von Archiv | 17.06.2005
Behutsam hält die siebenjährige Jasmin ihren kleinen weißschwarzen Teddy im Arm. Beide kommen sie gerade aus der Teddyklinik der Universität. Ja, richtig gelesen: Sie kommen aus der Teddyklinik.
Studenten der Medizin haben diese Art von Klinik ins Leben gerufen um Kindern im Kindergartenalter den Stationsalltag näher zu bringen und ihnen die Angst vorm Krankenhaus zu nehmen. „Die Idee stammt aus dem skandinavischen Raum“, sagt Juliane Greeske, die zusammen mit Kommilitonen die Aktion geplant und durchgeführt hat. Natürlich mussten sich die Teddyärzte zuvor schulen lassen. Dr. Sven Armbrust von der Kinderklinik zeigte den Studenten worauf bei den Kindern geachtet werden sollte und wie sie die Behandlungen kindgerecht durchführen.
Nach der Anmeldung wurden die Teddys und Puppen – wie im richtigen Krankenhaus – gewogen und gemessen, anschließend untersucht und dann eine Patientenakte erstellt. Dabei wurden nicht nur Arm- oder Beinbrüche festgestellt, sondern auch kleine Verletzungen sofort mit Nadel und Faden vor Ort und Stelle behoben. Bei wem es nötig war, musste in den Rötgenraum. Für den ein oder anderen Teddy gab es für zu Hause in der Apotheke eine Tablette.
13 Kindergärten aus Greifswald nahmen an dieser Aktion der Medizinstudenten teil und waren begeistert. „Die Kinder wurden ernst genommen und der Ablauf war kindgerecht gestaltet“, so eine Kindergärtnerin.
Geschrieben von Verena Lilge
von Archiv | 17.06.2005
Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
wir ihr wahrscheinlich bereits erfahren habt, hat sich der Semesterbeitrag um 10 Euro auf nunmehr 50,50 Euro erhöht. Grund hierfür ist, dass die Universität erstmals eine Verwaltungsgebühr erhebt, durch die die Kosten der Rückmeldung auf die Studierenden abgewälzt werden.
ie wurde Ende 2004 vom Senat gegen die Stimmen der studentischen Senatorinnen beschlossen. Der AStA hält diese Gebühr für rechtswidrig, da sie gegen das Studiengebührenverbot im Landeshochschulgesetz verstößt. Aus diesem Grund bereiten wir zurzeit eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht vor. Wann das Gericht diese entscheiden wird, steht noch nicht fest. Wichtig: Auch wenn die Gebühr rechtswidrig ist, solltet ihr unbedingt den Semesterbeitrag in voller Höhe überweisen. Ansonsten ist eine Zwangsexmatrikulation möglich.
Trotzdem gibt es eine Chance, dass ihr eure 10 Euro wiederbekommt. Dafür müsst ihr einen Widerspruch gegen die Verwaltungsgebühr einlegen. Nur wenn ihr das tut, bekommt ihr die 10 Euro zurück, wenn wir die Klage gewinnen. Entsprechende Vorlagen für Widersprüche werden in Kürze im AStA-Büro und in der Mensa ausliegen sowie im Internet (www.asta-greifswald.de) abrufbar sein. Ihr müsst dann einfach nur euren Namen, Anschrift und Matrikelnummer auf dem Formular eintragen und den Widerspruch im Studentensekretariat (Rubenowstraße 4, alte Universitätsbibliothek) oder im AStA-Büro (Rubenowstraße 1) abgeben. Die 10 Euro erhaltet ihr dann nach Abschluss der Klage, wenn wir das Verfahren gewinnen. Falls ihr noch Fragen zur Verwaltungsgebühr habt, könnt ihr euch jederzeit an den AStA wenden.
Geschrieben von Simon Sieweke
von Archiv | 17.06.2005
Was wird aus dem beliebten Studentenclub
Angefangen hat das Ende bereits im März: Der Studentenclub C9 in der Hans-Beimler-Straße öffnete die Pforten für seine große Samstags-Abschiedsparty. Kurz danach gab es noch eine clubinterne Abschiedsfeier, dann wurde zu guter Letzt zur absolut finalen Dienstags-Abschiedsparty eingeladen.
