Alle Artikel mit dem Tag: Theater Vorpommern

TITEL Ein Mensch zu sein heißt wild zu sein – „Der Gott des Gemetzels“ inszeniert von Carsten Knödler

Geschrieben von | Veröffentlicht am 21. Mai 2009 um 18:00 Uhr

„Mitten ins Herz des Bürgertums“ titelte der Beitrag Christine Dössels für die Süddeutsche Zeitung im Dezember 2006 zur Uraufführung des Schauspiels von Yasmina Reza in Zürich. Und urteilte, der „Gott des Gemetzels“ sei „ein ziemlich furioses Stück Komödienkunst: abgefeimt, böse und hochnotkomisch.“ Für das Theater Vorpommern realisierte Carsten Knödler dieses in Deutschland bereits dutzendfach inszenierte Stück, welchem vom Großteil der populären Medien bisher nur positive Kritik beschieden wurde. Ob zurecht, darf wohl bezweifelt werden.

moritz-print-mm77-36-feuilleton-der-gott-des-gemetzels-image-01-vincent-leiferkIm Mittelpunkt des Stückes steht die Auseinandersetzung zweier Elternpaare. Der Sohn des Ehepaars Reille, Ferdinand, hat seinem Altersgenossen Bruno Houillé in der Schule mit einem Stock zwei Zähne ausgeschlagen. Die sozialkritische Autorin Véronique (Eva-Maria Blumentrath) und der Eisenwarengroßhändler Michel Houillé (Hannes Rittig) bemühen sich in ihrem Heim um eine faire Schadensbewältigung und empfangen die Eltern Ferdinands bemerkenswert zuvorkommend. Die Eltern Ferdinands, die Vermögensberaterin Annette (Katja Klemt) und der Jurist Alain (Marco Bahr), stehen diesem Anliegen zunächst noch nahe. Wohl wissend, welche Folgen eine gerichtliche Auseinandersetzung für sie haben kann, da doch ihr Sohn es war, der einem anderen Schaden zufügte.

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Theater: Grüne laden zum Gespräch

Geschrieben von | Veröffentlicht am 5. Mai 2009 um 01:43 Uhr

Die Querelen um das Theater Vorpommern hatten in der vergangenen Woche eine neue Qualität erreicht. Ob eines kritischen Berichts in der Ostseezeitung hatten Bürgermeister Dr. König und Kulturdezernent Dembski kurzfristig eine Pressekonferenz einberufen. Zudem verschickten die beiden einen zweiseitigen, offenen Brief an die Mitarbeiter des Theaters und Dr. König lud den Stralsunder Bürgermeister und die Landrätin von Rügen öffentlich zum Gespräch über einen neuen Gesellschaftsvertrag ein. Von Zu- oder Absagen der beiden ist dem webMoritz derweil nichts bekannt.

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Wahkplakat der Grünen - Copyright Daniel Zenner

Indes berichtet die Ostsee-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe, es gebe Zweifel an der Existenz einer Unterschriftenliste, auf der sich angeblich mehr als die Hälfte der Mitarbeiter des Theaters gegen den umstrittenen Intendanten Prof. Anton Nekovar ausgesprochen haben. Diese Liste war in der Vergangenheit immer wieder als Argument gegen eine Vertragsverlängerung angeführt worden. Der OZ-Bericht unterstellt dem Aufsichtsratsmitglied Rainer Steffens (CDU) sogar, er habe Mitarbeiter “motiviert”, die Liste ebenfalls zu unterschreiben.

Am kommenden Donnerstag soll jedoch sowohl in der Stralsunder Bürgerschaft als auch im Kreistag von Rügen über Greifswalds Änderungsvorschläge zum Gesellschaftsvertrag diskutiert werden.

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Irritationen um das Theater Vorpommern

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. April 2009 um 06:38 Uhr

Theater droht letzter Vorhang”, so titelte die Ostseezeitung Ende der vergangenen Woche. Grund genug für Bürgermeister und Kulturdezernenten, am nächsten Werktag mit lediglich vier Stunden Vorlauf eine Pressekonferenz einzuberufen. „Angespannt” – präziser lässt sich die Situation um das Theater Vorpommern und dessen Verantwortliche derzeit wohl kaum in Worte fassen – auch nach der Eilkonferenz, die die Medien und die Öffentlichkeit besänftigen sollte.

