von Archiv | 15.11.2005
Der letzte Satz des Films steht von Anfang an fest: „und die Reise wird immer weitergehen…“
Zwei Stunden groß angekündigter Hollywoodstreifen lang fragt sich der Durchschnittskinogänger, warum Pinguine eigentlich nicht frieren, denn die französische Produktion Luc Jacquets bleibt hinter ihrem Dokumentationsanspruch weit zurück. Hinterher bewundert man diese putzigen Gesellen entweder für ihr Durchhaltevermögen oder fragt sich, wozu es Pinguine überhaupt gibt.
Der Dokumentarwert des Films verblasst durch die Vermenschlichung der beobachteten Pinguin-Familie. Auch das Unterlegen der Kinobilder mit dramatischer, romantischer oder sonst wie gearteter Musik verstärkt diesen Effekt, bis von der Doku nichts mehr übrig bleibt. Auch die Kommentierung des Streifens durch – man beachte! – die Pinguine selbst stellt keine Ablöse von den kitschigen Sonnenuntergängen dar. Hochtrabende und philosophisch angehauchte Scheindialoge werden auch bei der vierten Wiederholung nicht tiefgründiger.
Trotzdem zollt man der harten wissenschaftlichen Arbeit Respekt und die ästhetisch ansprechenden Bilder sind bemerkenswert. Der Farbkontrast von natürlichem Blau, Schwarz und Weiß ist selbst auf die Dauer des Films nicht anstrengend. Empfehlenswert ist der Film trotzdem ausschließlich für Pinguin-Liebhaber oder verliebte Pärchen, denen der Film sowieso Schnuppe ist.
Geschrieben von Cornelia Leinhos
von Archiv | 15.11.2005
„Das Volk der Verdammten“ nennt Regisseur Luc Jacquet die Kaiserpinguine. Zum Filmemachen kam der französische Biologe eher durch Zufall: Durch eine Zeitungsannonce und seine Liebe zur Natur begab er sich mit 24 das erste Mal in die Antarktis.
Zweifellos hat er mit seinem Team innerhalb eines Jahres Unmengen interessanter und wunderschöner Bilder von den Pinguinen und ihrer gefährlichen Reise durch das Eis eingefangen. Er begleitete die Tiere durch einen gesamten Zyklus, in dem sie unglaubliche Strapazen auf sich nehmen, monatelang wandern und fasten, den Winterstürmen trotzen und manchmal bis zu 80 Prozent ihrer Küken verlieren.
Postkartenbilder von einer Landschaft, die eher an einen fremden Planeten erinnern als an die Erde, die fast menschlich anmutenden Liebesbekundungen der Pinguine untereinander und natürlich der kuschelige Nachwuchs genießen schnell die Sympathie des Publikums.
Allerdings wurde bei der Vertonung erheblich daneben gegriffen: Die menschlichen Stimmen, die die Pinguine im Film bekommen haben, wirken kitschig, über-dramatisch und einfach fehl am Platz. Für einen Dokumentarfilm gibt es außerdem zu wenig Informationen über die interessanten Tiere.
Geschrieben von Anne Breuer
von Archiv | 15.11.2005
Die Stadtimpuls-Initiative will ehrenamtliche Jugendarbeit und Vereinskultur erhalten
Stadtimpuls: Ein Stichwort, das in den letzten Wochen und Monaten öfter fiel. Doch was ist der die das „Stadtimpuls“ überhaupt, warum hat er sie es sich gegründet und was wird dort gemacht?
moritz traf Jan Holten, Mitglied des Studententheaters, des IKUWO und des GrIStuF e.V. und Melanie Dorow, die beim Stadtjugendring und Sundevit e.V. aktiv ist sowie Diemo Schramm vom Infoladen, der auch das Stadtimpuls-Fest 2005 filmte. moritz sprach mit ihnen in idyllischer Atmosphäre über gar nicht idyllische Zukunftsaussichten.
Es geht um die Häuser, in denen sich eine Vielzahl an Menschen größtenteils ehrenamtlich in Vereinen engagiert, Jugendarbeit leistet, kulturelle Höhepunkte schafft und Jugendlichen einen Ort und die Möglichkeit der Mitarbeit bietet.
