von Archiv | 15.11.2005
Auf der Jagd nach dem ultimativen Fischbrötchen in Wieck. moritz-Redakteur Stephan Kosa hat sich mit vollem Körpereinsatz darum gekümmert, Euch lieben Lesern ein objektives Bild der Angebote präsentieren zu können. Drei Geschäfte verkaufen Fischbrötchen. Dieses Überangebot veranlasste uns dazu, Euch die Unterschiede aufzulisten.
(Test in drei Spalten und mit drei Fotos fehlt)
Geschrieben von Stephan Kosa
von Archiv | 15.11.2005
Wenn die hiesige Region kulinarisch für etwas bekannt ist, dann doch für Sanddornprodukte und „Rügen-Fisch“. Zugereiste wie Touristen fragen sich durch, nach dem bundesweit populären Fischchen, und auch die Einheimischen lieben ihr Fischfilet in Tomatensoße seit Jahrzehnten. Die Supermärkte und Discounter der gesamten Bundesrepublik haben die regionalen Produkte schon längst in ihre Angebotspalette mitaufgenommen. Doch bei der einen Sorte bleibt es natürlich nicht, gibt es doch die tollsten Geschmacksrichtungen, damit sich auch für jeden Gaumen etwas findet.
Doch wo werden diese Leckerlis eigentlich hergestellt? Erst im Oktober 2003 wurde das neue Fischverarbeitungszentrum im Fährhafen Sassnitz feierlich eröffnet und erneuerte damit das alte Fischwerk, das schon vor der Wende seit 1956 für seine Fischkonserven bekannt war. Direkt im Hafen landet der Hering, wahlweise auch Dorsch und Flunder, nach Luftlinie zehn Metern in seiner Dose und macht sich auf die Reise in unsere Vorratsschränke, denn jeder hat irgendwo eine Fischkonserve stehen, die sich am Ende des Monats glücklicherweise wieder anfindet.
Die Rüganer werben mit dem Slogan „Modernstes Fischwerk der Welt steht in Sassnitz/Rügen“ und sind stolz auf eine vollständig automatisch gesteuerten Produktionsprozess. „Mit dieser Technik können hier jährlich bis zu 50.000 Tonnen Fisch zu verschiedenen Halbprodukten für die Feinkost- und Konservenindustrie sowie den Massenabsatz innerhalb und außerhalb Europas verarbeitet werden.“, erfährt man in der Tourismuszentrale Rügen.
Mit der „Renovierung“ des Fischwerks Sassnitz haben dazu 150 Menschen Arbeit gefunden, was auch die Schweriner Abgeordneten freute Till Backhaus, Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommern, wohnte der feierlichen Eröffnung des Neubaus persönlich bei und betonte, „dass jetzt das durch die Schweriner Politik einst angestrebte „Kompetenzzentrum für Fisch“ einen gewaltigen Schritt vorangekommen sei.“. Für die Region Vorpommern bleibt nur noch zu hoffen, dass diese positive Tendenz weiterhin anhält und sich dieser Industriestandort weiterhin behaupten kann. Wir Supermarktkunden hingegen freuen uns über leckeren, frischen Fisch aus der Ostsee.
Geschrieben von Cornelia Leinhos
von Archiv | 15.11.2005
Auch wenn unsere Hansestadt ein breites kulinarisches Angebot bereithält – Essen und Trinken, zwischen Vorlesung und Seminar, gelegentlich auch mangels Zeit in den Veranstaltungen, stellen für den durchschnittlichen Studenten tagsüber nur eine Befriedigung des Grundbedürfnisses nach Nahrung dar.
Abends hingegen sieht es ganz anders aus: In Greifswald existieren vielfältige Möglichkeiten des mehr oder weniger gepflegten Genusses alkoholischer Getränke, und die können nach einem langen Tag sehr verlocken. Es empfiehlt sich daher, sich für ihre Erkundung einen Abend auszusuchen, auf den kein allzu früher Morgen folgen muss.
Das standardisierte Procedere (geringfügige Abweichungen möglich) sieht dann wie folgt aus: Man trifft sich gegen 20 Uhr in einer der zahlreichen Szenekneipen, um noch für eine Stunde die Happy Hour auskosten zu können. Dort müssen in möglichst kurzer Zeit möglichst viele Cocktails konsumiert werden, bevor es teuer wird. Je besser man diese Fertigkeit beherrscht, umso großartiger werden die Wetten, auf die man sich in dem dann folgenden Zustand einlässt: „Du schaffst es nie, das gesamte crushed ice, das noch in deinem Glas ist, auf einmal in den Mund zu nehmen.“ „Natürlich schaff ich das!“ Klirr, schluck, prust.
Mit solchen Aktionen lässt sich spielend die Zeit bis zum Öffnen der Studentenclubs überbrücken. Einzig akzeptable Alternativen sind es, etwas zu essen oder Kaffee zu trinken, um das Durchhaltvermögen zu steigern. Sobald dann die Tore geöffnet sind, stürmt man die Tanzfläche – man wird an dem Abend nie wieder sooo viel Platz haben, um sich in Szene zu setzen. Die etwas Schüchterneren unter uns können sich die Zeit im Foyer und an der Bar vertreiben, solange der Pegel konstant bleibt, wird es nicht langweilig.
