m.o.r.i.t.z. – des Rätsels Lösung

So mancher stellt mir immer noch die Frage, was eigentlich dieser Name „moritz“ bedeutet. Und da ich nun einmal in dieser Frage als einzige noch lebende Autorität angesehen werde, habe ich ein gewisses Bedürfnis nach einer plausiblen Theorie.
Das Feld der kursierenden Hypothesen zum Thema ist breit: Neben der vielfach favorisierten Version, die den Namen in Verbindung mit dem Uni-Namenspatron Ernst Moritz Arndt bringt, gibt es viele weitere Theorien. Mit all denen will ich an dieser Stelle ein für alle Mal aufräumen.

Erstgenannte These scheidet wegen einiger seltsamer Ansichten des Herrn Arndt aus.
Nächste und unter Insidern vielleicht beliebteste Version ist, dass sich durch diese Taufe ein einst berüchtigter, längst von uns gegangener AStA-Finanzreferent verewigt hat, der der Studentenzeitung den Namen seines Lieblingsneffen aufzwang. Bestechungsgelder sollen da auch geflossen sein. Man wird verstehen, dass ich mich dazu nicht ohne Anwalt äußere.
Bleibt noch das weite Feld, das sich eröffnet, wenn man den Namen als Abkürzung versteht. Das dabei zu betrachtende Spektrum reicht von unmotivierten Explikationen wie „Meine Oma reißt immer tolle Zoten“ bis zu tatsächlich sachgebundenen, die auch in der Redaktion be-liebt sind. Da wäre etwa vorzuschlagen: „Meist offenkundig ratlose, idiotisch theatralische Zwangshandlung“, oder auch, mit weniger Selbstmitleid und mehr Eigenlob: „Mit originell recherchierten Inhalten, trotz Zeitmangels“. Und weil wir an der Uni sind, geht’s auch in-tellektuell, auf Latein nämlich: „multiplicissimum opus ructavit iupiter tacto zingibere“, oder modernistisch auf Neudeutsch: ”Multi-obscure recliner in tabloid zone“. Meine persönliche Lieblingsversion ist nach wie vor: „Marketingwirksam, ohne redaktionelle Inhalte, Tobias zuliebe” – wobei der Name jeweils den aktuellen Erfordernissen anpassbar ist.
Und was stimmt nun wirklich? Redaktionsgeist Moritz selbst hat jedenfalls seine eigene Theorie – siehe seinen eigenen Artikel. Besorgt um meinen ruhigen Schlaf halte ich diese für annehmbar.

Geschrieben von Mirko Gründer

Greifswalder Studenten im Kindergarten

DLRG macht mit kleinen Wasserraten Trockenübungen

Der Sommer steht vor der Tür. Da ist es doch nur verständlich, wenn es früher oder später jeden an den Strand und ins Wasser zieht. Doch die Freude am Baden in der heißen Jahreszeit bringt viele Risiken mit sich. Allein im letzten Jahr starben in Deutschland 470 Menschen durch Ertrinken.

Besonders gefährdet sind Kinder im Vorschulalter. Deshalb packen Studenten, die Mitglieder der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sind, schon jetzt ihre Badetaschen. Sie besuchen damit aber nicht den Strand, sondern gehen in die Kindergärten der Hansestadt. Unter dem Motto „DLRG/NIVEA-Kindergartentag“ sollen Kindergartenkinder über die Gefahren am und im Wasser aufgeklärt werden. Dazu werden mit ihnen die Baderegeln erforscht und es wird zum eigens für dieses Projekt aufgenommene Baderegellied getanzt. Spielerisch lernen die Kleinen den Tag eines Rettungsschwimmers kennen und außerdem helfen sie noch „Nobbi“ in einem Puppentheaterstück, sich richtig am Wasser zu verhalten. Die Aktion kommt bei den Kindern sehr gut an. Außerordentliche Freude bereitet es den kleinen Wasserratten, wenn sie sich selbst als Rettungsschwimmer versuchen. Nina Bergles, eine ausgebildete Kindergartenteamerin der DLRG, ist glücklich, dass das Projekt so gut gestartet ist: „Die Resonanz aus den Kindergärten ist enorm. Die Kinder und Erzieher bestätigen uns, dass wir mit dem Programm die Kinder erreichen.“ So setzen sich Nina Bergles und ihre Helfer aktiv dafür ein, dass es in diesem Sommer weniger Unfälle am Wasser geben wird.

