von Archiv | 18.12.2006
Harold Ramis „The Ice Harvest“
Bei Charlie Arglist (John Cusack) ist der Name Programm: Den Trubel der Weihnachtstage nutzend, plant er, seinen Arbeitgeber um einen nicht unwesentlichen Geldbetrag zu bringen. Dumm nur, dass es sich bei diesem um das Oberhaupt der lokalen Unterwelt handelt.
Der windige Mafiaanwalt und sein schmieriger Kumpan, der erfolglose Pornoproduzent Vic (Billy Bob Thornton), müssen nur noch einen Abend überstehen, bevor sie ihr trostloses Dasein im vom Eisregen geplagten Wichita, Kansas, gegen eine neue, glanzvollere Zukunft eintauschen können. Doch zwei Millionen Dollar sind viel Geld und selbst eine einzige Nacht kann sehr lang werden… .
Übermäßig spannend oder lustig geht es dabei in dem verschneiten Film-Noir nicht zu. Überdies sind die sich anbahnenden Verstrickungen reichlich vorhersehbar. Lediglich Dauer-Sympathieträger John Cusack, der seinen Charlie mit melancholischem Charme und Gleichmut durch die Nacht wanken lässt, vermag den Zuschauer bei der Stange zu halten. Bisweilen innehaltend und über sein Leben sinnierend, stolpert Charlie an allerlei schrägen Gestalten und Situationen vorbei. Stets wählt er dabei den Weg des geringsten Widerstandes und steuert dadurch dem eigenen Untergang entgegen. Ganz nebenbei fügt sich „The Ice Harvest“ wunderbar in das Metagenre des Anti-Weihnachtsfilms ein. Im Schatten der aseptischen Gutbürgerlichkeit des amerikanischen „Bible-Belt“ brodelt es. Das schmutzige und bisweilen blutige Treiben der Halbwelt kontrastiert und entlarvt den grellen, allgegenwärtigen Weihnachtskitsch. Dabei entsteht eine filmische Gehässigkeit, die nichtsdestotrotz irgendwie weihnachtlich anheimelt.
Freunden des Bonus-Materials sei das gegenüber der Originalfassung weitaus stimmigere, alternative Ende ans Herz gelegt.
Geschrieben von Johannes Kühl
von Archiv | 18.12.2006
moritz sprach mit Moritz von der Wense, AStA-Referent für Studierende mit Behinderung und chronischen Krankheiten
Woher kommst du? Alter? Was studierst du?
Ich bin 21 Jahre alt und studiere im ersten Semester Jura. Am 24. Oktober wählte mich das Studierendenparlament zum Autonomen AStA-Referent für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten. Ursprünglich komme ich aus dem niedersächsischen Landkreis Schaumburg.
Warum bist du ausgerechnet Referent für Studierende mit Behinderungen und chronischen Krankheiten?
Die Gründe meiner Bewerbung für dieses Referat liegen im Wesentlichen in meiner Biographie.
Ich bin unter anderem durch Freunde seit jeher an Mitmenschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten gewöhnt und habe dadurch nie eine sonderlich große Berührungsangst in diesem Bereich entwickelt. Auch ist mir durch den Kontakt, insbesondere mit Körperbehinderten, das Eintreten für diese Menschen sehr wichtig geworden, da ihre Belange in einer ökonomisierten Welt nur allzu schnell unter den Tisch fallen.
Wie lange engagierst du dich schon für Studenten und deren Interessen? Was hast du vorher gemacht?
Mein Engagement für Studenten, dass liegt bei einem Ersti wohl in der Natur der Sache, beschränkt sich auf meine bisherige Studienzeit, also circa 2 Monate. In meiner Schulzeit habe ich mich stark im medizinischen und pflegerischen Bereich betätigt, habe im Rettungsdienst und Krankenhaus gearbeitet und bin seit 2002 Mitglied im Deutschen Roten Kreuz. In dieser Zeit war ich auch im Katastrophenschutz tätig.
