bräunigs „Rummelplatz“ zur Leipziger Buchmesse stiftet der Aufbau Verlag mit Robert Schneiders „Die Offenbarung“ einen bemerkenswerten Leseanstoß zu den frühen neunziger Jahren in Gesellschaft, Kultur und Forschung der wiedervereinigten Bundesrepublik.

Geschrieben von Uwe Roßner

Karaokeparty in der Kiste

Am Mittwoch, den 5.12.2007, veranstaltet der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) ab 22 Uhr eine Karaokeparty in der Kiste (Mararenkostraße).  

Ein Herz für Existenzgründer

Ein Interview mit dem Dipl. Kaufmann Peter Braun zum Thema Marketing.

Am 03.11. fand ein Existenzgründerseminar im Bereich Marketing – also Verkauf im weitesten Sinne – statt. Es wurde von dem MVwin-Team organisiert, das dem Finanzministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern angehört. Der Dozent, Peter Braun, referierte über die Grundlagen seiner Arbeit und erklärte sich bereit, auch ein Interview zu geben.

Moritz.Web: Sie sind gelernter Diplom-Kaufmann. Kann man das in etwa mit einem Abschluss in dem heutigen Studiengang BWL vergleichen?

Herr Braun: Ja, dass kann man. Beim Studium in Dänemark hat man aber zusätzlich zwei Fremdsprachen (ich habe Englisch als Hauptsprache und Deutsch als Nebensprache gehabt). Im Studium habe ich mich dann auf Absatz/Verkauf spezialisiert.

Moritz.Web: Was machen Sie hauptberuflich?

Herr Braun: Meine Bezüge beziehen sich zu 65 % von Handel und 35 % von Coaching, Training und Beratung.

Moritz.Web: Sind Auszubildende, Existenzgründer und Studenten die häufigsten Teilnehmer in ihren Seminaren? Oder referieren Sie normalerweise vor Unternehmer und Unternehmensleitungen?

Herr Braun: 90 % meiner Kunden sind Unternehmer oder gehören zum mittleren Management.

Moritz.Web: In welchen Regionen veranstalten Sie ihre Seminare regelmäßig? Haben Sie in ganz Deutschland oder im Ausland zu tun?

Herr Braun: 70 % meiner Veranstaltungen finden in Ostdeutschland statt (Mecklenburg-Vorpommern und runter bis nach Potsdam), 15 % im Westen (Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen), 10 % in Dänemark und 5 % im nicht-europäischen Ausland.

Moritz.Web: Wo wird man Sie als nächstes antreffen können, wenn man sich für Marketing interessiert? Gibt es bereits feste Termine?

Herr Braun: In Schwerin am 5. Dezember 07, beim Bildungswerk der Wirtschaft.

Moritz.Web: Zu guter Letzt: Was würden Sie zukünftigen Existenzgründern mit auf den Weg geben?

Herr Braun: Gehen Sie methodisch vor: Überprüfen Sie die Marktgegebenheiten sorgfältig (Marktforschung). Erstellen Sie einen detaillierten Plan für Ihr Vorhaben (ein Kommunikationsplan im erweiterten Sinne). Seien Sie engagiert und diszipliniert und lassen Sie sich nicht demotivieren, wenn es nicht alles sofort so läuft wie geplant.Geschrieben von Daniel Förster

Beowulf in disguise

Eine computeranimierte Version des angelsächsischen Heldenepos

Damit hatte man nicht gerechnet. Welch’ Vorfreude für einen Anglistikstudenten! Beowulf sollte durch die Kinos der Nation die Leute über das englische Pendant zum ?Nibelungenlied“ einen wesentlichen Teil der englisch-germanischen Geschichte informieren. In großer Manier erwartet man mit Angelina Jolie, Anthony Hopkins und John Malkovich eine würdige Starbesetzung. Die Werbung dafür versprach eine Aufmachung des Themas im Stil von „300“. Nach dem ersten Schock in der ersten Szene als die Computergrafik noch für zu eindeutig und realitätsfern auffällt, musste man sich eingestehen, dass dieser Film gänzlich computeranimiert war und somit wohl auch ein anderes Publikum erreichen sollte. Die Bedeutung dieser Legende aus dem 7. Jahrhundert verliert dadurch leider bereits am Anfang stark an Gewicht.
Der Film beginnt in der schon zu dieser Zeit legendären Methalle des König Hrothgar und zeigt seine Gefolgschaft in dem üblichen Saufgelage. Mit anzüglich-vulgären Kommentaren taumeln die Männer in die Nacht. Plötzlich wird es leicht ruhiger und die Spannung steigt langsam. Es erscheint ein riesiges Ungeheuer, namens Grendel, wie sich später herausstellt und es mordet ohne Unterlass und mit einem lauten, andauernden Schrei alle Männer, die ihm in die Pranken kommen. In der Mitte der Halle befindet sich zur Unterstützung seines mysteriösen Auftretens eine Feuerstelle, die geisterhaft grünlich wird, während er in der Halle ist. Man ist somit darauf eingestellt, dass es sich um eine Gestalt aus der Geisterwelt handeln muss.
Hrothgar ist fassungslos und verbietet das Feiern in der Methalle fortan solange bis das Ungeheuer besiegt wird. Schon bald reist der Protagonist Beowulf aus dem Gautenland an und proklamiert feierlich die Rettung vor Grendel durch seine mächtige Heldenhand. Alle sind begeistert und schlussendlich schafft es Beowulf tatsächlich in der ersten Nacht, den menschenähnlichen, riesigen Jungen ohne Haut und mit verzogenem Gesicht zu vertreiben. Das Kind Grendel ist aus seinem Wahn verschüchtert und muss ohne seinen linken Arm in den Wald und den Tod flüchten.
Die Freude ob des Sieges von Beowulf ist groß und es wird gefeiert bis in der folgenden Nacht wiederum viele Männer ihr Leben lassen mussten. Diesmal war es die Rachetat der Mutter Grendels. Beowulf verfällt dieser wunderschönen Dämonin beim Versuch auch sie zu töten. Daraufhin liegt ein großer Fluch auf seinen Gütern, den Geschenken von Hrothgar und seiner übernommenen Frau, Königin Wealhtheow.
Jahre später erledigt Beowulf mit Hilfe seines Getreuen Wiglaf auch das nächste Unheil, den Drachen der Dämonin, verliert dabei aber alle seine Heldenkräfte und muss sein stolzes und gefürchtetes Volk durch den Tod zurücklassen. Sein Ruhm und seine Taten bleiben dabei unvergessen.
Die Hauptcharaktere Hrothgar und die Mutter von Grendel sind auffällige Figuren im Abbild Anthony Hopkins und Angelina Jolies. Der eifersüchtige Unferth, Neffe Hrothgars, darf sich der Gestalt John Malkovichs erfreuen!