von Archiv | 18.12.2006
Alejandro González Iñárritus „Babel“
Das Drama beginnt mit einem Schuss. In der marokkanischen Wüste hüten zwei Brüder die Ziegenherde der Familie. Ihr Jagdgewehr soll vor Angriffen von Schakalen schützen. Um die Reichweite der großkalibrigen Flinte auszuprobieren, zielen die unerfahrenen Kinder auf einen weit entfernten Touristenbus. Die Kugel durchschlägt eine Fensterscheibe und trifft die Amerikanerin Susan (Cate Blanchett) lebensgefährlich. Für die junge Frau und ihren Mann Richard (Brad Pitt) entwickelt sich die Reise von nun an zu einem Horrortrip: vier Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt und auch die US-Botschaft verweigert ihre Hilfe.
Rund um den verhängnisvollen Schuss und das Gewehr, aus dem er abgefeuert wurde, entwickelt der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritus mit dem Drehbuchautor Guillermo Arriaga ein weltumspannendes Drama. In den Filmen „Amores perros“ und „21 Gramm“ arbeiteten die beiden bereits zusammen.
Die filmische Reise führt den Zuschauer durch den Maghreb, nach Japan und Kalifornien. Die unterschiedlichen Sprachen der Figuren sind Teil der drei scheinbar zusammenhangslosen Erzählstränge. Diese fügen sich langsam zusammen und zeigen eine Welt der Angst und Hoffnungslosigkeit. Es werden verschiedene menschliche Schicksale erzählt, in denen Zufall, Notwendigkeit, Schmerz und Verzweiflung eine große Rolle spielen, sanft mit sich steigernder Musik unterlegt.
Die grandiose Erzählkunst der Filmemacher, beeindruckende Bilderwelten und die psychologische Präzision der fragilen Figuren machen „Babel“ zu einem epischen Kinoerlebnis, das berührt. Zu Recht zählte der 142-Minüter bei den 59. Internationalen Filmfestspielen von Cannes zu den Kritikerlieblingen.
Geschrieben von Grit Preibisch
von Archiv | 18.12.2006
moritz fragte, was die Greifswalder Uni ihren Studenten schenken sollte.
Daniel Masur (Landschaftsökologie):
„Ich hätte gerne leere Hörsäle, die vorhandenen Kapazitäten müssen einfach besser verteilt werden.“
Kati Sevke (Biologie):
„Ich wünsche mir eine überschaubarere Regelung der Studiengänge.“
Winnie Klingenberg (Kommunikationswissenschaft/Germanistik):
„Ich wünsche mir gut bestandene Klausuren.“
Henriette Schade (Kommunikationswissenschaft/Germanistik):
„Ich wünsche mir eine andere Mensatür.“
Leonard Unger (BWL):
„Mehr Zuverlässigkeit und Organisationstalent von Seiten des Unipersonals fände ich gut.“
Robin Bartsch (BWL):
„Bestandene Klausuren.“
Franzi Möller (Jura):
„Mehr Mensaparties! Außerdem sollte die Mensa mittags länger geöffnet sein und das Essen so warm halten, dass keiner kaltes Essen bekommt.“
Susanne Retzlaff (Jura):
„Ich wünsche mir mehr und besser informierte Ansprechpartner und Auskunftsmöglichkeiten.“
Geschrieben von Sarah Bechimer, Kai Doering
von Archiv | 17.12.2006
Am Freitag fand die zweite vom Kulturbeutel (radio 98eins) präsentierte Kurzfilmnacht statt – ausverkauft!
Am 15.12. hieß es wieder: Wer einen Sitzplatz ergattern möchte, muss früh erscheinen. Obgleich der Beginn der Kurzfilmnacht für 20 Uhr angesetzt war, trudelten die ersten Gäste schon anderthalb Stunden früher ein, um sich einen Platz zu sichern. Nach und nach füllte es sich, bis restlos alle Stühle besetzt waren und die Veranstalter keine weiteren Besucher mehr hineinließen, um die ?Sicherheit? nicht zu gefährden.
Damit es den früh Erschienenen nicht langweilig wurde und weil es sich natürlich auch für derartige Veranstaltungen gehört, legte der neosphaere*-Redaktionsleiter und Moderator Josef Lewe beschwingte Independent-Musik aus allen Bereichen auf: Elektronisches, Jazziges, Beatmusik, usw. Bei dem gereichten Empfangssekt und der musikalischen Untermalung war das Warten auf den Beginn dann auch sehr kurzweilig.
Pünktlich um kurz nach acht ergriff Bettina Harz vom Kulturbeutel das Mikrofon, um alle Anwesenden mit ihr spontan in den Sinn gekommenen Worten – so schien es – zu begrüßen. Nach etwa zwei Minuten kündigte sie mit dem Satz ?der erste Teil der Kurzfilmnacht beginnt jetze? den ersten Kurzfilm an. Diesem schlossen sich acht weitere Filme an, nach denen eine 20-minütige Pause angesetzt war, in der man am Buffet seinem Hunger mit Brötchen, Salat, Kuchen und Plätzchen Abhilfe leisten konnte. Nach der Stärkung ging es weiter mit den verbleibenden zehn Filmen, die ebenso wie die vorangegangenen durchwachsenen Applaus ernteten.