Dennoch hat sich inzwischen die regelmäßige Öffnungszeit am Dienstagabend wieder eingependelt, und die Diskussionen und Gerüchte um eine mögliche Schließung sind weitgehend verebbt.
Aber was genau war eigentlich los? Das Problem ist, dass das Haus, in dessen Kellerräumen der Club seit mehr als 30 Jahren residiert, saniert und in ein Wohnheim umgewandelt werden soll.
Genau dies war in den siebziger Jahren der Gründungsanlass für den heute 22 aktive Mitglieder umfassenden Club: Ein paar Bewohner des damaligen Wohnheimes in der Beimlerstraße 9 nutzten den Keller des Hauses als Treffpunkt und fassten eines Tages den Entschluss, diesen großartigen Ort der studentischen Allgemeinheit zugänglich zu machen.
Nach und nach wurden immer mehr Aktivitäten ins Programm genommen: Filmabende, Workshops, Spieleabende, Mitwirken bei der Clubs U-Night, Erstiparties, Ehemaligen-Treffen, Vermietung der Räumlichkeiten an Fachschaftsräte und studentische Vereinigungen, und nicht zuletzt das legendäre alljährliche Volleyball-Turnier. Darüber hinaus unterstützte und unterstützt der gemeinnützige Club unter anderem die Kinder-Krebs-Station Greifswald, Aktionen gegen rechte Gewalt, die Flutopfer beim Oder-Hochwasser und das Klosterspektakel in Eldena mit seinen Einnahmen.
Jahrelang hat es funktioniert: Oben Wohnheim, unten Club. Zum einen öffnet der C 9 nur einmal die Woche, und zum anderen gibt es ja so etwas wie gegenseitige Rücksichtnahme. Doch dies soll plötzlich nicht mehr gehen. „Seitens des Studentenwerks bestehen keine weiteren Möglichkeiten der Unterbringung des Club 9“, meint Geschäftsführerin Cornelia Wolf-Körnert. Teurer Schallschutz und umfangreiche Sanierungsarbeiten machten einen Weiterbetrieb im künftigen Studentenwohnheim unmöglich. Und dabei hatte der C 9 noch Ende letzten Jahres die Zusage bekommen, im sanierten Gebäude nach Abschluss der Bauarbeiten in den dann vergrößerten Räumlichkeiten wiedereröffnen zu dürfen. Doch Anfang dieses Jahres gab es dann finanzielle Probleme beim Umbau. Trotz des Angebotes seitens des C 9, Teile der Sanierung selbst vorzunehmen und in den alten Räumen zu verbleiben, erhielt der Club keine Zusage für die Wiederaufnahme seines regulären Betriebes nach der Sanierung.
Diese Entscheidung der Geschäftsführung des Studentenwerkes muss man wohl respektieren, außerdem dürfte es ja kein Problem sein, einen anderen leer stehenden Kellerraum zu finden. Oder?
Besitzer des Hauses Beimlerstraße 9 ist das Land Mecklenburg-Vorpommern, doch die Entscheidung, dem Club alternativ Räume der Universität zur Verfügung zu stellen, liegt beim Kanzler. Die Prüfung der Möglichkeiten der Universität und sämtliche Gespräche blieben bisher erfolglos. „Ich sehe momentan kein Möglichkeit, Räume der Uni zur Verfügung zu stellen“, ist von Kanzler Thomas Behrens zu erfahren. Doch „aus Interesse an den Belangen der Studis habe ich mich mit der Stadtspitze in Verbindung gesetzt ist, da mir bekannt ist, dass mehrere kommunale Kindergärten frei stehen.“ Besteht also doch noch Hoffnung auf einen Umzug?
Natürlich könnte der Club 9 einfach auf dem freien Immobilienmarkt entsprechende Räumlichkeiten anmieten, doch dies würde erheblich höhere Kosten verursachen. Höhere Eintritts- und Getränkepreise wären die Folge. Dies liegt weder im Interesse der Clubmitglieder noch dem der Gäste, denn damit verlöre der Studentenclub seinen gemeinnützigen Charakter. Kommerzielle Clubs gibt es in Greifswald genug, nicht erst seit der Eröffnung des TV-Clubs oder des Mira, die sich beide trotz des großen Anteils studentischer Besucher nicht zur Riege der „richtigen“ Studentenclubs zählen dürfen.
