von Archiv | 10.01.2007
Der Jahreswechsel brachte für alle Bürger der Bundesrepublik eine Reihe Veränderungen. Einige Änderungen betrifft gleicher Maßen die zumeist finanzschwächere Gruppe der Studenten. Deswegen werden hier die wichtigsten Einschnitte und Neuerungen erläutert.
Der Sparerfreibetrag ist nahezu halbiert: Ledige können ab Januar 750 Euro, Verheiratete 1500 Euro an Kapitalerträgen steuerfrei kassieren. Der Werbungskostenpauschalbetrag von 51 Euro pro Person bleibt unverändert. Wer bereits Freistellungsaufträge erteilt hat, sollte diese überprüfen und anpassen.
Die Mehrwertsteuer ist seit dem 01.01.2007 von 16 auf 19 Prozent gestiegen. Der ermäßigte Steuersatz, beispielsweise für Lebensmittel, bleibt hingegen stabil bei sieben Prozent – der tägliche Einkauf wird also nicht teurer. Eine Tankfüllung fürs Auto kostet hingegen ein bis zwei Euro mehr. Größere Anschaffungen verteuern sich erheblich.
Die Altersgrenze, für in Ausbildung befindliche oder studierende Kinder, die noch Kindergeld erhalten, sinkt von 27 auf 25 Jahre. Bis zu 3696 Euro jährlich gehen den Eltern damit pro Kind verloren. Außerdem erlischt der Anspruch auf Ausbildungsfreibetrag oder auf einen höheren Zuschuss zur Riester-Rente ab dem 26. Lebensjahr. Ausgenommen sind Kinder, die im Jahr 2006 das 25. oder 26. Lebensjahr vollendet haben. Tipp: Wer Kindergeld verliert, kann womöglich Unterhalt an den Nachwuchs von der Steuer absetzen.
Wer im diesem Jahr mit dem Zug fährt, muss mehr fürs Ticket zahlen. Fahrten im Regionalverkehr außerhalb von Tarifverbünden verteuern sich um 3,9 Prozent. Tickets für ICE, Intercity und Eurocity kosten durchschnittlich 5,6 Prozent mehr. Die Anhebung der Mehrwertsteuer ist darin bereits enthalten. Für Strecken unter 50km zahlt man sieben Prozent! Ab 50km, 16 Prozent. Die Nettopreise für alle BahnCards bleiben stabil. Ebenfalls wurde ab dem 1. Januar der Preis für Reservierungen im personenbedienten Verkauf um 50 Cent auf 3,50 Euro angehoben. Am DB Automaten und im Internet kosten Reservierungen beim gleichzeitigen Kauf einer Fahrkarte unverändert 1,50 Euro. Der Sprinterzuschlag wird in der 1. und der 2. Klasse um jeweils einen auf elf beziehungsweise 16 Euro angehoben. Der Preis der Fahrradkarte bleibt für BahnCard-Kunden stabil. Für alle anderen Fahrgäste erhöht er sich von acht auf neun Euro. Gleichzeitig sollen die Preise für die Ländertickets um bis zu zwei Euro, der Preis für das Schönes-Wochenende-Ticket um drei auf 33 Euro und der Preis für das Hopper-Ticket in Sachsen-Anhalt und Thüringen um 1,50 auf sechs Euro erhöht werden.
Die Versicherungssteuer steigt ebenfalls von 16 auf 19 Prozent. Betroffen sind davon unter anderem die Rechtsschutzversicherung, Haftpflicht und Kfz-Police sowie die Autoversicherung. Ausgenommen sind Lebens-, Renten- und Krankenversicherungen. Bei Feuerversicherungen steigt der Steuersatz von elf auf 14 Prozent. Auswirkungen hat das auf die Hausrat- und Wohngebäudeversicherung.
Ab diesem Jahr müssen Diesel und Benzin Biokraftstoffe beigemischt werden. Da gleichzeitig die Steuerbegünstigungen für Ökosprit entfallen, verteuert sich das Tanken um etwa fünf Cent je Liter. Hinzu kommt die Belastung durch die höhere Mehrwertsteuer, die mit weiteren drei Cent zu Buche schlägt.
In den meisten Bundesländern sind die Ladenöffnungszeiten von Montag bis Samstag ganz freigegeben, in Baden-Württemberg ist damit wohl spätestens im April zu rechnen. Sonntags bleiben die Geschäfte bis auf wenige Ausnahmen wie bisher geschlossen.
