von Archiv | 12.12.2005
Ein Lagebericht
Mit dem Wort „Hochschulpolitik“ löst man an dieser Universität meist eine von zwei möglichen Reaktionen aus. Zum einen gibt es da die hochschulpolitisch Interessierten. Meist handelt es sich bei dieser Spezies um die engagierten Gremienmitglieder selbst, die sich freiwillig der Aufgabe stellen, mit den Verantwortlichen zu debattieren. Zum anderen gibt es da die Muffelfraktion, die Hochschulpolitik, Proteste und Demos vermeintlich überhaupt nichts angeht. Sie vertreten die Mach-ich-nich-mit-bringt-ja-eh-nix-Mentalität. Wahlquoten unter 10 Prozent und An-wesenheitszahlen bei Vollversammlungen, die keine Beschlussfähigkeit zulassen, beweisen, dass die zweite Gruppe augenscheinlich die absolute Mehrheit an der Greifswalder Universität hat.
Doch sind nicht im April diesen Jahres so einige hundert Studierende mit zur Großdemonstration nach Schwerin gekommen? Das können doch nicht alles Kunstgeschichtsstudierende gewesen sein, die sich das Schweriner Schloss anschauen wollten? Wohl eher nicht: Alle freuten sich, einen Tag unifrei zu haben. Oder political correct: Das brisante Thema der Hochschulreform im Land geht schließlich jeden von uns an.
Im Frühjahr gab es kaum ein wichtigeres Thema. Vorlesungen wurden mit der aktuellen Situation eingeleitet und wo man hinsah, waren Protestlisten ausgehängt und Spruchbänder angebracht nach dem Motto „Stirbt die Uni, stirbt das Land“. Kritiker könnten jetzt fragen, was das alles gebracht hat. Denn die Diskussion hat sich dahingehend verlagert, dass nur noch verhandelt wird, welche Studiengänge als nächstes geschlossen werden.
Ein weiteres Problem ist, dass die Dis-kussion im Sande verlief. Aber ist sie das wirklich? Keiner weiß so recht, welche Entscheidungen als nächstes anstehen. Aber würde eine gründliche Aufklärung der Studierenden überhaupt etwas bringen? Ist es nicht eher so, dass sich wieder nur die Beteiligten mit sich selbst beschäftigen würden?
Und schließlich kann sich doch jeder selbst informieren. Politische Transparenz ist zumindest zu einem großen Teil gegeben. Die Sitzungen der Ausschüsse sind offen, doch leider ist der Einblick in die aktuelle hochschulpolitische Lage mit einem erheblichen Aufwand verbunden. An dieser Stelle kann schnell alle Motivation schwinden.
Trotz aller Diskussionen um die Hochschulpolitik, Einigkeit besteht zumindest darin, dass eine Vertretung der Studierenden wichtig und unerlässlich ist. Selbst kandieren wollen trotzdem die wenigsten. Das Wort „Hochschulpolitik“ bürgt ein riesiges Konfliktpotenzial – Desinteresse vorwerfen lassen will sich schließlich auch keiner.
Geschrieben von Cornelia Leinhos
von Archiv | 12.12.2005
Verwaltungsratsmitglieder des Studentenwerks werden neu gewählt
Im Januar 2006 wählt das Studierendenparlament die sechs studentischen Vertreter für den Verwaltungsrat des Studentenwerks. moritz sprach mit zwei Mitgliedern der zuende gehenden Legislatur.
Eric Kibler,
Mitglied seit Juni 2002
Was hat sich in den letzten zwei Jahren durch die Arbeit des Verwaltungsrates für die Studenten verbessert?
Genau gesagt: keine Ahnung. Wir haben Kriterien für die Wohnheimplatzvergabe verabschiedet. Außerdem wurde die Transparenz in der Mittelver-wendung für soziale und kulturelle Projekte erhöht.
Welche Themen muss der Verwaltungsrat in Zukunft dringend anpacken?
Die Wohnsituation in den Wohnheimen muss verbessert werden und die geringe Versorgungsquote erhöht werden. Ein ganz aktuelles ist die Kita für Studierende. Außerdem wird gerade ein Leitbild des Studentenwerks entworfen. Auch steht derzeit der Weiterbetrieb der Cafeteria im Klinikum in Frage.