Der C 9 als einer der ältesten Greifswalder Studentenclubs spielt dagegen für das studentische Leben und die Studentenkultur eine wichtige Rolle.
Dass die Studenten „ihren“ Club unterstützen zeigt sich unter anderem darin, dass mehrere StuPa-Kandidaten das Ziel „Rettung des Club 9“ in ihrer Wahlbewerbung angegeben hatten und vom neu konstituierten Parlament gleich bei der ersten Sitzung eine Resolution „Solidarität mit dem C 9“ verabschiedet wurde.
So bleibt zu hoffen, dass sich die Entscheidungsträger doch noch zu einem positiven Beschluss durchringen können, damit es auch in Zukunft noch für viele Studentengenerationen heißen kann: The same procedure as every Tuesday!
Geschrieben von Julia Mai
von Archiv | 17.06.2005
Seit siebtem Juni ist ein neuer AStA im Amt
Am siebten Juni hat das Studierendenparlament (StuPa) einen neuen AStA gewählt. Bereits zwei Wochen zuvor hatte es dessen Struktur festgelegt. Diese sieht neben dem Vorsitz vier Referate – für Finanzen, Hochschulpolitik, Soziales sowie Studium und Lehre – vor. Diesen sind verschiedene Co-Referate zugeordnet.
Eine Sonderstellung nehmen die autonomen Referate für Schwule und Lesben, Ausländerfragen, Gleichstellung und für behinderte Studierende ein. Sie sind keinen Weisungen unterworfen, besitzen jedoch, ebenso wie die Hauptreferenten, Stimmrecht bei den AStA-Sitzungen.
22 Stellen waren zu besetzen, doch lagen lediglich für 14 Bewerbungen vor. Da jedoch für mehrere Stellen gleich zwei Kandidaten Interesse zeigten, kam es zu spannenden Wahlgängen. Zum Vorsitzenden wurde erneut Thomas Schattschneider gewählt. Er erhielt 15 der 21 Stimmen und damit vier mehr als erforderlich. Bei der Besetzung des Finanzreferats kandidierten René Friedland und Martin Hackober gegeneinander. Drei Wahlgänge waren erforderlich, ehe Martin schließlich mit 12 Stimmen hauchdünn gewählt wurde. René hatte seine Kandidatur vor dem dritten Urnengang zurückgezogen. Für das Referat für Hochschulpolitik bewarb sich Torsten Heil. Auch er wurde mit 12 Stimmen gewählt. Bei der Wahl der Sozialreferentin konnte Stephanie Dahn 15 Stimmen auf sich vereinigen.
Als Co-Referent für Rechtsangelegenheiten kandidierte Simon Sieweke. Er erhielt 13 Stimmen und wurde damit mit demselben Ergebnis gewählt wie André Kaminski, der fortan Co-Referent für Lehrevalutation und Entwicklung ist.
Bei der Wahl des Co-Referenten für Buchung und Beschaffung kam es erneut zu einer Kampfkandidatur. Hier trat René Friedland gegen Robert Rostoski an. René konnte schließlich im dritten Wahlgang, in dem laut Geschäftsordnung nur noch mit „Ja“ oder „Nein“ über denjenigen Kandidaten, der im zweiten Wahlgang eine Mehrheit auf sich vereinigen konnte, abgestimmt wird, 15 Stimmen auf sich vereinigen. Zum Co-Referenten für Fachschafts- und Gremienarbeit wurde Alexander Gerberding gewählt. Er setzte sich mit 11 Stimmen gegen Ulrike Schmidt (2) durch. Co-Referentin für BAföG und Studienfinanzierung wurde Kathrin Markus, die mit 13 Stimmen Thomas Meyer auf Platz zwei verwies. Ohne Gegenkandidaten wurde Kathleen Bendick zur Co-Referentin für Kultur gewählt. Sie erhielt 14 Stimmen. Keine Mehrheit fand hingegen Christian Bäz, der sich für das Co-Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beworben hatte. Da er lediglich zehn Stimmen bekam, bleibt die Stelle fürs Erste unbesetzt.