Wer Interesse hat, das Team zu unterstützen, kann sich gerne bei der Greifswalder DLRG melden! Tel. 03834/ 76 76 95 oder mail@greifswald.dlrg.de.

Geschrieben von Kai Doering

Leben retten in der Freizeit

Über 75 Teilnehmer bei Leukämie-Typisierung

In jedem Jahr erkranken 6 000 MenIschen in Deutschland an Leukämie. Diesen zu helfen, hat sich der Rotary Club zur Aufgabe gemacht. Im Rahmen des bundesweiten Projektes „Rotary hilft Leben retten“ werden mögliche Knochenmarkspender typisiert und zentral registriert.

Am 26. Mai fand eine solche Aktion auch in Greifswald statt. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin führte der Rotaract Club eine Informationsveranstaltung durch, in deren Anschluss sich jeder kostenlos per Blutentnahme typisieren lassen konnte. „Normalerweise kostet eine solche Typisierung 60 Euro“, sagt Friederike Neher, Vorsitzende des Clubs. Als Medizinstudentin weiß sie besonders gut um die Folgen einer Leukämieerkrankung. „Nach der Blutentnahme werden die Daten in einer zentralen Kartei in Ulm gespeichert“, berichtet sie weiter, „und wenn Bedarf ist, wird man angerufen.“ Jedoch erhielt nur etwa ein Prozent der Registrierten tatsächlich einen Anruf um mit einer Knochenmarkspende zu helfen. Da jedoch besonders Kinder vom Blutkrebs betroffen sind, sei Hilfe sehr wichtig. So wertet es Friederike als „vollen Erfolg“, dass sich über 75 Personen haben registrieren lassen. Im Anschluss wurden sie dann noch mit einem Buffet entschädigt – alles nach dem Motto der Rotarier „Lernen – Helfen – Feiern“.

Geschrieben von Kai Doering

Schluss mit den Ausreden, Jungs!

Als nicht gefühlsecht, Spaßbremse oder gar als unmännlich ist es verschrien: das Kondom. Diese Ausflüchte benutzt der Mann von Welt ebenso wie der 16jährige Jugendliche – Hauptsache, sie müssen sich beim Sex kein Verhüterli überziehen. Doch jetzt wurde Abhilfe geschaffen. Und zwar von einem Mann: Jan Vinzenz Krause, ein ehemaliger Student unserer Universität, hat sich die Bekämpfung dieser Kondomvorurteile zum Ziel gemacht. Auf seiner Homepage www.vinico.com gibt es Verhüterlis „nach Maß“.


