Speisen fördern Integration

Das Lichtblick feiert seinen dritten Geburtstag
Am 8. Juni feierte das Lichtblick am Fischmarkt seinen dritten Geburtstag. Im Unterschied zu anderen Gaststätten in Greifswald ist es gleichzeitig auch eine Werkstatt für behinderte Menschen.

 Dort wird den betroffenen Menschen die Möglichkeit geboten, am Arbeitsleben teilzuhaben.

Berufliche Bildung

Einer davon ist der 24-jährige Beikoch Christoph Buhl. Mit Kochmütze auf dem Kopf kümmert er sich um die Gulaschsuppe. Ihm und seinen Kollegen in der Küche steht hilfreich Küchenmeister Gernot Fulge zur Seite. Zusammen mit dem von Sozialpädagogen unterstützten Fachpersonal sorgt er neben dem Tagesgeschäft für die berufliche Bildung und die individuelle Förderung aller Mitarbeiter. Gemeinsam bewältigen sie in wechselnden Schichten von 8 bis 20 Uhr den täglichen Gastronomiebetrieb. Anders als in normalen Restaurants ist hier die Arbeit auf die Stärken des einzelnen Mitarbeiters zugeschnitten. So variiert etwa die tägliche Arbeitszeit zwischen fünf und sieben Stunden. Und wenn mal die Luft raus ist, lädt ein heller Pausenraum zum Ausruhen ein. Hier treffen sich die etwa 40 Mitarbeiter des ganzen Hauses. Neben dem Lichtblick hat der Pommersche Diakonieverein Züssow als Träger der Greifenwerkstatt auch die Werkstattbereiche Näherei, Büroservice und Werk-Stadtladen im Haus integriert.

Am Markt etabliert

Dass das Konzept Lichtblick auch bei den Gästen ankommt, zeigt die kleine Schlange, die sich oft zur Mittagszeit am Tresen bildet. „Abwechslungsreiche Mittagskost zu fairen Preisen. Viele haben das Lichtblick in den letzten drei Jahren zu schätzen gelernt. So verwundert es nicht, dass die Zahl der Stammgäste weiter wächst und sich durch alle Altersklassen zieht“, berichtet Ulf Hrybinski, der Leiter des Hauses. Anlässlich des Geburtstages sind  besondere Aktionen geplant. Dazu erzählt Ulf Hrybinski: „Wer im Juni nachweislich fünf Mal bei uns zum Mittagstisch Gast war, kommt in einen Lostopf und kann mit etwas Glück zum Martinstag am 11. November zum Mittagessen ins Lichtblick eingeladen werden.“
    

Geschrieben von Frauke Kibscholl, Anne Thal

Die Tasche packen zum Lernen

Exkursionsproblematik an der Greifswalder Universität

Die in einigen Fachbereichen der Ernst-Moritz-Arndt-Universität unabdingbare Exkursionspflicht bringt für manchen Studenten einige Schwierigkeiten im Studienverlauf mit sich. Erschwernisse wie Finanzierung oder Angebotsmangel stellen sich der Einlösung von Exkursionstagen in den Weg. Die wissenschaftlichen Lehrveranstaltungen sind ein sinnvoller und integraler Bestandteil des Lehrangebotes: Theorie kann durch die Reisen plastisch begriffen werden.


In Studienfächern wie der Kunstgeschichte, Theologie, Geschichte oder Geographie sind Exkursionen zur Vertiefung und praktischen Erfahrung des Lernstoffes von unschätzbarem Wert. So stellt das Erleben von Bauwerken, das Erforschen geographischer Räume oder das Erfahren von historischen Orten die intensivste Form der Lehre dar. Dr. Michael Lissok, Dozent für Kunstgeschichte, meint, sein Fachbereich wäre ohne das Einbeziehen von Exkursionen nicht zu absolvieren.