Was (und wie) möchtest du mit deiner Arbeit verändern bzw. bewegen bzw. was sind deine Ziele?
Ich hoffe mit meiner Arbeit ein Stück weit die Greifswalder Universitätslandschaft zu verändern, dahingehend, dass sich in Zukunft auch behinderte und chronisch kranke Studenten bedenkenlos für ein Studium an dieser Universität entscheiden können. Konkret sollen dabei die baulichen und prüfungstechnischen Umstände den Bedürfnissen dieser Studienbewerber angepasst werden, wozu zweifelsohne die Mitarbeit und der Wille aller Beteiligten, insbesondere aus Verwaltung und Universitätsleitung notwendig sein werden. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass dies auch mit Hilfe des freundlichen Klimas innerhalb der Studierendenschaft möglich sein wird.
Wie gestaltet sich deine Arbeit? Welche Erfolge und Probleme treten dabei auf? Was ist dir dabei wichtig?
Meine Arbeit gestaltet sich bisher erfreulicherweise recht viel versprechend und ich bin über die gute Zusammenarbeit sehr glücklich. So ist unter anderem in den Räumen des AStA nun ein Beratungsraum entstanden, in dem unabhängig und räumlich getrennt von der sonstigen AStA-Arbeit Beratungen zu allen sozialen Themen durchgeführt werden können. Ich möchte an dieser Stelle auch noch einmal alle Studierenden, die sich durch Behinderungen oder chronische Krankheiten beeinträchtigt sehen, herzlich einladen dieses Beratungsangebot wahrzunehmen. Neben der Beratung steht natürlich auch die Umsetzung der Barrierefreiheit im Vordergrund meiner Arbeit. So sind auch für die nächsten Tage noch einige Gespräche geplant, von denen ich mir eine weitere, schrittweise Verbesserung der Situation für Behinderte Studierende erhoffe. Wichtig ist mir bei alledem, eine verständnisvolle und vorurteilsfreie Atmosphäre zu schaffen.
Geschrieben von Ina Kubbe
von Archiv | 18.12.2006
Shunji Iwais „Yentown“
Das Streben nach Geld führt zur Ver-rohung des menschlichen Charakters: Prostitution und Betrug sind die ungewollten Erwerbsquellen chinesischer Einwander in Japan, die sich ihre Migration finanziell erfolgsversprechender erhofften. Nur der Gedanke an die noch größere materielle Misere in ihrer Heimat ermöglicht dieses urbane Außenseiterdasein zu überleben.
Regisseur Shunji Iwai bediente sich der realen Problematik, der den weltweiten Geldflüssen augelieferten Arbeitskräften, erzählt aber eine kraftvolle, überraschende und warmherzige Geschichte und dies trotz der Gefühle einschränkenden örtlichen Vorgaben. Was ein Sozialdrama sein könnte, bindet sich nicht an ein einziges Genre und fordert mit Handkameraufnahmen und den Musikvideos entnommenen rasanten Schnitten die Augen des Zuschauers. Die Kraft der Frau thematisiert Iwai schon in diesem frühen Werk aus dem Jahr 1996. Der deutsche Titel bezieht sich auf die Yentown genannten und von Chinesen bewohnten Vorstädte. Doch besticht der Originaltitel durch größere Nähe zu den beiden weiblichen Hauptfiguren. Sie waren erst Raupen und werden zu wunderschöne Schmetterlingen. Yentown ist ein Traum.
