Kurzfristig verfügbar

Jobvermittlung für Studierende

Um einen Job neben seinem Studium zu bekommen, lohnt ein Blick auf Aushänge wie beispielsweise in der Mensa am Schießwall oder online auf den Internetseiten des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA). Machmal aber dies nicht allein.


Denn wer in Greifswald neben dem Studium arbeiten möchte, sollte auch  die Zusammenarbeit des AStA mit der Jobvermittlung der Agentur für Arbeit und den Arbeitsgemeinschaften Vorpommern nicht vergessen.

Einfache Registrierung

Einen Registrierung auf der Karteikarte hilft bei der späteren Vermittlung. Egal ob im AStA-Büro in der Domstraße 12 oder bei der Behörde am Gorzberg im Haus 7, Studenten können sich damit dem potentiellen Arbeitgeber vorstellen. Angegeben wird die Qualifikationen, Sprachkenntnisse, ob ein Auto vorhanden ist und welche Lohnvorstellungen bestehen.
Ende 2006 trafen sich jeweils ein Vertreter der Jobvermittlung der Argentur für Arbeit und des AStA, um die gemeinsame Arbeit zu koordinieren. „Es ist einfach eine Zusammenarbeit“, sagt Mirko Wahlen, AStA-Referent für BAföG und Studienfinanzierung. Dabei stehen allen Interessierten im AStA-Büro die Karteikarten zum Ausfüllen zur Verfügung. Alle zwei Wochen werden sie von Birgit Gruchow, der zuständigen Vermittlerin der Argentur für Arbeit und der Arbeitsgemeinschaften Vorpommern, abgeholt und in ihre Arbeitgeberdatei mit aufgenommen. „Damit erreichen wir eine flächenmäßig breite Abdeckung“, betont Wahlen. Die Resonanz sei am Anfang reger gewesen. „Es ist noch ein bisschen dünn“, meint der AStA-Referent. Birgit Gruchow sieht darin keinen Grund zur Beunruhigung: „Bisher konnten wir alle Angebote der Arbeitgeber bedienen.“ Denn der Vorteil der Arbeits-agentur und der Arbeitsgemeinschaften Vorpommern liegt im direkten Kontakt mit dem Arbeitgebern der hiesigen Region. Dennoch gibt sie zu bedenken: „Gerade auf kurzfristige Aushänge sollte geachtet werden.“        

Kontakt:
Birgit Gruchow
Arbeitsagentur für Arbeit, ArGe:
03834/517517
Birgit.Gruchow@arbeitsargentur.de

Mirko Wahlen
AStA-Referent für BAföG und Studienfinanzierung
03834/831160
bafoeg@asta-greifswald.de

Geschrieben von Uwe Roßner

Interview: Mehr als nur Hochschulpolitik

AStA-Vorsitzender: Nachwuchssorgen und Professionalisierung

Thomas Schattschneider wurde am 15. Mai zum neuen AStA-Vorsitzenden gewählt. moritz traf ihn zu einem Herrentagsbier im Alten Fritz um mit ihm über Zukunft und Ziele des Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) zu reden.

moritz:  Bei Deiner ersten Kandidatur für den AStA-Vorsitz am 8. Mai erreichtest Du nicht die nötige Mehrheit im StuPa. Warum bist Du eine Woche später nochmal angetreten?
Thomas Schattschneider: Gerade weil ich die Zusammenhänge kenne, da ich 2005 bereits AStA-Vorsitzender war und weil ich Freude an der Arbeit habe. Nach der ersten gescheiterten Wahl habe ich mehrere Gespräche mit Personen geführt, die mit meiner Arbeit vertraut waren und mich motivierten, noch einmal zu kandidieren.

moritz: Wirst Du in dieser Legislatur Dinge anders angehen? Welche Ziele hast Du ins Auge gefasst?
Schattschneider
: Ich war vor zwei Jahren der erste Vorsitzende, der die neue AStA-Struktur mit damals 23 Referaten begleitet hat. Das war eine neue Situation für mich, für das StuPa und auch für die AStA-Referenten. Da hätte man  im Nachhinein einiges besser machen können, beispielsweise den Teamgeist  stärken.
Diese Funktion kommt dem Vorsitzenden als Organisator der Arbeit zu. Er ist derjenige, der nach außen tritt und auch derjenige, der alles zusammenhalten muss. Die Referenten müssen unter einem Dach miteinander auskommen. Ich bin sozusagen der Moderator. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Nachwuchsarbeit sein. Ziel ist es auch, Prozesse zu steuern.

