von Archiv | 23.01.2006
Sie wollen Saddam Hussein „den Arsch aufreißen“. In die arabische Wüste verfrachtet, sind sie hungrig darauf, ihre hart erworbenen Fähigkeiten in die Tat umzusetzen.
Doch zunächst heißt es warten. Trainieren und warten. Bald ist es weniger der ominöse Feind, der dort irgendwo hinter den Dünen lauert, sondern die Angst um die eigene Freundin, die ihnen den Schlaf raubt. Als der Krieg dann endlich losgeht, wird der erste tödliche Beschuss mit dem schönen Terminus „friendly fire“ versehen werden. Mit seinem Portrait des ersten Golfkrieges hat Regisseur Sam Mendes eine eindringliche Umsetzung der Autobiographie des Marineinfanteristen Anthony Swofford (Jake Gyllenhaal) geschaffen. Trotz all seiner Absurdität ist das Szenario erschreckend authentisch. Die Charaktere sind keine moralisierenden Stereotypen, sondern zeigen sich als abgedrehte GIs ebenso wie als menschliche Unteroffiziere. Das Werk versteht sich als Adaption von Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ und kann dem als Betrachtung der Folgegeneration durchaus gerecht werden.
Geschrieben von Arvid Hansmann
von Archiv | 23.01.2006
David, der den Tod seiner Frau noch immer nicht überwunden hat, versucht seine Trauer mit Bier und Fernsehen zu überwinden. Gerade als er in seiner neuen Wohnung die nächste Dose öffnen will, steht Elizabeth Masterson – oder vielmehr ihr Geist – vor ihm und will ihn aus der Wohnung schmeißen.
Die junge Notärztin liegt nach einem Unfall seit drei Monaten im Koma. Zunächst versucht David, die geisterhafte Erscheinung seiner Vormieterin zu ignorieren. Doch so einfach ist das nicht: Denn Elizabeth wirbelt das Leben des Witwers gehörig durcheinander. Als die lebenserhaltenden Geräte abgeschaltet werden sollen, begreift David, dass er sich in seine Quasimitbewohnerin verliebt hat und versucht sie zu retten.
Mit Witz und Charme spielen Mark Ruffalo und Reese Witherspoon zwei Menschen, die vergessen haben zu leben und zu lieben – der eine vor Trauer und die andere vor Arbeit. Durch die ungewöhnliche Begegnung erkennen beide, dass das Leben an ihnen vorbeigezogen ist und wesentlich mehr bereit hält als Arbeit und Selbstmitleid.
Geschrieben von Verena Lilge
von Archiv | 23.01.2006
Amerikanische Soldaten sind überall im Einsatz: In Afghanistan, im Irak und in Hohenfels, einem kleinen Landstrich zwischen Nürnberg und Regensburg.
Einige Male im Jahr verwandelt sich die beschauliche bayrische Landschaft in den Kosovo oder die afghanische Wüste und die amerikanische Armee probt den Ernstfall.
„Als ich dort war, mussten die Soldaten versuchen, einen Selbst-mordattentäter zu stop-pen, der in seinem Jeep einen Hilfstransport an-greifen wollte“, erzählt Martin Hackober, der im dritten Semester BWL studiert. In der vorlesungsfreien Zeit tauschte er für drei Wochen den Hörsaal gegen den Truppenübungsplatz um sich als C.O.B. zu verdingen. „Civilians on the Battlefield“ nennt die amerikanische Armee das Programm, in dessen Rahmen Zivilisten in verschiedene Rollen schlüpfen, um als Kulisse für die Übungsmanöver der Soldaten zu dienen. „Ich war Arzt in einem kleinen Dorf“, berichtet Martin. „Um fünf mussten wir aufstehen, eine Stunde später gab es Frühstück und ab sieben waren wir im Einsatz“, erläutert er den Tagesablauf. Dabei sei die Arbeit nicht schwer gewesen. „Meist waren wir eher in Wartestellung, dass mal ein Amerikaner vorbeikommt. Die Langeweile war dabei unser größter Feind.“ Ansonsten seien die Regeln jedoch recht streng gewesen. „Handys und Laptops sind auf dem gesamten Gelände verboten, wir hatten also drei Wochen lang keinen Kontakt zur Außenwelt.“ Mit Bussen seien sie auf das Gelände gebracht worden, die sie nach Ablauf ihrer Zeit auch wieder abgeholt hätten. „Während der Übung haben wir im Dorf gewohnt und in Soldatenunterkünften übernachtet“, erzählt Martin.