Im Gespräch ging es vor allem um die Häuser des Klex’, IKUWOs und des Parisers, deren Zukunft ungewiss ist. Ein trostloses Szenario, in dem die Jugend aus ihre Häusern verbannt wird und das subkulturelle Leben ausgestorben ist.
Die momentane Situation
Das Klex in der Langen Straße 14 ist derzeit mit dem Problem konfrontiert, dass der Mietvertrag Ende 2006 auslaufen wird. Die Stadt möchte nach der Räumung eine Sanierung des maroden Komplexes vornehmen. Allerdings kann niemand sagen, ob die vielen Vereine und Organisationen, die derzeit ihre Räume im Klex haben, dort wieder einziehen können. Fest steht auch schon, dass es keinen Konzertraum mehr geben wird, auf den beispielsweise die Veranstaltungsgruppe Proton e.V. angewiesen ist. Ein Ausweichobjekt wurde den Mitarbeitern noch nicht angeboten. Als ausgewiesener Träger von Jugendarbeit in der Innenstadt müsste sich ein geeignetes Gebäude auch in dieser befinden.
Das Pariser, in dem sich die Leute der Initiative Kapaunenstraße engagieren, sieht sich seit geraumer Zeit mit strengen Auflagen konfrontiert, die aufgrund mehrfacher Lärmbelästigungsanzeigen beschlossen wurden. Dadurch ist der abendliche Cafébetrieb stark zurückgegangen. Die Leute bleiben weg, was aber auch an den derzeit unklaren inneren Strukturen des Vereins liegt.
Die Lage des IKUWOs scheint sich hingegen etwas entspannt zu haben. So wusste man bis vor wenigen Monaten nicht, ob das Projekt in dem Haus in der Goethestraße 1 bleiben dürfe oder nicht. Mittlerweile ist die „Aufenthaltsgenehmigung“ in Sack und Tüten und auf lange Sicht will der Verein das Gebäude übernehmen. Aber auch hier stehen Sanierungen an, eine Schallschutzwand ist notwendig, für deren Förderung hart gekämpft werden muss.
Generell scheint die Jugendarbeit in Greifswald ein einziger Behörden-Hürdenlauf zu sein. Von öffentlicher Seite, sprich vom Jugendamt, wird genau eine Stelle zur Verfügung gestellt, die sich um derartige Belange kümmern soll. Die Ernsthaftigkeit der Probleme ist wohl den wenigsten öffentlichen Stellen klar. Die Verweigerung der – insbesondere finanziellen – Unterstützung der verschiedenen Projekte entzieht der Stadt die eigene Basis, nämlich die Jugend, für die die Häuser eine Möglichkeit ist, sich aufzuhalten, auszuleben, Kultur zu erleben, Freunde zu treffen, sich weiterzubilden und Perspektiven zu erschließen.
Was macht der Stadtimpuls?
Genau hier setzt die Initiative des Stadt-impuls ein, denn hauptsächlich geht es um den Erhalt der Häuser, was den Erhalt eines Großteils des kulturellen Lebens mit sich bringt. Denn nicht nur die drei bisher genannten Institutionen, sondern eine Vielzahl anderer Gruppen und Vereine, wie zum Beispiel das Wohnprojekt Grimmer Straße, das Psychosoziale Zentrum oder der Stadtjugendring, sind dazu aufgefordert, ihre Probleme öffentlich zu machen und ihren Input zum Stadtimpuls beizutragen. „Eigentlich haben fast alle die gleichen Probleme“, so Melanie Dorow, „wenn wir alle gemeinsam an die Öffentlichkeit treten, können wir mehr erreichen als einer allein.“ Ein Netzwerk soll entstehen, in dem sich ausgetauscht werden kann über Probleme und Lösungsansätze. Das öffentliche Interesse soll geweckt werden durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit in Form von Informationsblättern, Plakatwänden und anderen Medien. Man will die Initiative Bürgernähe schaffen und die Öffentlichkeit mit einbeziehen. „Das wäre mein Wunsch“, sagt Jan Holten.