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Greifswalder Theater

Rund um eine mögliche Vertragsverlängerung des Theaterintendanten Nekovar hatte sich zwischen den Gesellschaftern des Theaters (Stralsund, Rügen und Greifswald) in den vergangenen Wochen ein Streit entsponnen, der mit der Kündigung des Gesellschaftsvertrages durch die Stadt Greifswald seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat.

In der Ostseezeitung warf man den Verantwortlichen vor, mit einer harten Linie gegen die Mitgesellschafter eine Möglichkeit zu suchen, künftig im Kulturbereich zu sparen und damit die Zukunft des Theaters zu gefährden.

Naturgemäß stellten Oberbürgermeister Dr. Arthur König und Kulturdezernet Ulf Dembski die Situation anders dar. Der Ostseezeitung hielt man inhaltliche Fehler und emotionale Überspitzung vor – ungewöhnliche Töne aus dem hiesigen Rathaus.

König: “Greifswald steht weiter zum Theater”

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TITEL Seelendrama auf Droge: „Peer Gynt“ von Hendrik Ibsen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 6. April 2009 um 01:02 Uhr

moritz-print-mm76-36-feuilleton-theater-rubrikstarter-peer-gynt-vincent-leiferkDer Mensch ist eine Zwiebel, mit vielen Schichten – und manchmal findet sich darunter nichts als die innere Leere. Die finale Erkenntnis, die Peer Gynt (und mit ihm der Zuschauer) im legendären „Zwiebelmonolog“ beim Rückblick auf sein Leben erlangt, folgt einem Leben, das einer einzigen Odyssee des vorsätzlichen Scheiterns gleicht: Ob als brautraubender Taugenichts und Aufschneider, verstoßener Wildnisbewohner und angehender Trollprinz, als Sohn oder Liebender, selbst als skrupelloser Waffenhändler in Übersee – nichts, was Peer anfängt, bringt er zu Ende. Nie steht er für etwas ein, sei es nun gut oder schlecht. Am Ende seiner Tage muss sich Peer von einer Reihe metaphysischer Entitäten vor Augen führen lassen, dass sein Dasein „nichts halbes und nichts ganzes“ war, und dies nicht ohne Folgen bleiben könne.

Das nach der Hauptfigur benannte „dramatische Gedicht“ von Henrik Ibsen, 1876 uraufgeführt, gilt in Norwegen als literarisches Nationalgut und zählt nicht nur dort zu den Konstanten in der Theaterlandschaft.

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Zugvögel: Oper von Mathias Husmann am Theater Vorpommern

Geschrieben von | Veröffentlicht am 22. März 2009 um 17:11 Uhr

Zugvögel - Erstes BildZugvögel: Erstes Bild 10. Mai 1927 (v.l.n.r. B. Remling, C. Winkel, D. Hädrich, E. Resch, W. Damboldt, B. Leube, B. Rothfuss und N. Sawabu) Foto: Vincent Leifer

Gestern abend war die Greifswalder Premiere des “sinfonisches Dramas zu Jean Sibelius in vier Bildern und einem Epilog”, das von Generalmusikdirektor Prof. Mathias Husmann gedichtet und komponiert wurde. Es wird der dreißigjährige Entstehungsprozess der nie vollendeten achten Sinfonie von Finnlands bedeutenstem Komponisten Jean Sibelius (eig. Johan Julius Christian, genannt Janne) verfolgt und mit geschichtlichen Ereignissen (Faschismus, Weltkrieg, Holocaust, Atombombe) verknüpft.

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Theater: Stadt kündigt Gesellschaftervertrag

Geschrieben von | Veröffentlicht am 17. März 2009 um 12:42 Uhr

Die Stadt Greifswald will den Gesellschaftervertrag des Theaters Vorpommern kündigen. Einen entsprechenden Beschluss fasste am Montag die Bürgerschaft, wie heute bekannt wurde. Die Stadt zieht mit der Entscheidung die Konsequenzen aus den monatelangen Querelen um den Intendanten Professor Anton Nekovar, die in der vergangenen Woche eskaliert waren (wir berichteten).