Probleme beim Angebot wissenschaftlicher Reisen

Trotz der Erkenntnisgewinne für die Studenten entwickeln die – teilweise in hoher Anzahl geforderten – Exkursionstage immer mehr Barrieren, die in der Studienberatung und im Zentralen Prüfungsamt gelöst werden müssen. Die Zahl der verlangten Lehrexkursionen schwankt zwischen sieben Tagen in einigen Magister Nebenfächern und Bachelorfachrichtungen bis hin zu dreißig Tagen in besonders praxisorientierten Studienfächern.
Aufgrund der bekannten Einsparungen an der Greifswalder Hochschule, die sich vor allem bei der Anzahl der Lehrkräfte bemerkbar machen, sind auch bei der Exkursionspflicht Konsequenzen entstanden. So sind die Lehrangebote für mehrtägige Exkursionen an vielen Instituten stark eingeschränkt und die Teilnehmerzahl demzufolge begrenzt. Durch das „Schrumpfen“ einiger Einrichtungen sind nicht mehr ausreichend Dozenten für die Durchführung solch wissenschaftlichen Reisen zu finden. Denn für eine Teilnehmerzahl von zwanzig Studierenden sollten mindestens zwei Lehrende die Effektivität einer solchen Veranstaltung gewährleisten. Bei vielen Studenten wird neben dem Lehrangebot für Exkursionen auch deren finanzielle Bewältigung zu einem Problem. Durch die angesprochenen Kürzungen werden diese Reiseveranstaltungen nicht mehr so gefördert wie noch vor einigen Jahren. Erhielt eine Exkursionsgruppe früher anteilig Reisekosten für die Unterkunft zurück, so werden heutzutage lediglich Fahrt- und Nebenkosten bezuschusst. Tages- und Wochenendexkursionen werden überhaupt nicht finanziell unterstützt. Die Zuschussmittel werden zu einem Teil vom Land Mecklenburg-Vorpommern und zum anderen Teil durch den Institutshaushalt finanziert. Durch die Zuschusskürzungen der letzten Jahre kann es unter Umständen dazu kommen, dass Exkursionsteilnehmer für eine einwöchige Reise Kosten von bis zu 700 Euro auf sich nehmen müssen.

Finanzanträge können helfen

Dennoch gibt es weiterhin Möglichkeiten für Exkursionsgruppen, aber auch den Einzelnen, finanzielle Unterstützung zu beantragen. Zum einen kann ein Finanzantrag beim AStA-Referenten für Finanzen gestellt werden: Maximal 300 Euro vergibt der Referent. Sollte ein höherer Betrag benötigt werden, ist es möglich, einen Finanzantrag im Studierendenparlament (StuPa) zu stellen. Ganz egal, wie hoch der Zuschuss ausfallen soll, die Einnahmen und Ausgaben müssen dargestellt werden und zwischen den Gesamtkosten der Exkursion und den beantragten Zuschuss sollte ein vernünftiges Verhältnis bestehen. Klar erkennbar sollte ebenfalls der Zweck des Zuschusses sein. Durch die Mühlen der beiden studententischen Gremien gehen Finanzanträge zur Bezuschussung einer Exkursion gewöhnlich schnell. Als hilfreich erweist sich, mit dem notwendigen Procedere vertraut zu sein. Einfacher ist da nur noch der Weg zum eigenen Fachschaftsrat. Exkursionen ins Ausland fördert beispielsweise  der Deutsche Akademische Auslandsdienst (DAAD).