Bei der Besetzung der autonomen Referate setzte sich Zoran Vasic mit 14 Stimmen gegen Monika Peiz durch und ist ab sofort für Ausländerfragen zuständig. Autonome Referentin für Schwule und Lesben wurde mit ebenfalls 14 Stimmen Sandra Günther. Für das autonome Referat für Gleichstellung gab es zwei Kandidaten. Hier setzte sich im zweiten Wahlgang Patrick Leithold mit 11 Stimmen gegen Antje Bahnik durch. Eileen Gorisch, die sich um das autonome Referat für behinderte Studierende beworben hatte, wurde mit nur fünf positiven Stimmen nicht gewählt.
„Wir wollen im Team gegen die geplanten Kürzungen vorgehen und verstärkt für den Erstwohnsitz werben“, umriss der neue alte Vorsitzende die Hauptaufgaben des AStA für die kommenden Wochen. Auch der bereits mehrfach verschobene Umzug in neue Büroräume sowie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit gehören für Thomas Schattschneider zu den wichtigen Punkten. Nach der Umstrukturierung besitzt er erstmals eine „Richtlinienkompetenz“ und Weisungsbefugnis gegenüber den Referenten. Wer ihn jedoch schon mit militärischer Härte den AStA führen sieht, irrt. „Ich sehe mich als primus inter pares“, beruhigte er seine neuen Mitstreiter.
Geschrieben von Kai Doering
von Archiv | 17.06.2005
Simon Sieweke und sein langer Abschied von der politischen Bühne
Egal, wen man über den ehemaligen AStA-Chef Simon Sieweke befragt: Respekt zollen sie ihm alle für sein Durchhaltevermögen und für sein derart effektives Arbeiten, dass er neben dem AStA-Vorsitz sein Bachelor-of-Law-Studium in Regelstudienzeit weiterlaufen ließ und im Winter 2004 abschloß.
m Wintersemester 2001 kam Simon Sieweke nach Greifswald und sein erster Eindruck von den studentischen Hochschulpolitikern bei der feierlichen Immatrikulation war eher ernüchternd: „Vor der Veranstaltung hatte ein Kommilitone Selbstmord begangen und der AStA-Vorsitzende Peter Tornow machte in seiner Rede eine Schweigeminute, um dann mit dem Statement abzuschließen, dass Studieren wie ein Orgasmus sei.“ Im Frühjahr 2002 kandidierte Simon dann für das StuPa und landete auf der Nachrückerliste. Er besuchte die Parlamentssitzungen jedoch trotzdem und wurde von den aktiven Hochschulpolitikern mehr belächelt als ernst genommen, erinnert sich Ex-AStA-Chef Robert Tremmel: „Als Simon im Herbst in das StuPa nachrückte, hätte ihm niemand den AStA-Vorsitz zugetraut und auch sein SPD-Parteibuch war vielen suspekt.“
Nach der StuPa-Wahl im Januar 2003 ging dann alles sehr schnell, wenn auch zunächst mit einer formalen Panne. Die konstituierende Sitzung vom Januar mußte im April wiederholt werden, Simon Sieweke wurde als StuPa-Präsident gewählt. Kaum eine Woche später kandidierte er für alle Beobachter überraschend als AStA-Vorsitzender und wurde auch prompt gewählt. Das Amt des StuPa-Präsidenten gab er daraufhin ab, nicht aber sein Parteibuch. Im Januar hätte er aber schon alle Parteiämter niedergelegt, betont der HoPo-Veteran heute. Der neue AStA konstituierte sich etwas schleppend, knapp die Hälfte der Referate war besetzt.