Geschrieben von Björn Buß
von Archiv | 18.12.2006
Raoúl Ruís’ „Klimt“
Ein Spiegel zerbricht. In den Scherben zeigt sich die illustre Gesellschaft in Wien um 1900 – ein Maskentheater. Ein „Star“ auf dieser Bühne ist Gustav Klimt (1862-1918) (in gewohnter Perfektion: John Malkovich). Von vielen in ihrer Doppelmoral als Provokateur verdammt, lebt er dennoch mit ungebrochenem Selbstbewusstsein unter den Fittichen nobler Gönner. Seinen unzähligen, freizügigen Modellen steht eine ebenso undefinierte Zahl von oft schon vergessenen Kindern gegenüber. Die „offizielle“ Lebensgefährtin Midi (Veronica Ferres) duldet dies schwermütig. Als Klimt mit der mysteriösen Lea (Saffron Burrows) bekannt gemacht wird, beginnen die Grenzen von Fiktion und Realität zu verschwimmen… .
Der chilenische Regisseur und Drehbuchautor Raoúl Ruíz besaß nicht den Anspruch, ein biographisches Malerporträt zu schaffen. „Klimt“ ist ein im Gewand eines filmischen Kunstwerkes gehülltes Gesellschaftsporträt: alles scheint in goldene Farben gehüllt und vom teilweise hypnotisierenden Tanz der Kamera beschwingt, haptisch zu sein – und ist gleichzeitig nur Allegorie, wie der verwahrloste Soldat, der in die mondäne Kaffeehaus-Atmosphäre stürmt und von der Weltkriegsfront berichtet.
Dem Ende nähernd sitzt der Zuschauer zusammen mit Klimts Meisterschüler Egon Schiele (Nikolai Kinski) am Sterbebett des syphilliskranken Künstlers und gleichzeitig in einer ganzen Epoche.
Wem das Werk zu viele Fragen aufwirft, dem werden einige mit dem „Making of“ beantwortet. Diese offenbaren auch nicht verwendete Szenen, die man dem DVD-Käufer noch als „Extra“ hätte gönnen können.
Geschrieben von Arvid Hansmann
von Archiv | 18.12.2006
„Der Kick“ – Betrachtungen zu der Inszenierung des Theater Vorpommerns und dem gleichnamigen Film von Andres Veiel
Dörfchen wie das brandenburgische Potzlow gibt es viele. Was in dieser kleinen Gemeinde geschehen ist, könnte sich vermutlich überall ereignet haben, wo statt „blühender Landschaften“ strukturschwache Brachen entstanden sind.
In der Webpräsentation des Ortes kämpft man neben den üblichen Fotos beschaulicher Wiesen und Informationen zum örtlichen Angelverein um seinen guten Ruf. „Was hier passiert ist, soll nicht vergessen werden“ heißt es dort an zentraler Stelle. Es ist geradezu fühlbar, wie essentiell hier das Bedürfnis nach Absolution geworden ist. Das Ereignis, dessen gedacht werden soll und das ein unüberschaubares Maß vorwurfsvoller Mediendarstellungen nach sich zog, ist in seiner grausamen Sinnlosigkeit denn auch kaum zu übertreffen und dennoch symptomatisch für die Missstände im östlichen Teil der Republik.
Die Tat
In einer Nacht im Juli 2002 töteten der 17-jährige Marcel und sein 23-jähriger Bruder Marco Schönfeld zusammen mit einem weiteren Täter den 16-jährigen Marinus Schöberl in einem Potzlower Schweinestall. Sie zwangen ihn, auf einen kantigen Stein zu beißen, woraufhin ihm der jüngere der Brüder auf den Hinterkopf sprang. Die barbarische Ausführung der Tat hatten die der rechten Szene nahe stehenden Brüder zynischerweise dem Film „American History X“, der sich kritisch mit dem Neonazitum auseinandersetzt, entlehnt. Zuvor wurde das Opfer stundenlang malträtiert und gedemütigt bis sie es dann letztendlich in einer Jauchegrube verscharrten. Erst sechs Monate nach der Tat wurde Marinus´ Leichnam von einem Freund gefunden.
Die Tat offenbarte zudem eine derart übermäßige kollektive Abstumpfung, dass sich ein Staatsanwalt im Gericht zu der Aussage hinreißen ließ, dem Dorf fehle „der zivilisatorische Standard“: Niemand in Potzlow will die lautstarken Misshandlungen durch die angetrunkenen Jugendlichen bemerkt haben, obwohl dies bei dem sich über Stunden hinziehenden Tatverlauf eigentlich unmöglich gewesen sein dürfte.