moritz:  Was hast Du konkret in den nächsten Wochen vor?
Schattschneider: Die Novellierung des Landeshochschulgesetzes steht in nächster Zeit an. Dafür muss das Referat für Hochschulpolitik unbedingt besetzt werden.
Außerdem kommen Sachthemen wie der Kooperationsvertrag für das KiTa-Projekt, das „Wissen rockt“-Konzert am 7. Juli und die Radtour „Grenzen überfahren“ auf uns zu. Besonders wichtig ist die Einarbeitung der neuen AStA-Referenten. Sie sollen schnell mit dem allgemeinen Procedere vertraut sein und Fragen beantworten können, die in der alltäglichen Arbeit an sie gestellt werden.

moritz:  Wie willst Du zukünftig Bewerber für vakante AStA-Referate begeistern?
Schattschneider: Ich glaube, der Nachwuchsmangel hat mehrere Gründe. Einer davon ist auch, dass zu wenig Information von uns nach außen dringt, was wir eigentlich machen. Wir sind viel mehr als ein Haufen von Hochschulpolitikfanatikern. Der AStA hat eine Vielzahl von Serviceangeboten. Fachreferenten geben unter anderem Tipps für die Bereiche Soziales, BAföG und Kultur. Außerdem verwalten wir Geld, das Studenten für Projekte beantragen können. Das muss verstärkt nach außen dringen, unabhängig davon, dass wir auch hochschulpolitische Arbeit leisten.
Mit Bachelor und Master gibt es auch ganz neue Nachwuchsprobleme. Ein Bachelor-Student wird nicht gleich im ersten Jahr für ein Amt kandidieren. Ab dem dritten Jahr steht er aber auch schon vor seiner Abschlussarbeit. Und ein Master-Student hat erst recht nur sehr begrenzt Zeit. Der AStA setzt sich bisher vor allem aus Magister- und Lehramtsstudenten zusammen, angehende Betriebswirte und Juristen sind vertreten, aber so gut wie keine Naturwissenschaftler und gar keine Mediziner. Die haben einfach nicht die Zeit für ein Engagement in den Gremien. Dem müssen wir entgegensteuern, sei es mit einer Anrechnung von Gremientätigkeiten auf die Regelstudienzeit und der Verlängerung des BAföG-Anspruchs.

moritz:  Inwieweit behindern persönliche Spannungen der Referenten untereinander die Arbeit des AStA?
Schattschneider: Im AStA arbeiten bis zu 17 Personen. Spannungen gibt es immer mal wieder. Meistens geht es um die Sache und nicht um Einzelne. Der AStA hat auch Abstimmungen und wenn man da mehrfach unterliegt, kann es passieren, dass Referenten dies persönlich nehmen. Das wurde auch deutlich, als es im StuPa um die Struktur und Wahl des AStA ging. Da konnten ehemalige AStA-Referenten persönliche Dinge nicht von sachlichen trennen.

moritz:  Was macht der AStA in der vorlesungsfreien Zeit?
Schattschneider: In der vorlesungsfreien Zeit haben wir nach wie vor Sprechzeiten. Wir nehmen als AStA die Aufgaben des StuPa wahr, das heißt, wir stimmen beispielsweise über Finanzanträge ab. Außerdem haben wir die Erstsemesterwoche, die vorbereitet werden muss. Ab Mitte Oktober kommen die Erstsemester und suchen Wohnungen. Das ist immer ein Problem. Auch das Thema Studentenjobs wird eine Rolle spielen.

moritz:  Wie beurteilst Du die Arbeit Deines Vorgängers Alexander Gerberding?
Schattschneider: Alexander Gerberding hat es aufgrund von Vakanzen und Personalwechsel nicht einfach gehabt. Ansonsten denke ich, hat er einen ganz soliden Job gemacht. Der Umzug stand im vergangenen Jahr an, auch das Unijubiläum und viel Repräsentanz. Das hat er gut gemacht. In seiner jetzigen Arbeit als stellvertretender Senatsvorsitzender macht er das auch weiterhin gut.

moritz
:  Was willst Du besser machen?
Schattschneider: Mit der Erfahrung aus dem letzten Jahr, in dem ich AStA-Referent war, habe ich die andere Seite gesehen und weiß jetzt, was ich besser machen kann. Einige Abläufe kann man durchaus professionalisieren, indem man beispielsweise Aufgaben abgibt.