Wissenschaftliche Reisen sind ein Muss

Die Einschränkungen im Lehrangebot für Exkursionen und die finanziellen Belastungen sollten nicht dazu führen, dass diese Lehrform verloren geht. Zwar sind die Exkursionsbescheinigungen bei einem Großteil der betroffenen Fachrichtungen noch zulassungsverpflichtend für Prüfungen, doch haben sich auch hier schon erste Änderungen gezeigt. Exkursionen sind in einigen Teilbereichen der Philologie nur noch freiwillig, was auch durch den Angebotmangel zu erklären ist, der sich wiederum aus dem Lehrkräftemangel erschließen lässt. Rechtzeitiges Bemühen um einen Exkursionsplatz ist wichtig, besonders  um die universitären Finanzierungsmöglichkeiten auszuschöpfen. Für einen reibungslosen Ablauf des Studiums müssen für jeden Greifswalder Studenten Regelungen und Verbesserungen angestrebt werden, damit sich die studienbedingte Exkursionspflicht nicht zu einer Problematik beim Studienabschluss entwickelt.              

Geschrieben von Saskia Arnold

Aus dem letzten Jahrhundert

Entwicklungen des Universitätsgeländes rund um den Beitz-Platz

Von Jahr zu Jahr blüht der Universitätscampus entlang der Rudolf-Petershagen-Allee und um dem Berthold Beitz-Platz mehr auf. Eine Veränderung des Stadt- und Universitätsbildes ist zu registrieren. Doch warum wurde der neue Campus ursprünglich geplant und was könnte dies für das Gesicht der Greifswalder Alma Mater bedeuten?


Bereits ab 1913 kamen erste Planungsvorschläge für die Erweiterung des bestehenden Universitätsgeländes auf. Notwendig geworden war diese Vergrößerung durch beengte Raumverhältnisse, sowie die rasante Weiterentwicklung und erhöhte studentische Nachfrage vor allem der medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachbereiche. Die Suche der Universitätsleitung nach einem passenden Bebauungsgelände fand schließlich in dem Angebot der Stadt Greifswald ein Ende, das Gebiet östlich der Altstadt zu günstigen Konditionen  bebauen zu können. Dieses Vorhaben nahm in den Bebauungsplänen von Universitätsbaumeister Ernst Lucht 1925 erstmals Gestalt an. Die Pläne zeichneten sich insbesondere dadurch aus, einen Campus mit langfristiger Erweiterungsmöglichkeit anzulegen. Das Campus-Projekt der 1920er Jahre wurde in seiner Vollständigkeit erst nach der politischen Wende von 1989/1990 wieder aufgenommen und soll bis etwa 2015 vollständig realisiert werden.
Bereits um 1929 konnte die neue Hautklinik eingeweiht werden. Ihr folgte 1936 die Hals-Nasen-Ohren-Klinik. Die Entwicklungslinie des Universitätscampus formte sich seit Mitte der fünfziger Jahre mit dem Bau des naturwissenschaftlichen Komplexes fort. Auch hier folgte man weitgehend den früheren Plänen Ernst Luchts. Im Jahr 1977 wurde der Grundstein für den Bau des Klinikkomplexes gesetzt. Seit den neunziger Jahren entfaltete sich das in den 1920er Jahren entstandene Entwicklungskonzept des neuen Universitätscampus gänzlich. Neben der bereits fertiggestellten Universitätsbibliothek prägen ein moderner Klinikkomplex und eine Reihe naturwissenschaftlicher Institute das Bild des Beitz-Campus.

Prioritätenlegung durch den neuen Universitätscampus?

