von Archiv | 15.01.2005
„Für die Ewigkeit“, so steht es seit dem 16. Dezember 2004 am Eingang des „IfA“. Die Worte des griechischen Geschichtsschreibers Thukydides haben, in den dunklen Stein gefasst, etwas sepulkrales an sich; als wollte man sagen: „Hier ruhen einige der ältesten und traditionsreichsten Lehren unserer Universität – zum Tode verurteilt im beginnenden 21. Jahrhundert …“.
Doch Totgesagte leben bekanntlich länger. So ist es nicht verwunderlich, dass die Neugründung des Instituts für Altertumswissenschaften 1994 zu ihrem 10jährigen Jubiläum mit großen Festlichkeiten gefeiert wurde. Neugründung daher, da man in der DDR-Kulturpolitik der 1960er Jahre radikal auf Studiengänge verzichtete, die hier teilweise bereits seit der Gründungszeit der Alma Mater existierten. Erst nach der Wende konnten diese „wiederbelebt“ werden.
Die Lehrstühle für Alte Geschichte, Klassische Archäologie, Latinistik und Gräzistik haben seit dem einen respektablen Stellenwert erlangt, sowohl innerhalb der Uni, als auch teilweise im internationalen Bereich. Es sei nur an die spektakuläre Ausgrabung auf der Mittelmeerinsel Pantelleria im Sommer 2003 erinnert, bei der vor laufender ZDF-Kamera die besterhaltenste Cäsar-Büste entdeckt wurde, die bisher bekannt ist. Heute ist der Lehrstuhl für Klassische Archäologie vakant. Nicht nur dessen Neubesetzung sondern die Zukunft des gesamten Instituts wird seit einiger Zeit diskutiert.
Vor diesem Hintergrund war die Feier in der vorweihnachtlichen Zeit ein Akzent, den man nicht so leicht übergehen sollte. Der Abend wurde mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Wulf Raeck in der UB eingeleitet, der seinerzeit zu den Erstberufenen des Instituts gehörte. Seinen Ausführungen zu den Darstellungen von Emotionen in der Antike wurde in andächtiger Weise gelauscht, während man den eigenen Emotionen im Anschluss erheblich mehr Spielraum geben konnte: In der knapp 100 Jahre alten und mühsam sanierten Villa in der Petershagen-Allee, welche heute alle Lehrstühle unter ihrem Dach vereint, wartete bereits ein vielgestaltiges Buffet auf die große Anzahl der Gäste. Sowohl Professoren und Dozenten, als auch Studenten der verschiedensten Fachrichtungen fanden sich zu lebendigen Gesprächen und Scherzen (begeleitet von dezenter Live-Musik) in den Räumlichkeiten ein, die schon im alltäglichen Lehrbetrieb an ihre Grenzen gehen und nun „aus ihren Nähten platzten“.
Doch zuvor wurde in Fackellicht die erwähnte Tafel enthüllt. Der eisige Wind kam einem dabei wie ein böses Omen vor und man entsann sich der Worte, die der Institutsdirektor Prof. Dr. Gregor Vogt-Spira kurz zuvor in seiner Laudatio vorgetragen hatte: „Das gezielte Eliminieren wichtiger Bestandteile unserer Universität ist durchaus mit den Abrißplänen für die Greifswalder Innenstadt vergleichbar. Mein kunsthistorische Kollege, Prof. Dr. Bernfried Lichtnau, hat uns kürzlich eindrucksvoll vorgeführt, wie die Altstadt nach diesen Plänen im Jahre 2000 ausgesehen hätte: Sie wäre bis zum Bahnhof hin abgerissen worden und hätte alles verloren, was ihre Besonderheit und Vielfalt ausmacht, die sie heute so anziehend wirken läßt. Dies sollte uns Mahnung sein, einen die Geschichte negierenden Diskurs scheinbarer Rationalität nie wieder zuzulassen!“
Geschrieben von Arvid Hansmann
von Archiv | 15.01.2005
Nun, einige von ihnen treffen sich während der Vorlesungszeit montags um 19 Uhr im IKUWO-Café zum Plauderstündchen, dem sogenannten Nähkästchen. Bei einer Tasse Tee oder auch einem Bierchen werden hier in zwangloser Atmosphäre Erfahrungen ausgetauscht.