Geschrieben von Judith Küther

Abitur ist kein Kondom

Greifswalder Studierendenschafz tritt Aids-Bündnis bei

Im Jahr 2006 kam es zu rund 2.700 HIV-Neuinfektionen in Deutschland, davon etwa 30 in Mecklenburg-Vorpommern. „Aids ist nicht nur ein globales Problem, sondern auch in Deutschland muss die allgemeine Aufklärung intensiviert werden“, meint David Puchert, Queer- und Gender-Angelegenheiren-Referent des Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Die Infektionszahlen stiegen auch in Deutschland in den letzten Jahren an.


Das Aktionsbündnis gegen Aids versucht über Kampagnen und der Kooperation mit unzähligen Institutionen und Organisationen  auf die Gefahr des Virus hinzuweisen und ihre Mitträger durch Aktivitäten und Veranstaltungen zu unterstützen.

Symbolischer Schritt

Am 22. Mai beschloss das Studierendenparlament (StuPa) den Beitritt der hiesigen Studierendenschaft zum „Aktionsbündnis gegen Aids“.  Das die Studierendenschaft vertretende Organ profitiert von Vorträgen und Informationen des Bündnisses. Zudem ist es auch ein symbolicher Schritt. Aids ist eine Gefahr für alle Menschen, auch für Studierende.
Homosexuelle hätten zwar öfter wechselnde Partnerschaften aber  Heterosexuelle seien ebenfalls betroffen und oft sogar unvorsichtiger in dieser Hinsicht, berichtet Puchert.  Ansteckungsgefahr besteht nicht nur durch sexuelle Kontakte sondern auch durch unhygienische Bluttransfusionen und beschmutztes und benutztes Drogenbesteck.

Im zweiten Anlauf

Eine erste Abstimmung des AStA-Antrages  wurde vom StuPa abgelehnt, da es eine Zweidrittelmehrheit benötigt hätte um diesem Bündnis bei zu treten. Zum einen stand nicht fest, wie lange das Aktionsbündnis gegen Aids beschränkt sein würde – festgelegt war ein Zeitraum bis Ende des Jahres – und zum anderen wurden von einigen StuPa-Mitgliedern Zweifel an der Zweckmäßigkeit geäußert.
Ein zweites Mal wurde der Antrag gestellt und wartete mit neuen Erkenntnissen auf: das Bündnis wird mindestens noch zwei weitere Jahre bestehen und die Mitgliedschaft kann kostenfrei sein.
Nach Beitritt wurde am 2. Juni die „Nacht der Solidarität“ auf dem Greifswalder Markt veranstaltet. Als stille Demonstration sollte auf die Aids-Problematik aufmerksam gemacht werden.                        

Geschrieben von Björn Buß

Arndt des Monats

Ich habe wiederholt, […] daß der Deutsche, welcher seiner Töchter in welscher Sprache unterweisen lasse, sie gleichsam zu Huren der Fremden bilde. Das könnte nun wörtlich verstanden werden, wobei die Angeklagten noch am besten wegkommen würden; aber das ist eben nicht nötig.

Sondern es ist eine viel schlimmere Hurerei gemeint, als die mit den Leibern getrieben wird, es ist die Hurerei des Geistes gemeint, jene, die so oft in der Bibel angeführt wird, wovon es heißt: Und Israel sündigte und fiel ab und hurete mit den Kindern Ammon und Moab und Amalek und ihren Götzen, jene Hurerei, wo Babel die große Hure genannt wird.

[E.M. Arndt: „Geist der Zeit“, 4. Teil, Leipzig o.Jg., 5. Kapitel, Seite 174]

Es gibt in jeder Ausgabe des moritz den „Arndt des Monats“, in dem das jeweils angeführte Zitat Ernst Moritz Arndts einen kurzen, aber erschreckenden Einblick in die Gedankenwelt dieses Mannes geben soll.

Geschrieben von Ernst Moritz Arndt

Die Heide sichert den Frieden

Tourismusentwicklung in Brandenburg und das ?Bombodrom?

„Am Sonntag sind wieder 10.000 Bürger in der Ruppiner Heide auf die Straße gegangen, um gegen einen Bombenabwurfplatz der Bundeswehr zwischen Wittstock, Rheinsberg und Neuruppin zu demonstrieren“, tönt eine sonore, wertfreie Stimme in der Tagesschau.