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Anton Nekovar (Foto: Vincent Leifer)

Der geplante Austritt der Stadt aus dem Gesellschaftervertrag muss aber noch nicht das Ende der 1994 aus den Theatern Stralsund, Putbus und Greifswald fusionierten Gesellschaft bedeuten. Vielmehr strebt die Stadt eine Änderung des Vertrags an, die es nicht mehr möglich macht, dass Entscheidungen wie die aus der letzten Woche getroffen werden können. Die Stadt hatte sich gegen eine Vertragsverlängerung des Intendanten ausgesprochen, war aber von Stralsund und dem Landkreis Rügen überstimmt worden. Rügen hält als Gesellschafter nur 4,7 % der Anteile, war aber am Ende das Zünglein an der Waage. Das soll in Zukunft nicht mehr möglich sein.

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Stadt sägt erfolglos am Stuhl des Theater-Intendanten *update*

Geschrieben von | Veröffentlicht am 11. März 2009 um 22:43 Uhr

Die monatelangen Eskapaden um den Vertrag von Prof. Anton Nekovar, Intendant des Theaters Vorpommern, haben ein vorläufiges Ende gefunden. Bereits im November hatte sich der Aufsichtsrat des Theaters mit 7 zu 2 Stimmen gegen eine Verlängerung seines Vertrags über den 31. Juli 2010 hinaus ausgesprochen.

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Anton Nekovar (Foto: Vincent Leifer)

Das letzte Wort in dieser Sache hatten allerdings die Gesellschafter des Theaters – die Städte Stralsund, Greifswald und der Landkreis Rügen. Während Greifswald, vertreten von Kulturdezernent Ulf Dembski (SPD), entsprechend der Empfehlung des Aufssichtsrats votierte, berücksichtigten die Vertreter Stralsunds und Rügens den Vorschlag des Gremiums nicht. Daher wurden mit der Mehrheitsentscheidung Gespräche über eine Vertragsverlängerung mit dem Intendanten eingeleitet.

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Ostrock liegt in der Luft

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Februar 2009 um 11:29 Uhr

Seine kulturelle Sozialisation in Greifswald zu erfahren, kann mitunter sehr schmerzhaft sein. Hier, wo sich eine Art Kulturszene beim Kampf um das letzte Quentchen Aufmerksamkeit -angebotsbedingt- nicht ins Gehege kommt, braucht es kreativen Willen, Leerräume zu füllen. Subkulturell wird regelmäßig der Blick über den Tellerrand gewagt, aber wie ist es um die etablierten Kulturräume bestellt? Ostrock liegt in der Luft!

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Rezension zu „Endstation Sehnsucht“ von Ralf Dörnen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 28. Januar 2009 um 20:56 Uhr

moritz-print-mm75-37-feuilleton-rubrikstarter-klein-vincent-leiferMit der Realität in Richtung Verzweiflung

Eine Hochzeit, dazu viele erfreute Gäste, ein anscheinend glückliches Brautpaar. Kurz danach der Suizid des Ehemannes durch einen Kopfschuss. Zunehmend breitet sich Erschrockenheit über den ungewöhnlichen und zugleich dramatischen Vorfall aus. Für die Ehefrau und Protagonistin Blanche DuBois (Barbara Buck) beginnt ein Marathon der Zerrissenheit und katastrophalen Suche nach Liebe. Frei nach dem Drama „Endstation Sehnsucht” von Tennessee Williams inszenierte Ballettdirektor Ralf Dörnen ein Ballett, welches mit mindestens genauso viel erschreckender Widersprüchlichkeit überzeugt.

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Endstation Sehnsucht – Sonntagsmatinée

Geschrieben von | Veröffentlicht am 10. Januar 2009 um 17:47 Uhr

Matinée ist das Pendant zur Soirée und wie der Name verrät, handelt es sich dabei nicht um eine Abendveranstaltung. Vielmehr und speziell im Fall des hiesigen Theaters läßt es sich als vormittägliches Theaterfrühstück beschreiben, das im Vorfeld einer Premiere stattfindet.

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