Angefangen hat alles mit einer extravaganten Adventskalenderidee: Statt Schokolade befüllte Jan Vinzenz Krause die Säckchen mit Präservativen und stellte sich damit unterschiedlichen Kondomherstellern vor. Dieser phantasievolle Einfall bescherte ihm ein Praktikum und war somit sein Einstieg in die Branche.
Mittlerweile verhilft Jan Vinzenz Krause auf seiner eigenen Homepage allen Ratsuchenden zum passenden Überzieher, denn oft ist nicht das Kondom Schuld am Lustfrust, sondern die mangelnde Beratung. Nach einer Studie, die Krause am Welt-Aids-Tag durchführte, benutzen über 80 Prozent der Männer das falsche Kondom. „Es ist wie Schuhe kaufen, man muss den Fuß erst messen und dann aus der richtigen Größe den passenden Schuh auswählen“.
Per E-Mail oder Telefon gibt man(n) anonym seine Maße an und prompt wird das passende Verhüterli empfohlen. Und für genügend Auswahl ist gesorgt: Mit 120 Kondomen aus aller Welt verfügt Jan Vinzenz Krause über das größte Sortiment im Netz. Kondome von XS bis XXL, mit dünner oder dicker Haut, geschmacklich und farblich (fast) ohne Grenzen, mit Noppen oder ohne gehören selbstverständlich zu seinem breit gefächerten Repertoire. Doch auch die etwas ausgefallenen Wünsche wollen befriedigt werden: So gibt es zum Beispiel Kondome mit Betäubungsmittel, Verhüterlis mit eingebautem Vibrator, Kondome für Frauen und manche Überzieher begleiten den Beischlaf mit einem fröhlichen Liedchen. Eine Spaßbremse sind Kondome also nur, wenn man das falsche benutzt.
Jan Vinzenz Krause hat sich selbstständig gemacht und ist nun oft mit seiner mobilen Kondombar im Einsatz. Er informiert am Welt- oder Jugend-Aids-Tag und auf Messen interessierte Frauen und Männer über „das passende Kondom“ und bildet Mitarbeiter des Gesundheitsamts fort. Und auch er lernt – trotz seiner intensiven Verbindung zu den Kondomen – nie aus. „Auf einer Messe erzählte mir ein Homosexueller, dass er Frauenkondome für den Analverkehr benutzt. Das hat mich wirklich überrascht.“

Geschrieben von Wiebke Formann

Ich hätte nicht so viel Rücksicht auf hiesige Belange nehmen sollen.″

Dr. Klaus-Peter Philipp vom Institut für Rechtsmedizin war im April für vier Wochen auf der thailändischen Insel Phuket um bei der Identifizierung der Opfer der Tsunami-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 zu helfen. Mit dem moritz hat er über seine Erfahrungen und ganz persönlichen Eindrücke gesprochen.

moritz: Herr Dr. Philipp, wie sind Sie dazu gekommen, nach Thailand zu gehen und bei den Identifizierungsarbeiten zu helfen?
Dr. Philipp: Zum Hintergrund muss man sagen, dass ich bis 1979 mein Zahnmedizinstudium absolviert habe, bevor ich dann hier in die Gerichtsmedizin gegangen bin und den Facharzt für Rechtsmedizin gemacht habe. Das heißt also, ich verfüge über Kenntnisse aus diesen beiden Fachgebieten, und da bin ich natürlich für solche Identifizierungen der ideale Kandidat. Es gibt zwar beim Bundeskriminalamt eine ständige Identifizierungskommission (IDKO), die aus Rechtsmedizinern, Zahnärzten und Polizeibeamten besteht, die speziell für derartige Sachen ausgebildet wurde und seit Ende Dezember auch in Thailand vor Ort ist. Im Drei-Wochen-Rhythmus wird dieses Team ausgetauscht, und das ist auch gut so. Doch irgendwann gehen einem die Leute aus, und dann flatterte Ende Februar eine Anfrage des BKAs ins Haus, ob ich mich nicht beteiligen könnte, und ich denke, da kann man nicht nein sagen.

Hat die Zusage Sie Überwindung gekostet?
Nein. Eigentlich hatte ich das für mich sofort entschieden, und im Nachhinein muss ich auch sagen, ich hätte mich auch schon früher melden sollen. Als Rechtsmediziner sind uns Identifizierungen von Verstorbenen in solchem Zustand wie in Thailand zwar vertraut, wenn auch nicht in dieser Masse und in der Form, wie dort gearbeitet wird. Das war auch für mich neu, so etwas habe ich noch nie gemacht. Wovor ich am meisten Respekt hatte, waren die klimatischen Bedingungen. Über 40°C, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und Regenzeit – das war Sauna pur!

Wie müssen wir uns die Organisation vor Ort vorstellen?
Diese Katastrophe unterschied sich von allen anderen bisher bekannten Massenunfällen dahingehend, dass auf einen Schlag sehr viele Opfer verschiedenster Nationalitäten zu beklagen waren. Das heißt, dass hier, anders als bei nationalen Ereignissen, viele betroffene Nationen mit ihren Identifizierungsteams vor Ort waren und sozusagen auch einmal lernen mussten zusammenzuarbeiten, was in der Anfangszeit wohl nicht ganz reibungslos von statten ging. Hier waren sehr viele Interessen zu vereinbaren, da 17 Nationen vor Ort waren. Man musste sich quasi auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen, denn man weiß ja nicht von Beginn an: Das ist eine deutsche Leiche.