Für einige der damaligen Hochschulpolitiker markierte der April 2003 einen letzten starken Bruch innerhalb der studentischen Hochschulpolitik an der EMAU. „Angefangen hat das alles 1998, als die SPD sowohl im Bund als auch hier in Mecklenburg-Vorpommern an die Regierung kam“, erinnert sich Christiane Wilke, ehemalige HoPo-Redakteurin des moritz. Seitdem beobachtet sie einen Fraktionsbildungsprozess innerhalb der Studierendenschaft, die zum Beispiel im Fall der Juso-Hochschulgruppe gute Kontakte zu Informationsquellen in Schwerin und Berlin nach sich gezogen hätte. Ex-Senatorin Sandra Päplow geht noch einen Schritt weiter: „Ab der Amtszeit Simon Siewekes war der Informationsfluss zu den Vorgängern im Amt unterbrochen und der AStA wurde parteipolitisch. Statt die Interessen der Studierenden zu vertreten, entschwebten die Referenten in Partei- und Landespolitik.“ „Ich war manchmal zu hart“, gibt Simon Sieweke zu, „aber der AStA ist keineswegs parteipolitischer geworden. Dafür haben wir zu oft gegen die Landesregierung gepöbelt und auch immer Gespräche mit allen Parteien geführt.“
Über den Sommer 2003 hinweg erarbeitete sich Simon Sieweke Respekt, erinnert sich Robert Tremmel. Außerdem habe ihm ein StuPa zur Seite gestanden, das inhaltlich gute Arbeit geleistet habe. Simon Sieweke zeigte Medienpräsenz, schöpfte als erster bei der Öffentlichkeitsarbeit aus dem Vollen. „Mit Erfolg“, resümiert Robert Tremmel, „heute ist er eine politische Person in der Stadt.“ Der eine oder andere Schuß ging dabei nach hinten los, so etwa ein ominöses Fax im Mai 2003, in dem Simon Sieweke in Schwerin die Inhalte des Staats-Kirchen-Vertrages hinterfragte und damit die Theologie in die Kürzungsdiskussion brachte. 2 Jahre später sollte er sich vehement für den Erhalt der Fakultät aussprechen. „Natürlich waren Schnellschüsse immer gefährlich“, erinnert sich Sieweke, „aber wenn ich sie gemacht habe, dann habe ich sie jedes Mal für dringend notwendig erachtet.“
Zwischen Januar und Mai 2004 gab es neben Protesten schon wieder Querelen um die StuPa-Wahl, die dieses Mal erfolgreich angefochten wurde und im Mai erneut durchgeführt werden mußte. Der neue AStA wurde erst Mitte Mai gewählt und Simon Sieweke gelang trotz Umsturzversuchen aus dem eigenen AStA heraus die Wiederwahl als Vorsitzender. „Das ist eine große Leistung und hat viel mit Überzeugungsarbeit und persönlichem Engagement zu tun“, so Robert Tremmel. Simon Sieweke blieb bis Oktober 2004 AStA-Vorsitzender und bis Mai 2005 AStA-Referent für Hochschulpolitik.
Ex-Senator und Ex-Stupa-Präsident Maik Harfmann beschreibt diese Zeit als quälend langen Abschied von der Macht. „Simon Sieweke hat einen ausgeprägten Machtinstinkt“, analysiert er, „und ist damit auf dem besten Wege, Politiker zu werden.“ Für seinen Abgang von der hochschulpolitischen Bühne Greifswalds habe er jedoch zu lange gezögert, habe sich noch im Dezember 2004 in der Illusion gesonnt, realistische Chancen auf das Prorektorenamt zu haben. Maik Harfmann ist sich nicht sicher, ob Simon dann wirklich noch studentische Interessen vertreten hätte: „Ich glaube, er hätte uns für seine eigene Position glatt verkauft.“
„Für mich persönlich war es zu lange“, resümiert Simon Sieweke seine aktive Hochschulpolitik-Zeit, „und ich bereite mich jetzt erst einmal auf mein Staatsexamen vor.“ Dennoch: Selbst vom neuen AStA kann der Politik-Veteran nicht lassen und hält sich mit dem Posten des Co-Referenten für Rechtsfragen noch eine Hintertür offen. Außerdem will er aus dem Hintergrund darüber wachen, dass sein Werk von der neuen AStA-Generation sinngemäß fortgesetzt wird.
Geschrieben von Ulrich Kötter
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