Die Idee des Stadtimpuls existiert schon länger. Doch was derzeit zu beobachten ist, war bisher nicht da. Die Rede ist von kontinuierlichem, organisiertem und erfolgreichem Zusammenarbeiten. Ein erster Erfolg war das dreitägige Festival im September dieses Jahres, neben den ersten Ansätzen des selbst organisierten Arbeitens. Hierbei bezieht sich Jan auf neue Plakatwände, die demnächst in der Fleischerstraße auf Höhe des Walls aufgestellt werden. Dies ist ein Fortschritt, denn bisher gab es nur drei Plätze, an denen die Vereine für Veranstaltungen werben durften. Alles andere hatte die Stadt unter Androhung von Kürzungen verboten.
Was muss in Zukunft getan werden?
Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass sich der Stadtimpuls weiterentwickelt. Hilfe, egal in welcher Form, wird überall gebraucht. Man kann die Homepage des Stadtimpuls besuchen und sich detaillierter informieren. Über eine Kontaktaufnahme wird niemand traurig sein. Bei den Verantwortlichen kann man sich dann über bevorstehende Aufgaben erkundigen, wie zum Beispiel Ausschau halten für neue Plakatierungsmöglichkeiten. Man kann direkt in die Vereine eintreten, mitarbeiten, helfen, Finanzierungsprojekte schreiben und vieles mehr.
„Auch wenn man nur für kurze Zeit in Greifswald ist, ein oder zwei Jahre, man kann immer etwas bewegen“, sagt Jan.
Geschrieben von Sophia Penther
von Archiv | 15.11.2005
Elektronikpannen, Unterbrechungen im Nachrichten- und Navigationsbereich, Stromausfälle und Störungen im Bahnverkehr – wer oder was ist dafür verantwortlich? Eine mögliche Antwort: das Weltraumwetter. Greifswalder Wissenschaftler wollen das Phänomen dieses Weltraumwetters mit Hilfe eines neuen Teleskops beobachten und auswerten.
Kurz vor Weihnachten des vergangenen Jahres hat sich die europäische Weltraumorganisation ESA entschieden, das erste Weltraumwetter-Teleskop in Europa zur Erforschung von Sonnenstürmen am Physikalischen Institut der Universität Greifswalds zu installieren. Zwar beschäftigt sich die „WeltraumWetterWarte“ (www) Greifswald bereits seit September 2001 mit der Analyse von Sonnenstürmen, doch wird die Arbeit, so versichert der wissenschaftliche Leiter des MuSTAnG-Projektes Dr. Frank Jansen, „durch das Einsetzen des Muon Spaceweather Telescope for Anisotropy at Greifswald, kurz MuSTAnG, eine neue Qualität erreichen“.
Das Weltraumwetter wird durch die Strahlung und atomare Teilchen von der Sonne sowie von Sternen verursacht. Die Sonne stößt Sonnenwinde und Plasmawolken, die gigantische Ausmaße annehmen können, aus und beeinflusst damit technische Systeme sowie menschliches Leben. Doch wann und wie treffen die hochenergetischen, kosmischen Teilchen auf die Erde? Diese Frage ließ sich bisher nur unzureichend beantworten, denn Satelliten, wie der ESA/NASA-Satellit SOHO, können die Bewegung dieser unsichtbaren Strahlen im All nur eingeschränkt sehen. Mit dem „MuSTAnG“ hingegen soll es schon bald möglich sein, die Plasmawolken sowie die kosmische Strahlung zu messen und vorherzusagen, wann und wie sie sich auf die Erde auswirkt. „Ziel ist es, das Weltraumwetter rund um die Erde kontinuierlich zu beobachten, zu analysieren und so die Ankunft der Plasmawolken an der Erde bis zu 24 Stunden im voraus zu bestimmen“, erklärt Dr. Frank Jansen. Seit Januar 2005 wird der Bau des Weltraumwetter-Teleskops, finanziert durch die ESA, vorbereitet. Entsprechende Hard- und Software sowie Elektronik mussten ausgewählt und entwickelt werden. Gegenwärtig beginnen die Aufbauarbeiten. Im Sommer 2006 soll das etwa zwei mal zwei Meter große, circa zwei Meter hohe und 3,3 Tonnen schwere Teleskop erste Daten liefern. Dr. Frank Jansen betont, dass das „Greifswalder Teleskop, dessen Beobachtungsfeld vom Ural bis zur amerikanischen Ostküste reicht, Mitglied eines globalen Netzwerkes von Myon-Teleskopen sein wird“. In Australien, Japan und Brasilien stehen bereits MuSTAnG-ähnliche Apparaturen, wobei Greifswald als Ort des in Europa einzigen Weltraumwetter-Teleskops zukünftig eine wichtige Rolle einnehmen wird.