Für Nakula, Laök-Student im 1. Semester, liegt der besondere Reiz des Nähkästchens denn auch im geselligen Beisammensein. „Vor allem gefällt mir, dass man hier mit älteren Semestern ins Gespräch kommt und von ihren Erfahrungen im Studium profitieren kann“, führt er näher aus.
„Dieses Semester haben wir das Nähkästchen unter das Thema ’Was kommt nach dem Studium?’ gestellt. Wir laden zu den Treffen jeweils einen Gast ein, der sein Studium bereits abgeschlossen hat. „Er erzählt uns dann von seinem Leben nach dem Studium“, sagt Anja. Zusammen mit Franziska und Susanne organisiert sie die Treffen.
Der heutige Gast ist Jonathan. Mehr als zwanzig Interessierte haben sich eingefunden, um seinen Worten zu lauschen. Jonathan hat letztes Jahr sein Landschaftsökologie-Studium in Greifswald abgeschlossen und bemüht sich zur Zeit um ein Stipendium für seine geplante Doktorarbeit. „Es ist sehr schwer ein Stipendium zu erhalten. Auf wenige Plätze kommen häufig bis zu 200 Bewerber. Man muss schon einen langen Atem haben.“ Er möchte sich in seiner Doktorarbeit mit der Beweidungsproblematik in Aserbaidschan auseinandersetzen, nachdem er sich bereits für seine Diplomarbeit einige Monate in diesem Land aufgehalten hat. Jonathans Erfahrungen stoßen auf besonderes Interesse bei Kai, Biologie-Student im 9. Semester. Auch er möchte sich im Rahmen seiner Diplomarbeit mit dem Kaukasus-Staat befassen. Das Nähkästchen ist also offensichtlich nicht nur für Studierende in den ersten Semestern und nicht nur für Landschaftsökologen ein Gewinn. „Wir möchten auch gezielt Biologie- und Geographiestudierende, die sich einen landschaftsökologischen Schwerpunkt setzen ansprechen“, klärt Anja auf.
Eine brennende Frage der Anwesenden ist jene nach der Situation von Landschaftsökologen auf dem Arbeitsmarkt. Darüber weiß Jonathan wenig Erfreuliches zu berichten: „Wer exzellente Noten und viele Praktika vorzuweisen hat, bekommt häufig schon während der Anfertigung der Diplomarbeit Jobangebote. Alle anderen müssen sich meist – wenn sie überhaupt Arbeit finden – mit kurzfristigen Hiwi- oder Werkverträgen zufrieden geben. Oder sie werden schwanger“, bemerkt Jonathan scherzhaft. Wie sehr sich doch die Probleme ähneln, möchte man da als Geisteswissenschaftler in spe aufseufzen.
In Hinblick auf die bald danach folgenden Prüfungen, wird das letzte Treffen am 17. Januar stattfinden. „Das Nähkästchen wird aber auf jeden Fall auch im nächsten Semester fortgeführt“, versichert Anja. Das vorerst letzte Treffen wird wohl gleichzeitig das Highlight: Professor Dr. Succow, die graue Eminenz der Landschaftsökologen und Alternativer Nobelpreisträger, wird seinen Studierenden Rede und Antwort stehen.
Geschrieben von Peer-Arne Arweiler
von Archiv | 15.01.2005
Ein Zeichen ist etwas, das für etwas Anderes steht – so lautet eine sprachwissenschaftliche Definition des Zeichenbegriffs. Somit erfüllen Zeichen eine bestimmte Funktion. Ein Stoppschild etwa soll Autofahrer veranlassen, anzuhalten, der Pfeifton des Wasserkessels zeigt an, dass das Teewasser kocht. Zeichen kommunizieren also etwas.