Warum sollte sich jemand in den Verwaltungsrat wählen lassen?
Auf jeden Fall nicht, um die Pommes-Sorte zu ändern! Wer sich sozial engagieren und Erfahrungen in Gremien sammeln möchte, ist hier goldrichtig.
Tobias Linke,
Mitglied seit eineinhalb Jahren
Was hat sich in den letzten zwei Jahren durch die Arbeit des Verwaltungsrates für die Studenten verbessert?
Ich bin mit den Ergebnissen der Arbeit selbst eher unzufrieden. Die Entscheidung über die Sanierung und den Ausbau der Beimlerstraße, welche sich ja positiv auf den gesamten Wohnungsmarkt auswirkt, war richtig. Auch wenn dafür die Mieten zum ersten Mal seit vielen Jahren um 15 Euro erhöht werden mussten.
Was war dein spezielles Thema, für das du dich eingesetzt hast?
Das sind die drei wesentlichen Themen: Wohnen, Essen und Kinderbetreuung. Bei der Kinderbetreuung und beim Wohnen sind wir auf dem richtigen Weg. Beim Thema Essen war mir persönlich wichtig, dass wir eine höhere Kostendeckung erreichen und dass der Verkauf an Nicht-Studierende nicht durch unsere Semesterbeiträge subventioniert wird.
Welche Themen muss der Verwaltungsrat in Zukunft dringend anpacken?
Die Kinderbetreuung ist für die Attraktivität Greifswalds als Hochschulstandort aber auch für die Gleichberech-tigung extrem relevant. Wir werden entscheiden müssen, ob und wie stark wir diesen Bereich auch finanziell unterstützen.
Geschrieben von Ulrich Kötter
von Archiv | 12.12.2005
Die Internetseite des StuPa hat seit dem 28. November ein neues Gesicht.
„Bessere Übersichtlichkeit und mehr Transparenz“, verspricht die stellvertretende Präsidentin des Gremiums, Kathrin Berger. So kann die jeweils aktuelle Tagesordnung nebst Anträgen heruntergeladen werden. Das Präsidium, die Vorsitzenden der AGs sowie der Haushaltausschuss sind zukünftig besser zu erreichen.
Geschrieben von Kai Doering
von Archiv | 12.12.2005
Das StuPa hat auf seiner letzten Sitzung den akademischen Senat aufgefordert, die Studierendenschaft als gleichberechtigte Teilkörperschaft anzuerkennen.
„Zurzeit sind wir in der Grundordnung der Universität schlechter gestellt als die anderen Gruppen“, sagt Simon Sieweke, Präsident des Studierendenparlaments. Nach der derzeitigen Regelung kann etwa bei der Besetzung des Rektorats ein Dekan auf Beschluss seines Fakultätsrats einen Kandidaten vorschlagen. Studierendenvertretern ist dies nicht erlaubt.
Geschrieben von Kai Doering
von Archiv | 12.12.2005
Unter Androhung einer erneuten Klage hat der AStA erreicht, dass sich weitere 25 Studenten in den zum Wintersemester geschlossenen Bachelor-Studiengang Erziehungswissenschaft einschreiben können.
Die erste Klage war im September zu Gunsten einer inzwischen eingeschriebenen Ewi-Studentin ausgegangen. Vom AStA bejubelt, entpuppte sich deren Klage im Nachhinein aber als Einzelfallentscheidung. Rektorat und Studentensekretariat lehnten weitere Einschreibungen ab; am Institut gebe es für noch mehr Studenten zu wenig Personal. „Das stimmte aber gar nicht“, so Kristina Kühn, AStA-Referentin für Studium und Lehre. Die angedrohte Klage stand weiter im Raum, dann half das Glück nach. Just vor einer neuen Gesprächsrunde im Rektorat hatte Prorektor Claus Dieter Classen in Schwerin Geld für weiteres Personal zugesichert bekommen und sicherte dem AStA daraufhin 25 weitere Einschreibemöglichkeiten zu. Noch kann man sich im Studentensekretariat umschreiben, ein formeller Antrag ist nicht nötig.
Geschrieben von Ulrich Kötter