Für die eingereichten Kurzfilme gab es keinerlei Beschränkung – weder in Bezug auf das Alter der partizipierenden Filmer noch den Themenbereich. Bedingungen für die Teilnahme waren lediglich die maximale Dauer von zehn Minuten und das Einreichen der Filme in Form einer DVD, Mini-DVD oder CD.
Da also sowohl die Wahl des Themas als auch die Darstellungsform nicht vorgegeben war, erwartete das Publikum eine ausgedehnte Palette verschiedenster Genres. Auffallend waren hierbei die zahlreichen animierten Filme, die – wie sich bei der anschließenden Diskussion herausstellte – einfach weniger Produktionskosten verschlangen. So unterschiedlich wie die Form war dann auch die Qualität. Dem einen oder anderen Film war schon anzusehen, dass das Budget ein bisschen größer war, was sich in der Kameraführung, dem Ton und der Bildfarbe niederschlug.
Es waren sowohl offensichtlich sinnfreie als auch kritische Filme dabei, wie ?Schneewitte und die vier?. Ein Animé, der das Publikum in Gelächter ausbrechen ließ, und doch das ernste Thema ?Terrorismus? und ?Diktaturen? darstellte bzw. auf die Schippe nahm. Ein anderer zeigte den Selbstmord eines jungen Mannes, dessen Leben sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund einer Scheidung, Verlust der Arbeit und Forderung nach dem Auszug aus seiner Wohnung an einem Tiefpunkt befindet.
Auch ein Film aus Greifswald war vertreten, der jedoch allenfalls mäßigen Beifall bekam. Diese Low-Budget-Produktion zeigte die Reise eines abgefallenen Knopfes, der seinen Weg letztlich in die Kiste einer älteren Dame findet, in der sich seine Artgenossen zuhauf tummeln.
Den Publikumspreis ernteten dann die Filmemacher Stephan Müller und Ingo Schiller, welche bereits im vergangenen Jahr als Gewinner hervorgingen, mit ihrem Kurzfilm ?Bernd und sein Leben?, der eher wie ein Musikvideo anmutete und größeren Wert auf die Bilder legte als auf tieferen Sinn. Sie waren leider nicht anwesend, um den Preis entgegen zu nehmen – im Gegensatz zu fünf anderen Filmern, die sich während der Stimmenauszählung mit Bettina Harz zu einer kleinen Talkrunde einfanden. Hier trat zutage, dass sie ihre Kurzfilme eher als Projekt betrachten, mit dem man üben könne, bis die Mittel für größere Filme zur Verfügung stünden. Leider wurde es keine ?Diskussion?, wie im Vorfeld angekündigt, da das Publikum nicht einbezogen wurde. Allerdings blieb hierfür auch keine Zeit, da der Publikumspreisgewinner schon nach weniger als zehn Minuten ?gekürt? wurde.
Insgesamt lässt sich sagen, dass auch die zweite Kurzfilmnacht ein großer Erfolg für die Initiatoren war und eine Vorfreude auf die nächste kreierte.
Geschrieben von Anne Hennies
von Archiv | 17.12.2006
Es ist ungefähr zwei Monate her, als über tausend lernwillige Erstsemester auf die Ernst-Moritz-Arndt Universität zu Greifwald losgelassen wurden. Was waren wir gespannt auf unser neues Leben als Student!
Euphorie und Spannung, gewürzt mit einer Priese Aufregung. So in etwa würde ich meine Gefühle als „Ersti“ am Anfang des Semesters beschreiben.
„Wie erstelle ich mir meinen Stundenplan? Was muss ich eigentlich belegen? Was ist eigentlich dieses General Studies?“
Diese und viele andere Fragen wollten beantwortet werden. Dank des Fachschaftsfrühstücks, sowie der Einführung von Stefan Hatz, einem Mitarbeiter der zentralen Studienberatung, konnten viele Fragen beantwortet werden. Leider blieben andere Rätsel offen. Natürlich wollte ich keinen Fehler machen, also nahm ich meinen Erstimut zusammen und habe Fragen gestellt.
„Wie ist das eigentlich mit dem Studium Generale? Darf ich da trotz Geschichte als
Hauptfach eine Vorlesung aus selbigen Bereich wählen?“
Ernüchternd musste ich jedoch feststellen, dass ich nicht so einfach klaren Antworten erhalten werde. An Hilfsbereitschaft mangelt es jedoch nicht, ehr am nötigen Wissen. Statt klare Antworten zu erhalten, wurde ich meist von einem Ansprechpartner zum nächsten geschickt. Verwirrend war, dass mir nahezu jeder meiner Ansprechpartner andere Informationen gab. Nach einigen Tagen, vielen verschiednen Antworten und von der anfänglichen Euphorie kuriert, dachte ich mir: „Irgendwie wird das schon klappen!“.