Geschrieben von Grit Preibisch
von Archiv | 15.11.2005
Kurzgeschichte
Oh ja, wir hatten Spaß. Jeden Tag. Auch heute, bis: „Marie, wo ist das Nutella-glas?“ Es war Felicitas, die mich so überfiel. „Nutella? Glas? Wie?“ „Ja, genau! Sag mal!“ Das war nun Judith.
Nutella ist eine sehr gute, sehr fette Schokocreme aus dem sonnigen Italien. Da ist nichts dabei, außer dass man dick von dem Zeug wird und ihr werdet euch sicherlich wundern, wenn ich nun erzähle, dass mir damals mit einem Schlag heiß wurde und meine Stimme sehr leise. Wurde ich rot? Auf jeden Fall konnte ich den Anderen nicht mehr ins Gesicht sehen. Wie sie da saßen und mich erwartungsvoll anstarrten.
„Ich… weiß auch nicht. Warum?“ „Doch, tust du.“ Meine Güte, vier gegen eine, das war nicht fair. Sie waren fordernd, durchbohrten mich regelrecht mit ihren Blicken. „Ich hab es nicht.“ Feindliches, verächtliches Murren. Mann, was sollte das?
Aber dann schienen sie ihre Taktik zu ändern, denn Judith setzte nun eine verständnisvolle Miene auf: „Wenn du das Glas mit zur Arbeit genommen hast, ist das nicht schlimm. Bring es nur wieder mit. Bitte!“
So, das reichte! Ich sammelte alle meine Kräfte, holte tief Luft und setzte mich aufrecht hin. „Nein, ich hab es nicht mit zur Arbeit genommen. Ich hab`s weggeschmissen.“
Allgemeines Lachen. „Guter Versuch, Marie, gib`s doch halt zu!“ „Als ob du Schokolade wegschmeißen würdest.“ Meine Güte, wir lebten nun schon so lange zusammen und sie hielten mich nicht nur für eine Diebin und Egoistin, sondern auch für eine Lügnerin.
Ich musste mich noch dreimal wiederholen, bis ich ernstgenommen wurde. „Ich hab‘s doch auch für Euch getan, denkt an eure Figuren!“ „Oh nein, Marie! Du, du kannst doch nicht einfach so Schokolade wegschmeißen.“ Das war Fee, die das nun stotterte. „Dann bitte hol sie wieder raus.“
Ich wurde immer leiser. Da redeten diese Mädels von Diäten und fehlender Disziplin und jetzt machten sie so einen Aufstand wegen um die Ecke gebrachter 750 Gramm Schokocreme, von denen ich zugegebenermaßen ohnehin schon vorher mindestens 400 Gramm gegessen hatte.
„Es geht nicht, ich hab‘s getrennt! Nutella und Glas in den Restmüll, Plastikdeckel in den Plastikmüll.“ Ja, soviel zu meinem Umweltbewusstsein, aber das nur am Rande, denn ich hatte nun vor mir eine furchtbar entsetzte Runde sitzen, die es irgendwie wieder zu beruhigen galt.
Agi, Fee, Judith, Barbara. Sie alle starrten mich an, als hätte ich ihnen erklärt, die Welt sei untergegangen und nicht nur das, alle Läden um uns herum hätten mindestens die nächsten drei Tage geschlossen und der Winterschlussverkauf sei sowieso abgeschafft worden. Meine Verlegenheit wandelte sich nun in Mitleid um und ich hatte plötzlich das Gefühl, ihnen vielleicht doch erklären zu müssen, was und warum da so etwas Unbegreifliches geschehen war.