Obligatorisch sind natürlich Pausen, in denen man das übrige Publikum des Etablissements, in welchem man sich gerade befindet, begutachtet. Wer Glück hat, wird fündig – ob aufregende Blickkontakte oder noch nie da gewesene Styling-Inspirationen. Was auffällt, gewinnt. Über den Wechseln zwischen Tanzfläche, Toiletten, Bar, Draußen, Tanzfläche vergehen die Stunden wie im Fluge. Wer mit Hilfe koffeinhaltiger Alkohol-Mischgetränke durchhält, bis das Licht an- und die Musik ausgeht, kann stolz auf sich sein, er hat ein Etappenziel erreicht.
Und wer dann von mitreißender Musik, freundlich-offenen Mitmenschen und vor allem Getränken noch nicht genug hat, dem bleibt noch die Möglichkeit, in eine einschlägige, 24 Stunden geöffnete Einrichtung zu wechseln, deren liebevoller Spitzname an das Spiel Schiffeversenken erinnert. Mit etwas Glück bekommt man einen Tisch neben ein paar interessanten Vertretern des starken Geschlechtes, die einen mit ihren philosophischen Bemerkungen („Nicht die Politik, die Homosexualität ist es, woran dieses Land zugrunde geht!“), ihrem Erscheinungsbild (Staatsbedienstete mit „Suck my Dick“-Shirts) oder ihren körperlichen Fähigkeiten (mit dem Kopf auf dem Tisch liegen und gezielt zwischen die Füße kotzen) beeindrucken können.
Wer es bis hier ohne den Konsum von Alkohol geschafft hat, sei beglückwünscht und wird mit einzigartigen Möglichkeiten für Sozialstudien belohnt. Durchhalten bis die Sonne aufgeht ist jetzt nur noch eine Kleinigkeit, dann dürfen alle nach Hause, ins Bett oder an den Schreibtisch fallen. Und das Erstaunliche an diesem Teil der studentischen Kultur: Man macht es freiwillig immer wieder. Na dann: Prost!
Geschrieben von Katja Staack
von Archiv | 15.11.2005
Der Winter steht vor der Tür und die Preise in der Apotheke sind schon Grund genug krank zu werden?
Dann wird es aller höchste Zeit zu schauen, was Mutter Natur für uns parat hält. Besonders wichtig in der kalten Jahreszeit ist eine ausreichende Grundversorgung des Körpers mit Vitamin C.
Mit der zehnfachen Konzentration an Vitamin C im Vergleich zu Zitronen und vielen zusätzlichen Vitaminen stellt der Sanddorn ein wahres Kraftpaket der Gesundheit dar.
Die Pflanze aus der Familie der Ölweidengewächse ist in unseren Breiten sehr häufig zu finden und wird unter anderem zu Marmelade, Saft, Likör, Wein, Sirup oder auch Öl verarbeitet. Von der Wirkungsweise ist bekannt, dass die Frucht den Kreislauf anregt und das Immunsystem stärkt.
Geschrieben von Michael Boortz
von Archiv | 15.11.2005
Für Zyniker hört die Welt an der Stadtgrenze von Greifswald auf. Dahinter flaches Land, Dörfer, in denen nur Rentner in arbeitslose Männer hausen und aus denen die Frauen flüchten, Autofahrer mit Wildwestmanier. Und viel Alkohol.
Es hat mal jemand ausgerechnet, dass in Vorpommern 16 Liter reiner Alkohol pro Kopf der Bevölkerung im Jahr getrunken werden. Das sind über 90 Flaschen Schnaps. Sicher, die Tradition des Alkoholtrinkens ist so alt wie das Abendland selbst, wird aber wohl nirgends so exzessiv betrieben wie in Vorpommern. Nicht einmal im Land der weißen Würste und Biere. Dort könnte man noch am Ehesten von einer Tradition sprechen.
„Bier wird in Vorpommern schon gar nicht mehr als Alkohol wahrgenommen, es zählt nur noch Hochprozentiges“, berichtet Klaus-Peter Philipp vom Greifswalder Institut für Rechtsmedizin. Er und seine Kollegen untersuchen für die Polizei die vorpommerschen Blutproben auf den Alkoholgehalt. Sie halten die durchaus umstrittene These, dass hier im Nordosten mehr Alkohol getrunken wird, für glaubwürdig. „Es gab schon zu DDR-Zeiten ein Nord-Süd-Gefälle beim Alkoholkonsum, dazu ist nach der Wende auch noch ein Ost-West-Gefälle gekommen“, so Philipp. In Greifswald genügt es, vor den diversen „Getränkestützpunkten“ einmal die Augen aufzumachen. Und deren Sortiment an Hochprozentigem auf sich wirken zu lassen.
Die Formen des Alkoholmissbrauchs sind vielfältig und fangen nicht beim Vollrausch an. Alkoholabhängigkeit wurde erst 1976 überhaupt als Krankheit anerkannt. Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Alkoholismus ist differenziert, mal kam das eine, mal das andere zuerst. Auch der soziale Status spielt eine Rolle, der Angestellte mit Fahne fliegt schneller raus als der hausbarleersaufende Rektor.
Vorpommern liegt bei jugendlichen Straftätern unter Alkoholeinfluss über dem Durchschnitt, der Landespräventionsrat stellte Schüleralkoholismus fest. „In Vorpommern sterben auch mehr Menschen am Alkohol als anderswo“, so Klaus-Peter Philipp, „auch wenn die amtliche Statistik widerspricht.“ Er verlasse sich auf seine lange Berufserfahrung. „Ich sehe das ganze aus der sachverständigen Sicht des Rechtsmediziners“, resümiert er, „aber vielleicht haben wir im Abendland verlernt, mit Alkohol umzugehen.“
Geschrieben von Ulrich Kötter