von Archiv | 24.10.2006
Zwei Wochen lang hat die Siegburger Polizei wegen eines Feuers in einem Schrebergarten ermittelt. Schließlich kam sie zu dem Schluss: Die Ursache für den Brand, bei dem ein Mann schwer verletzt wurde, kam aus dem All.
von Archiv | 24.10.2006
Bei einem Besuch in Russland hat Juan Carlos I. der Jagd gefrönt und dabei einen Bären erlegt. Um es dem königlichen Jäger einfacher zu machen, sollen die Gastgeber einen zahmen Bären genommen, ihm Wodka eingeflößt und ihn in seiner Nähe ausgesetzt haben.
von Archiv | 20.10.2006
Es ist komisch, da liegt man wach und kann nicht anders, als sich einen Schreibblock zu nehmen. Man will es einfach, diese Zeilen müssen einfach niedergeschrieben werden. Eigentlich hatte man ja in alten Liebesbriefen geblättert und nur ein wenig Musik nebenbei gehört. Doch dann trifft einem dieses Album „Flimmern“ von Klez.e mitten in der Bewältigung seiner Vergangenheit, da, wo man es am wenigsten erwartet habe.
Man fängt sich so sehr in diesen Stücken Musik, dass man es nicht mehr lassen kann. Da sind sie, die ehrlichen, direkten Stücke mit ganz viel Energie und Leidenschaft, die man seid Jahren gesucht hat. Es ist ein wunderbares zweites Album der Berliner um Tobias Sieber, der scheinbar in der letzten Zeit zu einem der aktivsten Menschen im Berliner Musikbiz geworden ist. Immerhin hat er Bands wie Delbo, Hund am Strand, Virginia Jetzt, Samba oder Tchi produziert, aufgenommen und/oder sogar in ihnen mitgespielt.
„Flimmern“ ist dabei aber doch einfach, schlicht und ergreifend. Eine Kiste voller Schätze und guter Gedanken. Das Album ist voller fabelhaften Perlen. Textlich verspielt und leicht verschlüsselt verbergen sie kleine Wahrheiten über Leben, Gesellschaft und die schlichte Liebe.
Ach ja und wann war es doch gleich, als ich das Gefühl hatte, nicht mehr genug bekommen zu können? Hm, ja, in den Liebesbriefennächten, voll mit Schwärmerei und Fantum und der offenkundigen Hingabe zu etwas, dass ich nicht erklären kann, besser gesagt nicht erklären will! Meine Leidenschaft.
Geschrieben von Josef Lewe
von Archiv | 20.10.2006
Denison Witmer ist ein klassischer Singer-Songwriter. Er schreibt Lieder und singt diese dann auch. Meistens ruhiger, manchmal poppig, manchmal allein, manchmal mit anderen. Auf dieser Platte ist er ruhiger, aber nicht alleine.
„Are You a Dreamer?“ hat er mit vielen seiner Musikfreunden aufgenommen. Aber ganz langsam, Denison Witmer stammt aus Philadelphia und wird von Kindesalter an von Größen wie Graham Nash, Jackson Browne und auch Rainer Maria Rilke inspiriert. Er versucht Musik zu machen, die anderen Menschen hilft und vielleicht auch sich selbst. Deshalb hat Witmer musikalisch eigentlich schon viel versucht. Mit 16 vertont er zunächst sentimentale Stücke aus seinem Tagebuch, dann mit 20 sein erstes Album, EPs, Coveralbum und danach gründet er eine Band, nur aus dem Interesse heraus, zu testen, ob er sich auch in einer Band einordnen kann. „Are You a Dreamer?“ ist jetzt wieder solo, aber dennoch ein wenig anders als seine vorherigen Alben. Es ist ein Album mit Konzept. Es geht im Großen und Ganzen ums Schlafen, ums Träumen, um das geliebte Bett, um das Teilen von Betten und die Leere, wenn der Partner dann nicht mehr neben einem schläft. Getragen von süßen Melodien machen sich die Texte auf den Weg, den Hörer zu umspielen und ihn zu entspannen. Ideal für einen herbstlichen Abend mit Kerzen und Tee, aber auch für Stunden auf der Couch allein oder mit Freunden. Das Album ist dabei aber nie langweilig, die Songs haben alle ihren ganz eigenen Charme, allerdings eignet es sich auch hervorragend dazu, einfach mal die Augen zu schließen und zu träumen. Der Selbstversuch klappte wunderbar, vor allem wegen der beruhigenden Stimme von Denison Witmer. Nachmachen und verzaubern lassen lohnt sich also, denn wer ist nicht gern ein Träumer?
Geschrieben von Esther Müller-Reichenwallner
von Archiv | 20.10.2006
John Cameron Mitchell nennt sich der für „Shortbus“ verantwortliche Réalisateur. „Frisch, frech, anrührend, provozieren – wenn möglich auch noch richtig lustig“ sollte der Independent-Film nach seiner Definition daherkommen. Und was macht Monsieur Mitchell neuestes Werk?
Eine Aneinanderreihung pornographischer Akte unterschiedlicher Akteure läutet den Beginn ein. Beziehungsprobleme jeglicher Art soll eine Paartherapeutin kurieren. Da sie aber selbst noch nie den Gipfel des körperlichen Glücks bestieg, folgt rasch die Einladung in den titelgebenden Club. Dort treffen sich alle freien, ungezwungenen, individuellen und liberalen Gestalten des Big Apple. Wenn nicht gerade in allen sexuellen Spielarten miteinander kopuliert wird, geben sich die Besucher dem Gesang, Tanz und monothematischen Gespräch hin.
Glücklicherweise unterbrechen Ani-mations-Inserts die unamüsierenden Akte. Einen optisch anspruchsvollen Eindruck bieten die immer wieder eingeschobenen, fast einminütigen Kamerafahrten über ein Modell von Gotham City. Der Animator John Bair verantwortet diese interessanten Großstadtaufnahmen. Schon bei JCMs letztem Film „Hedwig and the Angry Inch“, einer Geschichte eines transsexuellen Sängers aus der DDR, arbeiteten beide zusammen.
Leider kann „Shortbus“ mit diesem Vorgänger nicht mithalten. Zu selten reizen delikate Situationen die Lachmuskeln. Eher lächerlich wirken die darstellenden Amateure. Mit sexuellen Akten und Themen allein provozieren zu wollen, zeigt zudem einzig und allein eine schnöde Ignoranz des Regisseurs gegenüber seinen Zuschauer.
Weder ein hausgemachter Skandalfilm noch ein Kunstwerk ist „Shortbus“. Eher ein einschläfender Aufschrei für das zahlende Publikum und zudem noch misslungen!
Geschrieben von Björn Buß