Die Erweiterung des Universitätsgeländes war in den 1925er Jahren notwendig und ist auch heute noch zeitgemäß. Insofern stellen die Bebauungspläne Ernst Luchts von 1925 für die Greifswalder Hochschule sehr moderne und zukunftsorientierte Überlegungen auf hohem Niveau dar und fügen sich in das Stadtbild ein, wodurch dieses kaum beeinträchtigt wird.
Dennoch bleibt offen: Werden durch die räumliche Trennung von Philosophischer Fakultät in der Innenstadt und Naturwissenschaftlich-Mathematischen Fakultät am neuen Campus Prioritäten gesetzt? So manche geisteswissenschaftliche Institute können mit den Neubauten des Beitz-Campus nicht mithalten, wie der bauliche Zustand einiger Gebäude zeigt. Laut Dr. Michael Lissok, Dozent am Institut für Kunstgeschichte, gibt es bisher keine Separierung zwischen den einzelnen Fächern, doch könnten Kommunikationsprobleme durch die räumliche Trennung entstehen. Es sind weiterhin, auch keine Prioritäten für die naturwissenschaftlichen Fächer anhand des Bebauungsplanes von 1925 sichtbar, urteilt der Kunsthistoriker. Vielmehr beruhen die Pläne und deren Umsetzung auf den Bedürfnissen der Zeit. Wie sich die Verteilung der Geisteswissenschaften in der Innenstadt und Naturwissenschaften/Medizin weiter fortentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Inwieweit sich auch die generelle Umstrukturierung des Studienangebotes der Greifswalder Universität in der Verfolgung der Bebauungspläne von 1925 und somit der Auslagerung der Naturwissenschaften und der Medizin widerspiegelt, ist aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar zu beantworten. Die Pläne des Universitätsbaumeisters Ernst Lucht schienen schon damals darauf hinzuweisen, dass die Naturwissenschaften und die Medizin mehr Zuspruch versprachen, so dass die Entscheidungsträger auf diese Forschungszweige setzten. Zu empfehlen bleibt ein zukunftsorientierter Ausgleich zwischen geisteswissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fachrichtungen. Denn so werden auch die Geisteswissenschaften immer wichtiger für die modernen Wertevermittlungen, genauso wie die Medizin und naturwissenschaftliche Fächer immer mehr an Bedeutung gewinnen. Dementsprechend wäre eine Neuerung der Pläne von 1925 durch die Einbeziehung von einigen geisteswissenschaftlichen Instituten innerhalb des neuen Campus für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit sicher von Vorteil.                                                     

Geschrieben von Saskia Arnold

Beschäftigungstherapie

Besetzung der AStA-Referate noch nicht abgeschlossen

Vier Sitzungen haben sie das Studierenparlament (StuPa) schon beschäftigt. Und richtig abgeschlossen sind die Wahlen in den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) immer noch nicht.

Denn der Erfolg der Wahlen zur Besetzung von 17 AStA-Referaten hängt entscheidend von potenziellen Bewerbern ab: Sie müssen sich zur Wahl stellen und dann aber auch erscheinen. Wenn dies nicht passiert, können keine Stellen besetzt werden. So geschehen beim Referat für Hochschulpolitik oder dem Co-Referat für Evaluation und Hochschulentwicklung. Zwar gab es Bewerber für Ersteres, doch noch vor der Wahl trat eine Bewerberin zurück. Der zweite Kandidat erschien dann nicht.

Auch andere Referate konnten nur schleppend einen Betreuer für ihren Aufgabenbereich begeistern. So der Stand bis Redaktionsschluss. Fast das gleiche Schicksal ereilte das Referat für Fachschaften und Gremien. In der Sitzung vom 5. Juni schied Dirk Stockfisch aus dem StuPa, wo er zwei Jahre lang Mitglied war, aus und trat sein Amt im AStA an.

Finanzen – geliebt und gehasst

Eine angeblich besonders ungeliebte und aufgrund mangelnden Interesses besonders schwer zu besetzende Stelle ist auch das Finanzreferat. Dabei mangelte es dieses Jahr definitiv nicht an Bewerbern, sondern vielmehr an der Entscheidungsfreudigkeit der StuPisten. Seit Beginn der Wahlen am 5. Mai trat jede Sitzung mindestens ein Bewerber an. Das sind insgesamt vier Studenten, darunter drei Zweitsemester: Anne-Christin Stolze, Maximilian Balzer und Matthias Rebling, der heiß ersehnte Nachwuchs – sowie Patrick Leithold, ehemaliger Queer-Referent und StuPa-Mitglied.