Bei einem Ferienjob sollte natürlich auch vor allem das Geld stimmen. „Ich habe pro Tag 90 bis 100 Euro bekommen – je nachdem, ob wir 24 Stunden in Bereitschaft waren oder einen normalen Tag hatten.“
Mehr als 2.000 C.O.B.s sind nach Informationen des Personaldienstleisters „Optronic“ seit 1999 wie Martin bereits zur lebenden Attrappe für die amerikanische Armee geworden. Gute Englischkenntnisse, Integrations- und Teamfähigkeit sowie Flexibilität sind einige der Voraussetzungen, die interessierte Bewerber mitbringen sollten.
Geschrieben von Kai Doering
von Archiv | 23.01.2006
Wenn Woody Allen einen neuen Film dreht, hat man eine gewisse Erwartungshaltung. Mit „Match Point“ errichtet sich Allen jedoch ein Denkmal in eher ungewohnter Art und Weise.
Auf den ersten Blick erkennt man nur wenig Gemeinsamkeiten mit seinen bisherigen Werken. Nur der Allen-typische Vorspann deutet darauf hin, wer hier am Werk war. Die Eröffnung macht ein Tennisball. Er prallt in Zeitlupe am Netz ab und für einen ewig scheinenden Moment ist nicht klar, auf welcher Seite er niederfallen wird. Das Glück ist der rote Faden des Films.
Der junge Chris Wilton (Jonathan Rhys-Meyers) wird vom Tennistrainer des jungen Tom Hewett (Matthew Goode) zum Ehemann von dessen Schwester Chloe Hewett (Emily Mortimer), Nutznießer der Kulanz der reichen Eltern der beiden und zum Liebhaber der Verlobten Toms, Nola Rice (Scarlett Johansson).
„Match Point“ ist aufregend, hinreißend, menschlich und animalisch, böse und sensibel. Woody Allen scheint sich neu erfunden zu haben.
Geschrieben von Stephan Kosa
von Archiv | 23.01.2006
… ein Hiwi?
Karoline Dürselen
Deutsch/Biologie/Spanisch,
9. Semester
„Ich habe noch keine eigenen Erfahrungen als Hiwi sammeln können, doch kann ich mir vorstellen, dass so ein Job eine Menge Aufwand erfordert. Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich es aber auch machen. Schön ist, dass man sich die Arbeitszeit selbst einteilen kann.“
Luc Leipphold
Jura, 1. Semester
„Hiwis sind kluge Leute, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. Klar, dass es auch Geld für die Arbeit gibt. Ich denke, wenn man HiWi werden möchte, sollte man einfach im Institut nachfragen. Wer tolle Klausuren schreibt, dem wird so ein Job auch angeboten.“
Andrea Stöckmann
Latein/Geschichte, 3. Semester &
Gundula Fasold
Germanistik/Geschichte/Kommunikationswissenschaft, 5. Semester (v.l.)
„Hiwis sind doch die, die immer für die Dozenten kopieren gehen. Meist sieht man sie nur an sich vorbeiflitzen. Ich hatte mal einen HiWi als Tutorin, die war total nett. Sicher kann man als Hiwi viele Erfahrungen sammeln, die auch das Studium unterstützen.“
Sven Dührkop
Deutsch/Englisch/Schwedisch, 9. Semester
„Ich bin seit dem letzten Sommer-semester Tutor Fremdsprachen- und Medienzentrum. Das FMZ arbeitet sehr viel mit studentischen Hilfskräften zusammen. Ich konnte während meiner Arbeit schon viele interessante Erfahrungen sammeln und bleibe fit in der Sprache.“
Geschrieben von Sarah Spiegel