Alle Artikel mit dem Tag: Rechtsextremismus

Achtung: Ultranationale Rattenfänger!

Geschrieben von | Veröffentlicht am 4. April 2008 um 10:18 Uhr

Die Warnung ist kurz aber wichtig: Wie jedeBurschenschaftler & Rugia Wappens Semester versucht die rechtsextremistische Burschenschaft Rugia mit Hilfe einer offenen Party ihrer Basis zu vergrößern. Die Flyer sehen unverdächtig aus. Doch Vorsicht ist geboten: Die Rugia grenzt sich nicht zu rechtsradikalen und verfassungsfeindlichen Einstellungen ab.

Ideologisch hält die Burschenschaft am sogenannten „großdeutschen Kulturraum“ fest. Zudem pflegt man intensive Kontakte ins rechtsextreme „Umland“ und zur NPD. Als Stichworte seien hier Matthias & Stefan Rochow (beides wichtige NPD-Funktionäre und gleichzeitig alte Herren der Rugia) sowie Lutz Giesen (vorbestrafter Neonazi, Schläger) genannt. Die Rugia sagt, dass die Parteiaktivitäten ihrer Mitglieder deren „Privatsache“ sei.

Rugia und Markomannia sind beide Mitglied im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB). Immer wieder sind Mitgliederburschenschaften der DB wegen rechtsextremer Umtriebe aufgefallen. Von Extremisten, die „unter dem Deckmantel der Traditionspflege eine intellektuelle Plattform für ihre menschenverachtenden Ansichten“ aufbauen, sprach Wolfgang Hacker in einer Pressemitteilung. Er ist Sprecher der aus der DB ausgetretenen liberaleren „Neuen Deutschen Burschenschaft“.

Auch in Greiswald grenzen sich alle Verbindungen, der AStA und sogar die Universität gegenüber der Rugia (und auch der Burschsenschaft Markomannia) ab.

Für Partys dieser Burschenschaften gilt: Unbedingt meiden!

Für Interessierte:

Burschis anfechten – Infoseite der Greifswalder Antifa.

Die Burschen und die Rechten – ein Beispiel aus Greifswald – Artikel aus dem Vorwärts

Nazis verschmieren WC-Häuschen

Geschrieben von | Veröffentlicht am 30. März 2008 um 13:27 Uhr

Es ist ein Kleinkrieg, um den “öffentlichen Raum” oder “die Straße”. In den letzten drei Monaten sprayten, klebten und malten Unbekannte (wahrscheinlich rechtsextreme Kameradschaften) in Greifswald vermehrt Hakenkreuze und andere “nationale” Symbole und Slogans an Häuser und Laternen.

Samstag Nacht wurde der Slogan “frei – sozial – national” publikumswirksam am WC-Häuschen an der Mensa am Wall angebracht.

“Der Schriftzug »Frei – Sozial – National« ist eindeutig dem ›Kameradschaftsspektrum‹ zuzuordnen”,

heißt es auf der Website “DasVersteckspiel.de” der Civitas.

Gegen diese rechte Propaganda geht derzeit fast nur die Greifswalder Antifa-Gruppe vor. Sie überklebt die rechten Aufkleber mit eigenen und versucht Hakenkreuze und Slogans unkenntlich zu machen. Es gibt aber auch an der Kritik an der Antifa. Demnach würden ihre vielen Anti-Rechts-Poster eine Gegenreaktion geradezu herausfordern, sagen Kritiker.

Siehe auch: Uni-Forum

Apfelfront marschiert durch Berlin

Geschrieben von | Veröffentlicht am 16. März 2008 um 11:34 Uhr

(Apfelfront macht mobil gegen rechts, hier vorm Kanzleramt)
Was die Nazis nicht dürfen, darf die Satiregruppe “Front Deutscher Äpfel”: Zusammen mit “Gesicht Zeigen! e.V.” startete die Front eine Aktion vor dem Berliner Reichstag und marschierten für die Kameras durch das Brandenburger Tor. Anlass war die Aktionswoche gegen Rassismus.

Mit dabei war die Greifswalder Ortsgruppe, die auch in unserer Hansestadt und an der Universität immer wieder für Wirbel sorgte.
Einen ausführlichen Bericht mit vielen Fotos gibt’s hier bei Spiegel Online.
Update:
Noch ein schöner Bericht hier in Welt-Online.

(Die Apfelformation; Fotos by A. Köcher)

(Info: Der Autor ist Mitglied der FDÄ Greifswald)

Des Nazis schicke Sportklamotte

Geschrieben von | Veröffentlicht am 15. Dezember 2004 um 19:31 Uhr

Thor Steinar als Schafspelz junger Rechtsradikaler

Wer in Greifswald und auch sonstwo mit einem Quentchen Aufmerksamkeit unterwegs ist, dem fällt gelegentlich jemand in trendgemäßer Sportswear namens Thor Steinar (TS) auf. Wer es genau wissen will fragt sich dann, was das denn sei und warum diese Kleidung Embleme mit Maschinengewehren und Schriftzüge wie Hausbesuche zieren. Doch fällt das oft gar nicht groß ins Auge. Gerade diese Unauffälligkeit ist jedoch der Sinn der Sache, was auch die Gefährlichkeit von TS ausmacht.