Die Zeit verging, der Alltag holte mich ein. Bis eines morgens, es war Ende November, ein Brief der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in meinem Briefkästen lag. Sofort riss ich ihn auf und begann zu lesen:
„[…] im Wintersemester 06/07 bietet Ihnen das Zentrale Prüfungsamt die Prüfungsanmeldung via Internet an.[…]“
„Hey das hört sich doch gut an!“, war mein erster Gedanke. Also kramte ich meine Prüfungsordnung hervor, denn ich wollte mich nicht falsch anmelden. Trotz intensiver Vorbereitung konnten nicht alle meine Problemen mit Hilfe Prüfungsordnung geklärt werden. Was zum Teil auch darauf beruhte, dass meine Dozenten zum Teil gegenteiliges erzählten.
„Wann kann ich eigentlich meine Prüfung für das Modul Studium Generale ableisten? Wie ist das mit der Modulanmeldung in Geschichte?“
Was blieb mir anderes übrig, als erneut Klinken putzen zu gehen? Zunächst entschloss ich mich, das Unipersonal nicht erneut persönlich zu belästigen. Also wurde erstmal eine Email an das Prüfungsamt geschickt.
Nach einigen Tagen schwand jedoch die Hoffnung, jemals eine Antwort auf diese Email zu erhalten. Ich kratzte erneut meinen Mut zusammen. Nach einem erfolglosen Versuch meinen Wissensdurst bei meinem Dozenten zu stillen, habe ich mich ans Prüfungsamt gewandt. Es war erschreckend, dass einige Dozenten nicht wussten, was für Studenten bei ihnen geprüft werden wollen.
Wie tief sank doch mein Vertrauen, als mir ein Kommilitone berichtete, dass eine junge Mitarbeiterin im Prüfungsamt verblüfft reagierte, als er ihr erzählte, dass man sich online für die Prüfungen anmelden kann. Er hatte jedoch Glück und fand einen kompetenten Ansprechpartner, welcher seine Fragen beantworten konnte.
Die Frist für die Prüfungsanmeldung ist nun abgelaufen und ich habe mich nach bestem Gewissen für meine Prüfungen angemeldet. Es bleibt abzuwarten, ob sich an der derzeitigen, chaotischen Situation etwas ändert. Es darf nicht sein, dass ahnungslose Studenten mit ihren Fragen allein gelassen werden. „Irgendwie wird das schon klappen!“, denken sich wohl nicht nur die Studenten.
Geschrieben von Christian Möller
von Archiv | 16.12.2006
Der Fachschaftsrat lud am 16. Dezember zu der Lucia- und Weihnachtsfeier ein. Die Einladung wurde von vielen wahrgenommen. Bei skandinavischen Spezialitäten plaudern, nordische Weihnachtslieder in verschiedenen Sprachen singen und bis in die Nacht hinein feiern – das ist nur am Nordischen Institut möglich.

Um 18 Uhr öffnete das Nordische Institut ihre Pforten und präsentierte festlich geschmückte Räume, Büfetts und eine Bar, an der die zahlreichen Gäste des Luciafestes skandinavische Leckereien probierten. Irgendwann erlöschen die Lichter und schwedische Klänge erfüllten die Flure des Hauses. Plötzlich wurde es wieder hell, denn Lucia, die Lichtträgerin, und ihr Gefolge betraten den Raum. Weißgekleidete Frauen mit Lichtkränzen und Kerzen erstrahlten in der Dunkelheit und sangen skandinavische Lucia- und Weihnachtslieder. Alle anwesend wurden scheinbar verzaubert von den Gesängen und dem schönen Licht des Kerzenscheins.
Diese Inszenierung stellte die nordische Tradition und Geschichte der heiligen Lucia da. Das Luciafest findet traditionell am 13. Dezember statt und ist ein
Gedenktag für die Heilige Lucia von Syrakus. Inwiefern das Luciafest zu
Popularität in Schweden gelangt ist, ist nicht eindeutig geklärt. Fakt ist
jedoch, dass lange Zeit, bevor der Gregorianische Kalender eingeführt wurde,
der 13. Dezember der kürzeste Tag des Jahres war und so das Tragen von
Kerzen an die winterlichen und weihnachtlichen Bräuche erinnert. Gefeiert
wird das Luciafest überwiegend als häuslicher Brauch.
Nach diesem passiven Part wurden dann auch die Gäste zum Mitmachen aufgefordert. Der Fachschaftsrat hat ein Weihnachtsquiz vorbereitet, das sehr gut angenommen wurde und viel Freude bereitete.
Was machen die Schweden am 16. Dezember? Wer kommt die faulen Isländer holen? Wer dies und noch viel mehr wusste, bekam natürlich ein kleines Geschenk.
Bis in die Nacht hinein unterhielten sich die Gäste ausgelassen bei schwedischem Glühwein, den so genannten „Glögg“ und anderen Getränken.
Ein rundum gelungenes Fest.
Geschrieben von Thomas Eisentraut