Das Urteil der Öffentlichkeit fiel denn auch umso harscher aus. Schnell waren Medien und Politik mit den üblichen und angenehm einfachen Klischees und Schuldzuweisungen bei der Hand: Die Eltern, die Perspektivlosigkeit und allen voran das nationalsozialistische Unmenschentum hätten diese Monster hervorgebracht.
Das Stück
Diese ewig einseitigen Erklärungsansätze versuchen die Autoren Andres Veiel („Blackbox BRD“, „Die Spielwütigen“) und Gesine Schmidt mit ihrem Stück zu hinterfragen. Nach Monaten der Recherche haben sie aus unzähligen Gesprächsprotokollen einen komplexen Einblick in die Verrohung eines sozialen Mikrokosmos geschaffen, der sich in der Tradition des streng dokumentarischen Theaters sieht. Wie schon in Peter Weiss‘ „Die Ermittlung“, welches seinerzeit aus den Protokollen der Auschwitzprozesse zusammengestellt wurde, stehen die Aussagen der Beteiligten, der Dorfbewohner und der Justiz für sich. Sie werden weder ergänzt oder verändert, noch werden die Geschehnisse durch szenische Darstellungen illustriert.
Veiel schafft dadurch bewusst Distanz. Er „konzentriert“ sich „auf die Sprache“, um „die Bilder im Kopf des Zuschauers entstehen zu lassen“, wie er sagt. Der Zuschauer soll nicht mit emotionalem Ballast beladen werden, sondern seinen eigenen Verstand benutzen.
Die Inszenierungen
So ist auch die filmische Inszenierung, beruhend auf Veiels eigener, leicht gekürzten Bühnenfassung des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin, gänzlich von der Maßgabe getragen, Distanz zu schaffen, um rationale Reflektion zu ermöglichen. Konsequent setzt Veiel auf reichlich verfremdende Elemente. So werden die etwa 20 Rollen allein von den beiden Schauspielern Susanne-Marie Wrage und Markus Lerch verkörpert. Dabei agieren diese zwar stets mit beklemmend präzisem Spiel aber in der gänzlich unwirklichen Kulisse einer Fabrikhalle, ohne Requisiten oder Kostüme. Der Regisseur treibt sein Prinzip der Verfremdung so weit, dass er die zentralen Figuren vom jeweils entgegengesetzten Geschlecht spielen lässt. Was Veiel bietet, ist Brechtsches Kopftheater.
Die Inszenierung von Henriette Sehmsdorf am Theater Vorpommern mag sich hingegen nicht vollständig von der guten alten Kartharsis verabschieden. Bei ihr hat jeder Dorfbewohner sein individuelles Gesicht. Man trinkt Sternburg und trägt Bomberjacke samt Springerstiefel, baut sich einen Joint oder klammert sich an angedeutete Zellengitter. In der Inszenierung soll der Zuschauer zwar ebenfalls kritisch reflektieren, aber gleichzeitig emotionalisiert werden. Der streng dokumentarische Ansatz wird durchbrochen, indem die Figuren, wenn auch nur latent und zumeist wortlos, miteinander interagieren. Die Dorfgemeinschaft hat sich zu einem fiktiven großen Gemeinschaftsinterview auf Kunstrasen zusammengefunden.