Leider kamen bei dieser Wahl mitunter sehr persönliche Zu- und Abneigung zum Tragen. So stellte sich Anne-Christin Stolze zweimal zur Wahl und ein drittes Mal für das Co-Referat Finanzen und Nachhaltigkeit. Gewählt wurde sie nicht. Warum zur zweiten Wahl dann Maximilian Balzer vorgezogen wurde, scheint nicht ganz nachvollziehbar. Engagement zeigten beide. Allerdings hatte sich Stolze wesentlich besser vorbereitet und brachte unter anderem durch den Besuch eines Wirtschaftsgymnasiums mehr Erfahrungen mit. Ebenso der dritte Kandidat des Tages: Patrick Leithold.

Für Vorbereitungen blieb Balzer nicht viel Zeit, da er sehr kurzfristig von der Stellenbesetzung erfahren hatte. Eine Woche nach Amtsbeginn trat er wieder zurück. „Ich würde keinem empfehlen, sich für ein solches Amt zu bewerben ohne mit dem Vorgänger gesprochen zu haben“, sagt Balzer. Ihm habe die Arbeit sehr viel Spaß gemacht, aber sie sei mit seinem Medizinstudium einfach nicht vereinbar gewesen. Mit einem vorherigen Gespräch hätte er den zeitlichen Aspekt vorher besser einschätzen können.

Lücke entdeckt

Eine dumme Situation für den AStA, der sich daraufhin in seiner Sitzung einigte, den Aufgabenbereich des Finanzreferates an ein anderes AStA-Mitglied zu übergeben. Dieser Antrag wurde vom StuPa jedoch abgelehnt. Ebenso ein Antrag, für den Vorgänger des zurückgetretenen Finanzreferenten Martin Hackober eine Mitarbeiterstelle einzurichten. Dieser ist aufgrund der kurzzeitigen Besetzung der Stelle aus dem AStA ausgeschieden. Laut Geschäftsordnung des AStA dürfen Nicht-Mitglieder keine kommissarische Vertretung ausüben, was die einfachste Lösung gewesen wäre. Doch endlose Diskussionen und zwei Ablehnungen brachten kein Ergebnis für den AStA. Zumal für einen solchen Fall in der Satzung der Studierendenschaft keine eindeutige Regelung festgesetzt ist. So einigte sich der AStA bis zur darauf folgenden Sitzung am 5. Juni intern.

Auf dieser Sitzung wurde dann zunächst die Einarbeitung eines neuen Referenten durch den vorherigen Amtsinhaber beschlossen und anschließend mit Matthias Rebling ein neuer Referent gewählt. Leithold, der zum zweiten Mal antrat, hatte schon mit diesem Ausgang gerechnet. „Das wird mit persönlichen Problemen alter AStA-Mitglieder zusammenhängen. Aber ich bin nicht enttäuscht“, sagt er. Nun kann er immerhin weiter im StuPa Einfluss nehmen.

Noch wenig neue Hochschulpolitiker

Insgesamt gab es für 16 Referate 22 Bewerber. Davon wurden fünf Kandidaten gleich wieder in ihre alten Ämter gewählt. Nur sechs Stellen sind momentan von neuen Gesichtern besetzt. Neulingen wurde der Einstieg teilweise auch sehr schwer gemacht: Ein Neueinsteiger in die von Studenten gemachte Politik kann einfach keine genauesten Einblicke in die Arbeit von StuPa und AStA haben. Trotzdem wurden munter extrem detaillierte Fragen gestellt, die sich oft am besten aus der Praxis ergeben und nicht immer ausschlaggebend für die Qualifikation eines Bewerbers waren.