Bei der Post sind nun einige Leistungen teurer. So kostet ein Nachsendeantrag für die Dauer von sechs Monaten künftig 15,20 statt 14,80 Euro beziehungsweise 25,20 statt 24,80 Euro für ein Jahr. Die Preise für Inlandsbriefe und Postkarten haben sich nicht geändert, im Gegensatz zu den Rundfunkgebühren. Die sind nun auch für Internet-taugliche Computer fällig. Für einen Haushalt, in dem schon TV und Radio angemeldet sind, bleibt aber alles, wie es ist.
Geschrieben von Christian Müller
von Archiv | 08.01.2007
Die Ampel auf der physikalischen Fakultät steht seit dem 22. Dezember wieder auf Grün. Doch was heißt das? Und was bedeutet das für uns Greifswalder und den Rest der Welt?
Es gibt Dinge, die scheinen einfach nicht zu passen.
Man kann sie sich noch und nöcher zu Bewusstsein führen und versuchen, mit Logik an die Dinge heranzugehen, aber es will einem einfach nicht gelingen.
Dazu zählen Fokuhilas und das neue Jahrtausend; ein Deutschland, das geschlossen hinter seiner Nationalelf steht und dann gibt es da noch das Wetter im All.
Was genau ist das Weltraumwetter und was hat es mit der Ampel auf der physikalischen Fakultät zu tun?
Weltraumwetter ist der zusammenfassende Begriff für alle Phänomene, die im Weltall auftreten können. Dazu zählen z.B. Meteoritenschwärme, Teilchenstürme und Kometen.
Von allen Phänomen des Weltraumwetters betrifft uns eines am stärksten: Sonnenwinde.
Sonnenwinde entstehen durch Eruptionen auf der Sonnenoberfläche, durch die wolkenähnliche Gebilde, bestehend aus Plasma und geladenen Teilchen, fortgeschleudert werden.
Nicht selten kommt es vor, dass eine dieser Wolken auf ihrem Weg durchs All die Erde passiert. In solchen Fällen wird das Leben dort zum Teil erheblich beeinflusst.
Die Universität Greifswald nimmt seit Anfang 2005 unter der Leitung von Dr. Jansen an einem in Europa einzigartigen Projekt teil: Die Erfassung von Daten über Sonnenwinde und solare kosmische Strahlung, und Voraussagen über das Eintreffen von Sonnenwinden auf unserer Erde. Das Projekt wurde von der ESA, der europäischen Raumfahrbehörde, gestiftet und besteht im Wesentlichen aus einem Teleskop, MuSTAnG* genannt. Dieses misst die von der Sonne fortgeschleuderten Teilchen und vergleicht sie mit der üblichen Teilchenanzahl. Daraus kann geschlossen werden, wie schnell sich eine solare Materiewolke der Erde nähert. Außerdem ist MuSTAnG ein Frühwarnsystem, da es zeitig erkennen kann, ob eine Wolke in Erdnähe gelangt.
Mit Hilfe des MuSTAnG-Teleskops ist es möglich, 20-24 Stunden vor Eintreffen der Wolke mögliche Prognosen zu stellen (zum Vergleich: Satelliten gelängen eine solche Prognose erst eine bis anderthalb Stunden vor Eintreffen der Wolke).
Dr. Jansen, physikalische Fakultät
Die Universität Greifswald betreibt mit drei weiteren Städten ein Netzwerk, um bestmögliche Ergebnisse zu erziehlen und einen möglichst großen Erdradius abzudecken. Diese Partnerstädte sind Matsumoto, Japan, Hobart, Australien und Sao Martino, Brasilien.
Doch warum sind die Sonnenwinde von solcher Bedeutung? Sonnenwinde, bzw. die in ihnen mitgeschleuderten geladenen Teilchen, können zum Teil erheblich auf unser Leben Einfluss nehmen. So ist 1989 in Québec, Kanada, für neun Stunden der Strom ausgefallen, weil ein Teilchensturm die Stromleitungen überlastet hat und in der Folge reihenweise Transformatoren abgebrannt sind. Im gleichen Jahr konnte man in Berlin Polarlichter sehen. 1997 musste die US-Amerikanische Firma AT&T einen Verlust von USD 135 Millionen verzeichnen, weil ein magnetischer Teilchensturm die Elektronik eines erst drei Jahre alten Satelliten zerstört hatte.
