von Archiv | 18.12.2006
Hochschulranking 2007 des CHE
Briefe von der eigenen Hochschule erhält jeder Studierende regelmäßig: Informationen wie die Wahlbenachrichtigung zu den Gremienwahlen und die Zusendung des Studentenausweises machen aber nur einen Teil des Briefverkehrs aus.
Anfang Oktober landete ein Umschlag mit bedeutenden Inhalt in vielen studentischen Briefkästen. Äußerlich unauffällig, offenbarte sich auf einem Blatt Papier der Aufruf, an einer Online-Befragung des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) für deren Hochschulranking 2007 teilzunehmen.
Die Greifswalder Universität trat in diesem Fall nur als Mittler auf. „Insgesamt haben wir 1.700 Umfrageeinladungen im Auftrag des CHE versand,“ sagt Bernd Ebert, Kommissarischer Referatsleiter des Studentenseketariats. Angeschrieben wurden Studierende der Sprach- und Kulturwissenschaft und der Psychologie. An zwei Befragungen teilzunehmen war bis Mitte Dezember für diejenigen Studierenden sogar möglich, die in mehreren der untersuchten Studiengänge eingeschrieben sind.
„Die Befragung des CHE ist gut“, meint André Kaminski. „Die regelmäßigen Rankings heizen den Wettbewerb der deutschen Hochschulen an“, ist sich der AStA-Referent für Evaluation und Hoch-schulentwicklung sicher. Seit 1998 befragt das in Gütersloh beheimatete Institut Studierende und Professoren verschiedener Fächer. Erstere sollen Antworten zu Aspekten des Lehrangebotes, der Studienorganisation, der Vermittlung von berufspraktischen Kompetenzen, den Lehrenden und zur technischen Ausstattung der Institute geben. Mit Hilfe einer sechsstufigen Skala werden deren subjektiven Urteile abgestuft. Die Gruppe der Lehrenden ist aufgefordert, die besten Hochschulen für das Studium ihres Faches zu empfehlen. Zusätzlich erhebt das CHE auch Daten wie beispielsweise die Höhe von Forschungsgeldern und die Veröffentlichungsquote pro Professor eines Faches. Die Endergebnisse erscheinen jährlich im Frühjahr als Hochschulranking.
Um aussagekräftig zu sein, ist eine Mindestanzahl an Studierenden notwendig. „Beteiligen sich weniger als 16 Studierende eines Faches einer Hochschule an der Befragung, nehmen wir keine Bewertung vor“, sagt Mitarbeiterin Dr. Mareike Hennings vom CHE. Damit das Urteil der Studierenden nicht willkürlich ist, wurden nur ältere Semester zur Befragung eingeladen: Nur Bachelor-Studenten zwischen dem 3. und 7. Semester und Magister und Lehramtsstudenten zwischen dem 5. und 11. Semester durften teilnehmen. Nicht jeder potentielle Teilnehmer folgt der postalen Aufforderung. „Die Rücklaufquote betrug in den letzten Jahren ungefähr 30 Prozent“, so Hennings.
Geschrieben von Björn Buß
von Archiv | 18.12.2006
AStA lädt am 12. Januar 2007 wieder zur 24-Stunden-Vorlesung ein
Mit bis auf die letzten Plätze gefüllten Hörsälen startete Anfang dieses Jahres die zur Tradition gewordene 24-Stunden-Vorlesung. Die ursprünglich als Protestaktion gegen Stellenkürzungen angelegte Veranstaltung geht Anfang 2007 in die fünfte Runde.
Diesmal weniger als Protest gegen aktuelle Landespolitik gedacht, sondern vielmehr als Freude am Geist, lädt der Allgemeines Studierendenausschuss (AStA) vom 12. bis zum 13. Januar in die Räumlichkeiten des Audimax ein. „Das Programm ist noch nicht ganz fertig“, sagt Hauptorganisatorin Kristina Kühn. Mit den Planungen sehe es dennoch gut aus. Zum zweiten Mal organisiert die AStA-Referentin für Studium und Lehre die Veranstaltung. Seit Ende September laufen bereits die Planungen. „Anfangs gilt es, die Einladungstexte für die Prominenten zu verfassen“, sagt Kristina Kühn. „Deren Terminkalender verlangt eine langfristige Anfrage.“ Der Schriftsteller Hermann Kant, der Sozialminister Erwin Sellering und der Bildungsminister Henry Tesch gehören zu den Angeschriebenen. Die Getränke gilt es noch zu bestellen, das Essen liefert das Studentenwerk. Die Plakate und Flyer befinden sich in der Vorbereitung. Bis vor kurzem war noch unklar, ob das Audimax durch die anstehenden Renovierungsarbeiten überhaupt zur Verfügung steht. Am Spannensden wird es bei den Vorträgen. Zwar wecken „Jungs, die Mädels werden knapp“, „Der unterhaltsame Einstein“ oder „Sinn oder Unsinn von Auslandseinsätzen“ die Neugier, dennoch wartet Kristina Kühn auf weitere Zusagen von Professoren und Mitarbeitern. Und: „Wir werden anders als im letzten Jahr die Knallervorlesungen nicht mehr so zusammenpacken“, so die AStA-Referentin. Los geht es dann am 12. Januar 2007 ab 18 Uhr.
