Aus der Protestgruppe

Es ist schwer in diesen Tagen in Greifswald zu studieren, es ist schwer Geisteswissenschaftler zu sein. Die Geisteswissenschaften sind in Greifswald seit Tagen, Wochen ja Monaten einem Sturm des Kürzungswahnsinns ausgesetzt.
Dieser Sturm, der unermütlich tobte, entwickelte sich angesichts der nun 190 zu kürzenden Stellen zu einem Hurrikan, der ohne Erbamen auf uns eindringt. Der morsche Damm aus Rektorat, Dekanat und Senat brach schon beim ersten Aufprall zusammen und die Fluten der Ungewissheit ergossen sich über uns. Was wird sein wenn das Wasser der Kürzungen weg ist? Wird man noch etwas Nutzbares finden? Wird man hier weiter leben, weiter studieren können?
Es sind schwere Zeiten für die Geisteswissenschaften in Greifswald, aber Menschen wachsen in schweren Zeiten, sie wachsen über sich hinaus. Sie halten zusammen und kämpfen gemeinsam gegen die Verwüstung und gegen die noch drohenden. Auf Hilfe brauchen wir nicht hoffen, jedenfalls nicht von alleine.
Wir müssen zusammen auf uns aufmerksam machen. Wir müssen uns nach Kräften wehren und zeigen das wir auch noch da sind. Wir müssen zeigen, dass wir nicht alles einfach so hinnehmen.

Geschrieben von Christopher Trippe

Geografie-Professor veröffentlicht Wirtschaftsatlas

Unter der Federführung des Greifswalder Geografie-Professors Helmut Klüter erschien jüngst ein 112-seitiges Buch, das erstmals wirtschaftliche Rahmendaten und Entwicklungsmöglichkeiten Vorpommerns und der Mecklenburgischen Seenplatte aufzeigt. Der östliche Landesteil von M-V sei durch die EU-Osterweiterung in eine europäische Mittellage versetzt worden, so die Autoren, und es sei deswegen vor allem Information notwendig. Der Atlas bereite die Region erstmals systematisch auf.

Geschrieben von Ulrich Kötter

Vorbereitungen für nächstes Festival laufen

Das Team vom GrIStuF plant das nächste Festival, das unter dem Motto „Utopia or Reality“ steht. Es werden noch engagierte Studenten gesucht, die bei der Organisation mithelfen und Spaß daran haben, Kontakte zu knüpfen und fremde Kulturen kennen zu lernen. Neben den Bereichen Homepage-Betreung, Layoutentwicklung und Datenbankbetreung können Interessierte auch die Festivalwoche mitgestalten. Wer Interesse hat, der ist herzlich zur Mittwochssitzung in der Stralsunderstr.10 um 20 Uhr eingeladen. Weitere Infos gibt es unter 03834/861780 oder unter www.gristuf.org.

Geschrieben von Katarina Sass

″Leuchtturm″ für Greifswald

Viel Prominenz suchte am 4. November Greifswald heim. Ministerpräsident Harald Ringstorff und Finanzministerin Sigrid Keler gaben sich zum Richtfest des zweiten Bauabschnitts des Uniklinikums die Ehre. Als „Leuchtturm“ bezeichnete Ringstorff den 210 Millionen Euro teuren Bau, der bis 2009 am Beitzplatz entsteht. An den Tagen zuvor standen die Kräne auf der Baustelle jedoch still. Der Grund: Die Firma Roxy Bau hatte ihre Mitarbeiter nicht bezahlen können und sie deshalb nach Hause geschickt.