Trotzdem ist es nicht unmöglich, auch als Neuling und sogar Erstsemester gewählt zu werden wie das Beispiel des Queer-Referenten David Purchert zeigt. Wie schon erwähnt: Es sind immer noch zwei Referate zu haben: Das Co-Referat für Evaluation und Hochschulentwicklung und das Hochschulpolitische, welches momentan noch vom Vorsitzenden Thomas Schattschneider betreut wird. Doch er hofft, „dass dies keine Dauerlösung sein wird.“

Geschrieben von Maria Trixa

Blauer Dunst auf dem Rückzug

Über die Vorboten des Nichtraucherschutz-Gesetzes

Laute Musik dröhnt durch die Boxen. Scheinwerfer flackern auf und tauchen die Wände in grünes Licht. Die Tanzfläche ist voll. An der Bar-Theke herrscht reger Betrieb. Immer mehr Studenten strömen in den kleinen Raum des Mensa Clubs. Viele Partygänger machen die Nacht zum Tage.


Die Bierflasche in der einen und die Zigarette in der anderen Hand tanzen hunderte Studenten bis in die frühen Morgenstunden. Im Laufe der Nacht wird dabei der Rauch zunehmend dichter und die Luft immer schlechter. „Eine Zumutung für Nichtraucher”, sagt Sandra Suckel. Die Magisterstudentin geht abends gelegentlich in den Studentenclub. „Aber ich ärgere mich immer wieder über den starken Zigarettenqualm.” Auch Svenja Hönniger empfindet den blauen Dunst oft als belastend. „Der Geruch ist einfach unangenehm”, sagt die Gelegenheitsraucherin. Hinzu kommt, dass das Rauchen auf der Tanzfläche nicht immer ungefährlich ist. Schnell kann die Kippe dem Nebenmann zu nahe kommen. „In meinem Kleiderschrank hängen leider schon viele Jacken mit Brandlöchern.” Für die 23-Jährige ein Grund mehr, das geplante Rauchverbot sehr zu begrüßen.

Geplanter Nichtraucherschutz

Noch gilt Deutschland als Raucherparadies. Doch diese Vorstellung wird vermutlich bald der Vergangenheit angehören. Im Februar haben sich die Gesundheitsminister der Bundesländer für einen umfassenden Nichtraucherschutz ausgesprochen. Dieser Forderung kamen im März die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer nach, die sich auf ein weitgehendes Rauchverbot einigten.
In Gaststätten wird das Rauchen zukünftig nur noch in abgetrennten, geschlossenen Räumen erlaubt sein. Ämter, Bildungs-, Gesundheits- und Kultureinrichtungen, Diskotheken und öffentliche Verkehrsmittel werden generell rauchfrei sein. Eine Protokollnotiz erlaubt den Ländern aber die Prüfung, für einzelne gastronomische Bereiche Ausnahmen zu erlassen. Unklar ist bislang, wie viele Länder die Ausnahmeregelung anwenden wollen. Eigene Richtlinien wird jedes Bundesland erlassen müssen: In deren Gesetzgebungskompetenz liegt der Nichtraucherschutz.
Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns hat sich den umfassenden Schutz der Nichtraucher auf die Fahnen geschrieben. Im April verabschiedete das Kabinett einen weit reichenden Gesetzesentwurf, der in zahlreichen Einrichtungen ein striktes Rauchverbot vorsieht. „Damit wird Mecklenburg-Vorpommern dem Anspruch als Gesundheitsland gerecht”, erklärte Gesundheitsminister Erwin Sellering unlängst bei der Vorstellung des Entwurfes in Schwerin. Der Landtag hat sich inzwischen mit den Planungen befasst und ihn in Ausschüsse verwiesen. Weitere Entscheidungen sind für die Sitzungen im Juli geplant.
„Für gastronomische Betriebe wird das Gesetz voraussichtlich zu Beginn des nächsten Jahres in Kraft treten, während Schulen, Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen schon im Laufe dieses Jahres für rauchfrei erklärt werden sollen“, erklärt Nicolette Otto, Pressesprecherin des Ministeriums für Soziales und Gesundheit.