Geschrieben von Uwe Roßner
von Archiv | 18.12.2006
Martin Campbells „Casino Royale“
Akte James Bond: Neuer Doppel-Null-Status, verbesserungswürdige Manieren und Sprache, zielorientiert, aber emotionslos. Überlebenschance?
Ethan Hunt hätte das Pokerspiel in Montenegro nicht gewonnen und schon gar nicht die Bekanntschaft mit dem Seil genießen können (siehe moritz 56). James Bond dagegen erhält in zwei Jahren seinen nächsten Auftrag. Ganz im Sinne der Filmserie. Die allmächtigen Produzenten der Eon Productions strotzten in den letzten Jahren nicht vor Kreativität. Auf die Bond-Crew war trotzdem Verlass. Die Bond-Kuh gab genügend Milch. Vier Jahre nach dem 40. Geburtstag der Reihe bringen Broccoli und Wilson nun den ersten Roman von Autor Ian Fleming auf die Leinwand. Vorher spielten schon Barry Nelson auf der Mattscheibe und unzählige bekannte Darsteller in einer Kinoparodie gegen Le Chiffre Karten – und gewannen wie Nummer 6. Nach jedem noch fantastischeren Abenteuer, beteuerten die wahren Chefs von 007: „Der nächste Bond wird härter und realistischer“. Diese Floskel ist nun keine mehr: Bond-Traditionen wurden zwar unter-/gebrochen, doch der 38 Jahre alte XXXX ist kantig in seinem ersten Film als MI6-Agent. Diese Strenge wird sich der blauäugige Blonde hoffentlich nicht so schnell vertreiben lassen. Weder von unsicheren, somit wechselhaften Filmproduzenten, noch vom mangelnden Zuschauerinteresse oder negativer Presse. Warum wird der Secret Service-Spion nicht im fürs Filmmarketing günstigsten Jahr aller Zeiten wieder auftauchen?
Chance vertan, Eon!
Geschrieben von Björn Buß
von Archiv | 18.12.2006
Rampenlicht ist für Personen des öffentlichen Lebens ganz Gewöhnlich. Ein Buch über Privates auch. In vergangenen Jahren gehörte dies fast zum guten Ton. Gerade bei Politikern. Doch welche Erinnerungen helfen der Zukunft? Die Grenze zwischen Poltik und Privatssphäre zieht Claudia Roth in ihrem ersten, von Michael Friedman herausgegeben Buch. Der Kampf für die Rechte von Minderheiten, die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und der Eintritt von Menschenrechten zeigen einige private und öffentliche Sorgen der Grünen-Vorsitzenden. Selbst während Greifswalder Lesung ging sie der Verantwortung des Einzlnen im anschließenden Gespräch behutsam nach.
Geschrieben von Uwe Roßner
von Archiv | 18.12.2006
„Fascinating Rhythm“
Dieser Titel eines bekannten Gershwin-Songs inspirierte Ralf Dörnen zu der gleichnamigen Ballettaufführung, die am 6. Januar 2007 vorerst letztmalig auf Greifswalds Bühne zu sehen ist. Der Chefchoreograf des Theater Vorpommerns inszenierte drei eigenständige Ballette zu unterschiedlicher Musik.
Das Programm beginnt klassisch mit einer Komposition von Mozart, zu der das Ballettensemble in weißen Kostümen geradezu stereotyp seine Pirouetten dreht. Die Tänzerinnen und Tänzer füllen die Bühne mit Sprüngen, Hebefiguren und kleineren Wacklern. Der eher weniger synchrone Einstieg stört das vornehmlich ältere Publikum jedoch nicht. Im zweiten Teil des Stückes versuchen sich die Künstler an Gershwin Songs in der Interpretation von Jazzlegende Ella Fitzgerald. Vor allem die männlichen Tänzer überzeugen mit lässigen Bewegungen in der improvisatorisch anmutenden Choreografie. Den Ballerinas liegt Jazz weniger, sie wirken wie Gefangene im Korsett ihrer traditionellen Ballettausbildung.
Das anspruchsvolle Finale des Abends bildet die Umsetzung eines von Leonard Bernstein vertonten Gedichts mit dem Titel „The Age of Anxiety“. Das Thema Angst spiegelt das Ensemble mit schauspielerischem Talent und modernem Tanz facettenreich wider.
„Fascinating Rythm“ ermöglicht einen Einblick in verschiedene Ballettstile und begeistert auch Neulinge durch Abwechslungsreichtum.
Geschrieben von Sarah Bechimer