Wie sah das deutsche Team aus?
Die Deutschen waren sehr zahlreich da – teilweise zwischen 50 und 60 Kollegen. Wobei das in der Mehrzahl Polizeibeamte waren, und dann immer ein Rechtsmediziner und drei bis vier Zahnärzte.

Und wie läuft solch eine Untersuchung ab?
Es waren mehrere Tausend Opfer zu beklagen, die in den ersten Tagen schon einmal vorsortiert wurden: Europäer, Nicht-Europäer. Wobei es hier natürlich ein Problem gibt: Unter den Opfern waren auch nicht wenige europäische Staatsbürger asiatischen Ursprungs. Die Verstorbenen sind dann in den ersten Wochen komplett untersucht worden. Dabei erfasst man zuerst körperliche Merkmale wie Größe, Geschlecht, Gewicht und Schuhgröße. Dann wird nach Individualmerkmalen geschaut: Behaarungstyp, sofern noch feststellbar auch Narben, Tätowierungen, Körperschmuck und so weiter. Die Bekleidung wird sichergestellt und fotografiert. Alle Informationen werden in einer mehrseitigen Personenbeschreibung registriert. Dann wird der Zahnstatus erhoben, Röntgenaufnahmen werden gemacht und Fingerabdrücke genommen. Neben diesem sogenannten „post-mortem-Datensatz“ werden die Angaben zu den vermissten aus der jeweiligen Heimat in einem „ante-mortem-Datensatz“ zusammengetragen. Die eigentliche Identifizierung erfolgte dann in einem Auswertezentrum durch Datenabgleich.

Wie genau sahen Ihre Aufgaben aus?
Ich war vorrangig mit der zweiten Untersuchung betraut, die seit Mitte März an allen Opfern durchgeführt wird und dazu dient, fehler- und lückenhafte Befunde zu ergänzen. Diese gingen dann an das Auswertezentrum. Bei einer Übereinstimmung, das heißt einer Identifizierung wurde der Fall ein weiteres Mal im Detail geprüft und einer Kommission vorgetragen. Das ganze läuft unter thailändischer Hoheit. Dann wurde der Verstorbene aus seinem Kühlcontainer herausgeholt, und eine weitere Kommission trat zusammen, bestehend aus einem Polizeioffizier und einer Länderdelegation aus dem Herkunftsland des Opfers, die dann nochmals die Befunde überprüfte. Erst dann wurde die Leiche freigegeben, bekam einen Totenschein und wurde den thailändischen Bestattern übergeben. Manche Nationen, wie auch die Deutschen, haben vor der Einsargung noch eine vierte Kontrolluntersuchung durchgeführt. Diese war dann auch meine Aufgabe. Erst nach deren Abschluss bekamen die Angehörigen zuhause eine Benachrichtigung.

Wie haben die dann reagiert?
Viele Angehörige kamen nach Thailand und haben eine Einäscherung vornehmen lassen. Diese, wie auch alle Leichenuntersuchungen finden in Tempelanlagen statt. Das erklärt sich aus dem buddhistischen Glauben. Man treibt nicht so einen Totenkult wie wir, das heißt, der Körper als solches ist nur eine Hülle, es kommt auf die Seele an. Deshalb muss der Tote, so lange man nicht weiß, wer er ist und die Angehörigen ihn nicht in Obhut nehmen können, im Tempel aufgebahrt werden. So soll verhindert werden, dass die Seele verloren geht. Sie soll ja wiedergeboren werden.