Rauchen erlaubt

Doch so lange die gesetzliche Regelung fehlt, darf in Greifswalder Cafés, Bars und Clubs weiter gequalmt werden. Das Caspar und die Domburg sind neben vielen anderen Lokalen wahre Raucheroasen. Ralf Fahl sieht dennoch die Zeit für einen Umbruch gekommen. „Ich begrüße das Gesetz zum Rauchverbot sehr. Denn es kann nicht sein, dass die Raucher immer wieder die Gesundheit der Nichtraucher schädigen”, sagt der Inhaber des Caspars überzeugt. Beschwerden von Nichtrauchern, die sich über den blauen Dunst beklagen, gibt es viele. Doch ohne gesetzliche Regelung sind dem Gastronomen die Hände gebunden. „Wenn ich im Caspar das Rauchen verbieten lassen würde, würden die Gäste dorthin gehen, wo sie rauchen können.” Dieses Risiko möchte der ehemalige Raucher Ralf Fahl aber nicht eingehen.
Der Inhaber der Domburg sieht dem Rauchverbot gelassen entgegen. „Was in anderen Ländern geht, das sollte auch in Deutschland umsetzbar sein”, sagt Matthias Horn. Viele  seiner Gäste rauchen. Konflikte bleiben nicht aus. „Die Nichtraucher beklagen sich über die Raucher, und die Raucher beschweren sich über die Nichtraucher”, erklärt Horn. Vor allem im Winter, wenn es keine Sitzmöglichkeiten im Freien gibt, entbrennt der Streit um den blauen Dunst.
Konflikte zwischen Rauchern und Nichtrauchern blieben im Café Koeppen bisher aus. Die Idee über ein Rauchverbot wurde zwar intern diskutiert, doch schnell wieder verworfen. „Rauchen ist bei uns nur dienstags und donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr verboten, weil in dieser Zeit viele Eltern und Kinder da sind, die an der musikalischen Früherziehung in den oberen Räumen teilnehmen“, erklärt die Angestellte Antje Klostermann. Generell ist das Café Koeppen ein Raucherlokal. „Für viele Gäste gehören ein Glas Wein und eine Zigarette eben immer noch zusammen.”
Auch in der Filiale der Stadtbäckerei Junge in der Langen Straße ist das Rauchen weitgehend erlaubt. „Im hinteren Teil der Räume und auf der Terrasse darf geraucht werden”, erklärt die Angestellte Ines Breitsprecher. Der vordere Bereich ist rauchfrei. „Viele Raucher würden auch gern vorn rauchen, doch das untersagen wir mit Rücksicht auf die Nichtraucher.” Die Filiale am Fischmarkt ist hingegen komplett rauchfrei. Auch im Subway ist das Rauchen untersagt. „Subway ist generell rauchfrei”, sagt der Angestellte Andreas Nautke. Nur mit speziellen Genehmigungen können in Subway-Filialen Raucherbereiche eingerichtet werden. „Frische und Sauberkeit gehören zur Philosophie des Unternehmens, Rauch passt nicht dazu”, erklärt Nautke.

Streit um das Rauchverbot

Noch gehören rauchfreie Lokale zu den Ausnahmen. Doch ein Umdenken hat schon jetzt eingesetzt. Der Studentenclub Geographenkeller wird rauchfrei sein, sobald das Gesetz in Kraft tritt. „Das Rauchverbot wird wohl bald kommen”, erklärt Rick Voigtländer. Auch die Mensa Club-Verantwortlichen sprechen von einem kommenden Rauchverbot, wenn es ein Gesetz vorgibt. Weitere Greifswalder Bars, Clubs und Cafés werden sich anschließen müssen. Bis es soweit ist, finden vermutlich noch viele Diskussionen statt. Das Rauchverbot wird wohl lange ein Thema bleiben, das Deutschland in zwei Lager spaltet und die Gemüter erhitzt. Während Nichtraucher mit vielen Argumenten auftrumpfen, können Raucher auf das Recht der freien Entscheidung pochen. Die Meinungen sind geteilt. Nur in einem sind sich Gegner und Befürworter des Rauchverbots einig: Es wird Zeit für eine Entscheidung.

Geschrieben von Grit Preibisch