Gegen diesen Ansatz, der der grundsätzlichen Intention der Vorlage zuwiderläuft, sperren sich jedoch Text und Inhalt. Es kommt nur selten die von der Regisseurin nach eigenen Angaben intendierte Stimmung einer „Nicht-Kommunikation“ zwischen den Akteuren auf. Vielmehr bleibt der Eindruck, jede Figur stehe für sich allein auf der Bühne. Schädlich ist das freilich nicht. Die einzelnen Aussagen bewahren sich so jene objektivierte Wucht, die Veiel erzeugen wollte. Diese wird zudem noch durch das eindrucksvoll präsente Spiel der Darsteller gesteigert. Bemerkenswert ist dabei auch, wie scheinbar mühelos sich fünf junge Amateurspieler der Theaterjugendclubs aus Greifwald und Stralsund in zentrale Rollen des Stückes einfinden und dabei ohne weiteres auf Augenhöhe mit den Profi-Schauspielern agieren.
Die Ursachen
„Der Kick“ lässt den Zuschauer – in beiden Inszenierungen – letztlich mit der drängenden Frage nach dem „Warum“ allein. Der Eindruck, dass die Welt jenseits von Presseberichten und den verbalen Schnellschüssen der Politik meist sehr viel komplizierter ist, wird jedoch greifbar wie nie. Nichts passt in die gängigen Wertungsschemata: Die Täter waren keine Ausgestoßenen, sie hatten eine Perspektive, zwei von ihnen hatten gar eine Lehrstelle. Sie entsprachen nicht dem Bild des nationalsozialistisch indoktrinierten Gewalttäters. Ihnen fehlte der Intellekt, um überhaupt so etwas wie eine Ideologie zu verstehen. Der jüngere Bruder Marcel, der die Tat letztlich ausführte, war in den Jahren vorher haltsuchend zwischen den Subkulturen der kiffenden Hip-Hopper und den hetzenden Neonazis hin und her geschwankt, ohne je irgendwo dazu zu gehören. Das Opfer Marinus war zudem nicht irgendein Unbekannter, dem die Täter zufällig begegneten und an dem sie ihren Fremdenhass auslebten. Man kannte sich. Auch Marinus hatte in Potzlow gelebt. Unmittelbar vor der Tat hatten Täter und Opfer friedlich beisammen gesessen und getrunken, ehe sich die absurde Grausamkeit ihren Weg bahnte. Dennoch lebten die Täter an ihrem Opfer, das einen Sprachfehler hatte und genötigt wurde, sich als Jude zu bezeichnen, ihren faschistoiden Drang aus, den Wert der eigenen Person über den eines anderen Menschen zu stellen. Dabei wirkt der Anlass der Gewalt beliebig, die Auswahl des Opfers willkürlich. Auch das Umfeld der Beteiligten lässt eine Form der sozialen Verrohung erahnen, die nicht Folge, sondern nur Ursache faschistischer Denkstrukturen sein kann. Sowohl die Familie des Opfers als auch die der Täter ringen mit Krankheit, Arbeitslosigkeit und dem Verlust der gesellschaftlichen Stellung und werden dabei vom Staat konsequent allein gelassen. Stattdessen berichtet Birgit Schöberl, die Mutter von Marinus, dass sie, eine Woche nachdem man ihren Sohn halbverwest aus der Mistgrube gezogen hatte, eine Aufforderung vom Sozialamt bekam, sich eine kleinere Wohnung zu suchen, da die Größe des bisherigen Wohnraumes für die Anzahl der in ihr lebenden Personen nicht mehr angemessen sei. Aber im gleichen Atemzug entgleitet ihr der Vorwurf, dass der Staat zwar Geld habe, „irgendwelchen Polen“ zu gedenken, aber ihr Sohn nicht einmal einen Kranz wert gewesen wäre.
„Der Kick“ zeichnet ein Klima der Asozialität, bei dem die Einordnung in moralische Kategorien schwer fällt, in dem die Grenzen von Schwarz und Weiß verschwimmen. Es ist eher ein diffuses Grau, was sich da auftut. Grau wie die strukturschwache Ödnis der Uckermark. Und so bleibt es bei der ungefälligen Erkenntnis, dass es nichts nützt, gegen die Auswüchse gesellschaftlicher Verrohung anzukämpfen, solange den Wurzeln nicht ihr Nährboden genommen wird.
Geschrieben von Johanes Kühl