Es handelt sich bei TS um einen nicht mehr ganz neuen Trend. Nazis verzichten auf das klassische, martialische Outfit von Bomberjacke und Springerstiefeln. Heutzutage kleidet Braun sich trendy. Antifas wurden so anfänglich nicht unbedingt aufmerksam, untereinander erkennt man sich aber als Gesinnungsgenossen.

Verkauft wird TS seit eineinhalb Jahren von der Firma MediaTex GmbH aus Zeesen südöstlich von Berlin, registriert auf einen Axel Kopelke. Der Vertrieb organisiert sich über die schicke Internetseite oder auch über Modeboutiquen, die sich nicht am Gesinnungsgehalt der Klamotten stören. Dieser ist nämlich hochbrisant. Das Logo setzt sich aus zwei germanischen Runen, der Tyr-Rune (Todesrune) sowie der Gibor-Rune (Wolfsangel) zu einer sogenannten Binderune zusammen.

Die Tyr-Rune war während der NS-Zeit im Zeichen der SA-Reichsführerschulen und der 32. SS-Division ?30. Januar? enthalten. Die Gibor-Rune wurde von der SS-Panzerdivision ?Das Reich? sowie von Nazi-Werwolfeinheiten und Sabotagegruppen am Ende des Zweiten Weltkriegs verwendet. Doch ist das Logo von TS auch in der Nachkriegsgeschichte nichts Neues – es ist fast deckungsgleich mit dem Symbol des rechtsextremen “Thule Seminar”, über das auch der Verfassungsschutz urteilte:

“Das Thule Seminar ist [...] auf der Seite derjenigen Rechtsextremisten positioniert, die ihre Ablehung der Institutionen und Wertvorstellungen der demokratischen Verfassungsstaaten aggressiv und offen zum Ausdruck bringen”.

Der Markenname an sich, vor allem in Verbindung mit dem Namen einer Kollektionsreihe “Division”, wird als gezielte Hommage an den von Neonazis verehrten SS-General Felix Steiner verstanden.

Doch imagepolierende Kampagnen antirassistischen Inhalts wie von der britischen Marke “Lonsdale” sind von der MediaTex GmbH nicht zu erwarten. Zwar sagt Geschäftsführer Uwe Meusel (29) “Wir haben mit keiner Organisation auch nur ansatzweise etwas zu tun”. Doch Jonas Grutzpalk vom Brandenburger Verfassungsschutz weiß: Der Firma gehören Rechtsextremisten an.

Auf das Logo angesprochen antwortet Meusel:  ”Unser Logo? Das ist ein T und ein S, in Runenschrift.” Und: “Warum fragen Sie uns nicht, wie viele Arbeitsplätze wir hier in Brandenburg geschaffen haben??” Fragt man ihn dann danach, antwortet er: “Das werde ich Ihnen jetzt nicht sagen.”

Er ist der Meinung: “Ich muss mich hier nicht distanzieren.” Auch der Anwalt der MediaTex GmbH verweist darauf, dass es nicht das Problem der Firma sei, wenn Leute, die mit der Verfassung Probleme haben, die Sachen tragen.

Klaus Parker, Jurist und Rechtsextremismusexperte, ist da anderer Meinung: “Im Gegensatz zu Lonsdale, die nichts dafür können, gehört Thor Steinar zu den Marken, die eindeutig für die rechtsextreme Szene produziert werden.”

Der Meinung schloss sich nun kürzlich auch die Staatsanwaltschaft Neuruppin an, die vor dem Amtsgericht Königs-Wusterhausen die Beschlagnahmung der Kleidung verfügte sowie jedem, der die Marke trägt, mit einem Strafverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen droht. (AZ 2.2 GS 594/04)

Dr. Gerd Schnittcher, Leitender Oberstaatsanwalt in Neuruppin, erhofft sich eine von diesem Urteil ausgehende Signalwirkung. Sie müsste eine Entscheidung vor einem Oberlandesgericht verursachen. Das Urteil eines Amtsrichters kann in der nächsten Instanz des deutschen Gerichtsweges leicht wieder aufgehoben werden. Außerdem ist das Urteil über dir Beschlagnahme von TS höchst umstritten.

Nachdem nun jedoch selbst die London Times auf das Urteil aufmerksam wurde, hat die MediaTex GmbH zwei Tage nach dem Urteil ?alle Händler aufgefordert, die Logos zu entfernen oder die Ware zurückzugeben?, so der Anwalt der Firma. Und weiter: “Aber ein neues Logo ist bereits in der Mache.”

Es bleibt also abzuwarten, was aus TS wird. Rechtsextreme sind kaum noch davon abzubringen, sich modebewusst und damit unauffällig doch füreinander erkennbar zu gewanden. Aufmerksamkeit empfielt sich unbedingt.

Geschrieben von Stephan Kosa

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