Eine besondere Art des Zeichens sind ?icons?. Diese bilden etwas Konkretes ab und sind meist recht einfach und auf Anhieb zu verstehen.
Icons sind also wunderbar dazu geeignet, einprägsam wichtige Dinge zu vermitteln. So werden sie auch in der neuesten Broschüre der Jubiläumskommission benutzt um bereits jetzt über die wichtigsten Ereignisse im Jubiläumsjahr zu informieren. Der moritz darf heute bereits einige der icons zeigen, bevor dann im Februar die Broschüre den gesamten Überblick verschaffen wird.
Geschrieben von Kai Döring
von Archiv | 15.01.2005
Susi Baude (22) kommt aus einem kleinen Ort in der Nähe von Regensburg und studiert EWi und DaF in Greifswald. Zu GrIStuF kam sie im Sommer 2003 und übernahm im September 2004 die Leitung des Participants-Teams.
Wie bist du zu GrIStuF gekommen?
Meine Freundin hatte von dem Verein gehört und hat mich zu einer Präsentation mitgenommen. Dann wurde auch gleich ein Workshop angeboten um uns Neuen einen Einblick zu geben. Die Vorstellung, bei einem so riesigen Projekt mitzuwirken, hat mich schnell begeistert.
Was sind deine Aufgaben?
Im Bereich Participants wählen wir die Teilnehmer aus und laden sie ein. Gleichzeitig müssen wir Visa und Versicherungen beschaffen und uns um die Verpflegung kümmern. Wenn die Gäste ankommen, ist meine Gruppe für den Check-In verantwortlich und für die Verteilung auf die Hosts. Außerdem bin die Kontaktperson für Laura EVS zu uns gekommen ist.
Was erwartest du vom Students-Festival?
Ich wünsche mir, dass es für alle eine spannende Woche wird mit guten Diskussionen und vielen internationalen Begegnungen, die man so schnell nicht vergisst. Ganz wichtig: Der Spaß und das Feiern dürfen nicht zu kurz kommen.
GrIStuF in drei Worten ist…
…. multikulturell, spaßig und bereichernd!
Susi ist zu erreichen unter:
susi_b@gristuf.org
Geschrieben von Julia Schrod
von Archiv | 15.01.2005
Seit Anfang Januar kann das Org-Team des Student’s Festival auf vier weitere unterstützende Hände zählen. Diesmal aber keine Greifswalder, sondern zwei vom Europäischen Freiwilligendienst (European Voluntary Service, kurz EVS):
Laura, 20 Jahare alt aus Italien und Mathieu, 22 Jahre alt aus Frankreich. Die beiden werden das nächste halbe Jahr mit dem Team zusammen die Umsetzung des Festivals vorantreiben, das am 4. Juni dieses Jahres beginnt und Greifswald für neun Tage in einen Ausnahmezustand versetzen wird.
Doch was ist eigentlich EVS? ?EVS ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, bei dem jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren die Möglichkeit gegeben wird, sich in gemeinnützigen Projekten im Ausland zu engagieren und ein anderes Land, eine andere Kultur und eine andere Sprache kennen zu lernen,? erklärt Virginia, die seit einigen Monaten mit das Students Festival organisiert und selbst als EVS-lerin im Ausland war. ?Die Erfahrungen, die man dabei machen kann sind enorm groß?, sagt sie, ?zumal man in jedes europäische Land oder sogar in einigen Fällen in ein Drittland wie Lateinamerika oder Russland gehen kann.? Beim EVS können übrigens junge Menschen aus ganz Europa mitmachen, die sechs bis zwölf Monate an einem Projekt im Ausland mitarbeiten wollen. Ihnen entstehen im Ausland keinerlei Kosten für die Anreise, die Unterkunft und Verpflegung oder den Sprachkurs. ?Informationen zum EVS kann man bei ?Jugend für Europa?, der deutschen Nationalagentur erhalten?, ergänzt Virginia, ?oder über die Internetseiten http://www.ex-evs.de und http://www.4evs.net.?