Sind Sie selbst auch auf Angehörige getroffen?
Dr. Philipp: Nein, ich hatte nur Sichtkontakt. Für mich war es dennoch eine wesentliche Erfahrung. In der Containerstrecke, wo ich sonst immer gearbeitet habe, hatten die Leichen nur eine Nummer. Zwei, drei Tage später hatte dann dieselbe Leiche, die ich zuvor bereits untersucht hatte, einen Namen. Während wir arbeiteten, liefen im Tempel Trauerfeiern, und man konnte die tiefe Befriedigung bei den Angehörigen sehen, dass es endlich soweit war, dass sie Gewissheit hatten. Gesprochen haben wir mit den Angehörigen nicht. Dafür war ein Kriseninterventionsteam zuständig, das aus einem Krankenpfleger, einem Psychotherapeuten und einem Pastor bestand.

Wie lange wird die Identifizierung Ihrer Meinung nach noch dauern?
Schwer zu sagen. Die Untersuchung der Leichen wird schätzungsweise in ein paar Wochen abgeschlossen sein, aber bis die Befunde ausgewertet und die Datensätze alle übertragen sind, wird es noch lange dauern. Das größte Problem sind die toten Kinder. Einfach deswegen, weil Kinder zumeist gesund sind und kaum auffällige Zahnbefunde, kaum Narben und sonstige körperliche Merkmale aufweisen. Da muss man jetzt auf die DNA-Befunde warten. Ich rechne damit, dass die Arbeit im Auswertecenter noch Monate andauern wird.

Wie gegenwärtig ist die Katastrophe noch für Einheimischen?
Schäden sieht man punktuell noch heftig. Ich selber bin nicht viel rumgekommen, da wir pro Woche nur einen freien Tag hatten. Auf Phuket sieht man keine Schäden mehr bei den großen Hotelressorts, die haben das schnell in den Griff bekommen. Man sieht aber: Dazwischen, wo Einheimische gelebt hatten und Wohnsiedlungen waren, ist viel kaputt beziehungsweise beräumte Trümmerfläche. Aber äußerlich ist nur das eine. Das andere sind die beträchtlichen wirtschaftlichen Folgen durch das Wegbleiben der Touristen.

Und emotionale Folgen, bemerkt man die?
Eher nicht, zumindest haben die Einheimischen sich nichts anmerken lassen. Die Thailänder sind sehr freundlich und nett, aber man ist schon sehr sensibilisiert. In der Zeit, in der ich dort war, gab es ein schweres Nachbeben mit möglichem Tsunami-Verdacht, und da waren natürlich alle sehr, sehr wachsam. Am Strand saß vom Hotel abgeordnetes Wachpersonal und hat geguckt, ob das Wasser weggeht.

Hat sich Ihre Arbeit dort sehr von der sonstigen gerichtsmedizinischen Arbeit unterschieden?
Der Arbeitgegenstand ist schon unterschiedlich. Wenn wir hier obduzieren, kommt es auf die Todesursache an. Dort stand die Identifizierung im Vordergrund, das heißt, woran die Menschen verstorben waren, interessierte nicht. Mit der Akribie, mit der hier eine Befunderhebung statt findet, ist es dort ganz anders, da auch die Schwerpunkte woanders liegen. Was für mich absolut neu war, das war die Team-Arbeit. Hier im Hause ein Präparator, zwei Obduzenten, mehr bewegen sich da im Sektionssaal nicht. Dort waren viele beteiligt. Diese Teamarbeit war für mich etwas ganz Neues und hat auch Spaß gemacht – gegenseitige Anerkennung, Achtung, Respekt, das war trotz der traurigen Umstände ein feines Erlebnis.

Welches Fazit würden Sie aus allen diesen Erfahrungen ziehen?
Ich habe bei der Arbeit eine Menge toller Leute kennen gelernt, die ich gerne noch mal wieder sehen möchte. Vier Wochen in dieser Sache zusammenzuarbeiten, das ist ein sehr intensives Erlebnis, das hat man sonst vielleicht in jahrelanger Zusammenarbeit unter gewohnten Umständen nicht. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht noch einmal zu solch einer Katastrophe kommt. Sollte dennoch einmal die Identifizierungskommission zum Einsatz gerufen werden, werde ich nicht warten, bis man mich anspricht, sondern werde mich rechtzeitig selbst melden.

Geschrieben von Anne Schuldt, Katja Staack