Geschrieben von Kai Doering

Buch: Leben wie ein Superstar

In nur vierzehn Tagen soll mit Hilfe des Buches und einem strengen Programm der Naja-Body zum Wahnsinnsanblick werden. Ein Buch als Personal Trainer, denn die sind eben momentan in tout Hollywood en vogue. Natürlich kann dazu auch die DVD erworben werden neben vielen anderen Produkten von David Kirsch, wie zum Beispiel Molke-Drinks, Nahrungsergänzung und Vitaminpillen. Ja, zu essen gibt es auch noch etwas.
Und das nicht wenig. Täglich stehen fünf Mahlzeiten auf dem Plan, zwischen denen jeweils drei Stunden liegen. Allerdings sind diese Mahlzeiten sehr aufwändig zuzubereiten. Aber was tut man nicht alles für den ultimativen Superbody. Die Snacks und Hauptmahlzeiten schmecken sogar, aber sie müssen fast alle warm zubereitet werden. Dann gibt’s gebratenes Eiweiß mit Tomaten, Putenstreifen und Kräutern als Vormittagssnack oder leckere Lasagne als Hauptmahlzeit.
In den zwei Wochen gibt es zudem strenge Regeln: kein Alkohol, kein Brot, keine Milch und Milchprodukte, nichts Süßes, keine stärke- und kohlenhydratreichen Lebensmittel und auch kein Obst. Und tatsächlich bleibt trotzdem noch eine Menge übrig. Allerdings ist der NYBP für Vegetarier nicht zu empfehlen.
Das ist natürlich noch nicht alles auf dem Weg zum Traumbody. Jeden Tag gehören eineinhalb Stunden Sport dazu, bestehend aus einer dreiviertelstunde Cardio-Workout wie Laufen, Crosstrainer, Rudermaschine und dergleichen und dazu eine dreiviertel Stunde Body-Sculpting, in denen der Körper geformt wird. Allerdings hat dieses Workout es ebenfalls in sich, die ersten Tage beherrschen sie die Lebensplanung vollkommen, später wenn der Muskelkater endlich verschwindet, sieht man auch schon erste Erfolge. Pölsterchen verschwinden, der Bauch wird flacher und auf einmal sind da hübsch definierte Oberarme und wohlgeformte Beine.
Beim Body-Sculping gibt es die Ganzkörper-Variante, dann eine für Bauch und Rumpf und eine für den Po und die Beine. Also auch recht abwechslungsreich. Die vierzehn Tage sind ziemlich hart, das Workout intensiv und die Nahrungszubereitung zeitfressend. Aber es lohnt sich. Im Buch gibt es auch für jeden Tag komplette Anweisungen, ein paar aufmunternde Worte von Herrn Kirsch, den täglichen Essensplan, welches Workout ansteht und die tägliche Ausrede, die von David dann entkräftet wird. Dazu berichtet täglich einer seiner Kunden aus seinem Madison Square Fitness Club in New York von seinen Erfolgen. Soll motivieren.
Diese zwei Wochen sind schwer, vor allem wenn man beruflich arbeitet oder unregelmäßig zur Uni muss oder auch nur wenn die Mitbewohner Pizza backen – man kommt ständig in Berührung mit den Dingen, die in diesen zwei Wochen tabu sind. Das ist nicht einfach, stärkt aber im Nachhinein ungemein. Es sind schließlich nur zwei Wochen. Und dann, wenn sie endlich vorbei sind, die alten Klamotten wieder gut sitzen und man selbst sogar um eine oder mehrere Kleidergröße/n „geschrumpft“ ist, die Haut straff und der Körper wohlgeformt – dann ist nicht mehr die Schokolade das Begehrenswerte. „You don‘t need liposuction or plastic surgery to get a better body. You need two weeks!“ steht es auf der amerikanischen Website des Fitness-Gurus. Was eigentlich unglaublich klingt, wurde zu einer Herausforderung.
Schließlich hatte es anfangs den Anschein einer perfekten Marketingkampagne dank Heidis Dauergrinsen und Lobesliedern von Kolleginnen wie Faith Hill. Doch hinter der Klumschen Fröhlichkeit und Unkompliziertheit passend zur Piepsstimme scheint mehr zu stecken. Das deutsche Supermodel erklärt in seinem Karriereratgeber „Natürlich erfolgreich“, wie frau es bis nach oben schafft oder auf den Laufsteg. Ein hübsches Bilderbuch mit netten Anekdoten aber auch mit viel Zielstrebigkeit und eisernen Willen. Aber es muss eben in die heutige Spaßgesellschaft passen und von einem Model erwartet man schließlich auch nicht allzu viel. Heidi rast durch die Themen Verlangen, Image, Aussehen, Stil, Körper, Liebe und Sex, Reisen und Spaß, so dass es trotz guter Ansätze nur ein nettes Bilderbuch bleibt. David Kirsch freut’s.

Das Buch „Der ultimative New York Body Plan“ von David Kirsch ist im Riva-Verlag erschienen und kostet 19,90 Euro.

Das Buch „Natürlich erfolgreich“ von Heidi Klum ist im Krüger-Verlag erschienen und kostet 20 Euro.