?I really fell in love with that project”, sagt der quirlige Mathieu begeistert und lacht verschmitzt dabei, als er vom Students’ Festival erzählt. Laura nickt zustimmend und fügt hinzu: ?Die Beschreibung des Festivals war so interessant, dass ich mich riesig über die Antwort von GrIStuF im August letzten Jahres gefreut habe, dass ich ein EVS-ler bei euch bin.? Beide strahlen um die Wette, scheinen sich in ihrer ersten Woche schon in Greifswald akklimatisiert zu haben, obwohl für jeden von den beiden etwas Anderes im Vordergrund steht. Mathieu erklärt seine Beweggründe für die Teilnahme an einem EVS-Programm: ?Als erstes bin ich auf der Suche nach mir selbst, also nach meiner Identität – wo gehöre ich hin? Was soll ich später machen? Zu Hause habe ich genügend abschrekkende Beispiele gesehen: Junge Menschen, die nicht wissen, was sie tun sollen. EVS ist eine Chance, die man nutzen sollte als junger Mensch, zumal einem eine Vielzahl interessanter Projekte angeboten wird.? ?Für mich ist es wichtig, etwas für andere Menschen zu machen und gleichzeitig zu reisen und dabei andere Leute kennen zu lernen. Ich glaube, dass EVS für mich ein gutes Erlebnis wird?, betont Laura.
In einem Punkt sind sich die beiden einig – in Deutschland sind sie gelandet, weil das Projekt entscheidend für sie ist und sie das Students’ Festival in Greifswald begeistert und angesprochen hat. ? Ich habe bereits zwei Studentenfestivals mitorganisiert?, sagt Mathieu, ?das eine war ein professionelles, bei dem ich nur im Finanzierungsbereich mitarbeiten konnte und nichts anderes machen durfte. Aber das ist das Schöne an diesem Festival hier in Greifswald – ich kann in alle Bereiche reinschnuppern, mit jungen Leuten zusammen arbeiten, Verantwortung tragen und die vielen Möglichkeiten innerhalb des Festivals nutzen.? Auf die Frage, wie er sich das Festival im Juni vorstellt, antwortet er: ?Gedanken und Realität unterscheiden sich ja meistens. Und trotzdem: Es wird ein großartiges Erlebnis werden, das ich nie vergessen werde. Ich freue mich auf die jungen Menschen aus aller Welt, mit denen man erst die Gedanken austauscht und später vielleicht sogar die Adressen.? Laura sagt auf die gleiche Frage entschieden: ?Die Welt findet sich an einem Platz zusammen – hier in Greifswald.?
Die ersten Eindrücke von Greifswald und den Menschen beschreiben beide als sehr positiv. ?Es ist eine nette Stadt mit tollen bunten Häusern am Marktplatz. Besonders schön finde ich Wieck. Die Menschen hier sind zu jedem nett, offenherzig und hilfsbereit. Früher habe ich immer meine Heimat vermisst, wenn ich weg war – hier ist das anders; ich fühle mich fast wie zu Hause?, fasst Laura zusammen. Mathieu grinst und fügt hinzu: ?Die Landschaft hier oben erinnert mich an Holland und ich mag dieses Land sehr. Jemand erzählte mir in Portugal, dass Greifswald sehr hässlich sein soll, aber ich habe mich nicht beirren lassen und kann mir jetzt meine eigene Meinung bilden. Das Meer ist hier so nah, Eldena ist wunderschön und ich finde Fahrradfahren klasse. Gestern war ich auf meiner ersten Party. Hier ist abends mehr los als in der Stadt aus der ich komme.? Nervt ihn denn das schlechte Wetter nicht? ?Das Wetter spielt keine Rolle?, lässt er wissen, ?denn nur die Sonne im Herzen der Menschen zählt!?
Geschrieben von julia Schrod
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