Postkarte, Personaldebatte, Pressemitteilung: Das ist die heilige Dreifaltigkeit des jungsozialistischen Umgangs mit den studentischen Medien in Greifswald. Eine politische Satire im Feuilleton über bedeutungstrunkene Kommilitonen.
„Vom Webmoritz wünschen wir uns eine Auseinandersetzung mit den politischen Inhalten der jeweiligen Gruppierungen und keine Beurteilung der künstlerischen Fähigkeiten. Dies ist keine politische Berichterstattung, sondern gehört in das Feuilleton“, schrieb der Sprecher der Hochschulgruppe der JungsozialistInnen (JUSOS) Christopher L. Riemann in einer Pressemitteilung vom 12. Januar 2012 zum webMoritz Artikels „Pac-Man auf der Flucht vorm BAföG-Amt? – Die Werbemittel der Gremienwahlen“. Christopher ist zukünftiger Abgeordneter des Studierendenparlaments, die studentischen Medien sind seinem Verständnis nach („Wir fordern den Web-Moritz zu einer differenzierteren Berichterstattung auf“) anscheinend weisungsgebunden. In der spröden Satzungsrealität ist dies freilich anders geregelt.
Dennoch möchte ich dem eingangs von Genosse Gernegroß geäußerten Ratschlag, sich im Feuilleton über die künstlerischen Fähigkeiten auszulassen, gerne nachkommen. Nutzen wir also die folgenden Zeilen für einen Blick zurück und zu einer ästhetischen Kritik am publizistischen Mitochondrium der JUSOS im StuPa, dem Präsi-Blog. Der Hintergrund des Blogs ist himmelblau wie Papa Schlumpf, am rechten Rand die Auswüchse einiger roter Fahnen, über denen der Allerwerteste eines Seevogels leuchtet. Die mittige Textkolonne beinhaltet allerlei Plunder, beispielsweise eine „Stachelschrift“, die genau so stachelig ist, wie man es von einer Kreuzung aus humorloser Parteiglosse und überfahrenem Igelbaby erwarten kann.
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