Es ist nur eine kleine Meldung nach der Nachricht, dass in Afghanistan wieder unzählige Menschen einem Selbstmordattentat zum Opfer gefallen sind. In Zeiten, wo wieder einmal deutsche Soldaten in Särgen aus Afghanistan nach Deutschland verschickt werden, bleibt die Frage diskutabel, inwieweit eine deutsche Beteiligung sinnvoll ist. Genau zwischen diesen beiden Extremen Krieg und Natur bewegte sich die Tagung zur „Tourismusentwicklung in Nordostdeutschland“, die vom Deutschen Verband für angewandte Geographie (DVAG) in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung organisiert wurde.
Als Veranstaltungsort wählten die Organisatoren die etwa 9.000 Einwohner starke nordbrandenburgische Stadt Rheinsberg.
 
Tourismus als Tagungsthema

Unter den unzähligen Teilnehmern referierte als erster Manfred Richter, der Bürgermeister Rheinsbergs. Er illustrierte die Entwicklung der Stadt, wobei er deutlich auf die große Bedeutung des Tourismus verwies.
Einen weiteren Beitrag zur Tourismusentwicklung bot Professor Klaus Günther, der den fatalen Zusammenhang zwischen einem möglichen Bombenabwurfplatz und der Tourismusentwicklung im Ruppiner Land erläuterte. Er bewies wissenschaftlich, dass Besucher von Naturparks durch die Anwesenheit von technischen, „unnatürlichen“ Einflüssen negativ beeinflusst werden. Wenn ein technisches Geräusch mit einer Lautstärke von 50 Dezibel in einem Touristengebiet ertönt, empfinden das die Hälfte der Besucher als Ärgernis. Die Grundaussage des Professors lautete, dass ein Bombenabwurfplatz in der Region absolut kontraproduktiv für die touristische Entwicklung wäre.

Busexkursion durch das Brandenburger Land

Am zweiten Exkursionstag durch das Ruppiner Land fasste Klaus Günther auf dem Weg zum Bombenabwurfplatz über 30 Minuten die Entwicklung des „Bombodroms“ zusammen.
Der Professor berichtete, dass die Bundeswehr im Herbst 1992 den Plan verkündete, das Areal als einzigen Bombenabwurfplatz in Deutschland zu nutzen. Nur einen Monat später gründete sich die Iniative „Freie Heide“. Er selbst ist Gründungsmitglied und auch im Vorstand des Vereins „Pro Heide“. Diese Bürgeriniative setzt sich nicht nur vehement gegen einen Bombenabwurfplatz im Nordosten Brandenburgs, sondern auch in der gesamten Bundesrepublik ein.
Seit über zehn Jahren liefern sich nun schon die Bürgeriniativen und die Bundeswehr einen komplizierten juristischen Streit. Interessanterweise haben die ehrenamtlichen Vereine bisher erfolgreich die Bundeswehr an der Durchsetzung ihrer Pläne gehindert.

Bombodrom vs. Tourismus

Der geplante Bombenabwurfplatz ist 144 Quadratkilometer groß. Zum Vergleich: Die Gesamtfläche des Stadtgebietes Greifswalds beträgt nur 58 Quadratkilometer. Die Bundeswehr kämpft um ihr Recht, da in deren Augen der Platz am besten geeignet scheint. Für die Flieger wäre es sogar erlaubt nur 30 Meter über dem Boden in das Militärgelände einzufliegen. Die Flugzeuge würden ihre Einflugschneisen über den Naturpark Ruppiner Land tätigen und diese Idylle mit Kriegstechnik zerstören.
Radfahrer, Wanderer und vor allem die Tierwelt würden in ihrem Lebens- und Erholungsraum bedroht. Rheinsberg ist der touristische Vorzeigeort in diesem Gebiet und bietet kulturelle sowie touristische Anziehungspunkte. Und dabei ist die Stadt nur 15 Kilometer von der Bombenabwurfstelle entfernt. Der Tourismus entwickelt sich hier erstaunlich gut und hat mittlerweile eine große Bedeutung erlangt.
Am späten Abend kam es nochmal zu Gesprächen mit dem Vorstandsmitglied Klaus Günther. Erstaunlicherweise begründete er den Kampf gegen den Bombenabwurfplatz nicht aus rational-betroffener Sicht, sondern aus ethischen Gründen. Er prangerte die Sinnlosigkeit von Fliegerbomben, die über „feindlichen“ Zielen abgeworfen werden, an. Er sagte mit warmer Stimme-völlig pathosfrei: „Wir können uns nicht in fremde Kulturen einmischen und vorschreiben, wie diese zu leben haben.“ Und dann lächelt er mit seinem grau-dunklen Vollbart und sagt freundlich: „Das wird nicht funktionieren.“

Geschrieben von Christian Willy Bülow