Dass ich letzte Woche endlich meine heißersehnte Reise gemacht hatte, wussten sie ja. Aber was dort vorgefallen war und wie es seitdem in meinem Inneren aussah, hatte ich ihnen nicht erzählt.
Nun packte ich aus: Es war entsetzlich gewesen. Essen, Essen, Essen überall und immer, egal ob Morgens, Halbmittags, Mittags, Nachmittags oder Abends. Eine Woche lang. Ich konnte am Ende nicht mehr, weil ich mich einfach nicht hatte zurückhalten können und so war ich eines Nachts mit furchtbar schlechtem Gewissen wieder nach Hause gekommen mit Plänen im Kopf für einen kommenden gaaaanz enthaltsamen Lebensstil.
Aber anstatt nun sofort ins Bett zu fallen und mich auf die kommende schwere Zeit vorzubereiten, stolperte ich schnurstracks in die Küche. Praktisch durch magische Anziehung. Intuition eines ohnehin schon wandelnden Kühlschrankes.
Nur so, um mal zu schauen, ob sich etwas während meiner Abwesenheit verändert hatte.
Ich glaubte natürlich nicht daran, aber als ich die Türschwelle überschritten hatte, da sah ich sie. Groß, formvollendet, braun wie alle Italienerinnen. Mit einem Traumgewicht von 750 Gramm und fast voll!
Ja, woher wusste ich das? Genau, ich hatte meine Hände nicht mehr unter Kontrolle, fingerte an ihr herum. Aber so ging das nicht. Pfui, das war ja unanständig, so mit den Fingern in ihr. Ich brauchte einen Löffel! Und dann war es um uns geschehen. Wir in der Küche, die ganze Nacht vor uns. Ich war wie im Rausch.
Es dauerte lange und als ich mich wieder unter Kontrolle hatte, wieder von ihr abließ, war es da: das schlechte Gewissen. Mit diesem und meinem Schokobauch kugelte ich mich nun in mein Bett. Jetzt ärgerte ich mich. Das gab es doch gar nicht. Wie konnte ich nur?
„Das machst du jetzt nicht mehr, Marie! Lass die Anderen das Glas leeren und dick werden.“ Lange lag ich wach und organisierte: morgen Äpfel und Paprika. Übermorgen dann Karotten und am Montag vielleicht auch schon wieder Knäckebrot. Denkste. Am nächsten Tag ging es ebenso weiter, wie es aufgehört hatte: Nutella- Löffel-Rausch
So ging das nicht weiter!
Nicht nur ich, alle WG-Grazien klagten über ihre Figur und zu viel Nahrung in der Bude, dass sie nichts dagegen machen könnten und immer am Essen seien. Also schmiedete ich einen Plan …
Am nächsten Morgen musste ich früh aus dem Haus. Alle schliefen noch.
Bevor ich jedoch die Wohnung verließ, ging ich noch einmal zum Tatort zurück.Ich visierte, packte und nahm sie mit nach unten, wo ich sie, nachdem ich ihren Plastikdeckel abgeschraubt hatte, in den Restmüll warf. Der Deckel landete sodann in der gelben Tonne. Wir waren fünf Personen zu Hause. Jeder hätte es gewesen sein können, hätte ich es geschafft zu leugnen.
Am nächsten Tag habe ich dann ein neues 750-Gramm-Glas gekauft. Für teure 4,95 Euro. Aber ein letztes Mal noch verteidigte ich meine Aktion. Mein Edding half mir dabei: „dick!“, „Bikini?“, „Nana“, „Schwanger“.
So ein Riesenglas hatte doch eine große Schreibfläche zu bieten und meine kleinen Drohungen wirkten: Jedenfalls wurde das originalverschlossene Glas lange Zeit nicht angerührt, bis, ja bis ich nicht mehr konnte und es anbrach.
Geschrieben von Uta-Caecilia Nabert