Das Weltraumwetter beeinflusst uns ununterbrochen. Sei es in der Luftfahrt, in der Telekomunikation, in der Stromversorgung oder in anderen Bereichen. Trifft ein Sonnenwind die Erde, ist die Beeinflussung jedoch um ein Vielfaches stärker und nimmt in vereinzelten Fällen dramatische Ausmaße an.
Um der Greifswalder Bevölkerung unmittelbar Ergebnisse und Prognosen mitzuteilen, wurde auf dem Dach der physikalischen Fakultät die Weltraumwetter-Ampel installiert. Steht die Ampel auf Grün, ist die Sonnenaktivität gering. Steht sie auf Gelb, hat sich eine Wolke aus Plasma und Teilchen von der Sonne gelöst und ist möglicherweise auf dem Weg zu Erde. Steht die Ampel auf Rot, hat die Wolke die Erde erreicht.
Wenn die Ampel also wieder mal auf Rot steht, sollten alle Greifswalder des Nachts mal aus dem Fenster sehen: Bei schweren Sonnenwinden können auch im nördlichen Deutschland Polarlichter auftreten.
*Muon Spaceweather Telescope Anomaly Greifswald
Geschrieben von Tobias Winkler
von Archiv | 07.01.2007
N°2: ?Land in Sicht, Captain!?
Name: Hornfischbar
Anschrift: An den Ryckbrücken
www.hornfischbar-greifswald.de
Öffnungszeiten: ab Ostern wieder geöffnet
Mo-Fr 12Uhr – open end
Sa+So 18Uhr – open end
Geschichte:
Die Geschäftsidee der Hornfischbar stammt ursprünglich aus Lauterbach. Dort war das Lokal ein bekannter Name unter den deutschen Seglern. Zum Umzug gezwungen, verschlug es die Betreiber vor zwei Jahren nach Greifswald. Hier ließen sie sich unter gleichem Namen auf dem 100 Jahre alten Haffschlepper Pomeria nieder. Mit der Neueröffnung wurde das Schiff zugleich „vom braunen Lack befreit“, wie es die Lokalpresse formulierte. Der ehemalige DVU-Treffpunkt war der Stadt seit langem ein Dorn im Auge. Mit dem Inhaberwechsel veränderte sich glücklicherweise auch die Kundschaft. Heute ist die Hornfischbar ein Ankerplatz für alle, die sich mal treiben lassen und den hektischen Alltag vergessen wollen.
Karte:
Der Familienbetrieb besticht durch seine Einzigartigkeit. Das Fischangebot und die Temperaturen bestimmen hier nicht nur die Öffnungszeiten, sondern auch die Speisekarte. Wenn die Fangsaison für den Namensgeber beginnt, kommt es auch vor, dass die Mutter persönlich die Fischsuppe zubereitet. Neben dem Familienrezept bietet die Karte weitere eher außergewöhnliche als ordinäre Gerichte, die in der kleinen Küche unter Deck zubereitet werden. Immer donnerstags kann man sich zudem am Buffet für nur 5 Euro satt essen. Im Potpourri von Fisch und Pasta über Suppen und Salate ist für jeden Genießergaumen etwas dabei.
Die Getränkeauswahl ist zwar nicht vergleichbar mit dem einer Cocktailbar, dafür sind die Preise studentenfreundlich. Verdursten wird dennoch niemand, da die Hornfischbar auch mit kleinerem Angebot alle Geschmäcker bedienen kann.
Cuba Libre: 3,50€
Fazit:
Im einmaligen Ambiente kann man am Kamin der Hornfischbar den Ausblick genießen, in aller Ruhe ein Buch lesen oder ein Gespräch über Gott und die Welt führen. Wem dies nicht genügt und außerdem noch Single ist, hat die Möglichkeit am Speeddating teilzunehmen. Eine weitere Alternative stellt das Mittwochskino dar, das unter Deck für bis zu 30 Personen erlesene Filmkost präsentiert. Neben Jazzbands besticht die Bar mit exotischen oder feurig-temperamentvollen Latino- oder Trommelklängen, als Abwechslung zum tristen Chart-Angebot.
Die Hafenterrassen bieten im Sommer zusätzlich Platz, um in tollem Ambiente und mit freundlichen Gastgebern auf den Sonnenaufgang zu warten. Alle Nachtschwärmer, die nach einem Besuch in der Mensa noch immer nicht müde sind, müssen im Sommer nicht mehr im „Treffer“ versumpfen, sondern können hier den Abend ausklingen lassen.
Kurz gesagt: Ab Ostern hat eine der besten Bars in Greifswald wieder geöffnet.
Geschrieben von Doreen Kneißler